Stefan Pätzold

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Stefan Pätzold (* 1966) ist ein deutscher Historiker und Archivar.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pätzold studierte die Fächer Latein und Geschichte sowie Historische Hilfswissenschaften in Göttingen und Oxford (Worcester College). Die Promotion erfolgte 1996 in Göttingen bei Wolfgang Petke, die archivarische Staatsprüfung 1998 an der Archivschule Marburg.

Von 1999 bis 2001 war Pätzold wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für die Geschichte des Mittelalters der Universität Magdeburg (bei Matthias Springer) und von 2001 bis 2005 am Stadtarchiv Pforzheim. Seit 2005 ist er als stellvertretender Leiter des Bochumer Zentrums für Stadtgeschichte tätig.

Pätzold ist seit 2006 Lehrbeauftragter für mittelalterliche Geschichte am Lehrstuhl für die Geschichte des Spätmittelalters der Ruhr-Universität Bochum. Er ist seit 2010 ordentliches Mitglied (seit 2018 Beirat im Vorstand) der Historischen Kommission für Westfalen, der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde (seit 2013) sowie ehrenamtlicher Mitarbeiter des an der Göttinger Akademie der Wissenschaften angesiedelten Langzeitvorhabens Germania Sacra (seit 2010), für die er die Reihe der Kölner Erzbischöfe von 1100 bis 1304 behandelt. Außerdem war er von 2014 bis 2018 Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Instituts für Kirchengeschichtliche Forschung des Bistums Essen.

Wissenschaftliche Schwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schwerpunkte von Pätzolds wissenschaftlicher Arbeit liegen im Mittelalter. Bisher galt sein Interesse Themen der Quellenkunde (bes. „Hausüberlieferung“ und Amtsbücher), der Adelsforschung (die frühen Wettiner bis 1221), der Landesherrschaft der Erzbischöfe von Magdeburg (1368–1403) sowie einzelnen Städten (Magdeburg, Pforzheim, Bochum). Gegenwärtig beschäftigt er sich mit Aspekten der (Regional-) Geschichte an Rhein und Ruhr, vornehmlich der Geschichte Bochums, der Grafen von der Mark und der Erzbischöfe von Köln. Gemeinsam mit Felicitas Schmieder organisiert er seit 2015 an der Fernuniversität Hagen die „Gespräche zur Regionalgeschichte an Rhein und Ruhr“.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Autor:

  • Die frühen Wettiner. Adelsfamilie und Hausüberlieferung bis 1221 (= Geschichte und Politik in Sachsen. Bd. 6). Böhlau, Köln u. a. 1997, ISBN 3-412-08697-5 (Zugl. phil. Diss. Göttingen 1997).
  • Kleine Geschichte der Stadt Pforzheim. DRW-Verl. Weinbrenner, Braun, Leinfelden-Echterdingen 2007, ISBN 978-3-7650-8359-4.
  • mit Stefan Leenen: Die Burg Blankenstein in Hattingen (= Frühe Burgen in Westfalen. Bd. 30). Altertumskommission für Westfalen, Münster 2009.
  • Bochum. Kleine Stadtgeschichte. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2017, ISBN 978-3-7917-2929-9.

Als Herausgeber:

  • mit Uwe Grieme und Nathalie Kruppa: Bischof und Bürger. Herrschaftsbeziehungen in den Kathedralstädten des Hoch- und Spätmittelalters (= Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte. Bd. 206; = Studien zur Germania Sacra. Bd. 26). Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 2004, ISBN 3-525-35858-X.
  • Neues aus Pforzheims Mittelalter (= Materialien zur Stadtgeschichte. Bd. 19). Ubstadt-Weiher 2004.
  • Mitherausgeber: Märkisches Jahrbuch für Geschichte. Bd. 108 (2008) ff.
  • Bochum, der Hellwegraum und die Grafschaft Mark im Mittelalter. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2009, ISBN 978-3-89534-782-5.
  • mit Heinz Finger und Joachim Oepen: Christen, Priester, Förderer der Wissenschaften. Die Kölner Erzbischöfe des Mittelalters als Geistliche und Gelehrte in ihrer Zeit (= Libelli Rhenani. Bd. 55). Köln 2014, ISBN 978-3-939160-54-0.
  • mit Reimund Haas: Pro cura animarum. Mittelalterliche Pfarreien und Pfarrkirchen an Rhein und Ruhr (= Studien zur Kölner Kirchengeschichte. Bd. 43). Siegburg 2016, ISBN 978-3-87710-459-0.
  • mit Marcus Stumpf: Mittelalterliche und frühneuzeitliche Rechnungen als Quellen der landesgeschichtlichen Forschung (= Westfälische Quellen und Archivpublikationen. Bd. 30). Münster 2016, ISBN 978-3-936258-26-4.
  • mit Felicitas Schmieder: Die Grafen von der Mark. Neue Forschungen zur Sozial-, Mentalitäts- und Kulturgeschichte (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen. NF 41). Münster 2018, ISBN 978-3-402-15128-0.

Wichtigere Aufsätze:

  • Amtsbücher des Mittelalters, in: Archivalische Zeitschrift 81 (1998), S. 87–111.
  • Zur weltlichen Verwaltung des Erzstifts Magdeburg im 14. Jahrhundert, in: Archiv für Diplomatik 47/48 (2001/2002), S. 343–377.
  • Streit in der Stadt. Konflikte zwischen den Erzbischöfen und Bewohnern Magdeburgs im Spätmittelalter, in: U. Grieme, u. a. (Hgg.), Bischof und Bürger (= Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte. Bd. 206). Göttingen 2004, S. 211–241.
  • Adel – Stift – Chronik. Die Hausüberlieferung der frühen Wettiner, in: N. Kruppa (Hg.), Adlige – Stifter – Mönche (= Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte. Bd. 227). Göttingen 2007, S. 135–182.
  • Von der Fiskalkapelle zur Pfarrkirche? Vermutungen zu den frühmittelalterlichen Anfängen der Bochumer Propsteikirche, in: N. Kruppa (Hg.), Pfarreien im Mittelalter (= Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte. Bd. 238). Göttingen 2008, 155–181.
  • Zwischen archivischer Praxis und kulturgeschichtlichem Paradigma: Jüngere Ansätze der Amtsbuchforschung, in: W. Reininghaus/M. Stumpf (Hg.), Amtsbücher als Quellen der landesgeschichtlichen Forschung (= Westfälische Quellen und Archivpublikationen. Bd. 27). Münster 2012, S. 9–39.
  • "Ecclesia lege diocesana subiecta"? Zu den Beziehungen zwischen den Kölner Erzbischöfen und den Äbtissinnen des Essener Frauenstifts bis 1304, in: J. Bärsch/R. Haas (Hg.), Vom Stift Essen zum Ruhrbistum. FS H. J. Brandt (= Theologie und Hochschule. Bd. 4), Münster 2013, S. 1–25.
  • Levold konstruiert ein Adelshaus. Die Grafen von der Mark in der Chronik des Levold von Northof, in: Westfälische Zeitschrift 166 (2016), S. 27–41.
  • "Germania" – "Alemannia" – "regnum Teutonicum". Die Darstellung des ottonisch-salischen Reichs in den 'Gesta regum' des William von Malmesbury, in: Historisches Jahrbuch 136 (2016), S. 203–268.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]