Stefan Denifl

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Stefan Denifl Straßenradsport
Stefan Denifl beim Critérium du Dauphiné (2011)
Stefan Denifl beim Critérium du Dauphiné (2011)
Zur Person
Geburtsdatum 20. September 1987 (30 Jahre)
Nation OsterreichÖsterreich Österreich
Disziplin Straße
Zum Team
Aktuelles Team Aqua Blue Sport
Funktion Fahrer
Verein(e)
Team ÖAMTC Recheis Lattella
Team(s)
2007
2008–2009
2010
2011
2012
2013–2016
2017
Team Vorarlberg
Elk Haus-Simplon
Cervélo TestTeam
Leopard Trek
Vacansoleil-DCM
IAM Cycling
Aqua Blue Sport
Wichtigste Erfolge

Gesamtwertung Österreich-Rundfahrt 2017
eine Etappe Vuelta a España 2017

Infobox zuletzt aktualisiert: 6. September 2017

Stefan Denifl (* 20. September 1987 in Fulpmes, Tirol) ist ein österreichischer Radrennfahrer. Er gewann die Gesamtwertung der Österreich-Rundfahrt 2017 und eine Etappe der Vuelta a España 2017.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seinen ersten Vertrag bei einem internationalen Radsportteam erhielt Denifl für das Jahr 2006 beim Professional Continental Team Vorarlberg. Von 2007 bis 2009 fuhr er für das Elk Haus-Simplon und wurde im Jahr 2008 Österreichischer Meister im Einzelzeitfahren. 2010 wechselte Denifl zum Cervélo Test Team und konnte einige vordere Platzierungen bei internationalen Rennen wie der Vuelta a Castilla y León, sowie bei der Bayern-Rundfahrt und der Österreich-Radrundfahrt verbuchen.

Zu Beginn der Saison 2011 wechselte Stefan Denifl zum luxemburgischen Team Leopard Trek und damit erstmals für ein UCI ProTeam.[1] Seine Teilnahme an der Tour of California im Mai wurde von einem dramatischen Sturz auf der fünften Etappe von Seaside nach Paso Robles überschattet, wobei Denifl, nachdem er gemeinsam mit Ex-Weltmeister Óscar Freire als Ausreißer in aussichtsreicher Position lag, unglücklich zu Fall kam und beinahe mit einem nachfahrenden Teamfahrzeug kollidierte wäre.[2] Seine stärksten Leistungen im Trikot der von Leopard Trek zeigte er beim den schweren UCI ProTour-Eintagesrennen Grand Prix Cycliste de Montréal sowie beim Grand Prix de Wallonie, die er auf den Plätzen fünf bzw. neun beenden konnte.

2012 wechselte Denifl zum niederländischen Team Vacansoleil-DCM. Für das neue Team absolvierte er 2012 erstmals den Giro d’Italia und erzielte ein Top-Ten Ergebnis bei der Tour du Limousin. Bei der UCI Straßen-Weltmeisterschaft in Valkenburg belegte er den 22. Rang.

Zur Saison 2013 wurde Denifl Teil des neugegründeten IAM Cycling Team.[3] Seine größten Erfolge für das in der Schweiz ansässige Team konnte er 2013 mit dem fünften Gesamtrang beim Circuit Cycliste Sarthe sowie mit dem Gewinn der Bergwertung bei der Bayern-Rundfahrt einfahren. Die österreichischen Staatsmeisterschaften auf der Straße beendete er auf dem zweiten Rang hinter Riccardo Zoidl.

In der Frühjahrssaison 2014 belegte Stefan Denifl im März den siebten Gesamtrang bei Paris–Nizza. Im April belegte er beim Klassiker Lüttich–Bastogne–Lüttich den 20. Rang. Anschließend zwangen ihn Knieprobleme zu einer Verletzungspause bis 2015.[4] Sein Comeback feierte Denifl am 13. Mai 2015 Stefan Denifl bei der Bayern-Rundfahrt. Bei deranschließenden Tour de Suisse 2015 belegte er auf der Königsetappe mit Ziel Sölden/Rettenbachferner den neunten Rang und gewann die Bergwertung der Rundfahrt.

