Steiermark

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Steiermark
Landesflagge Landeswappen
Landesflagge Landeswappen
Basisdaten
Landessprache: Deutsch
Landeshauptstadt: Graz
Größte Stadt: Graz
Landeshymne: Dachsteinlied
ISO 3166-2: AT-6
Kürzel: ST
Website: www.steiermark.at
Karte: Steiermark in Österreich
LiechtensteinSchweizBodenseeVorarlbergTirolTirolSalzburgKärntenBurgenlandWienSteiermarkOberösterreichNiederösterreichItalienSlowenienDeutschlandKroatienSlowakeiTschechienUngarnSteiermark in Austria.svg
Über dieses Bild
Geographie
Fläche: 16.399,34 km² (31. Dezember 2019)
– davon Land: 16.251,13 km² (99,1 %)
– davon Wasser: 00.147,61 km² 0(0,9 %)
– Rang: 2. von 9
Geographische Lage: 46°36′ – 47°43′N
013°34′ – 016°10′E
Ausdehnung: Nord–Süd: 135.3 km
West–Ost: 196.1 km
Höchster Punkt: 2995 m ü. A.
(Hoher Dachstein)
Tiefster Punkt: 200 m ü. A.
(Mur östlich von Bad Radkersburg)
Verwaltungsgliederung
Bezirke: 001 Statutarstadt
012 Bezirke
Gerichtsbezirke: 015
Gemeinden: 286, davon
035 Städte
122 Marktgemeinden
Karte: Verwaltungsbezirke
Bezirk Bruck-MürzzuschlagBezirk DeutschlandsbergGrazBezirk Graz-UmgebungBezirk Hartberg-FürstenfeldBezirk LeibnitzBezirk LeobenBezirk LiezenBezirk MurauBezirk MurtalBezirk SüdoststeiermarkBezirk VoitsbergBezirk WeizLage des Steiermark im Bundesland Steiermark (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Bevölkerung
Einwohner: 1.246.395 (1. Jänner 2020)[1]
– Rang: 4. von 9
Bevölkerungsdichte: 76 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 11,5 % (1. Jänner 2020)[2]
Migrationshintergrund: 14,2 % (Ø 2019)[3]
Politik
Landeshauptmann: Hermann Schützenhöfer (ÖVP)
Regierende Parteien: ÖVP und SPÖ
Sitzverteilung im Landtag:
2
12
6
2
18
8
12 18 
Insgesamt 48 Sitze
Letzte Wahl: 24. November 2019
Wirtschaft
Bruttoinlandsprodukt: 49,6 Mrd. Euro (2018)[4]
BIP pro Kopf: 40.000 Euro[4]
Arbeitslosenquote: 6,7 % (September 2020)[5]

Die Steiermark ist eines der neun Bundesländer der Republik Österreich. Ihre Hauptstadt ist Graz, welche gefolgt von Leoben, Kapfenberg, Bruck an der Mur und Feldbach nach Einwohnern auch mit Abstand die größte Stadt der Steiermark ist. Das flächenbezogen zweitgrößte, der Einwohnerzahl nach das viertgrößte Bundesland Österreichs grenzt an die österreichischen Bundesländer Kärnten, Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich und das Burgenland sowie im Süden an die Republik Slowenien. Die Bewohner werden als Steirer bezeichnet.

Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gab es das weitaus größere Herzogtum Steiermark als Kronland des Kaisertums Österreich, seit 1867 in Österreich-Ungarn. Seit dem Zerfall der Habsburgermonarchie im Oktober/November 1918 und dem Vertrag von Saint-Germain, 1919, gehört die Untersteiermark zu Slowenien.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Panoramabild der Nordoststeiermark, aufgenommen von der Ringwarte am Ringkogel – Der Blick reicht vom Stuhleck (ganz links), über den Hochwechsel und das Hartberger Land bis weit hinein in das Burgenland und nach Ungarn.

Das Bundesland Steiermark hat eine Fläche von 16.398,74 km²[6] und ist damit das zweitgrößte Bundesland Österreichs. Es verfügt über eine 145 km lange Außengrenze mit Slowenien, womit es – abgesehen vom Ausnahmefall Wien – das Bundesland mit der geringsten Grenzlänge an das Ausland ist. Die Binnengrenze zu den angrenzenden Bundesländern ist 870 km lang.

Die Steiermark ist in mehrere Regionen gegliedert. Flächenmäßig am größten ist die Obersteiermark, die von den nördlichen Landesgrenzen bis zum Steirischen Randgebirge südlich der Mur-Mürz-Furche reicht. Die Weststeiermark liegt südlich davon und westlich der Mur. Die Oststeiermark liegt östlich der Mur und südlich des Wechsels und der Fischbacher Alpen. Zwischen Ost- und Weststeiermark liegt die Landeshauptstadt Graz. Seit jüngerer Zeit wird das Gebiet der Landeshauptstadt Graz und des Bezirkes Graz-Umgebung als Mittelsteiermark bezeichnet. Dieses Gebiet ist geografisch weder der Ost- noch der Weststeiermark zuzuordnen. Diese Einteilung der Steiermark, der zufolge große Teile der Obersteiermark westlicher als die Weststeiermark liegen, stiftet manchmal bei Nichtkundigen Verwirrung. Sie rührt aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg her, als Ost- und Weststeiermark zusammen die „Mittelsteiermark“ bildeten, während die Untersteiermark das gemischtsprachige deutsch-slowenische Gebiet mit der Hauptstadt Marburg an der Drau (slowenisch Maribor) war. Dieses kam nach dem Ende des Ersten Weltkrieges zum Königreich Jugoslawien und gehört heute zu Slowenien. Der südliche Landesteil ab etwa der Linie Deutschlandsberg – Leibnitz – Bad Radkersburg wird Südsteiermark genannt und ist nicht mit der Untersteiermark zu verwechseln. Umgangssprachlich jedoch wird (zumindest in der Obersteiermark) heute noch oft die Südsteiermark mit der Untersteiermark namentlich gleichgesetzt.

Die Steiermark wird im Volksmund auch die „Grüne Mark“ und – vorwiegend im Tourismus – das „Grüne Herz Österreichs“ genannt, da rund 61 Prozent ihrer Bodenfläche bewaldet ist und ein weiteres Viertel von Wiesen, Weiden sowie Obst- und Weingärten eingenommen wird.

