Stefan Weinfurter

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Bildnis Stefan Weinfurter, Historiker

Stefan Weinfurter (* 24. Juni 1945 in Prachatice, Tschechoslowakei; † 27. August 2018 in Mainz) war ein deutscher Historiker, der die Geschichte des frühen und hohen Mittelalters erforschte.

Weinfurter bekleidete Lehrstühle für Mittelalterliche Geschichte an den Universitäten Eichstätt (1982–1987), Mainz (1987–1994), München (1994–1999) und Heidelberg (1999–2013). Seine Bücher über die beiden heiligen Kaiser des Mittelalters Karl den Großen und Heinrich II., über das Reich im Mittelalter oder über Canossa und die Entzauberung der Welt fanden weite Verbreitung. Er führte den Begriff der „Ordnungskonfigurationen“, der das Mit- und Gegeneinander mittelalterlicher Ordnungen beschreibt, in die mediävistische Diskussion ein. Ab den 1990er Jahren war er mit Bernd Schneidmüller an nahezu allen großen Mittelalterausstellungen in Deutschland federführend beteiligt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Mutter Renate Lumbe Edle von Mallonitz (1922–2008) stammte aus einer Anwaltsfamilie. Weinfurters Vater war Lehrer, er wurde zum Kriegsdienst eingezogen und geriet in amerikanische Gefangenschaft. Im Kriegsgefangenenlager Büderich starb er am 8. Mai 1945. Wenige Wochen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Stefan Weinfurter in Südböhmen geboren. Nach der Vertreibung aus der Tschechoslowakei im Februar 1946 wuchs Weinfurter mit seiner Mutter in Hechendorf am Pilsensee, dann seit 1958 in München und Geretsried auf.[1] Die böhmische Herkunft und die familiäre Neuintegration hinterließen auf Weinfurter einen nachhaltigen Eindruck.[2]

Das Abitur legte er 1966 am Karlsgymnasium München ab. Er studierte 1966/67 für ein Semester Physik an der TH München. Anschließend studierte er von 1967 bis 1971 Geschichte, Germanistik und Erziehungswissenschaften an der Universität München. Das Proseminar in Mittelalterlicher Geschichte belegte er bei Johannes Spörl. Nach einer Proseminararbeit zu Karl IV. wurde er studentische Hilfskraft bei Spörl. Im Jahr 1970 legte Weinfurter in München das Staatsexamen ab. Von 1971/72 bis 1972/73 studierte er Geschichte und Germanistik an der Universität zu Köln. 1971/72 wurde er dort Mitarbeiter bei Odilo Engels. Weinfurter wurde im Sommersemester 1973 in Köln bei Engels promoviert mit einer Arbeit über die Salzburger Bistumsreform und Bischofspolitik im 12. Jahrhundert. Von 1973 bis 1974 war er Wissenschaftlicher Assistent an der Universität zu Köln. Von 1974 bis 1981 war er dort Akademischer Rat bzw. Oberrat. Im Jahr 1980 habilitierte er sich dort mit einer kommentierten Edition der Lebensordnung eines Limburgischen Klosters der regulierten Augustiner-Chorherren aus dem 12. Jahrhundert.[3] 1981/82 hatte er eine Lehrstuhlvertretung für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Heidelberg.

Von 1982 bis 1987 lehrte er als Professor für Landesgeschichte mit besonderer Berücksichtigung Bayerns an der Universität Eichstätt. Seine Antrittsvorlesung in Eichstätt vom November 1983 hielt er über die Geschichte Eichstätts in ottonisch-salischer Zeit.[4] In dieser Zeit vertiefte er landesgeschichtliche Ansätze und legte eine Edition von Gesta episcoporum vor.[5] In Eichstätt arbeitete er eng mit Vertretern der Baugeschichte und der Stadtarchäologie zusammen. Von 1985 bis 1987 war er in Eichstätt Dekan der Geschichts- und Gesellschaftlichen Fakultät und gehörte zwischen 2007 und 2011 dem Hochschulrat der Eichstätter Universität an. Von 1987 bis 1994 lehrte er als Professor für Mittelalter und Historische Hilfswissenschaften an der Universität Mainz. Dabei lag der Schwerpunkt auf der salischen Herrscherdynastie im 11. Jahrhundert. Einen Ruf nach Köln auf die Nachfolge seines Lehrers Engels als Professor für mittelalterliche Geschichte lehnte er 1993 ab. Von 1994 bis 1999 lehrte er als Professor für mittelalterliche Geschichte an der Universität München. Im Jahr 1996 organisierte er in München den Deutschen Historikertag. Während seiner Münchner Zeit rückte der Mensch in den Mittelpunkt seiner Forschungen. Dabei zog Weinfurter in seinen Forschungsarbeiten verstärkt Bildquellen heran. Im Jahr 1999 veröffentlichte er eine Biographie zu Heinrich II. Anschließend folgten Bücher und zahlreiche Aufsätze über die Salierzeit über die Staufer, über Canossa und über die mittelalterliche Reichsgeschichte.

Im Herbst 1999 wurde er als Nachfolger von Hermann Jakobs als Professor für Mittelalterliche Geschichte und Historische Hilfswissenschaften an die Universität Heidelberg berufen. Seine Antrittsvorlesung hielt er im Juni 2000 über Ordnungskonfigurationen am Beispiel Heinrichs III.[6] In Heidelberg kamen zu Weinfurters Arbeitsschwerpunkten die Rituale sowie die Kulturbegegnungen bei den Kreuzzügen hinzu. Von 2004 bis 2006 war Weinfurter in Heidelberg Dekan der Philosophischen Fakultät. Von 1999 bis 2013 war er Direktor des Instituts für Fränkisch-Pfälzische Geschichte und Landeskunde in Heidelberg. Anlässlich seines 65. Geburtstages fand vom 23. bis 25. Juni 2010 eine Tagung in Heidelberg statt. Die meisten Einzelstudien behandeln die Entwicklung politischer Ordnung und ihre Konzeptualisierung im 13. Jahrhundert. Die Beiträge wurden 2013 veröffentlicht.[7] Nach seiner Emeritierung war er Leiter der Forschungsstelle Geschichte und kulturelles Erbe (FGKE) in der Villa Poensgen in Heidelberg. Unter Weinfurters Betreuung als akademischer Lehrer wurden 16 Dissertationen abgeschlossen.[8] Zu seinen bedeutendsten akademischen Schülern zählten u. a. Stefan Burkhardt, Jürgen Dendorfer, Jan Keupp und Thomas Wetzstein.

Weinfurter war seit 1970 verheiratet und hatte drei Töchter. Weinfurter blieb auch während seiner Lehrtätigkeit in München und Heidelberg in Mainz wohnhaft. Vor allem die Städte und Kaiserdome in Speyer, Worms und Mainz hatten ihn fasziniert. Er starb im August 2018 im Alter von 73 Jahren in seinem Wohnort Mainz an einem Herzversagen.[9]

Forschungsschwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bernd Schneidmüller im Jahr 2017

Weinfurter legte im Zeitraum von 1974 bis zu seinem Tod im Jahr 2018 über 200 Veröffentlichungen vor. Seine Forschungen behandelten die Reichs- und Herrschaftsgeschichte in ottonischer, salischer und staufischer Zeit, Ordnungskonfigurationen im europäischen Rahmen, Rituale und Kommunikation in Politik und Gesellschaft, Landes- und Kirchengeschichte in Mittelalter und Früher Neuzeit, Ordensgeschichte im hohen Mittelalter sowie Bilder als historische Quellen. Eine enge Zusammenarbeit in Weinfurters Forschungen ergab sich dabei mit Bernd Schneidmüller. Mit seinem akademischen Lehrer Odilo Engels edierte er vier Bände der Series episcoporum ecclesiae catholicae occidentalis (1982, 1984, 1991, 1992), einer Prosopographie des früh- und hochmittelalterlichen Episkopats.[10] 22 zwischen 1976 und 2002 publizierte Aufsätze Weinfurters wurden 2005 aus Anlass des 60. Geburtstages in einem Sammelband gebündelt herausgegeben. Die Herausgeber hatten diese Aufsätze ausgewählt, da sie Weinfurters „Erklärungsmodell von Ordnungswirklichkeit und Ordnungsvorstellung in verdichteter Form […] präsentieren“.[11]

Kirchen- und Kanonikerreform im 11. und 12. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine ersten Arbeiten widmeten sich den Regularkanonikern. Seine 1975 veröffentlichte Dissertation befasste sich mit dem geistlichen Neubeginn in Salzburg.[12] Dabei wollte er „die charakteristische Entwicklung, Ausformung und Bedeutung einzelner Reformgruppen“ am Beispiel der Salzburger Kirchenprovinz herausarbeiten.[13] Das Selbstverständnis der Reformkanoniker hat Weinfurter an einem im 12. Jahrhundert im Salzburger Raum verfassten Prolog zur Augustinusregel beleuchtet.[14] Intensiv erforschte Weinfurter die Prämonstratenser mit besonderer Berücksichtigung Norbert von Xantens.[15]

