Stefan Kretzschmar

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Stefan Kretzschmar
Stefan Kretzschmar

Stefan Kretzschmar (2010)

Spielerinformationen
Spitzname „Kretzsche, Kretsche“
Geburtstag 17. Februar 1973
Geburtsort Leipzig, DDR
Staatsbürgerschaft DeutscherDeutscher Deutsch
Körpergröße 1,90 m
Spielposition Linksaußen
Wurfhand rechts
Vereine in der Jugend
  von – bis Verein
1979–1985 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR
1985–1991 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR SC Dynamo Berlin
Vereine als Aktiver
  von – bis Verein
1991–1993 DeutschlandDeutschland SV Blau-Weiß Spandau
1993–1996 DeutschlandDeutschland VfL Gummersbach
1996–2007 DeutschlandDeutschland SC Magdeburg
Nationalmannschaft
Debüt am 8. Oktober 1993
            gegen SchweizSchweiz Schweiz
  Spiele (Tore)
DeutschlandDeutschland Deutschland 218 (821)[1]
Vereine als Trainer
  von – bis Verein
5/2013–5/2013 DeutschlandDeutschland SC DHfK Leipzig (Co-Trainer)

Stand: 12. Oktober 2014

Stefan Kretzschmar (* 17. Februar 1973 in Leipzig), Sohn von Waltraud Kretzschmar und Peter Kretzschmar, ist ein Handballfunktionär, Handballtrainer und ehemaliger deutscher Handballspieler.

Sportliche Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Alter von sechs Jahren begann Stefan Kretzschmar Handball zu spielen. Mit zwölf Jahren kam er ins Trainingszentrum Berlin und wechselte später in die Kinder- und Jugendsportschule des SC Dynamo Berlin, in der sein Trainer Ulrich Fietkorn ihn auf die Linksaußen-Position stellte. Zwei Jahre später gewann er mit dem SC Dynamo Berlin die Jugendmeisterschaft der DDR und wurde Spieler der Jugendauswahl des Deutschen Handball-Verbandes. 1989 wurde Kretzschmar Spieler der A-Jugend und später auch der Junioren-Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB).

In der Saison 1991/92 wurde er Stammspieler im Bundesligateam der SV Blau-Weiß Spandau, welche kurz zuvor mit dem SC Dynamo Berlin fusionierte. Mit 125 Toren war er der erfolgreichste Torschütze seines Vereins und sechstbester Werfer der Bundesliga Gruppe Nord. 1993 wechselte Kretzschmar zum VfL Gummersbach (Trainer Heiner Brand).

Am 8. Oktober 1993 gab er sein Debüt in der Deutschen Nationalmannschaft gegen die Schweiz (25:21) unter Bundestrainer Arno Ehret. In der Saison 1993/94 war er mit 142 Toren erfolgreichster Werfer seines Vereins. Außerdem wurde er 1994 erstmals zum Deutschen Handballer des Jahres gewählt. Im selben Jahr nahm er mit der Nationalmannschaft an der Europameisterschaft in Portugal teil (9. Platz) und wurde anschließend ins „All-Star-Team“ (Weltauswahl) gewählt.

Im Jahr 1995 wurde er zum zweiten Mal Deutscher Handballer des Jahres und wiederum erfolgreichster Werfer seines Vereins (141 Tore). 1996 nahm er mit der Nationalmannschaft an den Olympischen Spielen in Atlanta teil und wurde im selben Jahr durch den neuen Bundestrainer Heiner Brand aufgrund von Unstimmigkeiten aus dem Nationalteam geworfen.

Am 1. Juli 1996 wechselte Kretzschmar zum SC Magdeburg und gewann mit diesem Verein 1996 den deutschen Supercup. Am 31. Oktober 1997 hatte er gegen Norwegen sein Comeback in der Nationalmannschaft unter Trainer Heiner Brand. 1998 nahm er mit der Nationalmannschaft an der Europameisterschaft in Italien teil (3. Platz). In Schweden gewann er ein Jahr später mit der Nationalmannschaft den Weltcup und wurde anschließend erneut ins „All-Star-Team“ gewählt. Außerdem gewann er mit dem SC Magdeburg in diesem Jahr zum ersten Mal den EHF-Cup und nahm an der Weltmeisterschaft in Ägypten teil (5. Platz). 1999 nahm er mit der Nationalmannschaft am Supercup in Berlin (5. Platz) und mit dem SC Magdeburg an der Club-Europameisterschaft in Magdeburg (2. Platz), bei der er zum besten Spieler des Turniers gewählt wurde, teil.