Das im Norden des Landes befindliche Ennstal mit seinen schroffen Felsen, vom Dachstein bis zum Nationalpark Gesäuse, und die Gebirgsplateaus zwischen Hochschwab und Rax machten die Steiermark auch als alpines Bundesland bekannt. In diesem Gebiet befindet sich mit der Hochwildstelle (auch Hohe Wildstelle) mit 2747 m ü. A. der höchste Berg, der zur Gänze auf steirischem Landesgebiet liegt. Der Süden des Landes ist größtenteils hügelig (Weinbaugebiet), das Grazer und Leibnitzer Feld entlang der Mur ist dagegen eben.

Der Hauptfluss der Steiermark ist die Mur, die im Salzburger Lungau entspringt, bald danach in der westlichen Obersteiermark bei Predlitz die Landesgrenze passiert und bis Bruck an der Mur in vorwiegend östliche Richtung fließt. Dort macht der Fluss eine Biegung und verläuft bis an die slowenische Grenze bei Spielfeld in südliche Richtung. Ab dort fließt die Mur wieder in östliche Richtung bis Bad Radkersburg und bildet dabei die Grenze zum südlichen Nachbarstaat. Die Länge der Mur auf steirischem Gebiet beträgt 290,9 km.

Größter See in der Steiermark ist der Grundlsee mit 4,3 km².

Effekte der globalen Erwärmung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jüngste Temperaturstudien legen nahe, dass insbesondere die Oststeiermark besonders anfällig für die globale Erwärmung ist. So stieg seit 1960 die jährliche Durchschnittstemperatur um drei Grad an, was dem doppelten Wert anderer Regionen entspricht.[7] Laut Gottfried Kirchengast werden sich diese Trends gerade im Alpenraum und in der Steiermark in Zukunft noch verstärken, so dass es unter anderem möglich sei, dass Flüsse wie die Raab in manchen Sommern kein Wasser mehr führen.[7]

Die zehn flächengrößten Gemeinden
# Stadt / Gemeinde
Gebietsstand: 2020
Bezirk Fläche in km²
(31. Dezember 2019)
01 Mariazell BM 414,14
02 Admont LI 300,02
03 Sölk LI 288,68
04 Neuberg an der Mürz BM 274,82
05 Pölstal MT 270,63
06 Stadl-Predlitz MU 257,11
07 Landl LI 254,85
08 Schladming LI 211,00
09 Oberwölz MU 210,30
10 Rottenmann LI 205,48

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Statutarstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Landeshauptstadt Graz

Bezirke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge von Verwaltungsreformen entstanden durch Bezirksfusionen 2012 der Bezirk Murtal (Zusammenlegung der ehemaligen Bezirke Judenburg und Knittelfeld) und 2013 die Bezirke Bruck-Mürzzuschlag (aus Bruck an der Mur und Mürzzuschlag), Hartberg-Fürstenfeld (aus Hartberg und Fürstenfeld) sowie Südoststeiermark (aus Feldbach und Radkersburg).

Bezirk Verwaltungssitz Fläche in km²
(31. Dezember 2019)
Einwohner
(1. Jänner 2020)[1]
Kfz-Kennzeichen
Bruck-Mürzzuschlag[A 1] Bruck an der Mur 2.156,93 98.697 BM (ab 1.7.2013; alt: BM bzw. MZ)
Deutschlandsberg Deutschlandsberg 863,47 60.867 DL
Graz[A 2] Graz 127,57 291.072 G
Graz-Umgebung Graz 1.084,55 156.070 GU
Hartberg-Fürstenfeld[A 3] Hartberg 1.224,28 90.606 HF (ab 1.7.2013; alt: HB bzw. FF)
Leibnitz Leibnitz 749,97 84.756 LB
Leoben Leoben 1.053,49 59.700 LE = Stadt Leoben
LN = alle anderen Gemeinden außer der Stadt Leoben
Liezen Liezen 3.318,72 79.652 LI = Bereich Liezen
(alt: tw. BA = Expositur Bad Aussee bis Ende 2011)
– davon
Expositur Gröbming
Gröbming 954,85 22.820 GB = Bereich Gröbming
Murau Murau 1.385,48 27.543 MU
Murtal[A 4] Judenburg 1.675,81 71.698 MT (ab 1.7.2012; alt: JU bzw. KF)
Südoststeiermark[A 5] Feldbach 982,96 84.036 SO (ab 1.7.2013; alt: FB bzw. RA)
Voitsberg Voitsberg 678,18 51.044 VO
Weiz Weiz 1.097,94 90.654 WZ

Anmerkung:

  1. Entstand am 1. Jänner 2013 durch Zusammenlegung der Bezirke Bruck an der Mur und Mürzzuschlag
  2. Graz ist als Stadt mit eigenem Statut sowohl Gemeinde als auch Bezirk gleichzeitig.
  3. Entstand am 1. Jänner 2013 durch Zusammenlegung der Bezirke Hartberg und Fürstenfeld
  4. Entstand am 1. Jänner 2012 durch Zusammenlegung der Bezirke Judenburg und Knittelfeld
  5. Entstand am 1. Jänner 2013 durch Zusammenlegung der Bezirke Feldbach und Radkersburg

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich war das Gebiet keltisch besiedelt. Im 6. Jh. siedelten sich Slawen aus dem Osten an. Um die Mitte des 8. Jhs. baten sie den bajuwarischen Herzog Odilo um Unterstützung im Kampf gegen die Awaren. Die Bajuwaren waren siegreich und lebten mit den Slawen auf dem steirischen Gebiet von nun an Seite an Seite. Die genaue Verteilung der Bevölkerungsgruppen zur damaligen Zeit ist schwer nachzuzeichnen. Aus der Zeit um 1030 sind Dokumente mit den Namen aller Einwohner von Scheifling und Lind erhalten. Der Großteil der Namen ist slawisch. Die deutschsprachigen Siedler dürften im Hochmittelalter noch eine Minderheit dargestellt haben. Weil die hohen Posten mit deutschsprachigen Siedlern besetzt wurden, setzte sich das Deutsche immer mehr durch. An vielen Ortsnamen ist heute noch die slawische Vergangenheit abzulesen.[8]

1180 wurde die Steiermark unter den Traungauern zum Herzogtum erhoben und die lehnsrechtlichen Bindungen an das Herzogtum Bayern und das Herzogtum Kärnten gelöst.

