Stay-behind-Organisation

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Als Stay-behind-Organisation oder Stay-behind (von engl. stay behind, „bleib zurück/dahinter“; Rücklass-Organisation oder Überrollgruppe) wird eine paramilitärische Widerstandsorganisation bezeichnet, die im Fall einer feindlichen Besetzung eines Staates oder Teilgebieten davon hinter der Front nachrichtendienstliche Aufklärung und Sabotageakte gegen die Besetzer verüben soll. Während sich die reguläre Armee vor einem Angreifer zurückzieht, lassen sich diese Einheiten von der Front überrollen, um dann in ihrem Rücken zu operieren.

Außer einigen Vorläufern in der Zeit des Nationalsozialismus bezeichnet der Sammelbegriff Stay-behind heute meist geheime Organisationen in Westeuropa, die nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet und später zum Teil der NATO unterstellt wurden. Sie sollten bei einer Invasion von Truppen des Warschauer Paktes hinter den Linien der Besatzer eingesetzt werden. Ihre Existenz in bis zu 16 Staaten Westeuropas wurde großenteils erst 1990 durch die Gladio-Affäre in Italien einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Mit dem Ende des Kalten Kriegs wurden sie nicht mehr gebraucht und aufgelöst.

NATO-Staaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belgien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Belgien wurde der Verdacht geäußert, dass die als Massaker von Brabant bekannt gewordenen Morde mit Gladio in Verbindung standen. Während einer Serie von äußerst brutalen Raubüberfällen von 1982 bis 1985 hatten unbekannte Täter 28 Menschen getötet und mehr als 20 verletzt. Die aus drei festen und mehreren wechselnden Mitgliedern bestehende Gruppe führte die bewaffneten Überfälle mit beinahe militärischer Präzision aus. Die Täter erschossen dabei wahllos unbeteiligte Menschen. Dies führte zu dem Verdacht, dass die Vorfälle ein Versuch sein könnten, das Land gezielt zu destabilisieren. Die bei den Morden verwendeten Tatwaffen waren teilweise aus einem Waffendepot der Polizei gestohlen worden.

1990 sollte eine parlamentarische Untersuchung klären, ob die belgische NATO-Geheimarmee in die Massaker verwickelt war. Die Senatoren bestätigten in ihrem Abschlussbericht, dass unter dem Decknamen SDRA8 in Form einer Untereinheit des militärischen Geheimdienstes SGR (Service Général de Renseignement) eine Stay-behind-Armee in Belgien aktiv war. Sie konnten die Frage nach einer Verbindung mit den Terroranschlägen allerdings nicht abschließend beantworten, da sich SGR-Direktor Bernard Legrand weigerte, die Namen der SDRA8-Mitglieder an die Kommission zu übergeben.[1]

Bundesrepublik Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1990 veröffentlichte die deutsche Regierung einen “Stay-behind-Bericht”, der vom Staatsminister im Bundeskanzleramt, Lutz Stavenhagen, verfasst wurde. Dort wurde eingeräumt, dass die Aufgaben, die in der Verantwortung der nationalen Geheimdienste lagen, seit den Jahren 1954/55 unter der Ägide des militärischen Hauptquartiers der NATO, dem sogenannten SHAPE koordiniert wurden. Dementsprechend unterstanden deutsche Einheiten wie der Geheime Widerstand, Kibitz, Gruppe 27 oder der Bund Deutscher Jugend zunächst der Organisation Gehlen und ab 1956 dem Bundesnachrichtendienst (BND). Erste Gespräche und Planungen zur Einrichtung eines deutschlandweiten "Ausweich- und Fluchtnetzwerkes" (Evasion and Escape, E&E) zwischen dem US-amerikanischen Auslandsgeheimdienst CIA und der Organisation Gehlen fanden 1950 statt.[2][3] Im Jahr 1955 sah die Planung die Unterteilung Westdeutschlands in 13 EE-Bezirke sowie die Schaffung einiger hundert Depots mit Notfallausrüstung vor.[4] Diese Aktivitäten wurden vom Bundesnachrichtendienst fortgeführt.[5]

Die ausgebildeten Einheiten legten geheime Waffen- und Versorgungsdepots verteilt über die ganze Bundesrepublik Deutschland an. Neben Waffen, Sprengstoff, Funk- und Morsegeräten beinhalteten einige dieser Depots auch Listen mit zu internierenden oder zu tötenden Personen (z.B. Politiker der KPD, DKP und SPD). Zwei vollständig erhaltene Depots wurden im Frühjahr 1996 im Berliner Grunewald entdeckt.[6] Der Geheimdienst der DDR (Ministerium für Staatssicherheit) hatte bis 1980 weit über 50 Einheiten, ihre Funkverbindungen, Waffendepots und Mitglieder in der BRD aufgeklärt.[7]

Die Größenordnung der Stay-behind-Organisation des BND war einem ständigen Wechsel unterworfen. Ende der 1950er Jahre umfasste die Organisation ca. 75 hauptamtliche Mitarbeiter. Ihr Bestand an nachrichtendienstlichen Verbindungen betrug zeitweise bis zu 500 Personen. 1983 wurde das Personal auch darin ausgebildet, Sabotageakte in feindlich besetzten Gebieten gegen Angreifer durchzuführen.[8][9][10][11]

Laut dem BND-Historiker Bodo Hechelhammer wurde „in Absprache mit den assoziierten Partnern die deutsche Einheit zum dritten Quartal 1991 aufgelöst und die Kontakte zu den nachrichtendienstlichen Verbindungen eingestellt“.[7] Auch die Bundesregierung antwortete am 21. November 2014 diesbezüglich: „Die Auflösung der SBO erfolgte zum 30. September 1991.“[12]

Parlamentarische Anfragen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 2013 antwortete Ronald Pofalla, der für die Geheimdienstkoordination zuständige Chef des Bundeskanzleramts, auf eine „Kleine Anfrage“ der Partei Die Linke zu 'Maßnahmen der Bundesregierung zur Aufdeckung der Tätigkeiten von Gladio' („An welchen Übungen hat sich die Stay-Behind-Org. des BND beteiligt?“): „Den bisher ausgewerteten Altunterlagen des BND konnten Hinweise auf sechs Übungen oder Operationen im Sinne der Frage entnommen werden.“[13]

Bund Deutscher Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 1952 wurde in der Bundesrepublik Deutschland der Technische Dienst (TD) bekannt, eine Unterorganisation des von Rechtsextremisten dominierten Bundes Deutscher Jugend (BDJ). Der ehemalige SS-Angehörige Hans Otto wollte aus dieser Gruppe aussteigen. Er erklärte der hessischen Kriminalpolizei, er gehöre „einer politischen Widerstandsgruppe an, deren Aufgabe es war, im Fall eines russischen Vormarsches Sabotageakte durchzuführen und Brücken zu sprengen“. Otto sagte weiter aus: Etwa 100 Mitglieder der Organisation wurden politisch geschult, und in der Bedienung von amerikanischen, russischen und deutschen Waffen und in der Anwendung militärischer Taktik unterwiesen. Die Mitglieder dieser Organisation waren hauptsächlich ehemalige Offiziere der Luftwaffe, des Heeres oder der Waffen-SS. Otto erzählte der Polizei, dass ein amerikanischer Geheimdienstmitarbeiter für das Geld und den größten Teil der Ausbildung und Ausrüstung sorgte. Die Männer seien in der Nähe von Wald-Michelbach, einer Gemeinde im hessischen Odenwald, unterrichtet worden, hätten ein Haus mit einer unterirdischen Schießanlage und einem Bunker ganz in der Nähe, ihnen wurde beigebracht zu töten, ohne Spuren zu hinterlassen.[14][1]