Biographien zu Heinrich II. und Karl dem Großen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinrich II. (oder Heinrich III.?) im Evangeliar von Montecassino (Rom, Biblioteca Apostolica Vaticana, Codex Ottob. lat. 74, fol. 193v)

Das heutige Bild in der Geschichtswissenschaft über den ostfränkisch-deutschen Herrscher Heinrich II. wird von Weinfurters 1999 veröffentlichter Biographie und seinen begleitenden Studien bestimmt. Ausgangspunkt für die jahrelange Beschäftigung war die 1986 veröffentlichte Studie Die Zentralisierung der Herrschaftsgewalt im Reich durch Kaiser Heinrich II. Der Beitrag war Weinfurters Colloquiumsvortrag im Rahmen seines Habilitationsverfahrens in Köln. Weinfurter sah in Heinrichs Herrschaftskonzeption „in hohem Grade eine Weiterführung und Steigerung der in der Herzogsherrschaft entwickelten Elemente auf der Königsebene“.[16] Besonders fruchtbar für seine Biographie erwies sich die mit Bernd Schneidmüller veranstaltete Bamberger Tagung im Juni 1996 über die Kontinuitäten und Diskontinuitäten in der Herrschaft Ottos III. und Heinrichs II. Die Beiträge gab Weinfurter gemeinsam mit Schneidmüller 1997 heraus.[17] Die Darstellung war zugleich der erste Band einer neuen von Schneidmüller und Weinfurter herausgegebenen Publikationsreihe (Mittelalter-Forschungen), die „innovative Fragestellungen der modernen Mediaevistik in ihrer ganzen Breite aufnehmen und nach Möglichkeit auch ein breiteres Publikum dafür interessieren“ will.[18] Seine 1999 veröffentlichte Darstellung über Heinrich II. war die erste umfassende Biographie seit den Jahrbüchern von Siegfried Hirsch und Harry Bresslau (1862/75). Seine Biographie ist nicht chronologisch aufgebaut, sondern behandelt die folgenden Aspekte in einzelnen Kapiteln: Reichsstruktur, Königsgedanke, Ehe/ Kinderlosigkeit, Hof und Ratgeber, Verhältnis zur Reichskirche, Klosterpolitik, Konflikte mit den Großen, Außenbeziehungen nach Osten und Westen, Italien und Kaisertum sowie Bamberg. In seiner Biographie hob er die gesteigerte Endzeiterwartung und die biblische Leitfigur Moses für Heinrichs Herrschaft besonders hervor.[19] Die langjährigen Konflikte mit Bolesław Chrobry erklärte er mit ähnlichen Herrschaftsauffassungen, da sich beide von Gott auserwählt sahen, ihrem Volk die göttlichen Gebote vermitteln und ihre gesamte Herrschaft auf diese Gebote ausrichten wollten.[20] Große Bedeutung räumte er in diesem Zusammenhang auch den Bildern als historischen Quellen ein.[21] So spielte nach seinen Forschungen das Regensburger Sakramentar für Heinrichs Legitimation als König eine besondere Rolle.[22] Anders als Hagen Keller neigt Weinfurter dazu, auf dem im Evangeliar von Montecassino gezeigten Herrscherbild Heinrich II. und nicht Heinrich III. zu sehen.[23]

Weinfurter widersprach Ludger Körntgen im Konfliktverhalten und Individualität des Herrschers Heinrich II. Körntgen ging aus von einem „Zusammenspiel von ,Herrschaft und Konflikt', das über die individuellen Möglichkeiten verschiedener Herrscherpersönlichkeiten hinweg die ottonisch-frühsalische Epoche bestimmt“ haben soll.[24] Nach Weinfurter kann Heinrichs Verhalten „nur aus seiner ganz individuellen, in seiner Herrscherpersönlichkeit begründeten Vorstellung von Legitimation, Aufgabe und Funktion seines Königtums erklärt werden“.[25] Zum Jubiläumsjahr 2002 behandelte Weinfurter in einem Aufsatz die Herkunft und das personale Umfeld von Kunigunde, der Gemahlin Heinrichs II. Ihre Krönung in Paderborn am 10. August 1002 maß Weinfurter als erstmalig eigenständiger Königinnenkrönung wie auch als „Signal für die Sachsen“ durch die Wahl des Krönungsortes Paderborn eine wichtige Bedeutung bei. Kunigunde habe „in einem geradezu vollständigen, harmonischen Gleichklang mit den Zielen und Vorstellungen ihres Mannes“ agiert.[26]

Anlässlich des Karls-Jubiläums 2014 veröffentlichte Weinfurter eine Biographie zu Karl dem Großen.[27] Bis dahin war Weinfurter kaum durch eigene Arbeiten über die Karolingerzeit hervorgetreten. Als Leitideen für das Handeln Karls des Großen macht Weinfurter ein „Großprojekt der Vereindeutigung“[28] und eine „Verchristlichung des Staatswesens“[29] aus. Die Biographie wurde 2015 ins Italienische übersetzt.[30]

Landes- und Kirchengeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eichstätter Bistumsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre veröffentlichte er mehrere Beiträge zur mittelalterlichen Eichstätter Bistumsgeschichte.[31] Er legte 1987 eine Edition der Geschichte der Eichstätter Bischöfe des Anonymus Haserensis vor. Bis dahin war das wichtigste Werk zur Eichstätter Bistumsgeschichte des frühen und hohen Mittelalters einzig in der MGH-Ausgabe von Ludwig Konrad Bethmann (1784–1867) aus dem Jahr 1846 zugänglich. Weinfurters Neubearbeitung erleichtert den Zugang zu einem vielbenutzten Werk. Gemeinsam mit Harald Dickerhof organisierte er 1987 eine Tagung in Eichstätt zum Thema Hl. Willibald – Klosterbischof oder Bistumsgründer.[32] Im Jahr 2010 erschien ein Band zur mittelalterlichen Eichstätter Bistumsgeschichte, der sechs Beiträge von Weinfurter aus den Jahren 1987–1992 bündelt.[33]

Mainz, Speyer und Lorsch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Eichstätt widmete Weinfurter sich Mainz, Speyer und Lorsch. Weinfurter befasste sich mit den Hintergründen der Ermordung Erzbischof Arnolds von Mainz.[34] Als Verfasser der erzbischöflichen Vita machte er Gernold, den Kapellan und Notar Arnolds aus.[35] Weinfurter kam in einem anderen Aufsatz aufgrund von sprachlichen Parallelen zum Fazit, dass die Vita Arnoldi, ein Brief Erzbischofs Arnolds an Wibald von Stablo vom Frühjahr 1155 und das Mandat Kaiser Friedrichs I. (DFI 289) mit Gernot denselben Verfasser haben. Der Konflikt zwischen den Mainzer Bürgern und ihrem Erzbischof wurde von Weinfurter als Folge von Arnolds Rechtsverständnis verstanden. Der Erzbischof habe sich strikt vom normierten Recht leiten lassen und einen Kompromiss abgelehnt.[36] Weinfurters Schüler Stefan Burkhardt legte 2014 die Vita Arnoldi archiepiscopi Moguntinensis (Die Lebensbeschreibung des Mainzer Erzbischofs Arnold von Selenhofen) in einer kommentierten Neuedition mit Übersetzung vor. Damit wurde eine der wichtigsten Quellen zur Geschichte des hochmittelalterlichen Mittelrheingebiets der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.[37] Ebenfalls 2014 veröffentlichte Weinfurter einen Beitrag über die Vita und Memoria Arnold von Selenhofens.[38]

Salierzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weinfurter gilt darüber hinaus als besonderer Kenner der Salierzeit, die er in seinen Forschungen als besondere Umbruch- und Schwellenzeit würdigte. Von 1988 bis 1991 war er Beauftragter zur Erarbeitung und Herausgabe der geschichtswissenschaftlichen Publikationen für die große vom Land Rheinland-Pfalz veranstaltete Ausstellung „Die Salier und ihr Reich“ in Speyer. Unter Weinfurters Leitung konnten 48 Autoren für die Mitarbeit gewonnen werden. Deren Ergebnisse wurden von Weinfurter 1991 in drei wissenschaftlichen Begleitbänden herausgegeben.[39] Im Jahr 1991 veröffentlichte er die Darstellung Herrschaft und Reich der Salier. Grundlinien einer Umbruchzeit, die 1999 in Amerika von Barbara Bowlus ins Englische übersetzt wurde.[40] In Trier veranstaltete er im September 1991 eine Tagung zu Reformidee und Reformpolitik in spätsalischer und frühstaufischer Zeit.[41] Die Beiträge erschienen ein Jahr später. Dabei legte er eine grundlegende Neubewertung des salischen Kaisers Heinrich V. vor. Nach seiner Argumentation waren reformreligiöse Motive der Verschwörer und weniger machtpolitische Interessen die Beweggründe Heinrichs V. für die Entmachtung seines Vaters Heinrichs IV.[42] Nur durch ein Bündnis mit diesen Reformkräften habe Heinrich sich die Herrschaftsnachfolge sichern können.[43]