Aufgrund eines 1186 mündlich abgeschlossenen (in der Georgenberger Handfeste dokumentierten) Erbvertrages wurden die Herzöge von Österreich aus der Dynastie der Babenberger 1192 Herzöge der Steiermark (bis 1246).

Nach dem Aussterben der Babenberger gelangte die Steiermark zunächst an Ungarn, 1261 an Böhmen. Im Frieden von Ofen wurde 1254 der mit der Steiermark verbundene Traungau abgetrennt. Er wurde ein wesentlicher Teil des entstehenden „Fürstenthums ob der Enns“ (Oberösterreich). Gleichzeitig wurde auch die zur Steiermark gehörige Grafschaft Pitten ausgegliedert und dem Herzogtum Österreich, das damals ungefähr dem heutigen Niederösterreich entsprach, zugeschlagen.

1282 gelangte das Herzogtum Steiermark gemeinsam mit dem Herzogtum Österreich an das Adelshaus Habsburg. Im Zuge der habsburgischen Erbteilungen wurde die Steiermark der zentrale Teil Innerösterreichs (mit der Residenz Graz).

Grenzmaut zwischen Kärnten und Steiermark, um 1820, Lith. Anstalt J.F. Kaiser, Graz

1918 wurde durch Entscheid der dortigen Abgeordneten, 1919 dann gemäß den Bestimmungen des Vertrages von Saint-Germain der südliche Teil des Herzogtums, die Untersteiermark, abgetrennt und dem Königreich Jugoslawien, aus dem später die Republik Jugoslawien wurde, angeschlossen und ist seit 1991, nach deren Auflösung, ein bedeutender Teil der Republik Slowenien.

1938, nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich, wurde das im äußersten Nordwesten des Bundeslandes liegende Ausseerland nach Oberösterreich („Oberdonau“) ausgegliedert und im Gegenzug das südliche Burgenland der Steiermark zugeschlagen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden diese Gebietsveränderungen rückgängig gemacht; so wurde das Ausseerland am 1. Juli 1948[9] wieder der Steiermark angeschlossen. Im Mai 1945 wurde die Steiermark von sowjetischen Truppen besetzt, kam aber von September 1945 bis Sommer 1955 unter britische Verwaltung.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Steiermark leitet sich von der Stadt Steyr (heute in Oberösterreich) und der dort erstmals 985 erwähnten Styraburg, dem heutigen Schloss Lamberg her, wo die Traungauer Grafen damals ihren Sitz hatten. Die aus der Familie der Traungauer stammenden Markgrafen von Steyr haben entscheidend zur Entstehung der Steiermark beigetragen. Auf die gemeinsame Geschichte der Stadt und des Landes weisen noch der lateinische (und ins Englische übernommene) Name des Bundeslandes (Styria) und das gemeinsame Wappen, der silberne, rot gewaffnete und gehörnte, flammenspeiende, aufgerichtete Panther auf Grün hin. Der Wortteil -mark weist auf die Eigenschaft als Grenzgebiet (Mark) hin, was sich aus der Mark an der Mur erklärt.

Der Duden und das Österreichische Wörterbuch führen steirisch und steiermärkisch als Synonyme. Im örtlichen Sprachgebrauch jedoch wird steiermärkisch vorwiegend als Namensbestandteil von Behörden, Ämtern, Unternehmen und Vereinen verwendet.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Bevölkerungsstand der Steiermark am 1. Jänner 2020 war: 1.246.395 Einwohner
  • Geschlechtsverteilung: 50,6 % weiblich, 49,4 % männlich
  • Altersstufen (2017): 18,2 % unter 20 Jahre alt, 20,1 % ab 65 Jahre alt
  • Lebenserwartung bei Geburt (2017): 79,2 Jahre für Männer; 84,1 Jahre für Frauen
  • Anzahl der Familien 2012: 346.200
  • Durchschnittliche Kinderzahl pro Familie mit Kindern 2012: 1,60

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einschließlich der Untersteiermark hatte die Steiermark im Jahr 1900 insgesamt 1.356.494 Einwohner.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zehn einwohnerstärksten Gemeinden
# Stadt / Gemeinde
Gebietsstand: 2020
Einwohner
1. Jänner 2020[1]
1 Graz 291.072
2 Leoben 24.471
3 Kapfenberg 22.609
4 Bruck an der Mur 15.787
5 Feldbach 13.450
6 Gratwein-Straßengel 12.846
7 Knittelfeld 12.597
8 Leibnitz 12.437
9 Weiz 11.797
10 Deutschlandsberg 11.663

Ballungsräume[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Graz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Uhrturm ist das Wahrzeichen der steirischen Landeshauptstadt Graz.

Der größte Ballungsraum der Steiermark ist die Landeshauptstadt Graz mit 291.072 Einwohnern. In der Agglomeration wohnen circa 320.000 Menschen (Hauptwohnsitz). Das Einzugsgebiet der Stadt umfasst über 700.000 Menschen und reicht von der südlichen Obersteiermark über das Grazer Feld ins Südburgenland bis nach Nordslowenien. Besonders die Nachbargemeinden Seiersberg-Pirka, Feldkirchen bei Graz, Gössendorf und Kalsdorf werden immer größer.

Mur-Mürz-Furche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Altstadt von Leoben liegt in einer Schleife der Mur, des bedeutendsten Flusses der Steiermark.

Die größten Städte der Mur-Mürz-Furche sind Leoben, Bruck an der Mur und Kapfenberg. Hier befindet sich das Zentrum der Schwerindustrie. Zusammen mit ihrem Einzugsgebiet bilden sie den zweiten Ballungsraum der Steiermark mit circa 150.000 Einwohnern.

Aichfeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Aichfeld als westlicher Teil der Mur-Mürz-Furche befindet sich im oberen Murtal und bildet mit den Gemeinden Knittelfeld, Judenburg, Fohnsdorf, Zeltweg und Spielberg den dritten steirischen Ballungsraum. Im Einzugsgebiet leben etwa 44.000 Menschen.