Norbert Juretzko, ein ehemaliger Agent des Bundesnachrichtendienstes, war Anwerber für Unterstützer des BDJ-TD in Deutschland. Seinen Angaben nach rekrutierte er diese unter konservativ oder rechtsextrem eingestellten Bürgern, um die als notwendig erachtete streng antikommunistische Ausrichtung der Organisation sicherzustellen. Sie hätten eine Funkausbildung und ein militärisches Funkgerät erhalten und im Ernstfall vor allem Kommunikationsaufgaben übernehmen sollen.[15]

Bei einer Razzia der deutschen Polizei wurde bekannt, dass die USA die Gruppe monatlich mit 50.000 DM finanziert und mit Waffen, Munition und Sprengstoff beliefert hatten. Im Odenwald fand man ein Waffenlager mit Maschinengewehren, Granaten, leichten Artilleriegeschützen und Sprengstoff.[16] Ferner fand man eine Liste mit 40 deutschen Führungspersonen, die als nicht zuverlässig antikommunistisch eingestuft wurden und als Attentatsopfer vorgesehen waren, darunter der damalige SPD-Parteichef Erich Ollenhauer, Herbert Wehner, Heinrich Zinnkann und einige SPD-Oberbürgermeister.[17] Für eine möglichst effiziente Ausführung der Attentate hatte der BDJ-TD Mitglieder in die SPD geschleust.[18]

Mehrere Mitglieder wurden festgenommen. Nachdem die Bundesanwaltschaft den Fall übernommen hatte, entließ Oberbundesanwalt Carlo Wiechmann die Verdächtigten am 1. Oktober 1952 wieder. Die hessische Polizei und das Bundesjustizministeriums wurden nicht darüber informiert. Das führte zu erheblichen politischen Irritationen.[1] Der hessische Ministerpräsident Georg August Zinn (SPD) meinte dazu: „Die einzige rechtliche Erklärung für diese Entlassungen kann für uns nur sein, daß die Leute in Karlsruhe erklärt haben, daß sie im amerikanischen Auftrag tätig waren.“[19] Wer in der Bundesanwaltschaft die Freilassung der Verhafteten veranlasste, konnte nie geklärt werden.[17]

Die USA erklärten am 2. Oktober 1952 erstmals, sie hätten den BDJ-TD aufgebaut und finanziert, diese Aktivitäten jedoch ein halbes Jahr zuvor eingestellt. Von einem Fortbestehen der Organisation habe man nichts gewusst. Zur Untersuchung der Vorgänge wurde eine deutsch-amerikanische Untersuchungskommission gebildet, die im November 1952 wieder eingestellt wurde. Als offizielles Ergebnis wurde mitgeteilt, die USA hätten keine Kenntnis von den illegalen Tätigkeiten des BDJ-TD gehabt.[17][20]

Eine andere westdeutsche Stay-behind-Gruppe leitete der frühere Wehrmachtsangehörige Heinrich Hoffmann und Hans Rues, eine weitere (Codename Kiebitz 15) der ehemalige Wehrmachtsoffizier Walter Kopp.[21][22] Die CIA-Zentrale beklagte im April 1953 das Aufsehen über diese Gruppen in deutschen Medienberichten. Daher wurden einige Gruppen aufgelöst. Laut dem US-Historiker Timothy Naftali zeigen die veröffentlichten CIA-Dokumente, die früheren Nationalsozialisten unter den Mitgliedern hätten den Informationsmangel des Westens über die Sowjetunion für sich selber ausgenutzt.[22]

Spekulationen zum Oktoberfestattentat 1980[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Oktoberfestattentat

Der Schweizer Historiker Daniele Ganser nimmt seit 2005 eine Beteiligung einer deutschen Stay-behind-Organisation-Gruppe an dem Attentat an. Er betrachtet Waffendepots des Rechtsextremisten Heinz Lembke, die die Ermittler 1981 fanden, als Depots einer entsprechenden Einheit. Ganser geht davon aus, dass neben dem mutmaßlichen Attentäter Gundolf Köhler, der einige Jahre vor dem Attentat zur Wehrsportgruppe Hoffmann gehört hatte, weitere Mitglieder dieser rechtsextremen Gruppe Sprengstoff von Lembke bezogen und beim Oktoberfestattentat einsetzten. Beweise dafür hatten die staatlichen Ermittler erst später gesucht und nach ihren Angaben nicht gefunden. Sie erklärten Lembkes Waffenlager aus dessen individueller Furcht vor einer sowjetischen Invasion. Ganser behauptet, damit solle eine Stay-behind-Gruppe und somit die mögliche Beteiligung der NATO und des BND an dem Attentat verdeckt werden.[23]

Der Journalist Ulrich Chaussy, der seit Jahrzehnten zum Oktoberfestattentat forscht, hält die Beteiligung weiterer Rechtsextremisten daran für wahrscheinlich, die Beteiligung einer Stay-behind-Einheit jedoch für Spekulation.[24] Auch Werner Dietrich, Rechtsanwalt einiger Attentatsopfer, unterstützt die Geheimarmeethese nicht.[25]

Griechenland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ziel des britischen Premierministers Winston Churchill war es, die kommunistisch angeführte Widerstandsbewegung EAM an der Machtübernahme nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zu hindern. Nach der Niederschlagung eines Aufstands von EAM-Anhängern im April 1944 unter den griechischen Streitkräften in Ägypten wurde eine neue und zuverlässige Einheit aufgestellt, die Dritte Griechische Gebirgsbrigade, von der „fast alle Männer von gemäßigt konservativen bis linken Ansichten“ ausgeschlossen waren.[26] Nach der Befreiung im Oktober 1944 kontrollierte die EAM den größten Teil des Landes. Als sie am 3. Dezember 1944 eine Demonstration in Athen veranstaltete, schossen plötzlich Angehörige rechtsgerichteter und pro-royalistischer paramilitärischer Verbände in die Menge. Gedeckt wurden sie dabei von „britischen Truppen und von Polizisten mit Maschinengewehren (…) die auf Hausdächern Stellung bezogen hatten“. Dabei wurden 25 Demonstranten getötet, darunter ein sechs Monate alter Junge, und 148 verletzt.[27] Dies war der Ausbruch der Schlacht um Athen (Dekemvriana), die dann zum Griechischen Bürgerkrieg führte.