900 Jahre nach dem Tod Kaiser Heinrichs IV. wurde am Ort seiner Bestattung in Speyer von der „Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer“ ein Symposium abgehalten. Der von Weinfurter und Bernd Schneidmüller 2007 herausgegebene Tagungsband Salisches Kaisertum und neues Europa versammelt 18 Beiträge.[44] Durch eine betont europäische Perspektive soll die reichszentrierte Interpretation „eines alten deutschen Themas“ überwunden und ein neues Verständnis auf Grundlage europäischer Vergleichsebenen erzielt werden. In seiner Zusammenfassung der Ergebnisse betonte Weinfurter die „Effizienzsteigerung auf allen Gebieten“.[45] Im Jahr 2004 veröffentlichte Weinfurter mit Das Jahrhundert der Salier. (1024–1125) eine Darstellung, die sich an breiteres Publikum richtete.[46]

Ordnungskonfigurationen im Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weinfurter prägte für das 11. Jahrhundert den Begriff der „Ordnungskonfigurationen“, der das Mit- und Gegeneinander mittelalterlicher Ordnungen beschreibt. In Köln veranstaltete er 1998 eine Tagung zum Thema Stauferreich im Wandel. Ordnungsvorstellungen und Politik vor und nach Venedig (1177). Ausgangspunkt dabei war die Frage, ob zu Friedrichs I. Zeit ein einschlägiger Wandel in den politischen und konzeptionellen Ordnungskonfigurationen des Reiches stattfand und welche Rolle die Vorgänge beim Frieden von Venedig dabei spielten. In diesem Zusammenhang benutzte Weinfurter auch erstmals die Formulierung „Macht und Ordnungsvorstellungen im hohen Mittelalter“. Im Jahr 2001 behandelte er in der Abhandlung „Ordnungskonfigurationen im Konflikt“ die Zeit Heinrichs III.[47] Gemeinsam mit Bernd Schneidmüller organisierte er im Herbst 2003 eine Reichenau-Tagung des Konstanzer Arbeitskreises für mittelalterliche Geschichte über „Ordnungskonfigurationen“.[48] Mit dieser Tagung wurde ein „Forschungsdesign“ in der wissenschaftlichen Diskussion erprobt.[49] Damit sollte der traditionelle Verfassungsbegriff der Mediävistik aus seiner Statik gelöst werden. „Ordnungskonfigurationen“ wurden als „Wechselbeziehung von gedachter und etablierter Ordnung“ definiert.[50] Weinfurter erkannte im Konflikt zwischen Heinrich IV. und Heinrich V. eine „bedeutsame Zäsur“, da ein verändertes gesellschaftliches Ordnungsgefüge sichtbar wurde.[51]

Für Weinfurter waren in einem 2002 veröffentlichten Beitrag das Scheitern der Verhandlungen zwischen Heinrich V. und Papst Paschalis II. im Jahr 1111 und der Frieden von Venedig 1177 Wendepunkte in der Geschichte. Unter Heinrich V. „zerbrach die reform-religiöse Verantwortungsgemeinschaft von König und Fürsten“. Mit dem Frieden von Venedig musste die kaiserliche Autorität einen schweren Rückschlag hinnehmen. Weinfurter schlussfolgerte, dass beide Male die auf die Autorität des Herrschers zulaufenden Ordnungskonfiguration derart geschwächt seien, dass der Anschluss an die Entwicklung der Monarchien in Europa schließlich abriss. Deutschland habe künftig den Weg in das föderale System beschritten.[52]

Reichsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Schneidmüller gab Weinfurter 2003 einen Sammelband über die deutschen Herrscher des Mittelalters heraus. Das Werk enthält 28 biographische Kurzdarstellungen von Heinrich I. bis Maximilian I. und vermittelt so einen Überblick über die mittelalterliche Reichsgeschichte.[53] Weinfurter verfasste dazu die Beiträge zu Otto III. und Heinrich II. Er veröffentlichte 2006 ein Buch über die Ursachen und Folgen des Bußganges nach Canossa.[54] Den Investiturstreit deutete Weinfurter als Beginn eines Säkularisierungsprozesses, in „dem die Einheit von religiöser und staatlicher Ordnung sich auflöst“.[55] Im Jahr 2008 erschien eine Darstellung über die mittelalterliche Reichsgeschichte. Weinfurter legte den Schwerpunkt auf die politische Entwicklung von der Reichsgründung der Franken bis zu Kaiser Maximilian I. Er berücksichtigte aber auch sozial-, wirtschafts-, rechts-, und verfassungsgeschichtliche Gesichtspunkte.[56]

Im Jahr 1993 gab er die Beiträge einer Festschrift für Odilo Engels zum 65. Geburtstag heraus.[57] Weinfurter gab die Beiträge einer Tagung zu Ehren von Odilo Engels vom 30. April bis zum 2. Mai 1998 im Jahr 2002 heraus. Die Beiträge befassen sich mit der Zeit Friedrich Barbarossas und den damaligen politischen Konzeptionen.[58] Er fragte in seiner Einführung danach, ob der Frieden von Venedig eine Wende in der Barbarossa-Zeit bedeutet habe. Nach Weinfurter hat der Frieden von Venedig nicht nur das Kaisertum verändert, sondern auch das Reich zu Gunsten kleiner territorialer Einheiten geöffnet.[59] Im April 2008 fand zu Ehren des 80. Geburtstages von Odilo Engels eine Tagung an der Universität Düsseldorf statt. Weinfurter gab 2012 die Beiträge der Tagung heraus. Die Einzelstudien behandeln die Papstgeschichte im Zeitraum vom 8. bis zum 13. Jahrhundert mit einem deutlichen Schwerpunkt auf das 11. und 12. Jahrhundert.[60] Weinfurter befasste sich mit der Frage, wie das Reich heilig wurde. Ausgehend von der Formulierung sacro imperio et divae rei publicae consulere aus einer Urkunde Barbarossas von 1157 verfolgte er die Entwicklung der Reichsidee unter Kaiser Friedrich I. Er erkannte in der Zeit Friedrich Barbarossas lediglich recht vage transpersonale Staatsvorstellungen. Auf der sprachlichen Ebene wurde regnum erst im 12. Jahrhundert deutlich als Institution erfasst.[61]

Zum 200 Jahrestag des Ende des Alten Reiches gaben Weinfurter und Schneidmüller einen Sammelband heraus. Der Sammelband bündelt Beiträge von führenden Kennern der Mediävistik über das Heilige Römische Reich und seine Stellung innerhalb Europas.[62]

Rituale und Kommunikation in Politik und Gesellschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Weinfurters weiteren Forschungsschwerpunkten zählten die Rituale und Kommunikation in Politik und Gesellschaft, die politische Willensbildung und Formen ihrer Symbolik und Präsentation. In Speyer veranstaltete er im Mai 2008 mit Bernd Schneidmüller und Wojciech Falkowski eine wissenschaftliche Tagung zum Thema Rituale der politischen Willensbildung. Im Mittelpunkt von polnischen und deutschen Mediävisten standen Prozesse und Strategien politischer Willensbildung. Der Sammelband mit 16 Beiträgen wurde 2010 veröffentlicht.[63]

Der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Sonderforschungsbereich „Ritualdynamik“ (SFB 619) untersuchte von 2002 bis 2013 Rituale sowie deren Veränderung und Dynamik. Weinfurter leitete mit Schneidmüller das Teilprojekt B8 „Ritualisierung politischer Willensbildung im Mittelalter“. Er gab 2005 mit Marion Steinicke die Beiträge einer im Rahmen des SFB Ritualdynamik im Oktober 2003 abgehaltenen Tagung heraus. Die Beiträge befassen sich mit Herrschaftseinsetzung und deren Rituale. Zeitlich erstrecken sich die Beiträge von der griechischen Polis bis zum Ende des 20. Jahrhunderts.[64] Die Devestitur Heinrichs des Löwen 1181 war für Weinfurter der Ausgangspunkt seiner Überlegungen zur Wandelbarkeit des Investiturrituals. Erstmals konnte ein Herrscher sein Gnadenrecht, das es ihm erlaubt hätte, Heinrich den Löwen erneut mit Reichslehen zu investieren, nicht mehr ausüben. Weinfurter stellte fest, dass das aus ottonisch-salischer Zeit wirksame „auf Gott bezogene Ordnungssystem der Gnade“ im Verlauf des 12. Jahrhunderts zunehmend vom Recht als neuem Ordnungsmaßstab im Investiturritual verdrängt wurde.[65] Als ein weiteres Ergebnis des SFB war Weinfurter Mitherausgeber eines 2005 veröffentlichten Sammelbandes über die Rituale von der Antike bis zur Gegenwart.[66] Dabei befasste sich Weinfurter anhand der Schilderung in der Chronik Thietmars von Merseburg mit dem Demutsritual König Heinrichs II. auf der Frankfurter Synode. Durch wiederholte Prostratio vor den 28 versammelten Bischöfen erreichte Heinrich die Gründung des Bistums Bamberg.[67] Im selben Band behandelte er die Unterwerfung (Deditio) Herzog Heinrichs von Kärnten mit seinem Heer 1122 unter die Macht des Salzburger Erzbischofs Konrad.[68] Außerdem untersuchte Weinfurter die Strafe des Hundetragens anhand der Werke von Otto von Freising, Widukind von Corvey, Wipo und der Vita des Erzbischofs Arnold von Mainz.[69]

