SteamOS

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SteamOS
SteamOS logo.svg
Steamos-big-picture.png
Steam im Big Picture Modus unter SteamOS
Entwickler Valve Corporation
Lizenz(en) Open Source mit proprietären Komponenten
Erstveröff. 13. Dezember 2013
Akt. Version 2.195 (18. Juli 2019)[1]
Akt. Vorabversion 3.0
Kernel monolithisch
Abstammung GNU/Linux
↳ Debian GNU/Linux
↳ SteamOS (bis 2.x)
↳ Arch Linux
↳ SteamOS (ab 3.x)
Architektur(en) x86-64
Sprache(n) mehrsprachig
store.steampowered.com/steamos/

SteamOS ist eine von Valve entwickelte Linux-Distribution, die auf Debian und ab Version 3 auf Arch Linux aufbaut. Es läuft als Betriebssystem sowohl auf den als „Steam Machine“ bezeichneten Spielekonsolen als auch auf dem Steam Deck und ist zudem auch auf „gewöhnlichen“ PCs kostenfrei installierbar und nutzbar.[2][3][4]

Funktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

SteamOS ist primär auf Computerspiele ausgelegt, allerdings läuft nur ein Teil der auf Steam vertriebenen Spiele nativ unter Linux. Spiele, welche standardmäßig nur auf Windows lauffähig sind, können jedoch dank Proton auch teilweise unter Linux aufgeführt werden. Alternativ können Windows- und macOS-Titel von anderen Geräten gestreamt werden.

Valve verspricht sich mit SteamOS „signifikante Performance-Verbesserungen“ in Videospielen.[5] Das Betriebssystem wird als Open-Source-Software verbreitet.[6] Für SteamOS gebaute (Spiele-)Rechner, welche auf der Grundlage handelsüblicher Computerbauteile gefertigt werden, nennt Valve „Steam Machines“.[7]

Durch die in SteamOS-Version 2.x enthaltenen Paketverwaltung apt lassen sich, genau wie bei Debian, beliebige Pakete aus den Repositories installieren. Somit ist es möglich, SteamOS wie jede andere Linux-Distribution mit Anwendungen wie z. B. LibreOffice, VLC oder Samba zu ergänzen und auch als Büro- oder Multimedia- oder Server-Plattform zu nutzen.[8]

Seit Version 3.0 ist SteamOS basierend auf Arch Linux. Standardmäßig ist dem Nutzer nur erlaubt Flatpaks zu installieren. Es ist jedoch auch möglich den Arch-Paketmanager Pacman zu aktiveren und zu nutzen.[9]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der LinuxCon verkündete Valves Mitgründer und Executive Director Gabe Newell, dass er „an Linux und Open Source als die Zukunft des Spielens“ glaube. Valve würde Spieleentwicklern dabei helfen ihre Spiele mit Linux kompatibel zu machen.[10] Am 20. September 2013 erstellte Valve eine Website mit dem Titel Das Steam-Universum expandiert 2014, die drei Ankündigungen versprach, die „Kunden auf noch mehr Wegen ermöglichen sollen, Steam im Wohnzimmer zu nutzen“.[11][12] Die erste Ankündigung erfolgte am 23. September. Valve sei zu dem Schluss gekommen, dass ein direkt in das Betriebssystem integrierter Steam-Client die beste Spieleerfahrung bieten könne.[13] Dabei werde besonders auf die Offenheit im Sinne von freier Software Wert gelegt und es wurde angekündigt, Benutzer könnten jeden Teil der Software anpassen, verändern und ersetzen.[14] In den folgenden Tagen wurde der Betatest von Steam Machines und ein neuartiges Gamepad angekündigt.

Im Oktober 2013 kündigte Valve die Steam Dev Days an, eine zweitägige Entwicklerkonferenz, auf der Spieleentwickler die Möglichkeit haben werden, SteamOS und die darauf aufbauenden Spielkonsolen zu testen und Valve Rückmeldungen zu geben.[15] Ebenfalls im Oktober 2013 kündigte Nvidia eine enge Zusammenarbeit bezüglich ihrer GameWorks-Library mit Valve an,[16] die Nvidia-Technologien wie PhysX, OptiX, VisualFX und andere unter SteamOS zur Verfügung stellen wird.