Als Griechenland 1952 der NATO beitrat, wurden die LOK (Lochoi Oreinōn Katadromōn, d. h. Gebirgsjägerkompanien) in das europäische Stay-behind-Netzwerk eingegliedert. Die CIA und LOK bekräftigten am 25. März 1955 ihre Zusammenarbeit in einem Geheimdokument, das von General Trascott für die CIA und von Konstantinos Dovas, dem Stabschef des griechischen Militärs unterzeichnet wurde. Außer der Vorbereitung auf einen sowjetischen Einmarsch gab die CIA den LOK auch Anweisungen zur Verhinderung eines linksgerichteten Militärputsches.[28]

Emblem der griechischen Militärdiktatur (1967–1974). Der Putsch der rechtsgerichteten Obristen gegen die demokratische Regierung wurde unter Mithilfe des griechischen Stay-Behind-Zweigs durchgeführt.

Die LOK waren beteiligt an dem Putsch, der die Griechische Militärdiktatur (1967–1974) an die Macht brachte.[29] Der Putsch wurde am 21. April 1967 durchgeführt, einen Monat vor dem Wahltag, für den Meinungsumfragen einen überwältigenden Sieg der Zentrumsunion (Enosis Kendrou) von Georgios und Andreas Papandreou vorhergesagt hatten. Unter dem Kommando des Fallschirmjägers Oberstleutnant Kostas Aslanides übernahmen die LOK die Kontrolle über das Verteidigungsministerium, während Brigadegeneral Stylianos Pattakos Kommunikationszentralen, Parlament und Königspalast unter seine Kontrolle brachte und aufgrund ausführlicher Listen 10.000 Personen verhaftete.[30]

Andreas Papandreou wurde festgenommen und ging dann nach Kanada und Schweden ins Exil, kehrte aber später nach Griechenland zurück, wo er 1981 die Wahl zum Premierminister gewann und die erste sozialistische Regierung Griechenlands nach dem Krieg bildete. Seiner eigenen Aussage nach entdeckte er die Existenz der geheimen NATO-Armee, die den Codenamen Red Sheepskin (Roter Schafspelz)[31] trug, als amtierender Premierminister 1984 und gab Anweisungen zu ihrer Auflösung.

Giulio Andreottis Enthüllungen von 1990 zufolge bestätigte der griechische Verteidigungsminister, dass ein Zweig des Netzwerks, genannt Operation Sheepskin, bis 1988 in seinem Land aktiv war.[32] Die sozialistische Opposition forderte eine parlamentarische Untersuchung der Geheimarmee und ihrer angeblichen Verbindungen zu Terrorismus und dem Militärputsch von 1967. Innenminister Yannis Vassiliadis erklärte, es bestehe kein Bedarf, solche „Phantasien“ zu untersuchen, denn „Sheepskin war einer von 50 NATO-Plänen, die vorsahen, dass dann, wenn ein Land von einem Feind besetzt wird ein organisierter Widerstand bestehen solle. Sheepskin sah geheime Waffenverstecke vor und auch Offiziere, die den Kern eines Guerillakrieges bilden konnten, Mit anderen Worten, es war, national gesehen, ein gerechtfertigter Vorgang.“[33]

Im Dezember 2005 veröffentlichte der Journalist Kleanthis Grivas einen Artikel in der griechischen Sonntagszeitung To Proto Thema, in dem er Sheepskin beschuldigte, 1975 einen Mordanschlag auf den Chef der CIA-Filiale in Athen, Richard Welsh verübt zu haben, sowie 2000 einen Mordanschlag auf den britischen Militärattaché Stephen Saunders. Das US-Außenministerium bestritt dies und ließ verlauten, dass „die griechische Terrororganisation 17. November für beide Mordanschläge verantwortlich“ sei, und dass Grivas’ Hauptindiz das Westmoreland Field Manual sei, welches sowohl vom Außenministerium als auch von einem unabhängigen Untersuchungsausschuss des Kongresses als sowjetische Fälschung bezeichnet hätten. Das betreffende Dokument erwähnt jedoch weder Griechenland noch den 17. November noch Welch. Das Außenministerium wies auch auf die Tatsache hin, dass im Fall des Richard Welsh „Grivas bizarrerweise die CIA beschuldigt, bei der Ermordung eines ihrer eigenen leitenden Beamten beteiligt gewesen zu sein“. Sheepskin könne Stephen Saunders aus dem einfachen Grund nicht ermordet haben, weil „die griechische Regierung sagt, sie habe das Stay-behind-Netzwerk 1988 aufgelöst“.

Italien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Gladio

Gladio (ital. „Kurzschwert“; von lat. Gladius) war der Deckname für eine geheime, als Stay-behind-Organisation gegründete, paramilitärische Einheit der NATO in Italien. Gladio sollte im Fall einer Invasion von Truppen des Warschauer Paktes Guerilla-Operationen und Sabotage gegen die Invasoren durchführen.

Im August 1990 wurde die Beteiligung dieser Einheit an einigen Terroranschlägen in Italien und die damit verbundene Strategie der Spannung aufgedeckt. Wie stark die Central Intelligence Agency (CIA) und die NATO an den Aktionen von Gladio beteiligt waren, wird in der historischen Forschung kontrovers diskutiert. Die NATO hat bisher keine Informationen dazu veröffentlicht.

Luxemburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Zeitungsbericht vom 10. November 1990 in der Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek bestätigte Jacques Santer am 14. November 1990 vor dem Luxemburger Parlament die Existenz einer Stay-behind-Organisation in Luxemburg, verfügte aber als zuständiges Regierungsmitglied deren umgehende Auflösung. Die Organisation war seit 1959 mit Genehmigung des Premiers Pierre Werner aktiviert worden, ihre Steuerung sei durch den luxemburgischen Geheimdienst Service de Renseignement de l’Etat erfolgt, die Koordination erfolgte über eine Dienststelle der NATO. Angehörige der Organisation sowie einzelne Aktionen wurden bisher namentlich nicht offiziell bekannt.[34] Am 17. Dezember 1990 informierte Santer den Verfassungsausschuß des Parlamentes darüber, dass die Organisation nie aus mehr als zwölf Personen bestanden habe und lediglich für die Übermittlung nachrichtendienstlicher Informationen sowie die Ein- und Ausschleusung von Personen vorgesehen war. Handwaffen waren seit 1973 eingelagert worden, ein direkter Zugang dazu war nicht vorgesehen. Am 14. Oktober 1990 wurden die noch lebenden Angehörigen der Organisation über die Auflösung informiert und aufgefordert, ihr Funkmaterial abzugeben.[35]