Umsetzung historischer Forschung in Großausstellungen und Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Des Weiteren war Weinfurter auch wissenschaftsorganisatorisch tätig. Die Vermittlung von Geschichte in Ausstellungen und Medien bildete über viele Jahre einen Schwerpunkt in Weinfurters Tätigkeit. Er war maßgeblich an der Konzeption und Durchführung wissenschaftlicher Tagungen und mittelalterlicher Großausstellungen wie z. B. „Otto der Große“ (2001 in Magdeburg), „Kaiser Heinrich II.“ (2002 in Bamberg) oder „Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation. Von Otto dem Großen bis zum Ausgang des Mittelalters“ (2006 in Magdeburg), „Die Staufer und Italien.“ (2010/11 in Mannheim), „Die Wittelsbacher am Rhein. Die Kurpfalz und Europa“ (2014 in Mannheim) oder zu „Die Päpste und die Einheit der lateinischen Welt“ (2017 in Mannheim) beteiligt.

Zur wissenschaftlichen Vorbereitung auf die 27. Ausstellung des Europarates und des Landes Sachsen-Anhalt („Otto der Große, Magdeburg und Europa“) wurde unter dem Leitbegriff „Ottonische Neuanfäge“ im Mai 1999 ein Kolloquium in Magdeburg abgehalten. Im Mittelpunkt stand Otto der Große. Weinfurter leitete mit seinen Beitrag den Tagungsband ein. Die Unteilbarkeit der Herrschaft, die Sakralisierung des Königtums und der Rückgriff auf die Kaiseridee hob Weinfurter als prägende Momente von Ottos Herrschaft hervor.[70] Weinfurter gab 2005 mit Heinz Gaube und Bernd Schneidmüller einen Sammelband zu Saladin und die Kreuzfahrer heraus. Der Band bündelt die Ergebnisse einer Mannheimer Tagung zur Vorbereitung der Saladin-Ausstellung, die die Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim in Partnerschaft mit dem Landesmuseum für Natur und Mensch in Oldenburg und dem Landesmuseum für Vorgeschichte (Halle) veranstaltete.[71] Im Kulturhistorischen Museum Magdeburg befasste sich 2004 eine internationale Tagung im Zusammenhang mit der für Herbst 2006 geplanten 29. Ausstellung des Europarates und Landesausstellung Sachsen-Anhalt „Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation 962 bis 1806. Von Otto dem Großen bis zum Ausgang des Mittelalters“. Die Beiträge gaben Schneidmüller und Weinfurter 2006 heraus.[72] Dabei wollten sich die Herausgeber durch den Versuch einer Verbindung von klassischer Politikgeschichte mit mentalitäts- und wahrnehmungsgeschichtlichen Ansätzen von einer traditionell chronologischen Struktur nach Dynastien abwenden. Weinfurter war mit Bernd Schneidmüller und Alfried Wieczorek Herausgeber der Ergebnisse einer internationalen Tagung, die im Herbst 2008 in den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim stattfand.[73] Bei der Tagung ging es „um die Wechselwirkung zwischen imperialer Herrscherautorität der Staufer einerseits und den ‚Ordnungskonfigurationen‘ und der Gestaltungskraft bestimmter Regionen im staufischen Reich andererseits“.[74] Zur Ausstellung in Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim vom 19. September 2010 bis 20. Februar 2011 erschienen zwei von Weinfurter, Bernd Schneidmüller und Alfried Wieczorek herausgegebene umfangreiche Bände. Der erste Band bündelt 43 wissenschaftliche „Essays“ und der zweite Band enthält die Ausstellungsstücke.[75] Mit dem Land am oberen Rhein, Oberitalien mit seinen Stadtkommunen und dem Normannenreich standen drei Innovationsregionen im Zentrum des Interesses. Weinfurter behandelte das Thema „Konkurrierende Herrschaftskonzepte und Ordnungsvorstellungen in den Stauferreichen nördlich und südlich der Alpen“.[76]

Zur Vorbereitung der Ausstellung der Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen zum Thema „Die Wittelsbacher am Rhein. Die Kurpfalz und Europa“ (2013/2014) wurde im Januar 2012 eine wissenschaftliche Tagung veranstaltet. Anlass war der 800. Jahrestag der Verleihung der Pfalzgrafschaft bei Rhein durch den Staufer Friedrich II. an Herzog Ludwig I. von Bayern. Die Beiträge befassen sich mit den Handlungsspielräumen der Wittelsbacher und ihrer Herrschaft in der Pfalz und umfassen den Zeitraum von 1200 bis 1500. Gemeinsam mit Bernd Schneidmüller, Jörg Peltzer und Alfried Wieczorek gab Weinfurter den Sammelband Die Wittelsbacher und die Kurpfalz im Mittelalter. Eine Erfolgsgeschichte? 2013 heraus.[77] Weinfurter selbst verfasste einen Beitrag zu den staufischen Grundlagen der Pfalzgrafschaft bei Rhein. Dabei ging er auf die Kontinuitäten von der lothringischen zur pfalzgräflichen Herrschaft ein und verfolgte den erfolgreichen Ausbau unter Konrad von Staufen seit 1156. Nach Weinfurter war Heidelberg bereits in der Mitte des 12. Jahrhunderts ein zentraler Ort der pfalzgräflichen Herrschaft und nicht erst nach dem Tod Konrads von Staufen (1195).[78] Anlässlich der bevorstehenden Ausstellung „Die Päpste und die Einheit der lateinischen Welt“ wurde eine Tagung im April 2016 in den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen veranstaltet. Den Samelband gab Weinfurter zusammen mit Volker Leppin, Christoph Strohm, Hubert Wolf und Alfried Wieczorek 2017 heraus.[79] Fünf Jahre hatte Weinfurter die Ausstellung „Die Päpste und die Einheit der lateinischen Welt“ vorbereitet. Die Ausstellung präsentierte wertvolle Objekte aus 1500 Jahren Papstgeschichte.

Für die Europäische Stiftung Kaiserdom zu Speyer leitete Weinfurter im April 2018 zusammen mit Schneidmüller das vierte wissenschaftliche Symposium zu „König Rudolf I. und der Aufstieg des Hauses Habsburg im Mittelalter“. Weinfurters letztes Projekt vor seinem Tod war die Arbeit an der großen Landesausstellung der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht. Von Karl dem Großen bis Friedrich Barbarossa“, die im September 2020 eröffnet wird.

In Fernseh- oder Radiosendungen versuchte er das das Mittelalter einem breiteren Publikum näherzubringen. Für das ZDF wirkte Weinfurter an der historischen Dokumentationsreihe „Die Deutschen“ als wissenschaftlicher Fachberater mit und trat in der Dokumentation für die drei Mittelalterfolgen (Otto der Große; Heinrich IV., Barbarossa und Heinrich der Löwe) auch als Experte auf.[80]

Mitgliedschaften und wissenschaftsorganisatorische Tätigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weinfurter wurde im April 1998 Mitglied des Konstanzer Arbeitskreises für mittelalterliche Geschichte und war von 2001 bis 2007 dessen Vorsitzender. Bei seinem Antritt als Vorsitzender war die finanzielle Förderung aus Landesmitteln und damit die Existenz des Arbeitskreises akut gefährdet. Weinfurter gelang es mit seiner fachlichen Expertise und seiner Überzeugungskraft, die Unterstützung des Ministeriums wieder zu erhalten und damit den Fortbestand des Arbeitskreises sichern. Mit Ausnahme von Traute Endemann bestand der Arbeitskreis nur aus Männern. Als Vorsitzender sorgte er für eine deutliche Verjüngung der Mitglieder und öffnete den Arbeitskreis auch für weibliche Gelehrte. Zehn neue Mitglieder mit einem Altersdurchschnitt von 45 Jahren, darunter erstmals auch drei Professorinnen, wurden in den Arbeitskreis aufgenommen.[81] Im Jahr 2001 gab er als Vorsitzender zum fünfzigjährigen Jubiläum des Konstanzer Arbeitskreises einen Sammelband heraus.[82] Er untersuchte auch den Konstanzer Arbeitskreis im Spiegel seiner Tagungen. Dabei stützte er sich nicht auf seine eigenen Erinnerungen, sondern vor allem auf die Protokolle des Arbeitskreises.[83]

