Steiff-Fabrikhalle

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Steiff Fabrikhallen

Die Steiff-Fabrikhalle ist eine im Jahr 1903 errichtete Fabrikhalle (Osthalle) der Margarete Steiff GmbH in Giengen an der Brenz in Baden-Württemberg. Die Halle ist auch unter der Bezeichnung „Jungfrauenaquarium“ bekannt, wobei dieser volkstümliche Name darauf verweist, dass in der verglasten Halle früher vorwiegend unverheiratete Frauen arbeiteten.

Bau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansicht der Osthalle

Die als eine der ersten sogenannten Vorhangfassaden in Deutschland (Curtain-wall-Konstruktion) architekturgeschichtlich bedeutsame Osthalle im Stil des Neuen Bauens ist ein Teil der „funktionalistischen Skelettbauten mit nahtlos rundum vorgehängter Glasfassade und sichtbaren Wandverbänden.[1]

Der nach Vorgaben von Richard Steiff vom Bauherrn Hugo Steiff mitentworfene Bau wurde von anonym gebliebenen Münchener Architekten und dem Eisenwerk München AG geschaffen und 1904 und 1908 durch weitere Bauten in gleichem Stil ergänzt, bei denen die Metallkonstruktion allerdings durch eine Holzrahmenkonstruktion ersetzt wurde.

Würdigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude lassen laut dem Architekturkritiker Falk JaegerWalter Gropius’ berühmtes Fagus-Werk (Schuhleistenfabrik) in Alfeld weit hinter sich.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernhard Niethammer und Anke Fissabre: Die Steiff Spielwarenfabrik in Giengen / Brenz. Ein unbekanntes Meisterwerk der frühen Moderne. Geymüller, Aachen 2014, ISBN 978-3-943164-03-9.
  • Rudolf Fischer: Licht und Transparenz. Der Fabrikbau und das Neue Bauen in den Architekturzeitschriften der Moderne. Band 2 der Studien zur Architektur der Moderne und industriellen Gestaltung. Hrsg.: Zentralinstitut für Kunstgeschichte München, Berlin 2012, S. 173–183, ISBN 978-3-7861-2665-2.
  • Axel Föhl: Bauten der Industrie und Technik, Bonn o.J., Schriftenreihe des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz Bd. 47, S. 131, ISBN 3-922153-03-8;
  • Georg Dehio (Begr.): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Baden-Württemberg I, bearb. v. Dagmar Zimdars u.a., München/Berlin: Deutscher Kunstverlag 1993, S. 261, ISBN 3-422-03024-7;
  • Herbert Brunner: Reclams Kunstführer Deutschland II. Stuttgart: Philipp Reclam jun., 6. Aufl. o.J. (1971), S. 193, ISBN 3-15-008073-8.
  • Angelika Reiff: Architektur ohne Architekten. Die gläsernen Bauten der Spielwarenfabrik Steiff. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 21. Jg. 1992, Heft 3, S. 83–87. (PDF)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Steiff – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Falk Jaeger 1985, zitiert nach Axel Föhl: Bauten der Industrie und Technik, o.J., Schriftenreihe des deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz Bd. 47, S. 131

Koordinaten: 48° 37′ 14,9″ N, 10° 14′ 26,8″ O