Im Februar 2013 begann in Luxemburg ein Prozess gegen zwei Polizisten, denen man vorwirft, sie hätten als Angehörige der Brigade mobile de la Gendarmerie (BMG) gemeinsam mit zwei weiteren (inzwischen verstorbenen) Kollegen in den 1980er Jahren Terroranschläge inszeniert, was damals als Bombenlegeraffäre bekannt wurde. In diesem Zusammenhang schilderte der Deutsche Andreas Kramer, laut eigener Aussage Historiker, in einer eidesstattlichen Erklärung die Erinnerungen seines verstorbenen Vaters, der für den deutschen Bundesnachrichtendienst als Verbindungsmann für die Benelux-Staaten gearbeitet haben soll.[36][37] Kramer Junior zufolge war Johannes Kramer alias Cello Stay Behind-Leiter des Bundesnachrichtendiensts und koordinierte Einsätze von Geheimdienststellen aus Deutschland, Italien, und den Benelux-Staaten. Kramer habe zwar Kontakte zum damaligen Luxemburger Geheimdienstchef Hoffmann gehabt, die Anschläge seien jedoch ohne dessen Wissen erfolgt.[38] Über Kramers Schreibtisch sollen die Bombenleger-Aktionen koordiniert worden sein. Andere Verwandte von Kramer widersprachen seinen Aussagen.[39][40] Eine Überprüfung seiner Aussagen ergab keine neuen Erkenntnisse, er gilt mittlerweilen als Hochstapler.[41] Eine Verbindung zwischen den luxemburgischen Stay-Behind-Vorbereitungen und der Anschlagserie gilt heute als ausgeschlossen.[42]

Spanien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Jahr nach dem Tode des spanischen Diktators Franco ermordeten im Mai 1976 rechtsextreme Terroristen zwei linksgerichtete Carlisten. Unter den Attentätern befanden sich der italienische Neofaschist Stefano Delle Chiaie und Mitglieder der Alianza Anticomunista Argentina (AAA), was auf eine Verbindung zum südamerikanischen Schmutzigen Krieg hindeutet.[43]> Dieser Vorfall wurde als das Massaker von Montejurra bekannt. Laut einem CESIS-Bericht war Carlo Cicuttini – der 1972 gemeinsam mit Vincenzo Vinciguerra für den oben beschriebenen Bombenanschlag in Peteano verantwortlich war – 1977 am Blutbad von Atocha beteiligt, bei dem fünf Angehörige der PCE-nahen Gewerkschaft Comisiones Obreras ums Leben kamen. Cicuttini war in Spanien eingebürgert und lebte dort seit 1972, dem Jahr des Peteano-Anschlags.[44]

Als Reaktion auf die umfangreichen Bekenntnisse Giulio Andreottis bestritt Adolfo Suárez, Spaniens erster demokratisch gewählter Ministerpräsident nach Francos Tod, jemals von Gladio gehört zu haben.[45] Suárez’ Nachfolger Leopoldo Calvo-Sotelo gab an, dass Spanien nach dem Beitritt zur NATO nicht über Gladio informiert worden wäre. Auch sagte er, dass ein solches Netzwerk im franquistischen Spanien nicht notwendig gewesen wäre, da „das Regime selber Gladio war“.[46]

General Fausto Fortunato, Leiter des italienischen Geheimdienstes SISMI von 1971 bis 1974, äußerte, dass Frankreich und die USA Spaniens Einstieg in die Organisation Gladio befürworteten, Italien aber sein Veto aussprach. Der spanische Verteidigungsminister Narcís Serra ordnete jedoch eine Untersuchung über Spaniens Verhältnis zu Gladio an.[47][48] Darüber hinaus schrieb die Zeitung Canarias 7 unter Berufung auf den früheren Gladio-Agenten Alberto Volo, dass Anfang August 1991 ein Gladio-Treffen auf Gran Canaria stattgefunden hätte.[49] Volo gab ebenfalls an, in den 1960er und 1970er Jahren als Gladio-Agent Trainings in Maspalomas auf Gran Canaria absolviert zu haben. Die Zeitung El País berichtete außerdem von Vermutungen, dass Gladio in den 1970ern ehemalige Einrichtungen der NASA in Maspalomas genutzt hätte.[50]

Auch der belgische Ex-Geheimagent André Moyen erklärte, dass Gladio in Spanien aktiv gewesen wäre.[51] So hätte Gladio Stützpunkte in Madrid, Barcelona, San Sebastián und auf den Kanaren betrieben.

Türkei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmal für den Journalisten Abdi İpekçi, der im Vorfeld des Militärputschs in der Türkei 1980 von Abdullah Çatlı und dem späteren Papst-Attentäter Mehmet Ali Ağca ermordet wurde.
Hauptartikel: Tiefer Staat

Der französischen Monatszeitung Le Monde diplomatique zufolge wurde der türkische Gladio-Zweig unter dem Namen Counter-Guerilla oder Kontra-Guerilla geführt. Eine der maßgeblichen Mitglieder sei der Rechtsextremist und Heroinhändler Abdullah Çatlı gewesen, der auch großen Einfluss in der rechtsextremen Partei Graue Wölfe gehabt habe. Er habe Straßenkämpfe und die Ausbildung von jungen Anhängern für den Kampf gegen Linksradikale organisiert. Er habe sich mehrfach mit Stefano Delle Chiaie in Lateinamerika und im September 1982 in Miami getroffen.[52] Ein weiteres Mitglied soll der Papst-Attentäter Mehmet Ali Ağca gewesen sein. Gemeinsam mit Çatlı ermordete er 1979 den Chefredakteur der großen türkischen Zeitung Milliyet, den Journalisten Abdi İpekçi.Zuvor hatte er in Ankara und Istanbul zusammen mit seinem Freund Çatlı Schießereien und Straßenkämpfe gegen Linksradikale organisiert. İpekçi war besorgt über den zunehmenden, von der extremen Rechten ausgehenden Straßenterror gewesen und hatte daher persönlich beim damaligen CIA-Stationschef Paul Henze (1924–2011) darauf gedrungen, dass der CIA die von İpekçi vermutete Unterstützung der Unruhen einstellen solle.[53]

Der Tod von Çatlı bei einem Verkehrsunfall 1996 löste einen politischen Skandal in der Türkei aus. Der zu diesem Zeitpunkt wegen Mordes mit Haftbefehl in der Türkei und von Interpol gesuchte Çatlı hatte einen vom damaligen Innenminister Mehmet Ağar persönlich unterschriebenen Reisepass bei sich, der ihn als Staatsbeamten auswies. Er befand sich in Gesellschaft des Parlamentsabgeordneten der Regierungspartei Sedat Edip Bucak, des stellvertretenden Polizeichefs von Istanbul und der ehemaligen Schönheitskönigin Gonca Us. Nur Bucak, der auch Leiter von umstrittenen, gegen die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) eingesetzten Dorfschützereinheiten im Südosten der Türkei war, überlebte. In dem Unfallwagen fand die Polizei unter anderem mehrere Handfeuerwaffen mit Schalldämpfern. Innenminister Agar hatte zunächst versucht, die Situation damit zu erklären, dass der Polizeibeamte den Gesuchten verhaftet hatte. Als sich dies als Lüge entpuppte, musste er zurücktreten. In der nachfolgenden parlamentarischen Untersuchung wurden zahlreiche Zusammenhänge zwischen Politik, Militär, Geheimdiensten und dem organisierten Verbrechen in der Türkei aufgedeckt.[54][55] Dieser Komplex wird in der Türkei als Tiefer Staat bezeichnet.