Weiters befindet sich hier der Red Bull Ring und mit dem Fliegerhorst Hinterstoisser der größte militärische Flugplatz Österreichs.

Minderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Volkszählung von 2001 ergab 4.250 österreichische Steirer mit slowenischer Muttersprache. Sie sind erst seit 2004 als autochthone Minderheit laut Staatsvertrag (regelt maßgeblich die Minderheitenrechte der Slowenen und Kroaten in Österreich) anerkannt und haben daher im Volksgruppenbeirat Sitz und Stimmrecht.

Hinzu kommen in Slowenien geborene, also in die heutige Steiermark zugewanderte Slowenen. Laut der Landesstatistik Steiermark traf dies im Jahr 2011 auf 6.911 Personen zu.[10]

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Minderheitensprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dialekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Steiermark werden diverse Dialekte gesprochen. Diese können sogar von Ort zu Ort variieren und verändert sein. Ein Beispiel ist der Ennstaler Dialekt. Ein Überblick über die Grundlagen aller Steirischen Dialekte ist auch auf der Webseite des Steiermark Tourismus zu finden.[11]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Volkszählung 2001 wurden bei einer Gesamtbevölkerung von 1.183.303 Einwohnern erhoben:

  • 961.630 (81,0 %) Katholiken, zuständig ist die Diözese Graz-Seckau;
  • 117.589 0(9,9 %) ohne religiöses Bekenntnis,
  • 051.005 0(4,3 %) evangelisch, die durch die Evangelische Superintendentur A. B. Steiermark betreut werden; als Hochburg gilt das obere Ennstal, und insbesondere die Gemeinde Ramsau mit 78,1 %.
  • 019.007 0(1,6 %) islamisch,
  • 016.345 0(1,4 %) ohne Angabe,
  • jeweils unter einem Promille lag der Anteil der Altkatholiken (1.183) sowie der Juden (161), die durch die IKG Graz betreut werden.
  • 016.383 0(1,4 %) bekannten sich zu allen anderen Religionsgemeinschaften.

Bis 1938 gab es in der Steiermark mehrere jüdische Gemeinden mit Synagogen in Bad Aussee, Bad Gleichenberg, Graz, Judenburg und Leoben.[12][13]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Steiermark ist ähnlich wie Oberösterreich ein Swingstate, der bei bundesweiten Wahlen meist Signalcharakter besitzt. Die ÖVP dominiert in den ländlich geprägten Gebieten der Süd- und Oststeiermark, die SPÖ in den Industrieregionen der Obersteiermark und in den Bahnknotenpunkten. Aber auch die FPÖ ist in der Steiermark traditionell stark verankert. In der Landespolitik dominierte die ÖVP, welche bis auf den Zeitraum von 2005–2015 alle Landeshauptleute stellte und lange Zeit auch auf die Politik der Bundes-ÖVP und die Kür von deren Parteiobmännern einen sehr starken Einfluss ausübte. Die steirische Landesgruppe galt innerparteilich mit einigen "Vordenkern" als eher liberal ausgerichtet, hat ihre starke Stellung aber in den letzten 20 Jahren sukzessive an Niederösterreich verloren. Im Zeitraum 2005–2015 stellte die SPÖ mit Franz Voves den Landeshauptmann.

Landesregierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arkadenhof des Grazer Landhauses
Logo des Bundeslandes Steiermark

Die acht Sitze der seit 17. Dezember 2019 amtierenden Landesregierung Schützenhöfer II wurden im Rahmen einer Koalitionsvereinbarung vergeben.

Sitzverteilung: 5 ÖVP, 3 SPÖ:

  •  Hermann Schützenhöfer, Landeshauptmann (ÖVP)
  •  Anton Lang, Erster Landeshauptmann-Stellvertreter (SPÖ)
  •  Juliane Bogner-Strauß, Landesrätin (ÖVP)
  •  Christopher Drexler, Landesrat (ÖVP)
  •  Barbara Eibinger-Miedl, Landesrätin (ÖVP)
  •  Doris Kampus, Landesrätin (SPÖ)
  •  Ursula Lackner, Landesrätin (SPÖ)
  •  Johann Seitinger, Landesrat (ÖVP)
  • Landtag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Der Landtag Steiermark besteht aus 48 Mitgliedern. Seit der Landtagswahl am 24. November 2019 lautet die Mandatsverteilung:

    Euregio Graz-Maribor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Das Gebiet umfasst die südliche Steiermark und das nördliche Slowenien. In der Region leben circa 1,61 Millionen Menschen. Durch bilaterale Zusammenarbeit soll ein starker Wirtschaftsraum entstehen. Es wird aber auch im gesellschaftlichen und kulturellen Bereich zusammengearbeitet.

    Landeshymne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Seit 1929 ist das Dachsteinlied, das mit den Worten „Hoch vom Dachstein an …“ beginnt, offizielle Landeshymne der Steiermark. Obwohl – entgegen der politischen Realität – in der ersten Strophe auf das nicht mehr zum Bundesland gehörige Gebiet der Untersteiermark Bezug genommen wird, wurde der Text bis heute nicht geändert.

    Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Die Steiermark ist ein Land der Unternehmer mit einem stark ausgeprägten industriell-gewerblichen Sektor, Leuchtturmprojekten im Tourismus sowie über die Grenzen hinaus bekannten landwirtschaftlichen Produkten.

    Mit rund einem Drittel, leistet der produzierende Sektor den größten Beitrag zur regionalen Wertschöpfung, gefolgt von den wirtschaftsnahen Dienstleistungen, dem Handel und dem Bankensektor. Die wichtigsten Arbeitgeber sind die wiederum die produzierenden Unternehmen, die öffentliche Verwaltung und der Handel.[14] Die Steiermark hat in den vergangenen Jahren ihre Position als Innovationsland Nummer eins in Österreich weiter ausgebaut. Mit einer Forschungs- und Entwicklungsquote von 4,7 % zählt die Steiermark unter den 274 Regionen Europas zu den innovativsten. Insgesamt werden in der Steiermark pro Jahr rund 1,75 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investiert, drei Viertel dieser Investitionen tätigen die heimischen Unternehmen.[14]

    Besonders der schnell wachsende Ballungsraum Graz mit seiner Vielzahl an innovativen, exportorientierten Unternehmen und die Mur-Mürz-Furche mit ihren traditionellen Industriebetrieben leisten einen wertvollen Beitrag dazu. Darüber hinaus ist die Steiermark die Heimat von vier Universitäten (Karl-Franzens-Universität, Technische Universität Graz, Universität für Kunst und Kultur, Montanuniversität Leoben), zwei Fachhochschulen (FH Joanneum, FH Campus 02), zwei Pädagogischen Hochschulen und einer Vielzahl an außeruniversitären Forschungseinrichtungen – eine Kombination die sich positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit heimischer Unternehmen auswirkt.