Weinfurter wurde Mitglied der Gesellschaft für rheinische Geschichtskunde (1982), der Gesellschaft für fränkische Geschichte (1986), der Historischen Kommission für Nassau (1991), der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste (1992), Mitglied der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg (2000), ordentliches Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften (2003) und korrespondierendes Mitglied der philosophisch-historischen Klasse im Ausland der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (2015). Weinfurter war von 1999 bis 2008 Fachgutachter für Mittelalterliche Geschichte bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft und von 2000 bis 2004 Stellvertretender Vorsitzender des Verbandes der Historikerinnen und Historiker Deutschlands. Er war Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Deutschen Historischen Instituts in Rom (2003–2011) und von 2008 bis 2011 dessen Vorsitzender.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundlegende Aufsätze von Stefan Weinfurter sind zusammengefasst im Sammelband: Gelebte Ordnung – gedachte Ordnung. Ausgewählte Beiträge zu König, Kirche und Reich. Aus Anlaß des 60. Geburtstages. Herausgegeben von Helmuth Kluger, Hubertus Seibert und Werner Bomm. Thorbecke, Ostfildern 2005, ISBN 3-7995-7082-9.

Monographien

  • Salzburger Bistumsreform und Bischofspolitik im 12. Jahrhundert. Der Erzbischof Konrad I. von Salzburg (1106–1147) und die Regularkanoniker (= Kölner Historische Abhandlungen. Bd. 24). Böhlau, Köln u. a. 1975, ISBN 3-412-00275-5 (Zugleich: Köln, Universität, Dissertation, 1973).
  • Herrschaft und Reich der Salier. Grundlinien einer Umbruchzeit. Thorbecke, Sigmaringen 1991, ISBN 3-7995-4131-4 (3. Auflage. ebenda 1992; in englischer Sprache: The Salian century. Main currents in an age of transition. Translated by Barbara M. Bowlus. Foreword by Charles R. Bowlus. University of Pennsylvania Press, Philadelphia PA 1999, ISBN 0-8122-3508-8).
  • Heinrich II. (1002–1024). Herrscher am Ende der Zeiten. Pustet, Regensburg 1999, ISBN 3-7917-1654-9 (3., verbesserte Auflage. ebenda 2002).
  • Das Jahrhundert der Salier. (1024–1125). Thorbecke, Ostfildern 2004, ISBN 3-7995-0140-1 (Unveränderter Nachdruck. ebenda 2008, ISBN 978-3-7995-4105-3).
  • Canossa. Die Entzauberung der Welt. Beck, München 2006, ISBN 3-406-53590-9.
  • Das Reich im Mittelalter. Kleine deutsche Geschichte von 500 bis 1500. Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-56900-5 (2., durchgesehene und aktualisierte Auflage. ebenda 2011).
  • Karl der Große. Der heilige Barbar. Piper, München 2013, ISBN 3-492-05582-6.