Bei der Wahl zum „Spieler des Jahres 2000“ belegte er hinter Daniel Stephan den zweiten Platz. Im Jahr 2000 nahm er mit der Nationalmannschaft an der Europameisterschaft in Kroatien teil (9. Platz) und war der einzige deutsche Spieler in der Europa-Auswahl-Mannschaft im Spiel gegen Slowenien. Außerdem nahm er im selben Jahr mit der Nationalmannschaft an den Olympischen Spielen in Sydney (5. Platz) und ein Jahr später an der Weltmeisterschaft in Frankreich (8. Platz) teil. Im Jahr 2001 wurde Kretzschmar mit dem SC Magdeburg Gewinner des EHF-Cups und Deutscher Meister der Saison 2000/01. Außerdem gewann er in diesem Jahr den deutschen Supercup und die Vereins-EM mit dem SC Magdeburg und mit der Nationalmannschaft den Supercup in Riesa. 2002 nahm er an der Europameisterschaft in Schweden (2. Platz) teil und belegte mit dem SC Magdeburg den 2. Platz des DHB-Pokals.

Am 27. April 2002 gewann er mit dem SC Magdeburg als erste deutsche Mannschaft die EHF Champions League und 6 Monate später die Club-Europameisterschaft. Im November 2002 nahm er mit der Nationalmannschaft am Worldcup in Schweden (3. Platz) teil und 2003 an der Weltmeisterschaft in Portugal (2. Platz), wo er sich im Halbfinale gegen Frankreich einen Kleinfingerbruch zuzog und für einen Monat ausfiel. Im November 2003 nahm er mit der Nationalmannschaft am Supercup in Leipzig/Riesa teil und wurde zum Spieler des Jahres in Sachsen-Anhalt gewählt. Aufgrund einer Operation musste Kretzschmar seine Teilnahme an der Europameisterschaft 2004 in Slowenien absagen, bei der Deutschland Europameister wurde. Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen wollte er dann die Goldmedaille als Ersatz für die entgangene EM-Goldmedaille gewinnen. Die Mannschaft präsentierte sich kämpferisch und spielerisch hervorragend und erreichte das Finale. Dort unterlagen sie Kroatien und Kretzschmar gewann die Silbermedaille.

Daraufhin trat er neben einigen anderen Spitzenspielern von der Nationalmannschaft zurück, für die er 218 Länderspiele absolvierte und 821 Tore erzielte. Die Süddeutsche Zeitung schrieb damals vom Ende der Goldenen Generation.

Am 29. April 2007 holte er mit dem SCM zum dritten Mal den EHF-Pokal. Zur Saison 2006/07 beendete er seine aktive Laufbahn. In 421 Bundesligaspielen konnte er 1694 Treffer erzielen.[2] Nach seinem Karriereende am 30. Juni 2007 wurde er am 1. Juli 2007 Sportdirektor beim SC Magdeburg. Am 31. August 2009 beendete Kretzschmar seine Tätigkeit beim SCM.[3]

Seit dem 1. Dezember 2009 arbeitet Stefan Kretzschmar ehrenamtlich im Aufsichtsrat der SC DHfK Leipzig Handball Verwaltung GmbH.[4] Im Mai 2013 war er außerdem an der Seite von Michael Biegler als Trainer beim SC DHfK Leipzig tätig.[5][6]

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die tätowierten Beine von Stefan Kretzschmar

Auf MTV Central moderierte er von September 1999 bis Dezember 2001 die Sendung MTV Sushi, eine Sendung, die sich um alternative Musik drehte. Von Januar 2005 bis Mai 2005 moderierte er gemeinsam mit Tommi Schminke die MorningShow auf Radio Brocken.

Von Februar 2005 bis Juli 2008 war Kretzschmar im Werbespot als nervöser Rechtsanwaltsklient für die Advocard Rechtsschutzversicherung zu sehen. Von April bis Juni 2005 war er neben vielen anderen Leistungssportlern in dem 40-Jahre-Jubiläums-TV-Spot von Nutella zu sehen.

Im Januar 2007 hatte sich Kretzschmar für PETA unter dem Motto „Ink – not Mink!“ („Tinte – nicht Nerz“) für eine Anti-Pelz-Kampagne fotografieren lassen. Unbekleidet, aber mit zahlreichen Tätowierungen versehen, protestierte er damit gegen die Verwendung von Pelzen.