Weitere Staaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsche Demokratische Republik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Militärorganisation der Deutschen Kommunistischen Partei Gruppe Ralf Forster[56] und die Spezialeinheit AGM/S in der DDR[57] werden vereinzelt als Stay-behind-Organisation bezeichnet.

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im besetzten Nachkriegsösterreich wurde zunächst im Jahr 1947 von Gewerkschaftern die Absprachen getroffen, eine schlagkräftige Truppe gegen kommunistische Umsturzversuche aufzustellen. Nachdem diese unter der Führung von Franz Olah bei den Oktoberstreiks 1950 eine entscheidende Rolle in der Niederschlagung des Generalstreikes gespielt hatte, wurde sie mit Unterstützung der CIA zu einer paramilitärischen Geheimarmee ausgebaut, die sich den Tarnnamen Österreichischer Wander-, Sport- und Geselligkeitsverein gab. Spezialeinheiten wurden in der amerikanischen Besatzungszone als Stay-behind ausgebildet und Scheinfirmen sorgten für die finanzielle Abwicklung. Als Franz Olah 1963 Innenminister wurde und international eine Entspannung im Kalten Krieg erkennbar war, wurde diese Organisation schrittweise aufgelöst, auch weil sie mit der österreichischen Neutralität nicht vereinbar war.

Im Zuge eines innenpolitischen Skandals kamen im Jahr 1969 erstmals Informationen über diese Geheimarmee an die Öffentlichkeit. Diese wurden jedoch erst nach Ende des Kalten Krieges und der Aufdeckung des Gladio-Netzwerkes in Italien in ihrem internationalen Zusammenhang erkannt. Die Besonderheit der österreichischen Stay-behind-Organisation war, dass sie sich ausschließlich auf sozialistische Gewerkschafter stützte.

Im Jahr 1996 wurden in den USA geheime Dokumente aus der Besatzungszeit veröffentlicht, die zur Auffindung von 85 versteckten Waffendepots in Salzburg, Oberösterreich und der Obersteiermark, führten. Um mögliche Versuche, Lager ausfindig zu machen, zu erschweren, wurde das Material nicht nur vergraben, sondern mit einer Schicht aus Metallabfall, in der Regel geleerten Konservendosen, abgedeckt. Beinahe alle Waffen und Ausrüstungsgegenstände entsprachen der Standardausrüstung der US-Armee für den Zeitraum 1945–1960. Den markantesten Aspekt der Waffenlager stellten die "gewaltigen" Mengen an plastischen Sprengstoff und Zündmitteln dar.[58]

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: P-26

In der Schweiz bestand bis 1990 eine geheime Widerstandsorganisation. Sie hatte zuletzt den Tarnnamen Projekt 26 (P-26) und bildete Schweizer Bürger (Männer und Frauen) zu "Propagandisten" aus. Im Falle einer Besatzung sollten sie durch Flugblätter, Verspotten des Feindes und öffentlichkeitswirksame Sabotageakte den Widerstandswillen unter der Bevölkerung aufrechterhalten.[59] Während Funkgeräte und Chiffriertabellen bereits an die Leiter der Zellen ausgegeben waren, wurde vor allem das sensitive Material wie Sprengstoff und Feuerwaffen in Militärmagazinen gelagert und sollte nur im Falle einer Invasion der Schweiz ausgegeben werden. Gemäß dem nur teilweise veröffentlichten Bericht der Schweizer Untersuchungskommission von 1991 kooperierte die P-26 nicht mit der CIA oder der NATO, sondern nur lose und nur zu Ausbildungszwecken mit dem britischen Geheimdienst MI6 und dem britischen Special Air Service. Die P-26 wird daher nicht als direkt mit dem NATO-Netzwerk verbunden angesehen; dies hätte auch einen eklatanten Verstoß gegen die Neutralität der Schweiz dargestellt. Indirekt gab es allerdings laut Daniele Ganser deutliche Zusammenhänge zwischen der P-26 und den Geheimarmeen der NATO-Staaten:

„Die Schweiz hatte aber sehr enge Verbindungen zum britischen Geheimdienst MI6. Die Schweizer trainierten in England, richteten in London eine Funkübermittlungszentrale ein und verwendeten das Harpoon-Funksystem der Nato-Geheimarmeen. Mit dieser engen Verbindung nach London hatte die P-26 natürlich auch direkten Kontakt zur Geheimarmee-Leitstelle; sie war so also indirekt durchaus integriert.“

Die Existenz der P-26 wurde 1990 von der Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK-EMD) im Nachgang zur Fichenaffäre aufgedeckt. Der mögliche Zeuge Oberstleutnant Herbert Alboth, ein früheres Mitglied des Spezialdienstes, eines geheimen Armeestabsteils der Untergruppe Nachrichtendienst und Abwehr (UNA), bot der Kommission an, die „ganze Wahrheit“ aufzudecken. Er wurde kurz vor seiner Aussage tot in seiner Berner Wohnung gefunden, erstochen mit dem eigenen Armee-Bajonett. Die sichergestellten geheimen Unterlagen (alte Schulungs- und Kursunterlagen, Adresslisten von Ehemaligen des Spezialdienstes etc.), für die die unbekannten Täter keinerlei Interesse gezeigt hatten, sowie weitere Tatbestände sprachen gegen die Annahme eines Zusammenhanges zwischen der Tat und der ehemaligen Tätigkeit des Opfers. Die Untersuchungsbehörde vermutete ein Beziehungsdelikt. Alboth war kein Mitglied der P-26.

Die Teile des Untersuchungsberichts, die die Beziehungen der P-26 zum Ausland betreffen (Cornu-Bericht), sind bis heute als geheim eingestuft, da befürchtet wird, dass die Veröffentlichung des gesamten Berichtes „die guten Beziehungen der Schweiz zu anderen Staaten gefährden würde“. Viele Einzelheiten über P-26 sind daher bis heute unbekannt oder sehr fraglich.[60]

Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gladio-Affäre in Italien löste einige Untersuchungen zu den westeuropäischen Stay-Behind-Gruppen aus, besonders zur Rolle der NATO und der CIA für ihren Aufbau, ihre Koordination und ihre Aktivitäten bis 1990. Der Schweizer Historiker Daniele Ganser widmete diesem Thema seine Dissertation, die er 2005 veröffentlichte. Er vertritt darin die These, dass die „Geheimarmeen“ in vielen westeuropäischen Staaten bestimmten NATO-Gremien unterstellt waren, von dort aus gelenkt wurden und an Staatsterrorismus nach Art der italienischen Strategie der Spannung beteiligt gewesen seien.[61]

