Steibis

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Steibis
Koordinaten: 47° 31′ 46″ N, 10° 1′ 28″ O
Höhe: 860 m
Postleitzahl: 87534
Vorwahl: 08386
Blick von Oberstaufen nach Steibis und Berg Hochgrat
Steibis vom Imberggrat
Neue Kirche in Steibis

Steibis ist ein Ortsteil in der Gemarkung Aach im Allgäu des Marktes Oberstaufen im bayerisch-schwäbischen Landkreis Oberallgäu. Es liegt auf einer leicht abfallenden Hochebene zwischen dem nördlichen Weissachtal und der südlich liegenden Nagelfluhkette auf einer Höhe von 860 m. Hausberge sind der Hochgrat und der direkt im Ort fußende Imberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste auffindbare urkundliche Nennung des Ortsnamens Steibis ist die im Leuteverzeichnis der Grafschaft Rothenfels aus dem Jahre 1451. Dort sind als Eigenleute der Grafschaft „Elss Harrerin ze Stöbin und Kräugerin“ registriert. Auf gut Deutsch bedeutet „ze Stöbin“ zu den („Leuten namens“) Stöb. Für Steibis gibt es aber keinen anderen Beleg für das Vorkommen des Familiennamens Stöb als eben den von 1451, der auf Jäck Stöb deuten kann.

Steibis war und ist noch heute das Eingangstor zum größten zusammenhängenden einstigen Sennalpen- und heutigen Galtalpengebiet Deutschlands. Die Erschließung dieses Alpengebiets zur Sömmerung von Milchkühen und Jungrindern von weither begann schon im 12. Jahrhundert.

Bis ins 19. Jahrhundert war Steibis nur ein kleines Bergdorf der Gemeinde Aach. Seit 1857 eigenständige Pfarrei, zählte der Ort Anfang des 20. Jahrhunderts 239 Einwohner. Dann begann nach dem Ersten Weltkrieg eine Wandlung zum Ferien- und Wintersportort. Im 20. Jahrhundert wuchs es durch den aufkommenden Tourismus rasch an, so dass es eine eigene Schule, eine eigene Poststation, einen eigenen Pfarrhof und ein eigenes öffentliches Hallenbad bekam. 1957 wurde die Straße von Höfen im Weißachtal hinauf nach Steibis gebaut. 1967 erfolgte die Anerkennung als Luftkurort. Der Bau der Imbergbahn 1950 und der Hochgratbahn 1973 waren wesentliche Meilensteine auf dem Weg zu einem der bedeutendsten Tourismusorte im Allgäu. 1971 wurde die alte Kirche abgerissen, eine neue, moderne Kirche war Ende 1970 eingeweiht worden. Im Zuge der kommunalen Neuordnung Bayerns im Jahre 1972 fiel Steibis am 1. Januar 1972 mitsamt der Gemeinde Aach an den Markt Oberstaufen.[1]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Nordhang des Seelekopfs oberhalb der Unteren Lauchalpe steht die Ureibe bei Steibis. Das Alter dieser weiblichen Eibe wird auf 600–800 Jahre geschätzt. Sie ist damit einer der ältesten Bäume Deutschlands. Ihr Stamm ist hohl und hat einen Umfang von rund 5 Meter.

Der Ort verfügt über einige weitere besonders alte und mächtige Bäume wie zum Beispiel den Trogahorn Steibis.

Rund 1,5 km östlich des Ortes liegen die Buchenegger Wasserfälle in der Weißach.

Sennerei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die traditionell geführte Sennerei mitten im Dorf bietet Führungen zur Herstellung des dort hergestellten Bergkäses an.

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Oberstaufen#Steibis

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Talfahrt mit der Imbergbahn

Sommer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wandern
  • Nordic Walking
  • 18-Loch Golfplatz[2]

Winter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christl Cranz-Borchers (* 1. Juli 1914 in Brüssel; † 28. September 2004 in Steibis), von 1934 bis 1939 zwölffache Weltmeisterin in den alpinen Skidisziplinen Abfahrt (3), Slalom (4) und Kombination (5) sowie Olympiasiegerin in der Alpinen Kombination bei den Olympischen Winterspielen 1936 in Garmisch-Partenkirchen, lebte viele Jahre in Steibis/Sägmühle und leistete mit ihrer Arbeit – sie gründete die ortsansässige Skischule, die bis heute ihren Namen trägt[5] – auch einen wesentlichen Beitrag für die weitere Entwicklung zum Wintersportort nach dem Zweiten Weltkrieg.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Steibis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 571.
  2. Fore-golfer: Golfclub Oberstaufen-Steibis e.V.; abgerufen am 6. April 2011
  3. (ohne Hochgrat). Siehe Skiinfo: Skiarena Steibis; abgerufen am 6. April 2011
  4. Bergfex: Langlauf Steibis; abgerufen am 6. April 2011
  5. http://www.skischule-steibis.de/index.html