Stefan Wachtel

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Stefan Wachtel (2016)

Stefan Wachtel (* 30. Juli 1960 in Worbis) ist ein deutscher Trainer für Führungskräfte sowie Buchautor und Vortragsredner.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wachtel war 1980 während seines Wehrdienstes bei der NVA wegen „Staatsverleumdung“ fünf Monate im Militärgefängnis Schwedt inhaftiert, worüber er später das Gefängnistagebuch Delikt 220 schrieb.[2] Er studierte Sprechwissenschaft und Germanistik an der Universität Halle-Wittenberg. Im Sommer 1989 floh er aus der DDR in einer Nachtaktion über die ungarisch-österreichische Grenze nahe Sopron am Neusiedler See.

Anschließend lebte er in Wiesbaden. Bis 1996 bereitete er im Rahmen der Zentralen Fortbildung der Programm-Mitarbeiter (ZFP) zusammen mit Ernst Huberty ARD- und ZDF-Moderatoren in einwöchigen Kursen auf Sendungen vor.[2] Zudem war Wachtel Krisen-Ansagencoach für Piloten.[3] Von 1998 bis 2019 war er mit der Autorin Sabina Wachtel verheiratet, mit der er eine Tochter hat. Er promovierte 2002 in Sprechwissenschaft an der Universität Halle bei Ursula Hirschfeld und Hellmut Geißner, Thema seiner Dissertation war das Moderieren im Rundfunkjournalismus. Seit 2005 lebt er in Frankfurt am Main.

Wachtel bereitete mehrere TED Talks, Noah-Conference- und Digital Life Design-Auftritte vor. Für das Handelsblatt schrieb er als einer der „Fünf Weisen“ und analysierte vor der Bundestagswahl 2017 den SPD-Kandidaten Martin Schulz als „Der vierte authentische Kanzlerkandidat“[4]. Er veröffentlicht Kolumnen als „Meinungsmacher“ des Manager Magazins und ist Kolumnist der Bilanz/Die Welt.[5] Die Süddeutsche Zeitung überschrieb ihr Porträt vom 25. Januar 2013 mit „Der Puppenspieler der Chefs“.[2] Wachtel ist zudem Initiator der Studie zum Preis „Bester Managerauftritt“ (2016: CEO Continental, 2017. CEO SAP, 2018: CEO Deutsche Telekom).[6] Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung veröffentlichte am 10. Februar 2019 seinen Ansatz in einem Interview[7]. Ebenso interviewte Gabor Steingart ihn wiederholt in dessen Podcast „Morning Briefing“.[8][9]

Nach einem Gutachten von Martin Heidingsfelder (Mitgründer von VroniPlag Wiki) finden sich Inhalte von Wachtels DDR-Gefängnistagebuch „Delikt 220“ verändert in Uwe Tellkamps Roman „Der Turm“ (S. 729–828) wieder.[10]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Delikt 220. Bestimmungsort Schwedt, Gefängnistagebuch. Greifenverlag, Rudolstadt 1991, ISBN 3-7352-0247-0.
  • Sprechen und Moderieren in Hörfunk und Fernsehen. 7. Auflage, UVK Verlag, Konstanz 2013 [1994], ISBN 978-3-86764-179-1.
  • Schreiben fürs Hören: Trainingstexte, Regeln und Methoden. 5. Auflage, UVK Verlag, Konstanz 2013 [1997], ISBN 978-3-86764-194-4.
  • Mit Martin Ordolff: Texten für TV. 4. Auflage, UVK Verlag, Konstanz 2013 [1997], ISBN 978-3-86764-144-9.
  • Herausgeberschaft mit Nina Ruge: Achtung Aufnahme! Erfolgsgeheimnisse prominenter Fernsehmoderatoren. Econ Verlag, Düsseldorf 1997, ISBN 978-3-430-17872-3.
  • Überzeugen vor Mikrofon und Kamera. Was Manager wissen müssen. Campus Verlag, Frankfurt/New York 1999, ISBN 978-3-593-36184-0.
  • Rhetorik und Public Relations. Gerling Akademie Verlag, München 2003, ISBN 978-3-932425-58-5.
  • Corporate Speaking. In: Vazrik Bazil, Roland Wöller (Hrsg.): Rede als Führungsinstrument, Gablerverlag, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-8349-0684-7, S. 91–102.
  • Authentizität ist unerwünscht. Corporate Speaking aus Sicht der Beratungspraxis. In: Mark Eisenegger, Stefan Wehmeier (Hrsg.): Personalisierung der Organisationskommunikation, VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-531-16023-8, S. 319–330.
  • Sei nicht authentisch! Warum klug manchmal besser ist als echt. Plassen-Verlag, Kulmbach 2014, ISBN 978-3-86470-223-5.
  • Executive Modus. 12 Taktiken für mehr Führungswirkung. Hanser Verlag, München 2016, ISBN 978-3-446-44931-2.
  • Die Kunst des Authentischen. 67 Wege in den richtigen Film. Frankfurt/M. 2018, ISBN 978-3-00-058798-6.
  • Das Zielsatz-Prinzip. Warum Pointierung unsere Wirkung erhöht. Frankfurt/M. 2020, ISBN 978-3-03-876507-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Stefan Wachtel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stefan Wachtel. In: Kress.de. Abgerufen am 7. März 2019.
  2. a b c Hans-Jürgen Jakobs: Der Puppenspieler der Chefs. In: Süddeutsche Zeitung, 25. Januar 2013, S. 18.
  3. Executive Modus - 12 Taktiken für mehr Führungswirkung. Abgerufen am 22. Februar 2019 (deutsch).
  4. https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/merkel-und-schulz-vor-dem-tv-duell-endstation-hoffnung/20275572-all.html Website des Handelsblatts. Abgerufen am 22. Februar 2019.
  5. Stefan Wachtel: Reden Sie weiblicher! Fünf Regeln für eine gelungene Kommunikation. In: Manager Magazin. Abgerufen am 22. Februar 2019.
  6. Jana Höhnisch: Dresdner Studie „Bester Manager-Auftritt 2017“. TU Dresden – Bereich Geistes- und Sozialwissenschaf­ten, 21. März 2018, abgerufen am 22. Februar 2019.
  7. Georg Meck: Das rät der Topmanager-Coach: „Sei nicht authentisch!“ ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 22. Februar 2019]).
  8. Sei nicht authentisch! Politik als Pose. In: Gabor Steingart – Das Morning Briefing. 12. November 2018, abgerufen am 22. Februar 2019 (deutsch).
  9. Gabor Steingart: Das Morning Briefing. Abgerufen am 13. Februar 2020.
  10. Vergleich „Der Turm“ und „Delikt 220“. (PDF) Abgerufen am 22. Februar 2019.