    Dies sind alles Mitgründe, warum die Steiermark 2013 den Titel „Europäische Unternehmerregion“ trug. Mit dieser Auszeichnung würdigt die EU jedes Jahr Regionen, die eine besonders zukunftsorientierte Wirtschaftspolitik umsetzen.[15]

    Im Fokus der zukünftigen Wirtschaftsstrategie des Landes stehen die Bereiche Mobilität, Eco-Tech (Grüne Technologie) und Health-Tech (Medizin- und Lebensmitteltechnologie).[16]

    Industrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Die wichtigsten Industrie-Branchen in der Steiermark sind die Maschinen- und Metallwarenindustrie, die Fahrzeugindustrie, die Elektro- und Elektronikindustrie sowie der Bereich Papier und Holz. Die steirische Industrie ist stark exportorientiert. Drei Viertel der in der Steiermark produzierten Produkte werden ins Ausland verkauft – in manchen Branchen sind es bis zu 99 % (Bsp. Mikrochips). Die wichtigsten Absatzmärkte sind Deutschland, Italien, die USA und China. Knapp 600 Industriebetriebe sichern mit ihrem Netzwerk mehr als die Hälfte der steirischen Arbeitsplätze.

    Zusätzlich bildet die Industrie 3.000 Jugendliche zu Fachkräften aus.[17] Eine der wichtigsten Zukunftsfragen für die steirischen Betriebe ist es, auch in Zukunft technisch qualifizierte Mitarbeiter zu finden.[18] Die steirischen Industriebetriebe sind zu einem großen Teil stark technologieorientiert und so können sich viele Betriebe Europa- oder gar Weltmarktführer in ihrem Bereich nennen.

    Unternehmensgruppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Der steirische Mobilitätscluster ACstyria ist ein Zusammenschluss von mehr als 290 steirischen Unternehmen, die in der Automobil- Bahn-, und Luftfahrtindustrie tätig sind. Das Zentrum des Mobilitätsclusters ist die Landeshauptstadt Graz. Der größte Betrieb und Leitbetrieb ist der Magna Konzern. Im Mobilitätscluster gesamt erwirtschafteten 55.000 Personen im Jahr 2017 einen Umsatz von 15 Mrd. Euro.

    In der Steiermark existiert mit dem Green Tech Cluster Styria[19] einer der größten Umwelttechnik Cluster Europas, welcher die bisherigen Rankings als weltbester Cleantech Cluster anführt (2010, 2012).[20] Das Umsatzwachstum der rund 180 Cluster-Unternehmen in diesem „Green Tech Valley“ betrug zwischen 2006 und 2015 durchschnittlich 16,4 % pro Jahr, weiters kamen im Schnitt 1.000 Umwelttechnik-Beschäftigte pro Jahr hinzu. Vom Gesamtumsatz mit 10,2 Mrd. Euro wurden 3,6 Mrd. Euro rein mit Umwelttechnik erzielt. Das entspricht rund 10 % vom Brutto-Regional-Produkt der Steiermark und einer der höchsten Umwelttechnik-Konzentrationen weltweit. Die Cluster-Unternehmen beschäftigten 39.300 Menschen, davon die Hälfte im Bereich der Erneuerbaren Energie und Umwelttechnik. Zu den bekanntesten Unternehmen zählen die Andritz AG, Roth, KWB und das Joanneum Research. Der Green Tech Cluster wurde mit dem Regiostars Award der EU 2012 für innovatives Wachstum und mit dem Cluster Management Excellence Label in Gold ausgezeichnet.[21]

    Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Die Obersteiermark, dabei besonders das Steirische Salzkammergut und die Region Schladming–Dachstein, sowie die Thermenregion im oststeirischen Hügelland sind wichtige Fremdenverkehrsgebiete. Hohe Übernachtungszahlen gibt es auch in der Hauptstadt Graz mit ihrem Umland.

    Im Jahr 2017 wurden in der gesamten Steiermark knapp 12.821.161 Übernachtungen gezählt, was einem Plus von 3,5 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Von den Gästen waren 59,1 % Inländer und 40,9 % Ausländer. Bei den Herkunftsländern liegt mit 2.539.992 Nächtigungen Deutschland weit vor den anderen Herkunftsländern, danach folgen Ungarn (481.820), Tschechische Republik (343.697) und die Niederlande (271.379).

    Aus touristischen Gründen wurde für den östlichen Teil der Obersteiermark die künstliche Bezeichnung Hochsteiermark geschaffen, die als Tourismusregion vermarktet wird.[22] Eine ebenfalls künstliche Namensgebung liegt im Falle des im Südosten des Landes befindlichen sogenannten Vulkanlandes vor.

    Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Bahnhofshalle des Grazer Hauptbahnhofs

    Öffentlicher Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Die wichtigste Bahnlinie in der Steiermark ist die Südbahn, die von Wien kommend über das UNESCO-Weltkulturerbe Semmeringbahn und den Bahnknoten Bruck an der Mur durch die steirische Landeshauptstadt Graz und von dort weiter an die österreichisch-slowenische Grenze bei Spielfeld führt. Auf dieser Strecke gibt es stündliche Verbindungen zwischen Graz und Wien mit EuroCity-Zügen und Railjets.

