Steg (Brücke)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Steg
Das Bild von etwa 1770 zeigt den heute nicht mehr existierenden Steg zur Insel Wörth im Staffelsee

Ein Steg (von mhd. stec) ist eine relativ kleine Brücke, die meistens nur von Fußgängern und Radfahrern zum Überqueren von Gewässern oder Feuchtgebieten genutzt wird. Etymologisch hängt der Begriff ebenso wie Steig, Steige und Stiege mit dem Verb „steigen“ zusammen, vgl. „hinaufsteigen“ und „hinübersteigen“.

Gewässerquerungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einfacher Steg, englisch "plank bridge" über einen Entwässerungsgraben in Somerset

Kurze Stege über Gräben und kleine Bächen liegen oft nur mit ihren Enden auf den Ufern. Längere, über Flüsse, können mit Pfosten abgestützt oder als Hängebrücke konstruiert sein. Eine besondere Form ist der Wehrsteg, bei dem ein meist aus Stahl gefertigter Steg ein Wehr überquert.

Besonders bekannte Stege sind die Fußgänger- oder Fuß-und-Rad-Brücken über den Main in Frankfurt (Eiserner Steg und Holbeinsteg)

Badesteg am Kirnbergsee

Bootssteg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bootsstege und Badestege sind im Gegensatz zu anderen Stegen keine Querungsbauwerke zur Vermeidung von Gewässern, sondern dienen dazu, besser zum Wasser zu gelangen. Größere Bootsstege nennt man Seebrücken.

Bohlenweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über Jahrtausende erhalten haben sich die Reste vorgeschichtlicher Bohlenwege in Mooren erhalten. Dabei können die Balken des Weges von Pfosten gestützt sein oder auch nur auf Querbalken liegend mit diesen zusammen ein Gitterrost bilden, das ein Versinken im weichen Boden verhinderte.

Steig[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch in den Bergen wird der Begriff Steg für Steige verwendet, die brückenähnlich über freies Gelände oder Gewässer führen. Wesentlich seltener verwendet wird es für Steige, die aus dem Stein herausgeschlagen werden.

Stegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Kirchenschule am Kirchenstegel in Hamburg-Altengamme

In den Hamburger Vier- und Marschlande tragen Wege den Namen Stegel, die von den Deichen aus im rechten Winkel vom Gewässer weg führen. In früheren Zeiten waren diese Wege wegen des feuchten Marschbodens als Bohlenwege angelegt.

Behelfsmäßige Stege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Katastrophenschutz und in der Technischen Hilfeleistung werden etwa durch das THW zur Überwindung von Hindernissen oder Gewässern verschiedene Stegarten als behelfsmäßige Übergänge eingesetzt. Traditionell werden solche behelfsmäßigen Stege aus Holz mit Leinenverbindungen gebaut[1], heute wird häufig ein Einsatzgerüstsystem verwendet.[2]

Passerelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Passerelle ist ein französischer Begriff für Steg.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Katastrophenschutz-Dienstvorschrift 280 von 1978
  2. Stegebau auf der Seite des THW, abgerufen am 6. April 2016