Andere Wissenschaftler, die zum Thema geforscht haben, haben diese Zentralsteuerungshypothese verworfen. Laut dem Politologen Philip Davies fehlt Ganser Kenntnis von Geheimdienstarbeit, sodass er Verschwörungen imaginiere, Umfang und Bedeutung verdeckter Operationen übertreibe, ihre Koordination mit nationalen Regierungen missverstehe und ihre Aktivitäten historisch falsch einordne. Schon seine Beschreibung relativ kleiner, auf Sabotage trainierter, mit Waffenlagern ausgestatteter Schläferzellen als „Armeen“ sei unzutreffend. Er behaupte ein konstantes, teils kriminelles Vorgehen von USA und NATO gegen politische Linke. Dazu stelle er Gladio-Aktionen in den 1960er Jahren als Putschversuch der CIA dar, obwohl die Akteure ihm ihre Eigeninitiative versichert hätten. Er beschreibe das Allied Clandestine Committee der NATO als Koordinator jener Verbrechen, ohne die multinationale Arbeitsteilung der Netzwerke zu begreifen. Er betrachte Mitglieder paramilitärischer und nichtmilitärischer Spezialoperationen unterschiedslos als Geheimdienstagenten. Dabei übersehe er jedoch, dass von der CIA ausgerüstete und trainierte Paramilitärs sich historisch oft deren Kontrolle entzogen und dann Verbrechen begingen. Ganser stütze sich nur auf journalistische Quellen und wenig stichhaltige Primärquellen. Akademische Studien von Fachexperten und kritisches Material in Fachmagazinen der US-Dienste berücksichtige er nicht. Die wichtige Geschichte der alliierten Staybehinds müsse daher erst noch genau und gut erzählt werden.[62]

Der dänische Historiker Peer Henrik Hansen[63] sieht Gansers Buch nicht als ernstzunehmende wissenschaftliche Forschung, sondern als journalistische Arbeit mit einem erheblichen Anteil Verschwörungstheorie. Ganser stelle seine methodische Vorgehensweise nicht dar und behandle seine Quellen (vor allem Zeitungsberichte und Publikationen von Politikern) unkritisch. Er behaupte ohne Beweis eine Verschwörung westlicher Staaten und ihrer Geheimdienste, vor allem CIA und MI6, mit den NATO-Geheimarmeen. Die von ihm zitierten Zeugenaussagen belegten dagegen, dass CIA und MI6 in den NATO-Gremien kein Stimmrecht hatten. Ganser führe eine Version des US-Armeehandbuchs 30-31B als Beleg an, die schon vor 1990 als vom KGB gefälscht enttarnt worden sei. Stay-behind-Truppen einiger skandinavischer Staaten seien schon vor der NATO gegründet und national kontrolliert worden. Unbestreitbare Verbrechen einiger Staybehindmitglieder dürften nicht dazu führen, alle als Terroristen zu brandmarken.[64]

Der Historiker Olav Riste kritisierte 2005 und 2014 Gansers Hauptthese, die Stay-behind-Gruppen seien ein von der CIA gelenktes, verschwörerisches Netzwerk in ganz Westeuropa gewesen, das überwiegend von Rechtsextremisten infiltriert gewesen sei und terroristische Akte zur Zerstörung linker Gruppen verübt habe. Zwar erhalte man für das Thema kaum zuverlässige Dokumente. Ganser gebe jedoch keine kritische Übersicht über seine Quellen, versuche nicht, diese einzuordnen und akzeptiere unterschiedslos gedruckte Aussagen als Belege. Er zitiere Quellen falsch, auch Riste selbst, und gebe viele unbelegte Vorwürfe als historische Tatsachen aus. Untersuchungsausschüsse und Historiker in Italien und Belgien hätten Terrorakte von Stay-behind-Gruppen verworfen. Einige Staaten Westeuropas, nicht CIA und MI6, hätten diese Gruppen aus je besonderen nationalen Interessen gebildet. Deren patriotische Mitglieder seien nicht von aussen lenkbar gewesen. Die Mitglieder des Atlantic Pact Clandestine Committee (ACC) mussten die Unabhängigkeit der Netzwerke in den Mitgliedsstaaten akzeptieren. Somit sei die These von zentral gelenkten „NATO-Geheimarmeen“ falsch. Nach den verfügbaren Dokumenten hätten die Teilnehmerstaaten des ACC in den 1970er Jahren Sabotage ausgeschlossen, Waffendepots reduziert, aufgelöst oder ihrer eigenen Armee unterstellt und ihre Unabhängigkeit von den NATO-Kommandostrukturen bewahrt.[65]

Für den Historiker Charles G. Cogan gehört Gansers Buch zu jenen journalistischen Schriften, die Stay-behind-Netzwerke ohne solide Beweise mit immer mehr Aktionen verknüpfen. So behaupte Ganser, die CIA habe mit NATO-Geheimarmeen und dem US-Verteidigungsministerium 1961 einen Staatsstreich gegen Charles de Gaulle unterstützt und den Putschführer Maurice Challe ermutigt. Dafür gebe es jedoch keinen Beweis.[66]

Der Historiker Gregor Schöllgen stimmte Ganser darin zu, dass 16 NATO-Staaten vom NATO-Hauptquartier koordinierte Stay-behind-Truppen hatten. Ganser habe sich fast nur auf bekanntes Material stützen können. Zwar sei das aus diesen Quellen Zusammengetragene „in der Gesamtschau bemerkenswert“, aber „nicht selten grotesk überzeichnet“. So seien Verbindungen der Organisation Gehlen und des daraus hervorgegangenen Bundesnachrichtendienstes (BND) in das „rechte Milieu“ unbestreitbar, ob und wie stark der Vorläufer des BND auch an der Staybehind-Truppe „Technischer Dienst“ beteiligt war, sei jedoch bisher unbekannt. Gleichwohl spekuliere Ganser über eine Verwicklung des BND in das Oktoberfestattentat von 1980. Ganser nehme auch eine deutsche Stay-behind-Truppe in Divisionsstärke an, während andere für die 1960er Jahre bis zu 600 Mitglieder schätzten.[67]

Für den Historiker Pascal Girard (2008) ist Gansers These, die CIA habe wichtige europäische Ereignisse der Nachkriegszeit ganz oder teilweise verursacht, eine unüberprüfbare Vermutung.[68]