    Eine weitere bedeutende Bahnstrecke in der Steiermark ist die Rudolfsbahn, die von Sankt Valentin in Niederösterreich nach Tarvis in Italien führt. In der Steiermark befinden sich an dieser Strecke der Bahnknoten Selzthal, an dem über die Pyhrnbahn Anschluss nach Linz und über die Ennstalbahn nach Salzburg besteht, der Knoten Leoben, an dem über eine kurze Strecke eine Verbindung zur Südbahn bei Bruck an der Mur besteht, sowie die Städte Knittelfeld, Zeltweg und Judenburg. Bei Neumarkt in der Steiermark erreicht die Bahnstrecke die Landesgrenze zu Kärnten. Teile der Rudolfsbahn werden unter anderem auf den Relationen von Graz nach Salzburg und von Wien nach Klagenfurt am Wörthersee befahren.

    Die Weststeiermark wird durch die Graz-Köflacher Bahn mit den beiden Linien Köflacherbahn S7, Wieserbahn S61 und der Linie S6 über Kalsdorf und den Hengsbergtunnel zur Wieserbahn erschlossen.

    Die Koralmbahn, die eine direkte Verbindung zwischen Graz und der Kärntner Landeshauptstadt Klagenfurt herstellen soll, ist derzeit im Bau. Die Strecke, deren Herzstück der 33 Kilometer lange Koralmtunnel sein soll, wird voraussichtlich bis zum Jahr 2026 fertiggestellt und läuft zum Teil entlang der Wieserbahn.

    Internationale Zugverbindungen, die über die Steiermark führen, sind etwa die Relationen von Wien nach Ljubljana (über Graz), von Wien nach Zagreb (über Graz), von Graz nach Zürich, von Graz nach Budapest, von Graz nach Frankfurt am Main sowie von Graz nach Saarbrücken. Bedeutende österreichische Städte, in die Direktverbindungen von Graz bestehen, sind unter anderem Innsbruck, Salzburg und Wien.

    Bahnstrecken von untergeordneter Bedeutung, die regelmäßig von Regionalzügen oder S-Bahnen im Personenverkehr befahren werden, sind:

    Auf manchen Bahnstrecken wie der Lokalbahn Mixnitz–Sankt Erhard und der Feistritztalbahn findet planmäßig nur noch Güterverkehr statt. Die Erzbergbahn und die Stainzerbahn verkehren nur noch als Museumsbahnen.

    Die S-Bahn Steiermark wurde im Dezember 2007 mit sechs Linien eröffnet und ist noch in der Ausbauphase. An diesem Projekt wird seit 1998 gearbeitet. Die Inbetriebnahme erfolgte am 9. Dezember 2007 und die Fertigstellung soll bis 2026 erfolgen. Die S-Bahn bietet bessere Verbindungen im 15-Minuten-Takt. Insgesamt werden im Vollbetrieb bis zu zwölf (aktuell elf, Gleichenberger Bahn S32 nach Ostbahn-Elektrifizierung geplant) S-Bahn-Linien in den Großräumen Graz und Obersteirischer Zentralraum im Einsatz sein. Die S-Bahn ist eine Kooperation zwischen den Bahngesellschaften ÖBB, StB und GKB.

    Fernstraßen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Süd Autobahn A 2 zwischen Laßnitzhöhe und Graz

    Durch die Steiermark führen derzeit zwei Autobahnen und drei Schnellstraßen.

    Die in Bau befindliche Fürstenfelder Schnellstraße S 7 wird von Riegersdorf zum österreichisch-ungarischen Grenzübergang Heiligenkreuz führen.

    Im Jahr 2017 lag der Motorisierungsgrad (Personenkraftwagen pro 1000 Einwohner) bei 602.[23]

    Radverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Wegweiser für Radfahrer in Graz

    In der steirischen Hauptstadt Graz ist der Radverkehr mit 16 % Anteil am Modal Split für österreichische Verhältnisse sehr stark ausgeprägt. In der gesamten Steiermark beträgt der Anteil des Radverkehrs am Verkehrsaufkommen rund 6 % und liegt damit in etwa im gesamtösterreichischen Durchschnitt. In der Strategie Radverkehr Steiermark 2008–2012 des Landes Steiermark wird als Ziel für das Jahr 2012 eine Verdopplung des Radverkehrsanteils auf 12 % angegeben. Besonders das Radfahren im Alltag soll damit gefördert werden.

    Eine große Bedeutung hat der Radtourismus in der Steiermark. Der Murradweg, der zum größten Teil auf steirischem Gebiet, und zwar von Predlitz an der Grenze zum Lungau bis an die steirisch-slowenische Grenze bei Bad Radkersburg verläuft, ist der bedeutendste touristische Radweg des Landes. Insgesamt gibt es in der Steiermark über 2000 Kilometer überregionale Radwege.

    Flughafen Graz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Etwa 10 km südlich des Grazer Stadtzentrums liegt der mit Autobus und Bahn erreichbare Flughafen Graz. Gemessen am Passagieraufkommen im Linienverkehr ist er nach Wien und Salzburg der drittgrößte Flughafen Österreichs und liegt auch im Frachtaufkommen in Österreich auf Platz drei. Austrian Airlines bieten Direktverbindungen nach Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart und Wien an, KLM nach Amsterdam, Lufthansa nach München, SkyWork Airlines nach Berlin, Swiss nach Zürich und Turkish Airlines nach Istanbul.

    Im Charterverkehr werden vor allem Mittelmeer-Ferienziele angeflogen.

    Am Flughafen befindet sich seit 1981 auch das österreichische Luftfahrtmuseum.

    Bildungswesen (Schuljahr 2012/13)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    • Vorschulisch:
      • Kinderkrippen: 155 (2.508 Kinder)
      • Kindergärten: 704 (27.413 Kinder)
      • Horte: 63 (2.584 Kinder)
      • Altersgemischte Betreuungseinrichtungen: 14 (522 Kinder)
    • Pflichtschulen:
      • Volksschulen: 484 (43.645 Schüler)
      • Hauptschulen: 139 (19.068 Schüler)
      • Sonderschulen 24 (676 Schüler)
      • Polytechnische Schulen: 42 (2.233 Schüler)
      • Neue Mittelschulen: 107 (10.805 Schüler)
    • Weiterführende Schulen:
      • Allgemeinbildende Höhere Schulen: 48 (27.112 Schüler)
      • Berufsbildende Pflichtschulen: 20 (18.882 Schüler)
      • Berufsbildende mittlere Schulen: 69 (5.576 Schüler)
      • Berufsbildende höhere Schulen: 43 (17.441 Schüler)
      • Lehrerbildende mittlere und höhere Schulen: 8 (2.507 Schüler)
      • Schulen im Gesundheitswesen: 35 (3.693 Schüler)
    • Fachhochschulen:
      • Campus 02 Fachhochschule der Wirtschaft Steiermark: 1.167 Studierende
      • FH Joanneum: 4.637 Studierende (2019)[24]

    Kunst und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Peter Rosegger (1843–1918)

    Die Steiermark war bereits im Mittelalter ein kulturelles Zentrum. Ulrich von Liechtenstein (1200–1275) war einer der bedeutendsten Minnesänger; die Steirische Reimchronik aus der Zeit um 1300 gilt als erstes umfassendes Geschichtswerk in deutscher Sprache.