Während der Handball-EM 2006 analysierte er erstmals zusammen mit Johannes Krause die Spiele der deutschen Nationalmannschaft für die ARD. Auch bei der WM 2007, der EM 2008, der EM 2016 und der WM 2011 war er als Co-Kommentator von Gerhard Delling tätig.

Auf dem Cover des PC-Spiels „Heimspiel – Handballmanager 2008“ ist er ebenfalls zu sehen.

Am 1. Mai 2008 und am 20. April 2010 nahm er an der TV total PokerStars.de Nacht teil, bei der er jeweils den zweiten Platz belegte.

Im Oktober 2008 ist Kretzschmars Biographie unter dem Titel Anders als erwartet erschienen.

Am 27. März 2009 trat Kretzschmar als Prominenter in der TV-Sendung Schlag den Star auf, wobei er knapp gegen den Kandidaten verlor.

Seit dem 1. September 2009 arbeitet er als Handball-Experte für Sport1.[3]

In der am 1. Dezember 2011 erschienenen deutschen Kino-Filmkomödie Kein Sex ist auch keine Lösung war Stefan Kretzschmar in der Rolle von Elisas Bruder Leon zu sehen.

Am 24. März 2012 moderierte er zusammen mit Johanna Klum Elton vs. Simon – die Liveshow.

In der am 7. Februar 2013 erschienenen Kino-Filmkomödie Kokowääh 2 ist Kretzschmar als er selbst zu sehen.[7]

Im März 2016 trat er in der zweiten Folge als Kandidat der Spielshow Teamwork – Spiel mit deinem Star bei ProSieben auf.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Vater, Peter Kretzschmar, ist 66-facher DDR-Nationalspieler (Feldhandball) und war Handballtrainer der Frauen-Handballnationalmannschaft der DDR. Seine Mutter, Waltraud Kretzschmar, wurde von Peter Kretzschmar trainiert, sie ist 217-fache DDR-Nationalspielerin und wurde 1971, 1975 und 1978 Weltmeisterin sowie 1976 Vize-Olympiasiegerin mit der DDR-Auswahl.

1998 heiratete Stefan Kretzschmar die Kubanerin Maria Linares, mit der er eine Tochter hat (* 2000). 2000 trennte er sich und ließ sich 2003 scheiden. In den Jahren 2000 bis 2004 war er mit der Schwimmerin Franziska van Almsick liiert. Danach war er bis Mitte Sommer 2005 mit einer Österreicherin zusammen.[8] Seit 2007 lebt er wieder mit seiner früheren kubanischen Ehefrau zusammen.[9] Am 11. April 2008 kam ihr gemeinsamer Sohn zur Welt. Im Juni 2009 heiratete das Paar erneut. Danach erfolgte eine erneute Trennung.[10]

Seine Tochter Lucie-Marie spielt ebenfalls Handball und gehört dem Kader der deutschen Jugend-Nationalmannschaft an.[11][12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stefan Kretzschmar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stefan Kretzschmar im Munzinger-Archiv, abgerufen am 26. März 2014 (Artikelanfang frei abrufbar)
  2. Handball im Norden, Herausgeber: Flensborg Avis AG, Ausgabe: 30. August 2007
  3. a b handball-world.com: Stefan Kretzschmar steigt beim DSF ein
  4. Handballstar Stefan Kretzschmar engagiert sich beim SC DHfK
  5. Stefan Kretzschmar als Co-Trainer beim SC DHfK Leipzig auf handball-world.com vom 8. Mai 2013, abgerufen am 9. Mai 2013
  6. SC DHfK Leipzig auf Trainersuche – Liljestrand im Blick auf handball-world.com vom 17. Mai 2013, abgerufen am 26. März 2014
  7. bild.de: Kretzsche jetzt auch Kino-Star, 29. Januar 2013, abgerufen am 31. Januar 2013
  8. Kretzschmars Neue ist Österreicherin
  9. welt.de: Stefan Kretzschmar kehrt zur Ex-Frau zurück, abgerufen am 12. Oktober 2014
  10. Wer wird Millonär- Prominenten-Special vom 6. Juni 2016
  11. sport1.de: Kretzschmar-Tochter überzeugt, abgerufen am 12. Oktober 2014
  12. dhb.de: Kader 1998/99, abgerufen am 12. Oktober 2014