Weiterführende Informationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dokumentarfilme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

militärisches Konzept
  • United States Departement of the Army (Hrsg.): The Tank and Mechanized Infantry Battalion Task Force. Field Manual 1988, S. 47–50
NS-Zeit
  • Frans Kluiters: R-Netz: The stay-behind network of the Abwehr in the Low Countries. In: Ben De Jong, Wies Platje, Beatrice De Graaf (Hrsg.): Battleground Western Europe: Intelligence Operations in Germany and the Netherlands in the Twentieth Century. Het Spinhuis, 2008, ISBN 9789055892815, S. 71–94
Westeuropa
  • J. Patrice McSherry: The European Stay-Behind Armies. In: Predatory States: Operation Condor and Covert War in Latin America. Rowman & Littlefield Publishers, 2012, ISBN 0-7425-6870-9, S. 38–52
  • Daniele Ganser: NATO-Geheimarmeen in Europa: Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung. Orell Füssli, Zürich 2008, ISBN 978-3-280-06106-0 (Rezension: Das blutige Schwert der CIA. In: Der Spiegel. Nr. 47, 1990, S. 18–21 (online).)
Bundesrepublik Deutschland
  • Erich Schmidt-Eenboom, Ulrich Stoll: Die Partisanen der NATO. Stay-Behind-Organisationen in Deutschland 1946–1991. Christoph Links, Berlin 2015, ISBN 3-86153-840-7
  • Leo A. Müller, Werner Raith (Hrsg.): Gladio, das Erbe des Kalten Krieges: Der NATO-Geheimbund und seine deutschen Vorläufer. Rowohlt, Reinbek 1991, ISBN 3-499-12993-0.
  • Ulrich Stoll: Gladio: Späte Spuren einer NATO-Geheimarmee. In: Thomas Leif (Hrsg.): Mehr Leidenschaft Recherche. Skandal-Geschichten und Enthüllungsberichte. Ein Handbuch zur Recherche und Informationsbeschaffung. Verlag für Sozialwissenschaften, 2003, ISBN 3-531-14126-0, S. 177–184
Niederlande
  • Bob de Graaff, Cees Wiebes: Gladio der vrije jongens: een particuliere geheime dienst in Koude Oorlogstijd. SDU, 1992, ISBN 9012066115
  • Paul Koedijk: Dossier Gladio. De Koude Burgeroorlog in Nederland. Vrij Nederland, 18. Juli 1992 (PDF-Download)
  • Paul Koedijk: Dossier Gladio. Nederland was voorbereid op een nieuwe wereldoorlog. Vrij Nederland, 11. Juli 1992 (PDF-Download)
Norwegen
  • Olav Riste: With an eye to history: the origin and development of 'Stay-Behind' in Norway. Journal of Strategic Studies 30 (December 2007), S. 997–1024
Österreich

