Steffen Hebestreit

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Steffen Hebestreit (* 24. Mai 1972 in Frankfurt am Main)[1] ist ein deutscher Journalist, Kommunikationsmanager und politischer Beamter. Seit Dezember 2021 ist er Sprecher der deutschen Bundesregierung und Chef des Presse- und Informationsamtes.[1]

Ausbildung und Tätigkeit als Journalist[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hebestreit studierte von 1992 bis 2000 an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Politikwissenschaft und Amerikanistik. Sein Auslandssemester absolvierte er in Washington. Im Anschluss machte er ein Volontariat bei der Frankfurter Rundschau. Ab 2002 war er dort Redakteur und ab 2006 Hauptstadtkorrespondent. Nachfolgend war er ab 2010 Hauptstadtkorrespondent bei der DuMont Redaktionsgemeinschaft von Frankfurter Rundschau sowie Kölner Stadt-Anzeiger, Berliner Zeitung und Mitteldeutscher Zeitung.[2][3] Sein Schwerpunkt lag auf der Berichterstattung über die SPD und FDP.[2]

Er war von 2011 bis 2014 Mitglied im Vorstand der Bundespressekonferenz.[2]

Ämter in der Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Januar 2014 wechselte Hebestreit zur SPD als Sprecher der Generalsekretärin Yasmin Fahimi und wurde auch Mitglied der Partei. Ab Oktober 2015 war er Leiter der Vertretung der Freien und Hansestadt Hamburg beim Bund in Berlin.[4] Ab 21. März 2018 war er Leiter der Unterabteilung Kommunikation im Bundesministerium der Finanzen und Sprecher von Bundesfinanzminister Olaf Scholz.[3] Mit dem Regierungswechsel 2021 folgte er am 9. Dezember 2021 auf Steffen Seibert als Regierungssprecher und zugleich Chef des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung im Amt eines Staatssekretärs.[5][6]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er ist Bruder des ZDF-Nachrichtenmoderators Henner Hebestreit.[7] Er ist mit Julia Hebestreit verheiratet und Vater zweier gemeinsamer Kinder.[8]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Pressekonferenz am 16. August 2022 mit dem Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde Mahmud Abbas und Bundeskanzler Olaf Scholz führte das Versäumnis eines unmittelbaren Widerspruchs durch Bundeskanzler Scholz zu einem öffentlichen Eklat, nachdem Mahmud Abbas Israel vorgeworfen hatte, ein Apartheidsstaat zu sein und „50 Holocausts“ an der palästinensischen Bevölkerung durchgeführt zu haben. Bundeskanzler Olaf Scholz widersprach zwar während der Pressekonferenz noch den Aussagen zum Apartheidstaat, allerdings nicht mehr den Aussagen über die 50 Holocausts. Laut Medienberichten sei der Bundeskanzler sichtlich verärgert gewesen.[9][10][11][12]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Steffen Hebestreit. Bundesregierung, abgerufen am 10. Dezember 2021.
  2. a b c Bülend Ürük: Abschied vom Journalismus: Steffen Hebestreit wird Sprecher von SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi. In: Newsroom. 14. März 2014, abgerufen am 18. Dezember 2021 (deutsch).
  3. a b Stefan Groß-Lobkowicz: Was Große Koalition und Ampel vereint: Nur wer Steffen heißt, darf Regierungssprecher werden. In: The European. 8. Dezember 2021, abgerufen am 8. Dezember 2021.
  4. Harry Nutt: Regierungssprecher: Steffen kommt für Steffen. In: Berliner Zeitung. 8. Dezember 2021, abgerufen am 8. Dezember 2021.
  5. Aus dem dpa-Newskanal: Erster Tag im neuen Job: So startet die Ampel-Regierung. In: sueddeutsche.de. 9. Dezember 2021, abgerufen am 9. Dezember 2021.
  6. Regierungssprecher Hebestreit tritt Amt an. In: bundesregierung.de. Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, 9. Dezember 2021, abgerufen am 9. Dezember 2021.
  7. Pressestatements von Bundeskanzler Scholz, Staatssekretär a. D. Seibert, Regierungssprecher Hebestreit und Regierungsdirektor Schäfer zur Amtsübergabe an den neuen Sprecher der Bundesregierung am 9. Dezember 2021. Bundesregierung, 9. Dezember 2021, abgerufen am 11. Dezember 2021.
  8. Harry Nutt: Regierungssprecher: Steffen kommt für Steffen. In: Berliner Zeitung. 26. November 2021, abgerufen am 11. Dezember 2021.
  9. phoenix livestream: Bundeskanzler Olaf Scholz und Mahmoud Abbas, Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde. In: phoenix. 16. August 2022, archiviert vom Original am 16. August 2022; abgerufen am 16. August 2022.
  10. SZ/dpa/olkl/bix: Treffen mit Scholz:Abbas wirft Israel Holocaust an den Palästinensern vor. In: sueddeutsche.de. 16. August 2022, archiviert vom Original am 16. August 2022; abgerufen am 16. August 2022.
  11. fek/Reuters: Pressekonferenz mit Palästinenserpräsident Abbas wirft Israel »Holocaust« vor – Scholz schweigt. In: spiegel.de. 16. August 2022, archiviert vom Original am 16. August 2022; abgerufen am 16. August 2022.
  12. Maximilian Both, Angelika Hellemann, Julian Röpcke: Antisemitismus-Skandal im Bundeskanzleramt - Abbas relativiert den Holocaust … und Scholz schweigt. In: bild.de.de. 16. August 2022, archiviert vom Original am 16. August 2022; abgerufen am 16. August 2022.