Stefan Müller (Politiker, 1975)

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Stefan Müller (2017)

Stefan Müller (* 3. September 1975 in Neustadt an der Aisch) ist ein deutscher Politiker (CSU) und Bankfachwirt. Von Oktober 2009 bis Dezember 2013 und erneut seit Oktober 2017 ist er parlamentarischer Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag. Seit 2002 ist Müller Mitglied des Deutschen Bundestages.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Mittleren Reife 1992 an der Staatlichen Realschule Herzogenaurach absolvierte Müller bis 1995 eine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Dresdner Bank in Erlangen. Anschließend leistete er seinen Wehrdienst ab und kehrte 1996 als Kundenberater zur Dresdner Bank zurück. Eine berufsbegleitende Weiterbildung an der Bankakademie beendete Müller 1998 mit der Berufsbezeichnung Bankfachwirt (IHK). Von 1997 bis 2002 war er bei der Raiffeisenbank Seebachgrund eG, zuletzt als Privatkundenbetreuer, tätig.

Parteilaufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Müller trat als Schüler 1990 in die Junge Union (JU) und 1991 auch in die CSU ein. Er war von 1992 bis 1995 Bezirksvorsitzender der Schüler Union in Mittelfranken und von 1995 bis 2002 Vorsitzender des JU-Kreisverbandes Erlangen-Höchstadt. Von Juli 2003 bis November 2007 war er stellvertretender Landesvorsitzender der JU Bayern. Auf der Landesversammlung am 24. November 2007 wurde er als Nachfolger Manfred Webers zum Landesvorsitzenden gewählt. 2009 wurde er in diesem Amt wiedergewählt. Er trat 2011 nicht mehr an – möglicherweise altersbedingt. Zudem gehört Müller seit 2006 der CSU-Grundsatzkommission und seit 2008 dem Präsidium der CSU an.

Tätigkeit als Abgeordneter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Müller gehörte 1996 bis 2006 dem Gemeinderat der Gemeinde Großenseebach an, in dieser Funktion gehörte er von 1996 bis 2002 auch der Gemeinschaftsversammlung der Verwaltungsgemeinschaft Heßdorf an. Seit 2002 ist er Kreisrat des Landkreises Erlangen-Höchstadt.

Seit 2002 ist Müller Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war er von November 2005 bis März 2009 Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Ausschuss für Arbeit und Soziales und stellvertretender arbeits- und sozialpolitischer Fraktionssprecher. Von März bis Oktober 2009 war er bildungs- und forschungspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Von Oktober 2009 bis Dezember 2013 war Stefan Müller parlamentarischer Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag. Ferner war er Vorsitzender der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe und in der 18. Wahlperiode weiterhin Mitglied der Gruppe.

Stefan Müller ist stets als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Erlangen in den Bundestag eingezogen. Bei der Bundestagswahl 2005 erreichte er hier 47,4 %, 2009 45,1 %, 2013 48,5 %, 2017 42,7 % und 2021 35,1 %[1] der Erststimmen.

Die thematischen Schwerpunkte in seiner Funktion als Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung lagen in der Legislaturperiode 2013–2017 bei der beruflichen Bildung, Schlüsseltechnologien und Innovationsstrategien sowie Energie- und Klimaforschung.[2] Müller ist im 19. Deutschen Bundestag ordentliches Mitglied im Vermittlungsausschuss, im Gemeinsamen Ausschuss, sowie im Ältestenrat. Als stellvertretendes Mitglied gehört er dem Wahlausschuss, dem Sportausschuss, dem Finanzausschuss, sowie dem Ausschuss für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung an.[3]

Weitere Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Müller ist Mitglied der Europa-Union Deutschland[4] und des Kuratoriums der Stiftung Lesen.[5] Er ist zudem im Kuratorium des Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung (DIW) und stellvertretender Stiftungsvorsitzender der Deutschen Stiftung Friedensforschung (DSF).[2]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stefan Müller ist seit 2004 verheiratet und hat eine Tochter. In seiner Freizeit betreibt Müller Sport. Er nahm 2017 am Erlanger Triathlon auf der olympischen Distanz teil.[6]

Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der hohen Inflation nach dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 forderte Müller zur Entlastung der Bürger eine Aussetzung des Rundfunkbeitrages. Damit könnten die Bürger um zwei Milliarden Euro entastet werden.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Stefan Müller – Sammlung von Bildern und Videos

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gewählte in Landeslisten der Parteien in Bayern - Der Bundeswahlleiter. Abgerufen am 4. November 2021.
  2. a b Stefan Müller - BMBF. Archiviert vom Original am 29. August 2017; abgerufen am 29. August 2017.
  3. Deutscher Bundestag - Abgeordnete. Abgerufen am 12. Oktober 2020.
  4. Parlamentariergruppe im Deutschen Bundestag A - Z. In: Webseite der Europa-Union Deutschland. Abgerufen am 25. November 2020.
  5. Stiftung Lesen | Kuratorium. In: www.stiftunglesen.de. Abgerufen am 24. Mai 2016.
  6. Erlanger Triathlon Stefan Müller auf Twitter. Abgerufen am 29. August 2017.
  7. Mauritius Kloft und Frederike Holewik: Tanken statt Traumschiff? CSU will Rundfunkbeitrag aussetzen. In: t-online.de. 1. Mai 2022, abgerufen am 1. Mai 2022.