    Im Bereich der Literatur ist insbesondere Peter Rosegger zu nennen, dessen sozialkritische Romane meist in seiner obersteirischen Heimat spielen, daneben im frühen 20. Jahrhundert auch Ottokar Kernstock, Franz Nabl und Max Mell. Seit Beginn der 1960er Jahre ist Graz ein bedeutender Kristallisationspunkt der zeitgenössischen österreichischen Literatur: Um das Forum Stadtpark und die Zeitschrift manuskripte gruppierten sich Autoren und Autorinnen wie Elfriede Jelinek, Alfred Kolleritsch, Wolfgang Bauer und Peter Handke. Reinhard P. Gruber hat mit seinem Roman Aus dem Leben Hödlmosers der Steiermark ein satirisches Denkmal gesetzt.

    Die Komponisten Hugo Wolf, Johann Joseph Fux und Robert Stolz stammen aus der Steiermark. Das klassische Musikfestival Styriarte findet seit 1985 jährlich statt. Im Bereich der populären Musik sind Künstler wie S.T.S. und Andreas Gabalier sowie EAV zu internationaler Bekanntheit gelangt.

    In der Steiermark wird das kulturelle Leben maßgeblich durch regelmäßige Veranstaltungen wie die Regionale, die die früheren steirischen Landesausstellungen abgelöst hat, das Filmfestival Diagonale und den Steirischen Herbst geprägt.

    Mit dem 1811 von Erzherzog Johann, dem späteren deutschen Reichsverweser, gegründeten Universalmuseum Joanneum (vormals Landesmuseum Joanneum) beheimatet die Steiermark ein Museum mit zehn Standorten und 17 Museen – darunter etwa das Kunsthaus Graz, Schloss Eggenberg, das Landeszeughaus, das Landschaftsmuseum Schloss Trautenfels, Schloss Stainz mit seinem Jagd- und Landwirtschaftsmuseum und dem 2011 eröffneten Joanneumsviertel, in dem sich auch die Neue Galerie Graz befindet.[25]

    Darüber hinaus verfügt die Steiermark über eine lebendige Volkskultur. Durch die Bemühungen Erzherzog Johanns und bedeutender Gelehrter wie Viktor Geramb und Konrad Mautner wurde sehr viel Kulturgut erhalten, welches in anderen Teilen Mitteleuropas verloren ging. Volksmusik, Tracht (Steireranzug) und Volkstanz werden im Land gepflegt. Veranstaltungen wie Aufsteirern und das Narzissenfest sind in diesem Zusammenhang erwähnenswert.

    Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Alte Schmiede im Österreichischen Freilichtmuseum in Stübing bei Graz

    Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Steiermark zählen

    Die bekannteste barocke Schlossanlage der Steiermark ist das Schloss Eggenberg in Graz, in dem heute die Alte Galerie des Universalmuseums Joanneum untergebracht ist. Den Schlosspark besuchen im Jahr etwa eine Million zahlende Gäste.

    Der Tier- und Naturpark Schloss Herberstein ist ein Zoo in der steirischen Gemeinde Stubenberg am See, nahe St. Johann bei Herberstein mit einer Größe von ungefähr 40 ha. Im Park befindet sich auch das Schloss Herberstein dessen Anfänge ins 12. Jahrhundert zurückreichen.

    Die größte Burg in der Steiermark ist die Riegersburg, deren Anfänge ins 11. Jahrhundert zurückreichen. Sie befindet sich im gleichnamigen Ort, Riegersburg im Bezirk Südoststeiermark. Die zweitgrößte Burg ist die Burg Strechau in der Obersteiermark.

    Die Burg Oberkapfenberg in der Stadt Kapfenberg beherbergt heute eine Sammlung von historischen Waffen und eine Greifvogelschau. Die größte Festung der Steiermark war der Grazer Schloßberg. Die Festung steht als eine nie eingenommene Anlage im Guinness-Buch der Rekorde. Erst nachdem Napoleon Wien eroberte und mit der Zerstörung der Hauptstadt drohte, ergab sich der Schlossberg und französische Truppen schleiften den Großteil der Bauten.

    Kulinarik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Blick in die Weinberge der Südsteiermark

    Eine kulinarischen Spezialität der Steiermark ist das Kernöl. Die Bezeichnung Steirisches Kürbiskernöl ist seit 1992 ein geschütztes Markenzeichen.[26] Weiters sind zu nennen Käferbohnen, Schilcher, Steirischer Junker und die Produkte der Zotter Schokoladen. Bekannte Brauerzeugnisse sind Murauer, Schladminger, Puntigamer, Reininghaus und Gösser Bier.

    Zu den berühmten typisch steirischen Mahlzeiten zählt der Sterz. Dieser kann auf verschiedenste Arten zubereitet werden und wird zusammen mit Kaffee oder auch Suppen gegessen. So ist auch in dem zum Volkslied gewordenen Lied der Kern-Buam Da Steirische Brauch vom „(…) Türkensterz mit ana Schwaumm’suppn drauf (…)“ die Rede.

    Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    • Heinz Held: Kärnten und Steiermark. DuMont Kunst-Reiseführer; DuMont Buchverlag, Köln; 2. Auflage 1981; ISBN 3-7701-1097-8.
    • Manfred Jasser: Hoch vom Dachstein an. Das Steiermark-Brevier. Paul Neff Verlag, Wien, 1990 ISBN 3-7014-0131-4.
    • Hans Pirchegger: Geschichte der Steiermark. Leykam Verlag, Graz 1996 ISBN 3-7011-7350-8.
    • Sigrid Rahm: Steiermark: ein Reiseführer. Styria Verlag, Graz 2008 ISBN 978-3-222-13242-1.
    • Gery Wolf, Reinhard P. Gruber: Steiermark. Ein Bildband. Leykam Verlag, Graz 2009 ISBN 978-3-7011-7658-8.
    • Theodor Unger: Steirischer Wortschatz als Ergänzung zu Schmellers Bayerischem Wörterbuch. Für den Druck bearbeitet und hrsg. von Ferdinand Khull. Leuschner und Lubensky’s Universitätsbuchhandlung. Graz 1903. Reprint: Akademische Druck- und Verlagsanstalt. Graz 2009. ISBN 978-3-201-01898-2.
    • E. Baumgarten: Die Juden in der Steiermark. Eine historische Skizze. Wien 1903.
    Atlanten zur Geschichte
    • Atlas der Steiermark. Akademische Druck- und Verlagsanstalt Graz 1953–1970, zunächst herausgegeben 1949–1961 vom naturwissenschaftlichen Verein für Steiermark, danach 1961–1970 hrsg. von der Steiermärkischen Landesregierung unter Mitarbeit dieses Vereines. Wissenschaftliche Leitung 1949–1950 Robert Mayer, 1951–1961 Sieghard Morawetz und 1961–1970 Manfred Straka. Kartographische Leitung bzw. Redaktion 1951–1961 Wilhelm Wolf, 1961–1963 Heinrich Reschenhofer und 1963–1970 Manfred Straka.
    • Atlas zur Geschichte des steirischen Bauerntums. Wissenschaftliche Leitung: Fritz Posch. Kartographische Leitung: Manfred Straka. Redaktion: Gerhard Pferschy. Veröffentlichungen des steiermärkischen Landesarchives Band 8. Akademische Druck- und Verlagsanstalt, Graz 1976, ISBN 3-201-01001-4.
    • Heimat-Atlas der Steiermark. Hrsg. vom Historischen Verein für Steiermark mit Unterstützung der Historischen Landeskommission für Steiermark. Verlag des Historischen Vereins für Steiermark. Graz 1946 (danach eingestellt, weiter siehe „Atlas der Steiermark“).

    Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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    Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    1. a b c Statistik Austria - Bevölkerung zu Jahresbeginn 2002–2020 nach Gemeinden (Gebietsstand 1.1.2020)
    2. Bevölkerung am 1.1.2020 nach detaillierter Staatsangehörigkeit und Bundesland. Statistik Austria, 6. Juli 2020, abgerufen am 19. Oktober 2020.
    3. Bevölkerung mit Migrationshintergrund nach Bundesländern (Jahresdurchschnitt 2019). Statistik Austria, 18. März 2020, abgerufen am 19. Oktober 2020.
    4. a b Regionales BIP und Hauptaggregate nach Wirtschaftsbereichen und Bundesländern (NUTS 2), Tabelle: Bruttoregionalprodukt nominell 2000-2018 nach Bundesländern, absolut und je Einwohner. Statistik Austria, 10. Dezember 2019, abgerufen am 18. Oktober 2020.
    5. Arbeitsmarktdaten 09/2020, Arbeitsmarktservice Österreich
    6. Stand 31. Dezember 2018, CSV-Datei aus REGIONALINFORMATION.zip (1.221 kB); abgerufen am 12. Jänner 2019.
    7. a b Kommt der Klimawandel? ORF, abgerufen am 7. Januar 2020.
    8. Fritz Frhr. Lochner von Hüttenbach: Zum Namengut des Frühmittelalters in der Steiermark (= Zeitschrift des Historischen Vereines für Steiermark. Band 99). Böhlau Verlag, Wien 2008, S. 30–31; 42–43 (historischerverein-stmk.at [PDF; 16,9 MB]).
    9. Homepage > Unser Land > Landesgeschichte > Chronik > 1948. In: land-oberoesterreich.gv.at
    10. Das Land Steiermark. Abteilung 7 (Landes- und Gemeindeentwicklung), Referat Statistik und Geoinformation: Registerzählung 2011 – Bevölkerung, Haushalte, Familien (Memento vom 27. Juli 2014 im Internet Archive). Graphik 28, S. 57 (58)
    11. Steirische Sprache. Abgerufen am 13. Mai 2020.
    12. Synagogen Internet Archiv. Abgerufen am 31. Dezember 2012.
    13. Bevölkerung nach dem Religionsbekenntnis und Bundesländern 1951 bis 2001. Statistik Austria, archiviert vom Original; abgerufen am 18. September 2012.
    14. a b Stärkefeldmatrix Steiermark 2018, Zusammenfassender Projektbericht. Innoregio Styria, 2018, S. 11
    15. Wirtschaftsbericht 2013, WIBIS: [1] S. IV, [Stand 6. August 2014]
    16. Wirtschaftsstrategie 2020, Wachstum durch Innovation http://www.wirtschaft.steiermark.at/cms/dokumente/10430090_12858597/002b1fe7/WiSt%20Steiermark%202020_Wachstum%20durch%20Innovation.pdf
    17. die Industrie | Infos für Ausbildung und Unterricht aus erster Hand, gebündelt auf der Informationsplattform der steirischen Industrie. Abgerufen am 27. Juni 2019.
    18. Faszination Technik | Kinder und Jugendliche für Technik und Naturwissenschaften begeistern. Abgerufen am 28. Juni 2019.
    19. Green Tech Cluster Styria
    20. 2012 Global Cleantech Directory (Memento vom 3. Januar 2014 im Internet Archive)
    21. Green Tech Cluster -Fakten
    22. Vgl. hochsteiermark.at.
    23. statistik.at
    24. uni:data: Ordentliche Studierende an Fachhochschul-Studiengängen nach Schulformen – Datenaufbereitung: bmbwf, Abt. IV/10. Quelle: AQ Austria auf Basis BiDokVFH, 15. November 2018, abgerufen am 8. April 2019.
    25. museum-joanneum.at
    26. Vgl. patentamt.at (Memento vom 24. Dezember 2013 im Internet Archive).

    Koordinaten: 47° 15′ N, 15° 20′ O