Herausgeberschaften

  • Consuetudines canonicorum regularium Springirsbacenses-Rodenses (= Corpus Christianorum. Continuatio Mediaevalis. Bd. 48). Brepols, Turnhout 1978 (Text lateinisch, Vorwort und Einleitung deutsch).
  • Die Geschichte der Eichstätter Bischöfe des Anonymus Haserensis (= Eichstätter Studien. NF Bd. 24). Edition – Übersetzung – Kommentar. Pustet, Regensburg 1987, ISBN 3-7917-1134-2.
  • mit Hanna Vollrath: Köln – Stadt und Bistum in Kirche und Reich des Mittelalters. Festschrift für Odilo Engels zum 65. Geburtstag (= Kölner historische Abhandlungen. Bd. 39). Böhlau, Köln u. a. 1993, ISBN 3-412-12492-3.
  • mit Bernd Schneidmüller: Otto III. – Heinrich II. Eine Wende? (= Mittelalter-Forschungen. Bd. 1). Thorbecke, Sigmaringen 1997, ISBN 3-7995-4251-5 (Digitalisat).
  • mit Bernd Schneidmüller: Ottonische Neuanfänge. Symposion zur Ausstellung „Otto der Große, Magdeburg und Europa“. von Zabern, Mainz 2001, ISBN 3-8053-2701-3.
  • mit Bernd Schneidmüller: Die deutschen Herrscher des Mittelalters. Historische Portraits von Heinrich I. bis Maximilian I. (919–1519). Beck, München 2003, ISBN 3-406-50958-4.
  • mit Marion Steinicke: Investitur- und Krönungsrituale. Herrschaftseinsetzungen im kulturellen Vergleich. Böhlau, Köln u. a. 2005, ISBN 978-3-412-09604-5.
  • mit Bernd Schneidmüller: Heilig – römisch – deutsch. Das Reich im mittelalterlichen Europa. Sandstein, Dresden 2006, ISBN 3-937602-56-9.
  • mit Bernd Schneidmüller: Ordnungskonfigurationen im hohen Mittelalter (= Vorträge und Forschungen. Bd. 64). Thorbecke, Ostfildern 2006, ISBN 978-3-7995-6864-7 (online).
  • mit Bernd Schneidmüller: Salisches Kaisertum und neues Europa. Die Zeit Heinrichs IV. und Heinrichs V. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2007, ISBN 978-3-534-20871-5.
  • Päpstliche Herrschaft im Mittelalter. Funktionsweisen, Strategien, Darstellungsformen (= Mittelalter-Forschungen. Bd. 38). Thorbecke, Ostfildern 2012, ISBN 978-3-7995-4289-0 (Digitalisat).
  • mit Jörg Peltzer, Bernd Schneidmüller, Alfried Wieczorek (Hrsg.): Die Wittelsbacher und die Kurpfalz im Mittelalter. Eine Erfolgsgeschichte? Schnell + Steiner, Regensburg 2013, ISBN 978-3-7954-2645-3.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Antrittsrede von Herrn Stefan Weinfurter an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften vom 31. Januar 2004. In: Jahrbuch der Heidelberger Akademie der Wissenschaften für 2004, Heidelberg 2005, S. 119–121.
  • Michael Bonewitz: Die Funde in der Johanniskirche halte ich für eine Sensation. Interview mit Stefan Weinfurter. In: Mainz. Vierteljahreshefte für Kultur, Politik, Wirtschaft. 34, 2014, Heft 4, S. 10–23.
  • Johannes Fried: Der Historiker Stefan Weinfurter ist tot. In: Süddeutsche Zeitung, 3. September 2018, S. 10.
  • Oliver Jungen: Der Heinrich. Zum Sechzigsten des Mediävisten Stefan Weinfurter. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24. Juni 2005, Nr. 144, S. 39.
  • Gert Melville: Prolog. In: Hubertus Seibert, Werner Bomm, Verena Türck (Hrsg.): Autorität und Akzeptanz. Das Reich im Europa des 13. Jahrhunderts. Thorbecke, Ostfildern 2013, ISBN 978-3-7995-0516-1, S. 11–15.
  • Lieselotte E. Saurma: Antrittsvorlesung Prof. Dr. Stefan Weinfurter. 21. Juni 2000. In: Stefan Weinfurter u. a. (Hrsg.): Neue Wege der Forschung. Antrittsvorlesungen am Historischen Seminar Heidelberg 2000–2006. (= Heidelberger Historische Beiträge. Bd. 3). Winter, Heidelberg 2009, ISBN 978-3-8253-5634-7, S. 11–14.
  • Bernd Schneidmüller: Bindende Wirkung. Zum Tod des Mittelalterhistorikers Stefan Weinfurter. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30. August 2018, Nr. 201, S. 11 (online).
  • Stefan Weinfurter. In: Jörg Schwarz: Der Konstanzer Arbeitskreis für mittelalterliche Geschichte 1951–2001. Die Mitglieder und ihr Werk. Eine bio-bibliographische Dokumentation (= Veröffentlichungen des Konstanzer Arbeitskreises für Mittelalterliche Geschichte aus Anlass seines fünfzigjährigen Bestehens 1951–2001. Bd. 2). Herausgegeben von Jürgen Petersohn. Thorbecke, Stuttgart 2001, ISBN 3-7995-6906-5, S. 425–431 (Digitalisat).
  • Herwig Wolfram: Stefan Weinfurter. In: Österreichische Akademie der Wissenschaften. Almanach 2015, 165. Jahrgang, Wien 2016, S. 192.
  • Wer ist wer? Das deutsche Who's Who. L. Ausgabe 2011/2012, S. 1247.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Renate Edle Lumbe von Mallonitz: Der letzte Herbst. Ein historischer Roman aus Böhmen. Heidelberg 2009, S. 143–145.
  2. Bernd Schneidmüller: Stefan Weinfurter, Reichenau, 9. Oktober 2018.
  3. Consuetudines canonicorum regularivm Springirsbacenses-Rodenses. herausgegeben von Stefan Weinfurter. Turnhout 1978.
  4. Stefan Weinfurter: Sancta Aureatensis Ecclesia. Zur Geschichte Eichstätts in ottonisch-salischer Zeit. In: Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte 49, 1986, S. 3–40 (online).
  5. Stefan Weinfurter: Die Geschichte der Eichstätter Bischöfe des Anonymus Haserensis. Edition–Übersetzung–Kommentar. Regensburg 1987.
  6. Stefan Weinfurter: Ordnungskonfigurationen im Konflikt. Das Beispiel Heinrichs III. In: Jürgen Petersohn (Hrsg.): Mediaevalia Augiensia. Forschungen zur Geschichte des Mittelalters. Stuttgart 2001, S. 79–100 (online).
  7. Hubertus Seibert, Werner Bomm und Verena Türck (Hrsg.): Autorität und Akzeptanz. Das Reich im Europa des 13. Jahrhunderts. Ostfildern 2013. Vgl. dazu die Besprechung von Richard Engl in: Zeitschrift für historische Forschung 43, 2016, S. 359–361.
  8. Betreuung von Promotions-und Habilitationsarbeiten (Erstgutachten)
  9. Michael Bonewitz: Nachruf auf den Historiker Stefan Weinfurter, Echo Online.
  10. Vgl. dazu Stefan Weinfurter: „Series episcoporum“ – Probleme und Möglichkeiten einer Prosopographie des früh- und hochmittelalterlichen Episkopats. In: Neithard Bulst, Jean-Philippe Genet (Hrsg.): Medieval Lives and the Historian. Studies in Medieval Prosopography. Kalamazoo (Michigan) 1986, S. 97–112.
  11. Helmuth Kluger, Hubertus Seibert und Werner Bomm (Hrsg.): Gelebte Ordnung – gedachte Ordnung. Ausgewählte Beiträge zu König, Kirche und Reich. Aus Anlaß des 60. Geburtstages. Ostfildern 2005, S. XIII. Vgl. dazu die Besprechungen von Ludger Horstkötter in: Analecta Praemonstratensia 82, 2006, S. 362–363; Alheydis Plassmann in: sehepunkte 6 (2006), Nr. 9 [15. September 2006], online; Benoît-Michel Tock in: Revue Belge de Philologie et d'Histoire 85, 2007, S. 423–427; Wilfried Schöntag in: Rottenburger Jahrbuch für Kirchengeschichte 25, 2006, S. 352–353.
  12. Vgl. dazu die Besprechungen von Siegfried Haider in: Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 84, 1976, S. 440–442; Günter Rauch in: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte. Kanonistische Abteilung 62, 1976, S. 422–424; Jürgen Miethke in: Jahrbuch für die Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands 25, 1976, S. 338–342.
  13. Stefan Weinfurter: Salzburger Bistumsreform und Bischofspolitik im 12. Jahrhundert. Der Erzbischof Konrad I. von Salzburg (1106–1147) und die Regularkanoniker. Köln u. a. 1975, S. 3.
  14. Stefan Weinfurter: Vita canonica und Eschatologie. Eine neue Quelle zum Selbstverständnis der Reformkanoniker des 12. Jahrhunderts aus dem Salzburger Reformkreis. In: Gert Melville (Hrsg.): Secundum Regulam Vivere. Festschrift für Norbert Backmund. Windberg 1978, S. 139–167.
  15. Vgl. dazu Stefan Weinfurter: Norbert von Xanten und die Entstehung des Prämonstratenserordens. In: Barbarossa und die Prämonstratenser (Schriften zur staufischen Geschichte und Kunst 10), Göppingen 1989, S. 67–100; Stefan Weinfurter: Norbert von Xanten – Ordensstifter und „Eigenkirchenherr“. In: Archiv für Kulturgeschichte 59, 1977, S. 66–98; Stefan Weinfurter: Norbert von Xanten als Reformkanoniker und Stifter des Prämonstratenserordens. In: Kaspar Elm (Hrsg.): Norbert von Xanten. Adliger, Ordensstifter, Kirchenfürst. Köln 1984, S. 159–188.
  16. Stefan Weinfurter: Die Zentralisierung der Herrschaftsgewalt im Reich durch Kaiser Heinrich II. In: Historisches Jahrbuch 106, 1986, S. 241–297, hier: S. 284.
  17. Vgl. dazu die Besprechungen Klaus Naß in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 55, 1999, S. 736–737 (online); Matthias Becher in: Rheinische Vierteljahrsblätter 63 (1999), S. 341–345 (online); Jonathan Rotondo-McCord in: Speculum 74, 1999, S. 835–837; Sarah L. Hamilton in: Early Medieval Europe 10, 2001, S. 150–152; Johannes Fried: Die Kaiser herrschen nur in den Texten. Jedenfalls für den Historiker: Was eine Wende war, hängt davon ab, wie man das Wort dreht und wendet. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31. März 1998, Nr. 76, S. 47.
