Stecker-Typ L

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Typ-L-Stecker und -Steckdose, 10-A-Variante
16-Ampere- und 10-Ampere-Stecker

Ein Stecker-Typ L ist ein Stecker mit drei Kontaktstiften.

Aufbau, Spannung und Strom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es existieren zwei Varianten des Stecksystems. Beide Varianten besitzen zwei runde Kontaktstifte für Außenleiter und Neutralleiter, deren Schaft isoliert ist. In der Mitte ist ein weiterer, gleich langer, aber nicht isolierter Kontaktstift für den Schutzleiter. Ein Schutzkragen um die Steckdose ist nicht vorgesehen. Kupplungen an Verlängerungskabeln und Steckerleisten sind daher durch einen mechanischen Schutz gegen einpoliges Einführen von Steckern gesichert. Das System wird üblicherweise mit 220–230 V Wechselspannung, 50 Hertz benutzt.

10-Ampere-Stecker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Variante 1 beträgt der Abstand der äußeren Pins 19 mm, der Erdungspin liegt in der Mitte. Die Stifte sind 4,5 mm dick. Die äußeren Stifte verfügen über einen Berührungsschutz. Die maximale Stromstärke für Variante 1 beträgt 10 A. Der Eurostecker wurde so entworfen, dass er in Steckdosen der Variante 1 passt.

16-Ampere-Stecker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Variante 2 ist für Ströme bis zu 16 A ausgelegt und zeichnet sich durch 5,1 mm dicke Kontaktstifte aus, der Abstand der äußeren Stifte beträgt jedoch 26 mm (ca. 1 inch). Das bedeutet, dass die beiden Varianten zueinander inkompatibel sind. Der Erdungsstift liegt wieder zwischen den stromleitenden Stiften.

Kompatibilität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1. Kombisteckdose 10 A/16 A
2. Typ L und Schuko
für Stecker Typ A (aber 230 V!), Typ F (Schuko) und Typ L 10/16 A

Steckdosen für 10 Ampere können Eurostecker aufnehmen, nicht jedoch Konturenstecker, Schukostecker oder Typ-E-Stecker, da diese dickere Stifte haben.

Steckdosen für 16 Ampere können auch keinen Konturenstecker, Schuko-Stecker oder 2P+T-Stecker (Stecker-Typ E) aufnehmen – zwar stimmt die Stiftstärke, aber der Abstand ist zu groß.

In Steckdosen für 10 Ampere passen auch Gost-7396-Stecker mit dünneren Kontaktstiften. In diesen Fällen ist aber die Schutzleiterfunktion nicht mehr gegeben, so dass diese Benutzung ein Sicherheitsrisiko darstellt. Korrekterweise muss in diesem Fall ein Zwischenstecker verwendet werden.

Neuere Steckdosen können jedoch neben Typ-L-Steckern (10 A und 16 A) auch Schukostecker und verschiedene andere Stecker aufnehmen.

Sicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verpolungssicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stecker vom Typ L sind nicht verpolungssicher. Damit ist beim Anschluss von Steckern die Lage des Außenleiters und des Neutralleiters nicht fest vorgegeben, was zu Sicherheitsrisiken bei bestimmten Verbrauchern führen kann. Beispielsweise kann es vorkommen, dass der Außenleiter statt mit dem Fußpunkt einer Glühlampe mit der leichter zu berührenden Schraubfassung verbunden ist.

Fingersicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schutzkragen um Steckdosen sind nicht vorgesehen. Fingersicherheit wird dadurch erreicht, dass die Kontaktstifte generell mit einem isolierten Schaft versehen sind.

Das einpolige Einführen von Steckern in Kupplungen wird – sofern die Bauweise der Kupplung dies nicht ohnehin verhindert – durch Schutzklappen erreicht, die sich nur öffnen, wenn in beide Öffnungen ein Stift eingeführt wird.

Vorauseilender Schutzleiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein vorauseilender Schutzleiter, der beim Einstecken vor den spannungsführenden Leitern Kontakt bekommt, ist zwar theoretisch durch entsprechende Anordnung der Kontaktfedern möglich, aber von der Norm nicht ausdrücklich vorgesehen und folglich nicht überall umgesetzt.

Mechanische Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die schmale Bauform der Stecker, die vergleichsweise große Tiefe und das Fehlen eines Schutzkragens ist ein sicherer Halt des Steckers in der Dose insbesondere bei Variante 1 nicht immer gewährleistet. Zwar verhindert der fingersichere Aufbau der Stecker ein versehentliches Berühren von spannungsführenden Teilen, eine einwandfreie Kontaktierung kann damit jedoch speziell bei abgenutzten Steckdosen nicht gewährleistet werden.

Elektrische Belastbarkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Feinsicherungen in den Steckern sind nicht vorgesehen, so dass der einzige Schutz gegen elektrische Überlastung von Steckverbindungen die Sicherung der Hausinstallation ist.

In Kombinationsteckdosen, die Version 1 (10 A) und Version 2 (16 A) aufnehmen können, werden meist beide Kontakte parallel geschaltet, so dass eine getrennte Absicherung für 10 A und 16 A nicht möglich ist.

Kindersicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kupplungen an Verlängerungskabeln und Steckerleisten sind mit Schutzvorrichtungen ausgestattet, die hauptsächlich ein einpoliges Einführen von Steckern verhindern sollen, aber ebenso Schutz gegen das Einführen von Gegenständen in eine einzelne Öffnung bietet. An Wandsteckdosen fehlte früher diese Vorrichtung oftmals, neuere Wandsteckdosen verfügen jedoch ebenfalls über diesen Schutz.

Kompatibilität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele Steckersysteme sind mit dem Ziel entwickelt worden, inkompatibel zu allen anderen (und von den Entwicklern des neuen Systems meist als unsicher angesehenen) Systemen zu sein; echter Schutz lässt sich auf diesem Weg aber nicht erreichen. Oft beantwortet die Industrie solche Inkompatibilitäten mit Lösungen, die – zwangsläufig oder potenziell  – noch unsicherer sind als das „alte“ System.

Im Fall des Typ L können Gost-7396-Stecker, die vor allem in Osteuropa und Spanien zu finden sind, sowie einige Stecker des französischen 2P+T-Systems in Kupplungen eingeführt werden, die für Stecker der Variante 1 vorgesehen sind. Dabei werden zwar die spannungsführenden Kontakte verbunden, so dass ein angeschlossenes Gerät funktioniert, nicht jedoch der Schutzleiter.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]