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Daniele Ganser: Terrorism in Western Europe: An Approach to NATO’s Secret Stay-Behind Armies. In: The Whitehead Journal of Diplomacy and International Relations 6/Nr. 1, South Orange NJ, 2005, S. 69 ff.
  2. Outline of stay-behind operation. Central Intelligence Agency, 10. November 1950, abgerufen am 11. April 2015.
  3. Das blutige Schwert der CIA. Der Spiegel, 19. November 1990, abgerufen am 12. April 2015.
  4. Project outline. Central Intelligence Agency, 29. November 1955, abgerufen am 11. April 2015.
  5. ZDF-Film „Stay behind“ - Die geheimen Kämpfer. Stuttgarter Zeitung, 24. März 2014, abgerufen am 29. Februar 2016.
  6. Antwort der Bundesregierung zu Gladio vom 3. März 2014
  7. a b Manuskript zur ZDF-Sendung Frontal 21: Geheimnisse im Kalten Krieg – Die Schattenkrieger des BND, 3. Dezember 2013
  8. Das blutige Schwert des Westens, Der Spiegel, 19. November 1990
  9. Untergrundtruppen in Nato-Staaten, Süddeutsche Zeitung, 17. Mai 2010
  10. Antwort der Bundesregierung zur „Stay-Behind-Organisation“ vom 16. Mai 2013
  11. Reinhard Jellen: „Es wird noch viel Aufklärungsarbeit nötig sein“, Telepolis, 31. Juli 2010 (Teil 3 eines Interviews mit Tobias von Heymann)
  12. Antwort der Bundesregierung zu Ermittlungen zu Nazi-Hintermännern des Oktoberfest-Attentats. 24. November 2014, abgerufen am 29. Februar 2016.
  13. Bundestagsfraktion Die LINKE: „Maßnahmen der Bundesregierung zur Aufdeckung der Tätigkeiten von Gladio“. In: Deutscher Bundestag Drucksache 17/14815 – Kleine Anfrage. 17. September 2013, abgerufen am 7. Dezember 2013 (PDF; 98 kB).
  14. Süddeutsche.de GmbH: Untergrundtruppen in Nato-Staaten – Guerilla von Staats wegen (de) 17. Mai 2010. Abgerufen am 14. März 2015.
  15. Norbert Juretzko, Wilhelm Dietl (Hrsg.): Bedingt dienstbereit. Ullstein, 2004, ISBN=3-550-07605-3
  16. Daniele Ganser: NATO’s Secret Armies: Operation Gladio and Terrorism in Western Europe: An Approach to NATO’s Secret Stay-Behind Armies. London 2005, S. 195
  17. a b c Heiko Buschke: Deutsche Presse, Rechtsextremismus und nationalsozialistische Vergangenheit in der Ära Adenauer. Campus, 2003, ISBN 3-593-37344-0, S. 210–218
  18. Christopher Simpsons: Der amerikanische Bumerang: NS-Kriegsverbrecher im Sold der USA. Ueberreuter, 1988, ISBN 3-8000-3277-5, S. 180 ff.
  19. Alles für Deutschland. In: Der Spiegel. Nr. 42, 1952, S. 6–8 (online).
  20. Im Ernstfall froh. In: Der Spiegel. Nr. 49, 1952, S. 6–7 (online).
  21. Timothy Naftali: New Information on Cold War Stay-Behind Operations in Germany and on the Adolf Eichmann Case (PDF; 721 kB)
  22. a b Julian Borger: Why Israel’s capture of Eichmann caused panic at the CIA (The Guardian, 8. Juni 2006)
  23. Daniele Ganser: NATO's Secret Armies: Operation GLADIO and Terrorism in Western Europe. London 2005, S. 207–209
  24. Ulrich Chaussy: Oktoberfest - Das Attentat: Wie die Verdrängung des Rechtsterrors begann. Christoph Links, 2014, S. 213–222
  25. Philipp Gessler (taz, 7. August 2009): Viele offene Fragen.
  26. Peter Murtagh: The Rape of Greece. The King, the Colonels, and the Resistance. Simon & Schuster, London 1994, S. 29. Zitiert bei Daniele Ganser: NATO-Geheimarmeen, 2008, S. 213
  27. Ganser (2005), S. 213–214 (sein Zitat)
  28. Philip Agee, Louis Wolf, Dirty Work: The CIA in Western Europe (Secaucus: Lyle Stuart Inc., 1978), S.154 (Zitiert bei Daniele Ganser (2005) S.216)
  29. Richard Norton-Taylor, The Gladio File: did fear of communism throw West into the arms of terrorists? The Guardian, 5. Dezember 1990
  30. Chronology, Secret Warfare: Operation Gladio and NATO's Stay-Behind Armies, ETH Zürich
  31. NATO's secret network 'also operated in France. The Guardian, 14. November 1990, S. 6
  32. Nato's secret network 'also operated in France' The Guardian, 14. November 1990
  33. Daiel Ganser: NATO Geheimarmeen in Europa Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung. 2. Auflage. Orell Füssli Verlag AG, Zürich 2008, ISBN 978-3-280-06106-0, S. 345.
  34. Michel Thiel: Bommeleeër-Affäre: Stay behind: kalter Krieg oder kalter Kaffee? In: Luxemburger Wort. 29. September 2008
  35. Steve Remesch: Bommeleeër-Affäre: Luxemburgs Schattenkämpfer, Der Santer-Bericht zu „Stay behind“ zum Nachlesen. In: Luxemburger Wort. 29. September 2008
  36. Markus Kompa: In Luxemburg kocht Stay Behind hoch. In: Telepolis. 27. Februar 2013
  37. Eidesstattliche Erklärung (PDF; 1,3 MB)
  38. "Es war Nato gegen Nato" tageswoche.ch vom 10. April 2004
  39. Bommeleeër: Zeuge Kramer als Lügner entlarvt? In: Luxemburger Wort. 13. Mai 2013
  40. Markus Kompa: Skyfall – Zeuge Kramer fällt tief. In: Telepolis. 15. Mai 2013
  41. Vor zwei Jahren begann Bommeleeër-Prozess: Bommeleeër: Von vier Spuren blieb am Ende eine. 25. Februar 2015, abgerufen am 18. Juli 2016.
  42. Bommeleeër-Prozess: Entscheidung noch vor Jahresende. 28. Juni 2016, abgerufen am 18. Juli 2016.
  43. Sergio Sorin Las relaciones secretas entre Pinochet, Franco y la P2. Conspiración para matar (Equipo Nizkor, 4. Februar 1999)
  44. Miguel González: Un informe oficial italiano implica en el crimen de Atocha al 'ultra' Cicuttini, relacionado con Gladio. In: ELPAÍS.com. 2. Dezember 1990, abgerufen am 24. Juli 2008 (span.).
  45. Andreu Manresa: Suárez afirma que en su etapa de presidente nunca se habló de la red Gladio. In: ELPAÍS.com. 18. November 1990, abgerufen am 24. Juli 2008 (span.).
  46. Calvo Sotelo asegura que España no fue informada, cuando entró en la OTAN, de la existencia de Gladio. In: ELPAÍS.com. 21. November 1990, abgerufen am 24. Juli 2008 (span.).
  47. Juan Arias: Italia vetó la entrada de España en Gladio, según un ex jefe del espionaje italiano. In: ELPAÍS.com. 17. November 1990, abgerufen am 24. Juli 2008 (span.).
  48. Serra ordena indagar sobre la red Gladio en España. In: ELPAÍS.com. 16. November 1990, abgerufen am 24. Juli 2008 (span.).
  49. La 'red Gladio' continúa operando, según el ex agente Alberto Volo. In: ELPAÍS.com. 19. August 1991, abgerufen am 24. Juli 2008 (span.).
  50. Carmelo Martín: Indicios de que la red Gladio utilizó una vieja estación de la NASA en Gran Canaria. In: ELPAÍS.com. 26. November 1990, abgerufen am 24. Juli 2008 (span.).
  51. Félix Monteira: La red secreta de la OTAN operaba en España, según un ex agente belga. In: ELPAÍS.com. 14. November 1990, abgerufen am 24. Juli 2008 (span.).
  52. Kendal Nezan: Türkei – Drehscheibe des Drogenhandels, Verbrecher mit Diplomatenpaß (Le Monde diplomatique, 10. Juli 1998)
  53. Daniele Ganser: NATO’s Secret Armies: Operation Gladio and Terrorism in Western Europe: An Approach to NATO’s Secret Stay-Behind Armies. London 2005, S. 237
  54. René Althammer, Sabine Küper: Ein Staat als Dealer: Heroinlieferant Türkei ARD-Sendung Kontraste – 19. Juni 1997. In: Rundfunk Berlin-Brandenburg. 17. April 1997, abgerufen am 15. Oktober 2008.
  55. Boris Kalnoky: Ein sicherer Hafen für die türkischen Schmuggler. In: Welt Online. 2. September 2008, abgerufen am 15. Oktober 2008.
  56. Bernd Stöver: Zuflucht DDR: Spione und andere Übersiedler, Beck, München 2009, S. 106
  57. Rainer Eppelmann, Bernd Faulenbach, Ulrich Mählert (Hrsg.): Bilanz und Perspektiven der DDR-Forschung. Schöningh, 2003, ISBN 350670110X, S. 123
  58. B-Gendarmerie, Waffenlager und Nachrichtendienste: der militärische Weg zum Staatsvertrag.. Böhlau Verlag Wien, 2005, ISBN 978-3-205-77267-5, S. 156-164.
  59. Lucien Fluri (Solothurner Zeitung, 14. Juli 2012): Ehemalige «Geheimarmee» P-26: Die Geheimhaltung in Fleisch und Blut
  60. Nikolaus Ramseyer: Schweizer Geheimtrupp passte zum Gladio-Konzept der USA. (Memento vom 17. Dezember 2015 im Internet Archive) (Basler Zeitung, Basel, 16. Dezember 2004, PDF)
  61. Daniele Ganser: NATO-Geheimarmeen in Europa: Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung. Orell Füssli, Zürich 2008, ISBN 978-3-280-06106-0
  62. Philip Davies: Review of Ganser, NATO's Secret Armies. In: Journal of Strategic Studies. 28, Nr. 6, 2005, S. 1064–1068. doi:10.1080/01402390500448524.
  63. Roskilde University: Peer Henrik Hansen
  64. Peer Henrik Hansen: Daniele Ganser. NATO’s Secret Armies: Operation Gladio and Terrorism in Western Europe (Memento vom 26. August 2007 im Internet Archive). In: Journal of Intelligence History. 5, Nr. 1, 2005, doi:10.1080/16161262.2005.10555113, S. 111; siehe auch Peer Henrik Hansen: Falling Flat on the Stay-Behinds. In: International Journal of Intelligence and CounterIntelligence. Band 19, Ausgabe 1, 2006, doi:10.1080/08850600500332656, S. 182–186.
  65. Olav Riste: Review of Ganser, NATO's Secret Armies. In: Intelligence and National Security. 20, Nr. 3, September 2005, S. 550–551. doi:10.1080/02684520500340357; Olav Riste: „Stay Behind“: A Clandestine Cold War Phenomenon. In: MIT/Harvard Press (Hrsg.): Journal of Cold War Studies. 16, Nr. 4, Herbst 2014, S. 35–59. doi:10.1162/JCWS_a_00515
  66. Charles G. Cogan: ‘Stay-Behind’ in France: Much ado about nothing? In: Journal of Strategic Studies. 30, Nr. 6, 2007, S. 937–954. doi:10.1080/01402390701676493.
  67. Gregor Schöllgen: Gladiatoren im Kalten Krieg. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 25. April 2009, S. 9
  68. Pascal Girard: Conspiracies and visions of conspiracies in France and Italy after the Second World War. In: European Review of History: Revue européenne d'histoire. 15, Nr. 6, 2008, S. 749–765, hier S. 754. doi:10.1080/13507480802500707.