  18. Stefan Weinfurter, Bernd Schneidmüller (Hrsg.): Otto III. – Heinrich II. Eine Wende? Sigmaringen 1997, S. 8 (Digitalisat).
  19. Vgl. dazu die Besprechungen von Rudolf Schieffer in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 56, 2000, S. 705. (online); Herwig Wolfram in: Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 108, 2000, S. 411–415; Swen Holger Brunsch in: Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken 81, 2001, S. 687–688 (online); Johannes Fried: Verherrlicht hoch im Himmelreich. Auf Erden hinterließ der Kaiser keinen Sohn, aber viele Probleme: Stefan Weinfurters Bild von Heinrich II. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2. November 1999, Nr. 255, S. L20. Knut Görich: Neue Historische Literatur. Neue Bücher zum hochmittelalterlichen Königtum. In: Historische Zeitschrift 275/1, 2002, S. 105–125, hier: S. 109 f.
  20. Stefan Weinfurter: Kaiser Heinrich II. und Boleslaw Chrobry. Herrscher mit ähnlichen Konzepten? In: Quaestiones Medii Aevi Novae 9, 2004, S. 5–25, hier: S. 18f.
  21. Vgl. Stefan Weinfurter: Sakralkönigtum und Herrschaftsbegründung um die Jahrtausendwende. Die Kaiser Otto III. und Heinrich II. in ihren Bildern. In: Helmut Altrichter (Hrsg.): Bilder erzählen Geschichte. Freiburg i. Br. 1995, S. 47–103.
  22. Stefan Weinfurter: Heinrich II. (1002–1024). Herrscher am Ende der Zeiten. Regensburg 1999, S. 42–47.
  23. Hagen Keller: Das Bildnis Kaiser Heinrichs im Regensburger Evangeliar aus Montecassino (Bibl. Vat., Ottob. lat. 74). Zugleich ein Beitrag zu Wipos „Tetralogus“. In: Frühmittelalterliche Studien 30, 1996, S. 173–214; Vgl. dazu Stefan Weinfurter: Heinrich II. (1002–1024). Herrscher am Ende der Zeiten. Regensburg 1999, S. 247.
  24. Stefan Weinfurter: Inprimis Herimanni ducis assensu. Zur Funktion von D. H.II. 34 im Konflikt zwischen Heinrich II. und Hermann von Schwaben. In: Frühmittelalterliche Studien 34 (2000), S. 159–185, hier: S. 181.
  25. Stefan Weinfurter: Konfliktverhalten und Individualität des Herrschers am Beispiel Kaiser Heinrichs II. (1002–1024). In: Stefan Esders (Hrsg.): Rechtsverständnis und Konfliktbewältigung. Gerichtliche und außergerichtliche Strategien im Mittelalter. Köln u. a. 2007, S. 291–311, hier: S. 304.
  26. Stefan Weinfurter: Kunigunde, das Reich und Europa. In: Stefanie Dick, Jörg Jarnut, Matthias Wemhoff (Hrsg.): Kunigunde – consors regni. Vortragsreihe zum tausendjährigen Jubiläum der Krönung Kunigundes in Paderborn (1002–2002). München 2004, S. 9–27, hier: S. 16 und 26. Vgl. dazu die Besprechung von Laura Brandner in: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte 56, 2006, S. 213–215.
  27. Stefan Weinfurter: Karl der Große. Der heilige Barbar. München u. a. 2013. Vgl. dazu die Besprechungen von Charles West in: Francia-Recensio 2014–3 (online); Christoph Galle in: Mittellateinisches Jahrbuch 50, 2015, S. 341–343; Karl Ubl: Karl der Große und die Rückkehr des Gottesstaates. Narrative der Heroisierung für das Jahr 2014. In: Historische Zeitschrift 301 (2015), S. 374–390.
  28. Stefan Weinfurter: Karl der Große. Der heilige Barbar. München u. a. 2013, S. 15 und 201.
  29. Stefan Weinfurter: Karl der Große. Der heilige Barbar. München u. a. 2013, S. 14.
  30. Stefan Weinfurter: Carlo Magno. Il barbaro santo. Übersetzt von Alfredo Pasquetti. Bologna 2015.
  31. Stefan Weinfurter: Sancta Aureatensis Ecclesia. Zur Geschichte Eichstätts in ottonisch-salischer Zeit. In: Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte 49, 1986, S. 3–40 (Digitalisat); Stefan Weinfurter: Das Bistum Willibalds im Dienste des Königs. Eichstätt im frühen Mittelalter. In: Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte 50, 1987, S. 3–40; Stefan Weinfurter: Von der Bistumsreform zur Parteinahme für Kaiser Ludwig den Bayern. Die Grundlegung der geistlichen Landesherrschaft in Eichstätt um 1300. In: Blätter für deutsche Landesgeschichte 123 (1987), S. 137–184 (Digitalisat); Stefan Weinfurter: Friedrich Barbarossa und Eichstätt. Zur Absetzung Bischof Burchards 1153. In: Jahrbuch für fränkische Landesforschung 52, 1992, S. 73–84 (Digitalisat).
  32. Vgl. dazu die Besprechung von Matthias Werner in: Historisches Jahrbuch 115, 1995, S. 235.
  33. Stefan Weinfurter: Eichstätt im Mittelalter. Kloster – Bistum – Fürstentum. Regensburg 2010.
  34. Stefan Weinfurter: Konflikt und Konfliktlösung in Mainz. Zu den Hintergründen der Ermordung Erzbischof Arnolds 1160. In: Winfried Dotzauer (Hrsg.): Landesgeschichte und Reichsgeschichte. Festschrift für Alois Gerlich zum 70. Geburtstag. Stuttgart 1995, S. 67–83.
  35. Stefan Weinfurter: Wer war der Verfasser der Vita Erzbischof Arnolds von Mainz (1153–1160)? In: Karl Rudolf Schnith, Roland Pauler (Hrsg.): Festschrift für Eduard Hlawitschka zum 65. Geburtstag. Kallmünz 1993, S. 317–339.
  36. Stefan Weinfurter: Konflikt und Konfliktlösung in Mainz: Zu den Hintergründen der Ermordung Erzbischof Arnolds 1160. In: Winfried Dotzauer (Hrsg.): Landesgeschichte und Reichsgeschichte. Festschrift für Alois Gerlich zum 70. Geburtstag. Stuttgart 1995, S. 67–83.
  37. Stefan Burkhardt: Vita Arnoldi archiepiscopi Moguntinensis. Regensburg 2014 (online).
  38. Stefan Weinfurter: Der Mainzer Erzbischof Arnold von Selenhofen: Vita und Memoria. In: Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte 73, 2014, S. 59–71.
  39. Vgl. dazu die Besprechung von Robert Folz in: Mediaevistik 8, 1995, S. 346–349.
  40. Patrick Geary: Ein wenig Wissenschaft von Gestern: Der Einfluß deutschsprachiger Mediävistik in Amerika. In: Peter Moraw, Rudulf Schieffer (Hrsg.): Die deutschsprachige Mediävistik im 20. Jahrhundert. Ostfildern, 2005, S. 381–392. hier: S. 389 (online). Vgl. zu der englischsprachigen Arbeit Weinfurters die Besprechung von Eric J. Goldberg in: Early Medieval Europe 10, 2001, S. 313–314.
  41. Vgl. dazu die Besprechungen von Joachim Ehlers in: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte 43, 1993, S. 373–374; Bernhard Töpfer in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 42, 1994, S. 1012–1013.
  42. Stefan Weinfurter: Reformidee und Königtum im spätsalischen Reich. Überlegungen zu einer Neubewertung Kaiser Heinrichs V. In: Stefan Weinfurter (Hrsg.): Reformidee und Reformpolitik im spätsalisch-frühstaufischen Reich. Mainz 1992, S. 1–45, hier: S. 17.
  43. Stefan Weinfurter: Reformidee und Königtum im spätsalischen Reich. Überlegungen zu einer Neubewertung Kaiser Heinrichs V. In: Stefan Weinfurter (Hrsg.): Reformidee und Reformpolitik im spätsalisch-frühstaufischen Reich. Mainz 1992, S. 1–45, hier: S. 28.
  44. Vgl. dazu die Besprechungen von Florian Hartmann in: Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken 88 (2008), S. 598–600 (online); Christine Kleinjung in: H-Soz-Kult, 17. September 2008, (online).
  45. Stefan Weinfurter: Das „neue Europa“ und die spätsalischen Kaiser. Zusammenfassende Überlegungen. In: Bernd Schneidmüller, Stefan Weinfurter (Hrsg.): Salisches Kaisertum und neues Europa. Die Zeit Heinrichs IV. und Heinrichs V. Darmstadt 2007, S. 411–423, hier: S. 423.
  46. Vgl. dazu die Besprechungen von Christian Dury in: Francia 33, 2006, S. 271 (online); Rudolf Schieffer in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 64, 2008, S. 270–272 (online); Wilhelm Störmer in: Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte 65, 2006, S. 453–455.
  47. Stefan Weinfurter: Ordnungskonfigurationen im Konflikt. Das Beispiel Heinrichs III. In: Jürgen Petersohn (Hrsg.): Mediaevalia Augiensia. Forschungen zur Geschichte des Mittelalters. Stuttgart 2001, S. 79–100 (online).
  48. Bernd Schneidmüller, Stefan Weinfurter (Hrsg.): Ordnungskonfigurationen im hohen Mittelalter. Ostfildern 2006. Vgl. dazu die Besprechungen von Christoph H. F. Meyer in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 63, 2007, S. 378–380 (online); Walter Pauly in: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte, Germanistische Abteilung 124, 2007, S. 452–454; Olivier Bruand in: Francia-Recensio 2009/2 online; Steffen Patzold in: Zeitschrift für historische Forschung 35, 2008, S. 279–280; Immo Eberl in: Schweizerische Zeitschrift für Geschichte 58, 2008, S. 361–362 (online)
  49. Bernd Schneidmüller, Stefan Weinfurter: Ordnungskonfigurationen. Die Erprobung eines Forschungsdesigns. In: Bernd Schneidmüller, Stefan Weinfurter (Hrsg.): Ordnungskonfigurationen im hohen Mittelalter. Ostfildern 2006, S. 7–18 (online).
  50. Bernd Schneidmüller, Stefan Weinfurter: Ordnungskonfigurationen. Die Erprobung eines Forschungsdesigns. In: Bernd Schneidmüller, Stefan Weinfurter (Hrsg.): Ordnungskonfigurationen im hohen Mittelalter. Ostfildern 2006, S. 7–18, hier: S. 8 (online).
  51. Stefan Weinfurter: Das Ende Heinrichs IV. und die neue Legitimation des Königtums. In: Gerd Althoff (Hrsg.): Heinrich IV. Ostfildern 2009, S. 331–353, hier: S. 351 (online).
  52. Stefan Weinfurter: Papsttum, Reich und kaiserliche Autorität. Von Rom 1111 bis Venedig 1177. In: Ernst—Dieter Hehl, Ingrid Heike Ringel, Hubertus Hubertus (Hrsg.): Das Papsttum in der Welt des 12. Jahrhunderts. Stuttgart 2002, S. 77–99, hier: S. 99 (online).
  53. Vgl. dazu die Besprechungen von Andreas Kilb: Der Schatten des Körpers des Königs. Hochrangig: Ein Sammelband über die deutschen Herrscher des Mittelalters. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. Oktober 2003, Nr. 232, S. L34; Rudolf Schieffer in: Rheinische Vierteljahrsblätter 69, 2005, S. 304–305 (online); Rudolf Schieffer in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 60, 2004, S. 350 (online); Gerhard Köbler in: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte, Germanistische Abteilung 126, 2009, S. 503.
  54. Vgl. dazu die Besprechungen von Steffen Patzold in: Das Mittelalter 14, 2009, S. 195; Bernd Schütte in: H-Soz-Kult, 19. Juli 2006, online; Alois Gerlich in: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte, Germanistische Abteilung 124, 2007, S. 458–460; Rudolf Schieffer in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 63, 2007, S. 274 (online); Hans Hubert Anton: Rezeption, Reform, Synthese. Das Neue im Alten und Neues aus dem Alten. Überlegungen zu Publikationen aus Anlass des 900. Todestages von Kaiser Heinrich IV. und des Canossa-Ereignisses 1076/1077. In: Rheinische Vierteljahrsblätter 71, 2007, S. 254–265 (online); Scott G. Bruce in: Speculum 83, 2008, S. 487–489.
  55. Stefan Weinfurter: Canossa. Die Entzauberung der Welt. München 2006, S. 207.
  56. Stefan Weinfurter: Das Reich im Mittelalter. Kleine deutsche Geschichte von 500 bis 1500. München 2008. Vgl. dazu die Besprechungen von Michael Borgolte in: Historische Zeitschrift 290 (2010), S. 176–177; Ulrich Knefelkamp in: Das Mittelalter 16/1, 2011, S. 213; Christiane de Cracker-Dussart in: Le Moyen Âge 119, 2013, S. 492–493; Thomas Olechowski in: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte, Germanistische Abteilung 126, 2009, S. 450; Steffen Patzold in: Das Mittelalter 14, 2009, S. 195; Harald Müller in: H-Soz-Kult, 1. Oktober 2008, (online)
  57. Vgl. dazu die Besprechungen von Rudolf Schieffer in: Historisches Jahrbuch 115, 1995, S. 257–258; Herbert Edward John Cowdrey in: The English Historical Review 111, 1996, S. 954–955; Detlev Jasper in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 52, 1996, S. 643–645 (online); Pius Engelbert in: Theologische Revue 91 (1995), S. 231–234; Adelheid Krah in: Zeitschrift für Kirchengeschichte 107, 1996, S. 258–259; Patrick Henriet in: Le Moyen Âge 120, 2014, S. 621–625.
  58. Vgl. dazu die Besprechungen von Claudia Zey in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 59, 2003, S. 327–329 (online); Benoît-Michel Tock in: Revue Belge de Philologie et d'Histoire 83, 2005, S. 553–555.
  59. Stefan Weinfurter: Venedig 1177 – Wende der Barbarossazeit? Zur Einführung. In: Stefan Weinfurter (Hrsg.): Stauferreich im Wandel. Ordnungsvorstellungen und Politik in der Zeit Friedrich Barbarossas. Stuttgart 2002, S. 9–25.
  60. Vgl. dazu die Besprechungen von Jochen Johrendt in: Historische Zeitschrift 297, 2013, S. 778–779; Robert Paciocco in: Studi medievali 55, 2014, S. 842–853.
  61. Stefan Weinfurter: Wie das Reich heilig wurde. In: Bernhard Jussen (Hrsg.): Die Macht des Königs. Herrschaft in Europa vom Frühmittelalter bis in die Neuzeit. München 2005, S. 190–204 und 387–390.
  62. Vgl. dazu die Besprechung Thomas Vogtherr in: Das Mittelalter 13, 2008, S. 180–181.
  63. Stefan Weinfurter, Bernd Schneidmüller und Wojciech Falkowski (Hrsg.): Ritualisierung politischer Willensbildung. Polen und Deutschland im hohen und späten Mittelalter. Wiesbaden 2010. Vgl. dazu die Besprechung von Stefan Kwiatkowski in: Zeitschrift für historische Forschung 40, 2013, S. 293–295.
  64. Stefan Weinfurter, Marion Steinicke (Hrsg.): Investitur- und Krönungsrituale. Herrschaftseinsetzungen im kulturellen Vergleich. Köln u. a. 2005. Vgl. dazu die Besprechungen von Herbert Schneider in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 65, 2009, S. 285–287 (online); Franz-Josef Arlinghaus in: Zeitschrift für historische Forschung 35, 2008, S. 618–621; Hans-Werner Goetz in: Historische Zeitschrift 282, 2006, S. 719–720.
  65. Stefan Weinfurter: Investitur und Gnade: Überlegungen zur gratialen Herrschaftsordnung im Mittelalter. In: Stefan Weinfurter, Marion Steinicke (Hrsg.): Investitur- und Krönungsrituale. Herrschaftseinsetzungen im kulturellen Vergleich. Köln u. a. 2005, S. 105–123, hier: S. 114, 117 und 123.
  66. Claus Ambos, Stephan Hotz, Gerald Schwedler, Stefan Weinfurter (Hrsg.): Die Welt der Rituale. Von der Antike bis heute. Darmstadt 2005. Vgl. dazu die Besprechungen von Klaus Oschema in: Francia 33, 2006, S. 180–182 (online); Gerhard Schmitz in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 61, 2005, S. 855–857 (online); Vinciane Pirenne-Delforge in: Antiquité classique 75, 2006, S. 431–432.
  67. Stefan Weinfurter: Das Demutsritual als Mittel zur Macht: König Heinrich II. und seine Selbsterniedrigung 1007. In: Claus Ambos, Stephan Hotz, Gerald Schwedler, Stefan Weinfurter (Hrsg.): Die Welt der Rituale. Von der Antike bis in die Neuzeit. Darmstadt 2005, S. 45–50.
  68. Stefan Weinfurter: Mit nackten Füßen und härenem Büßergewand: die Unterwerfung (deditio) Herzog Heinrichs von Kärnten 1122. In: Claus Ambos, Stephan Hotz, Gerald Schwedler, Stefan Weinfurter (Hrsg.): Die Welt der Rituale. Von der Antike bis in die Neuzeit. Darmstadt 2005, S. 66–70.
  69. Stefan Weinfurter: Ein räudiger Hund auf den Schultern. Das Ritual des Hundetragens im Mittelalter. In: Claus Ambos, Stephan Hotz, Gerald Schwedler, Stefan Weinfurter (Hrsg.): Die Welt der Rituale. Von der Antike bis in die Neuzeit. Darmstadt 2005, S. 213–219.
  70. Stefan Weinfurter: Ottonische „Neuanfänge“ und ihre Perspektiven. In: Bernd Schneidmüller, Stefan Weinfurter (Hrsg.): Ottonische Neuanfänge. Symposion zur Ausstellung „Otto der Große, Magdeburg und Europa“. Mainz 2001, S. 1–16.
  71. Vgl. dazu die Besprechung von Dirk Jäckel in: sehepunkte 7 (2007), Nr. 2 [15. Februar 2007], online.
  72. Vgl. dazu die Besprechungen von Ingrid Baumgärtner in: Zeitschrift für historische Forschung 35, 2008, S. 493–494; Werner Hechberger in: Heilig – Römisch – Reich. Zur Bilanz einer Ausstellung. in: Historische Zeitschrift 286, 2009, S. 123–139.
  73. Bernd Schneidmüller, Stefan Weinfurter und Alfried Wieczorek (Hrsg.): Verwandlungen des Stauferreichs. Drei Innovationsregionen im mittelalterlichen Europa. Darmstadt 2010.
  74. Stefan Weinfurter: Regionale Kraft und transkulturelle Dynamik im Stauferreich. Zur Einführung.In: Bernd Schneidmüller, Stefan Weinfurter, Alfried Wieczorek (Hrsg.): Verwandlungen des Stauferreichs. Darmstadt 2010, S. 12–18, hier: S. 13.
  75. Vgl. dazu die Besprechung von Hans-Martin Maurer in: Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte 72, 2013, S. 528–532.
  76. Stefan Weinfurter: Konkurrierende Herrschaftskonzepte und Ordnungsvorstellungen in den Stauferreichen nördlich und südlich der Alpen. In: Die Staufer und Italien, Band 1: Essays, Darmstadt 2010, S. 411–420.
  77. Vgl. dazu die Besprechung von Sabine Wefers in: Zeitschrift für Historische Forschung 43, 2016, S. 100–102 (online); Jörg Schwarz in: Rheinische Vierteljahrsblätter 79 (2015), S. 294–296 (online); Doris Bulach in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 70 (2014), S. 382–384 (online).
  78. Stefan Weinfurter: Staufische Grundlagen der Pfalzgrafschaft bei Rhein. In: Jörg Peltzer, Bernd Schneidmüller, Alfried Wieczorek (Hrsg.): Die Wittelsbacher und die Kurpfalz im Mittelalter. Eine Erfolgsgeschichte? Regensburg 2013, Regensburg 2013, S. 11–22, hier: S. 18.
  79. Vgl. dazu die Besprechung von Volker Reinhardt in: Zeitschrift für historische Forschung 44, 2017, S. 698–700.
  80. Webseite zur Sendung
  81. Claudia Zey: Nachruf Stefan Weinfurter, Gedenkveranstaltung in Speyer, 5. Oktober 2018.
  82. Stefan Weinfurter (Hrsg.): Fünfzig Jahre Konstanzer Arbeitskreis für mittelalterliche Geschichte. Die Gegenwart des Mittelalters. Stuttgart 2001.
  83. Stefan Weinfurter: Standorte der Mediävistik. Der Konstanzer Arbeitskreis im Spiegel seiner Tagungen. In: Peter Moraw, Rudolf Schieffer (Hrsg.): Die deutschsprachige Mediävistik im 20. Jahrhundert. Ostfildern 2005, S. 9–38 (Digitalisat)