Stefan Löfven

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Stefan Löfven (2013) Stefan Löfven autograph.png
Stefan Löfven (September 2014)

Kjell Stefan Löfven (* 21. Juli 1957 in Hägersten, Stockholm)[1] ist ein schwedischer Politiker, seit 2012 Vorsitzender der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Schwedens (SAP) und seit dem 3. Oktober 2014 schwedischer Ministerpräsident.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Löfven kam zehn Monate nach seiner Geburt als Pflegekind zu einer Arbeiterfamilie. Der gelernte Facharbeiter für Schweißtechnik hatte in Sollefteå sein Abitur gemacht, bevor er einen knapp einjährigen Schweißkurs in Kramfors absolvierte. Löfven studierte Sozialarbeit an der Universität Umeå, gab aber das Studium nach anderthalb Jahren auf.

Löfven führte von 2006 bis 2012 die IF Metall, eine der größten Gewerkschaften des Landes.[2] Damit gehörte er auch dem Führungsgremium der Arbeiterpartei an, ohne zuvor eine Parteikarriere durchlaufen zu haben.

Am 27. Januar 2012 wurde er vom Präsidium zum Parteivorsitzenden gewählt, ein Parteitag bestätigte die Wahl am 4. April 2013. Als Parteichef der Sozialdemokraten führte er die Opposition im Reichstag an.

Bei der Reichstagswahl am 14. September 2014 trat er als Spitzenkandidat der rot-grünen Parteien an.[3] Zu diesem Zeitpunkt verfügte er weder als Minister noch auf internationaler Bühne über Erfahrungen.[4]

Tätigkeit als Ministerpräsident[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 2. Oktober 2014 gewann er eine Vertrauensabstimmung im Parlament und trat damit am folgenden Tag die Nachfolge von Fredrik Reinfeldt als Ministerpräsident an.[5] Obgleich die rot-grüne Regierung Löfven über keine Mehrheit verfügt, wurde die Wahl möglich, weil sich sowohl die bürgerliche Opposition als auch die sozialistische Linkspartei der Stimme enthielt. Nachdem der Haushaltsentwurf der Regierung am 3. Dezember 2014 gescheitert war, weil die Oppositionsparteien gegen diesen Entwurf mehr Stimmen als die Regierung erreichten, kündigte Löfven Neuwahlen zum 22. März 2015 an.[6] Auf einer Pressekonferenz gab Löfven am 27. Dezember 2014 bekannt, dass in einem "Dezemberabkommen" der rot-grünen Minderheitsregierung mit den vier Oppositionsparteien der Bürgerlichen Allianz vereinbart wurde, dass diese bei der nächsten Abstimmung über das Budget 2015 den Vorschlag der Regierung nicht ablehnen werden. Die bereits angekündigten, aber offiziell erst am 29. Dezember 2014, also drei Monate nach der ersten Sitzung des neu gewählten Reichstags auszurufenden Neuwahlen fanden daher nicht statt.[7] Die vier Parteien der Bürgerlichen Allianz sagten sich allerdings am 9. Oktober 2015 vom Dezemberabkommen los, nachdem die Christdemokraten auf ihrem Parteitag einen entsprechenden Beschluss gefasst hatten.[8]

Löfven ist verheiratet und kinderlos.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stefan Löfven – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Stefan Löfven: Sie ist die Liebe meines Lebens. Expressen, 27. Dezember 2013; abgerufen am 15. September 2014 (schwedisch).
  2. Stefan Löfven: Ein Schweißer für Schweden. Salzburger Nachrichten, 14. September 2014; abgerufen am 15. September 2014.
  3. Die Zeiten der stabilen Mitte sind vorbei. Die Zeit, 13. September 2014; abgerufen am 15. September 2014.
  4. Schweden vor dem Machtwechsel. Deutsche Welle, 14. September 2014; abgerufen am 15. September 2014.
  5. Schweden hat einen neuen Regierungschef. Handelsblatt, 2. Oktober 2014; abgerufen am 2. Oktober 2014.
  6. Schwedens Ministerpräsident kündigt Neuwahlen an. In: Zeit Online. 3. Dezember 2014; abgerufen am 3. Dezember 2014: „Die Koalition ist gescheitert, eine neue Regierung soll am 22. März gewählt werden. […] Die Neuwahl kann offiziell erst am 29. Dezember, drei Monate nach der letzten Parlamentswahl, ausgerufen werden.“
  7. Neuwahlen in Schweden abgesagt. Der Standard, 27. Dezember 2014; abgerufen am 27. Dezember 2014.
  8. Dezemberabkommen ist aufgehoben. Sveriges Television, 9. Oktober 2015; abgerufen am 9. Oktober 2015 (schwedisch).