Am 11. Dezember 2013 kündigte Valve an, dass die Prototypen der Steam Machines am 13. Dezember verschickt werden und SteamOS gleichzeitig zum Download freigegeben wird.[17]

Der offizielle Release der mit SteamOS betriebenen Steam Machines war am 10. November 2015.[18] Seit 2019 gibt es für das Betriebssystem in der Version 2.195 keine Updates mehr, es steht jedoch nach wie vor zum Download bereit.

Auf der tragbaren Konsole Steam Deck kommt das auf Arch Linux und KDE Plasma basierte SteamOS 3.0 zum Einsatz. Dieses ist über den sogenannten „Desktop Modus“ auch als gewöhnlicher Desktop-PCs nutzbar. Vom Rolling-Release-Modell verspricht sich Valve schnellere Updates, insbesondere bei Gerätetreibern und Grafik-APIs.[19]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://steamcommunity.com/groups/steamuniverse/discussions/1/1640915206447555580/
  2. SteamOS Download Alchemist-Version offiziell nur für Nvidia und UEFI – Meldung bei Golem.de, vom 14. Dezember 2013, abgerufen am 14. Dezember 2013.
  3. Valves Spiele-Linux SteamOS steht zum Download bereit – Meldung bei Heise online, vom 14. Dezember 2013, abgerufen am 14. Dezember 2013.
  4. SteamOS: Valve-Betriebssystem ab dem 13. Dezember 2013 – Meldung bei Golem.de. 12. Dezember 2013, abgerufen am 13. Dezember 2013.
  5. Tyler Wilde: The pros and cons of SteamOS. In: PC Gamer. 24. September 2013, abgerufen am 28. September 2013.
  6. Dave Lee: Valve announces SteamOS as it renews living room push. In: BBC. 23. September 2013, abgerufen am 28. September 2013.
  7. Eddie Makuch: Valve reveals Steam Machines. (Nicht mehr online verfügbar.) In: GameSpot. 25. September 2013, archiviert vom Original am 30. September 2013; abgerufen am 30. September 2013.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/uk.gamespot.com
  8. Liane M. Dubowy: Spiel-Linux. SteamOS GNU/Linux 1.0 „Alchemist“. In: c’t 2/2014. Verlag Heinz Heise, Januar 2014, S. 16–17, abgerufen am 9. Januar 2014.
  9. Sam Machkovech: A brief tour of the Steam Deck’s Linux implementation. 25. Februar 2022, abgerufen am 1. Juni 2022 (amerikanisches Englisch).
  10. Perry Vandell: Gabe Newell: “Linux and open source are the future of gaming”. In: PC Gamer. 16. September 2013, abgerufen am 25. September 2013.
  11. Tyler Wilde: Three big Valve announcements coming next week, probably a Linux-based Steam Box. In: PC Gamer. 20. September 2013, abgerufen am 25. September 2013.
  12. The Steam Universe is Expanding in 2014. Abgerufen am 25. September 2013.
  13. Eddie Makuch: Valve reveals SteamOS. (Nicht mehr online verfügbar.) In: GameSpot. 23. September 2013, archiviert vom Original am 26. September 2013; abgerufen am 25. September 2013.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/uk.gamespot.com
  14. SteamOS announced by Valve, a free operating system “available soon” for living room PCs. In: PC Gamer. 23. September 2013, abgerufen am 25. September 2013.
  15. Jeffrey Grubb: Valve announces Steam Dev Days to give studios access to Steam OS, Steam Machines, and Steam Controller. In: Venture Beat. 10. Oktober 2013, abgerufen am 18. Oktober 2013.
  16. Nvidia announces Gameworks Program at Montreal 2013; supports SteamOS. NVIDIA, 2013, abgerufen am 29. Oktober 2013.
  17. Steam Machines and Steam Controller shipping December 13th. In Steam Universe. 11. Dezember 2013. Abgerufen am 12. Dezember 2013.
  18. Rob Crossley: First Three Steam Machines Released, Prices and Specs Detailed. In: GameSpot. 11. November 2015, abgerufen am 2. Oktober 2016.
  19. Sven Bauduin: SteamOS 3.0: Valve macht seine Gaming-Distribution frei verfügbar. ComputerBase, 15. November 2021, abgerufen am 12. Januar 2022.