Stefan Denifl als Gesamtsieger der Österreich-Rundfahrt bei der Siegerehrung in Wels (Juli 2017)

Denifl vertrat sein Land bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro, gab das Rennen aber nach mehreren Defekten auf.[5]

Da das Schweizer IAM-Team mit Saisonende 2016 aufgelöst wurde, wechselte Stefan Denifl zur Saison 2017 gemeinsam mit seine Teamkollegen Leigh Howard und Larry Warbasse zum neugegründeten irischen Team Aqua Blue Sport.[6]

Mit dem Gesamtsieg der Österreich-Rundfahrt 2017 gelang Denifl sein bis daher größter Erfolg. Er übernahm als Etappenzweiter der vierten Etappe mit Bergankunft am Kitzbüheler Horn knapp hinter dem kolumbianischen Kletterspezialisten Miguel Ángel López das Gelbe Trikot[7] und verteidigte die Gesamtführung gegen dessen Attacken auf der fünften Etappe, die u.a. über den Felbertauern und den Großglockner führte.[8]

Bei der Vuelta a España 2017 entschied Denifl die 17. Etappe mit einer extrem steilen Bergankunft für als zunächst Letzter einer frühen Ausreißergruppe sich. Das war der erste Etappensieg eines Österreichers bei der Spanien-Rundfahrt seit 82 Jahren.[9] Zuletzt war dies 1935 dem zweifachen österreichischen Straßenmeister Max Bulla gelungen. Zudem war es der erste Etappensieg für das irische Team Aqua Blue Sport bei einer der drei großen Rundfahrten.[10]

Sportliche Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2004
2005
  • MaillotAustria.PNG Österreichischer Meister – Straßenrennen (Junioren)
  • MaillotAustria.PNG Österreichischer Meister – Berg (Junioren)
  • MaillotAustria.PNG Österreichischer Meister – Paarzeitfahren (Junioren)
  • Gesamtsieg Österreich-Cup (Junioren)
2006
  • MaillotAustria.PNG Österreichischer Meister – Einzelzeitfahren (U23)
2007
  • MaillotAustria.PNG Österreichischer Meister – Einzelzeitfahren (U23)
  • MaillotAustria.PNG Österreichischer Meister – Straße (U23)
2008
2009
2013
2015
2017

Grand Tours-Platzierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grand Tour 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
Pink jersey Giro d’Italia - - 75 - - - 52 -
Yellow jersey Tour de France - - - - - - - -
red jersey Vuelta a España DNF - - - - - - 58

Persönliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stefan Denifl lebt in Fulpmes und kommt aus einer Radsportfamilie. Sein Vater Ernst vertrat Österreich als Mountainbiker an den XXVI. Olympischen Sommerspielen 1996 in Atlanta.[11]

Denifl ist verheiratet und hat mit seiner Frau einen Sohn namens Xaver, der gut zwei Wochen nach seinem Gesamtsieg bei der Österreich-Rundfahrt 2017 geboren wurde.[12]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Radsport: Stefan Denifl wird Helfer der Schleck-Brüder. diepresse.com, , abgerufen am 19. Dezember 2013.
  2. Denifl escapes with only cuts and bruises after dramatic crash on stage five. cyclingnews.com, 21. Mai 2011, abgerufen am 19. Dezember 2014 (englisch).
  3. Denifl und Brändle bei neuem Schweizer Team IAM. kurier.at, 20. September 2012, abgerufen am 19. Dezember 2014.
  4. Tiroler Tageszeitung Online: Kampfgeist statt Karriereende. In: tt.com. Abgerufen am 6. September 2017.
  5. Gold für Belgien in grenzwertigem Straßenrennen. In: derstandard.at. 6. August 2016, abgerufen am 6. September 2017.
  6. http://www.laola1.at/de/red/sport-mix/radsport/continental-circuit/news/denifl-unterschreibt-bei-aqua-blue-sport/
  7. Lopez siegt solo am Kitzbüheler Horn, Denifl im Gelben Trikot. In: radsport-news.com. 6. Juli 2017, abgerufen am 6. September 2017.
  8. – Zoidl verpasst Heimcoup, Denifl vor Gesamtsieg. In: radsport-news.com. 7. Juli 2017, abgerufen am 6. September 2017.
  9. Vuelta a España 2017: Denifl gewinnt spektakuläre Bergetappe vor Contador, Froome bleibt in Rot. In: eurosport.de. 9. Juni 2017, abgerufen am 6. September 2017.
  10. Niall Kelly: Historic day for Irish cycling as Aqua Blue win stage at La Vuelta. In: the42.ie. 6. September 2017, abgerufen am 6. September 2017 (englisch).
  11. Olympia bleibt in der Familie Denifl. tt.com, abgerufen am 9. Juli 2017.
  12. Denifl ist endlich auf der Sonnenseite des Radsports. radsport-news.com, 6. September 2017, abgerufen am 9. September 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stefan Denifl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien