Stefanie Grüssl

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Stefanie Grüssl

Stefanie Grüssl (* 24. Juli 1960 in Graz) ist eine österreichische Künstlerin. Sie lebt und arbeitet in Wien.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stefanie Grüssl ist in Graz aufgewachsen und besuchte an der HTBLVA Graz-Ortweinschule die Meisterschule für Keramik und Ofenbau. Von 1982 bis 1985 sowie von 1990 bis 1994 studierte sie an der Universität für angewandte Kunst in Wien (Studienrichtung Produktgestaltung und Design). Seit 1990 arbeitet sie als Designerin und Malerin. Über ihre Arbeit als Künstlerin hinaus ist sie als Ministerialrätin im Österreichischen Wirtschaftsministerium beschäftigt. Seit 2005 ist Stefanie Grüssl Beiratsmitglied des Designforums im MuseumsQuartier Wien, das sie mit aufgebaut hat. Seit 2014 erstellt sie für die Burghauptmannschaft Österreich fotografische Dokumentationen über österreichische Kulturbauten.

Künstlerische Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein künstlerisches, kunsthandwerkliches Umfeld prägte bereits die Kindheit von Stefanie Grüssl. Ihr Vater, Gerald Wechtitsch, arbeitete neben seinem Brotberuf als Fotograf und Filmemacher. Einen wichtigen Einfluss übte ihr Onkel, der Architekt und Maler Eilfried Huth, aus. Sie ist verwandt mit dem Künstler Hartmut Skerbisch und mit Walter Klug, ebenfalls Künstler sowie Goldschmied und ehemaliger Professor an der Kunstgewerbeschule Graz, an der Stefanie Grüssl ihre Ausbildung erhielt. Seit den 1990er-Jahren unternimmt Stefanie Grüssl jährliche Malreisen mit ihrer Schwester, der Malerin und Architektin Susanne Wechtitsch.

Sesselskulptur von Stefanie Grüssl
Feuerberge von Stefanie Grüssl

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl als Keramikerin und Designerin ausgebildet, arbeitet Stefanie Grüssl mittlerweile vorwiegend als Malerin und Fotografin. Für ihre Mischtechnik verwendet sie vor allem Ölkreide, Farbstifte, Gouache und Aquarellfarbe auf Aquarellkarton. Ihre Fotografien werden regelmäßig in verschiedenen Zeitschriften (u. a. in der NÖN – Sonderausgabe zu Maria Theresia; dem „fliegermagazin“ oder dem Kärntner Kulturmagazin „Die Brücke“[1]) veröffentlicht.

Ihr besonderes Interesse gilt dem Forschungsobjekt Mensch und dem Ausdruck psychischer Prozesse. Seit 2005 gibt es eine Kooperation (Vorträge, Workshops, Publikationen) mit dem Institut für Pädagogische Psychologie für Bildungsentwicklung beim Ministerium für Bildung und Forschung der Republik Tatarstan und der Sigmund Freud PrivatUniversität Wien, bei der es vor allem um den Einsatz von Bildern in der Psychotherapie geht.

Nach eigenen Angaben ist es ihr ein Bedürfnis, sinnstiftende, positive und humorvolle Kunstwerke zu erschaffen, die den Betrachter nähren, trösten oder erheitern sollen.[2] Ihre intensive Beschäftigung mit Meditation und Spiritualität fließt in die Kunst ein.

Ihre Werke sind in vielen privaten Sammlungen zu finden. Sie engagiert sich mit ihrer Kunst auch für soziale Belange; unter anderem unterstützt sie die VinziRast-Projekte von Cecily Corti.[3] Über ihre Arbeit als bildende Künstlerin hinaus verfasst Stefanie Grüssl poetische Texte und Haikus.

Im Jahr 2015 hatte Stefanie Grüssl das Werk „Flugpolizei in Österreich einst und jetzt“ mit Fotodokumentationen ausgestattet.[4] 2016 erschien anlässlich des 60-jährigen Bestehens der dem österreichischen Innenministerium beigeordneten Flugpolizei eine Sondermarke der Österreichischen Post, an deren Gestaltung Stefanie Grüssl fotokünstlerisch beteiligt war.[5] Infolge einer Zusammenarbeit mit der Burghauptmannschaft Österreich und der Flugpolizei entstand 2018 der von Stefanie Grüssl verfasste Bildband „Höhenflüge – Österreichs Kulturerbe in Luftaufnahmen“, der im Rahmen von Österreichs EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2018 als offizielles Gastgeschenk verwendet wird.[6]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stefanie Grüssl ist mit dem Wiener Kunstsammler Gerald Grüssl verheiratet.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2008: Golden Pixel Award für Konzept und Fotografie des „Pirlo Kalenders“

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1975: Graz, Sparkassenplatz (Zeichnungen und Objekte)
  • 1984: Wien, Cafe Demel, "A new Coffee Landscape" (Porzellan), Gemeinschaftsausstellung mit der Universität für angewandte Kunst, Wien
  • 1986: New York City, "Contemporary Porcelain" (Porzellan) Gemeinschaftsausstellung mit der Universität für angewandte Kunst, Wien
  • 1992: Schloß Halbtum, „Scheinbar Keramik“ (Sofa und Porzellan)
  • 1992: Salzburg, Berchtoldsvilla, "Design Weeks" (Sofa) Gemeinschaftsausstellung mit der Universität für angewandte Kunst, Wien
  • 1994: Budapest, Museum für angewandte Kunst (Textil auf Porzellan) Gemeinschaftsausstellung mit der Universität für angewandte Kunst, Wien
  • 1999: Feldkirchen, Amthof: 1. Österreichisches Karikaturenfestival
  • 2001: Wien, Bundesministerium f. Wirtschaft u. Arbeit: „Der Frosch und sein Schatten“ (Malerei)
  • 2002: Wien, im Rahmen des 3. Weltkongresses für Psychotherapie, Schulschiff an der Donauinsel: “Felsbrandung” (Malerei)
  • 2006: Wien, Ausstellung in der WKÖ: „Begegnung mit dem inneren Sein“ (Malerei)
  • 2008: Nötsch, Erdgeschoss im Hause Wiegele: „Das Brot der Kunst“, gemeinsam mit Susanne Wechtitsch (Malerei)
  • 2009: Graz, Bundesdenkmalamt: „Doppelt sehen – Malreisen zweier Schwestern“, gemeinsam mit Susanne Wechtitsch (Malerei)
  • 2010: Wien, „Zauberformel“: Marmorsaal des Regierungsgebäudes am Stubenring, (Malerei mit Buchpräsentation) und Symposium: „Kommunikation im Bild“ im IIIDspace
  • 2013: Wien, „Angekommen“: bei Firma VITRA und zur Unterstützung des VinziRast-CortiHauses (Malerei)
  • 2014: Wien, „Ansichten eines Doms“: Fotoausstellung über den Stephansdom zu Gunsten der Caritas der Dompfarre
  • 2016: Wien, Bezirksmuseum Währing: „Schutz“, zugunsten des VinziRast-Home-Projekts von Cecily Corti (Malerei)

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Susanne Wechtitsch: Doppelt sehen. Malreisen zweier Schwestern, Eigenverlag S. Grüssl, Wien 2008, ISBN 978-3-200-01240-0.
  • Zauberformel. Ein künstlerischer Werdegang, Eigenverlag S. Grüssl, Wien 2010, ISBN 978-3-200-01872-3.
  • mit Peter Weichselbaum (Hrsg.): Flugpolizei in Österreich einst und jetzt, Verlag: Bundesministerium für Inneres, Abteilung II/7 – Flugpolizei, Wien 2015.
  • Höhenflüge. Österreichs Kulturerbe in Luftaufnahmen, Amalthea Signum Verlag, Wien 2018, ISBN 978-3-99050-134-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stefanie Grüssl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Brücke – Kärntens Kulturzeitschrift
  2. Statement von Stefanie Grüssl auf ihrer offiziellen Homepage
  3. Spenderin im Porträt: Stefanie Grüssl Artikel vom 30. November 2017 auf vinzirast.at
  4. Stefanie Grüssl und Peter Weichselbaum (Hrsg.): Flugpolizei in Österreich einst und jetzt, Verlag: Bundesministerium für Inneres, Abteilung II/7 – Flugpolizei, Wien 2015.
  5. Stefanie Grüssl und Werner Senn: Flugpolizei in Österreich. In: Helico Revue Nr. 126 – 06/2016, S. 25.
  6. Johann Werfring: Österreichs Nationalstolz aus erhabener Perspektive. In: „Wiener Zeitung“, 18. Juli 2018, S. 14.