Deutsche Hospitality

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Deutsche Hospitality (vormals Steigenberger Hotel Group); Dachmarke der Steigenberger Hotels AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1930
Sitz Frankfurt am Main
Leitung Puneet Chhatwal (CEO)[1]
Mitarbeiter 7.249 (2015)
Umsatz 616,5 Mio.€ (2015) [2]
Branche Hotel- und Gaststättengewerbe
Website deutschehospitality.com

Deutsche Hospitality (vormals Steigenberger Hotel Group) ist die neue Dachmarke des deutschen Hotelunternehmens Steigenberger Hotels AG, welche sich im Besitz der D.H. Deutsche Hospitality Limassol, Zypern, befindet, die ihrerseits zum ägyptischen Tourismuskonzern Travco gehört. Zur Hotelgruppe gehören 2016 insgesamt 56 Hotels der Marken Steigenberger Hotels and Resorts, 41 IntercityHotels sowie ein Hotel der Marke Jaz in the City. Die Hotels befinden sich in Deutschland, Österreich, der Schweiz, in den Niederlanden, Belgien, Spanien, Ägypten, dem Oman, der Türkei, den Vereinigten Arabischen Emiraten und China. Weitere 25 Hotels befinden sich im Bau oder in Planung, Ungarn, Qatar und Kap Verde sollen als zusätzliche Märkte erschlossen werden.

Am 4. Oktober 2016 wurde mitgeteilt, dass die Steigenberger Hotel Group sich zur neuen Dachmarke „Deutsche Hospitality“ umbenennt.[3] Davon verspricht man sich „eine größere internationale Strahlkraft“.[4] Die Hotelmarke „Steigenberger Hotels and Resorts“ sowie die Steigenberger Hotels AG als juristische Person behalten ihre jeweiligen Namen. Das Unternehmen wurde 1930 von Albert Steigenberger gegründet und war bis zum Verkauf im August 2009 als Familienunternehmen im Besitz der Nachfahren des 1958 verstorbenen Gründers.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steigenberger Hotel Frankfurter Hof
Steigenberger Inselhotel Konstanz

Der Kaufmann Albert Steigenberger übernahm 1930 sein erstes Hotel, den Europäischen Hof in Baden-Baden. Zehn Jahre später erwarb Steigenberger den Frankfurter Hof in Frankfurt am Main, der 1944 durch einen Bombenangriff teilweise zerstört wurde. Die Wiedereröffnung erfolgte 1948 mit zunächst 20 Betten, fünf Jahre später konnte es den vollen Betrieb wieder aufnehmen.

Die Nachkriegsjahre 1949 bis 1958 nutzte Albert Steigenberger, um sein Unternehmen zu expandieren. Er erwarb sechs neue Hotels an wichtigen Wirtschaftsstandorten der jungen Bundesrepublik. 1958 starb der Firmengründer und sein Sohn Egon Steigenberger (1926–1985) übernahm die Geschäfte.

Der Expansionskurs wurde von Egon Steigenberger weiter gehalten. 1972 erwarb er die Hotelfachschule in Bad Reichenhall, um den Nachwuchs aus den eigenen Reihen auf höchstem Niveau auszubilden. Weitere Tochtergesellschaften entstanden, wie die Frankhof-Kellerei in Hochheim am Main, die *H*E*A*D Hotel Equipment and Design GmbH für Einrichtungen und Ausstattungen von Hotelbetrieben und die Steigenberger Consulting GmbH, eine Beratungsfirma für die Bereiche Hotelwesen und Tourismus.

In den 1970er Jahren entwickelte der Steigenberger-Sohn neuartige Hotelkonzepte, wie Animations-, Sport-, Kultur- und Gesundheitsprogramme. Die Prototypen entstanden in Bad Kissingen, Grafenau, Bad Neuenahr und am Frankfurter Flughafen.

Im Jahre 1985 starb Egon Steigenberger. Das Unternehmen wurde in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, an der die Steigenberger-Familie 99,6 % der Anteile hielt. Geführt wurde die Hotelkette von seiner Witwe Anne-Marie Steigenberger. Auch die Töchter Bettina, Christina und Claudia Steigenberger stiegen in das Geschäft ein; Sohn Albert Steigenberger junior ließ sich sein Erbe auszahlen.[5] Mitte 1989 kündigten das Unternehmen und die Deutsche Bundesbahn an, über die bereits Ende 1987 gegründete InterCityHotel GmbH gemeinsam die InterCityHotels (siehe unten unter Marken) zu betreiben. Steigenberger erwarb in diesem Zug 49 Prozent der Anteile an dem Unternehmen, das zuvor vollständig im Besitz der DB gewesen war.[6]

Die 1990er Jahre waren die expansionsreichste Zeit des Unternehmens. Mehr als 40 neue Häuser wurden eröffnet, darunter auch fünf Hotels in Österreich. Am Frankfurter Flughafen wurde ein zweites Haus eröffnet und Steigenberger übernahm das Management des Gästehauses der deutschen Bundesregierung auf dem Petersberg.

2006 eröffnete Steigenberger sein erstes Haus in Italien (MeranSüdtirol), trennte sich von ihm aber im September 2009.

Im Oktober 2008 wurde bekannt, dass die Eigentümerfamilie einen Verkauf der Hotelkette prüfe. Als mögliche Käufer wurde zunächst die US-amerikanische Hotelgesellschaft Marriott International ausgemacht. Hintergrund der Sondierung war offenbar die Unzufriedenheit der Gesellschafter mit der Ertragskraft der Hotelkette; 2007 konnte die Steigenberger AG nur einen Jahresüberschuss von 200.000 Euro verbuchen.[7] Im August 2009 wurden alle von der Eigentümerfamilie gehaltenen Anteile an den ägyptischen Tourismus-Konzern Travco verkauft.[8]

Marken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Deutsche Hospitality beinhaltet drei Marken. Die Hotels gliedern sich dabei in Pacht-, Management- und Franchisebetriebe.

Steigenberger Hotels and Resorts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steigenberger Hotels and Resorts Logo.svg
Steigenberger Hotel de Saxe in Dresden

Mit Stand November 2016 gehören 57 Häuser zu dieser Marke[9]:

Acht dieser Häuser gehören zur sogenannten Grandhotel Collection. Zu den bekannten Häusern der Gruppe, die teils auch unter Denkmalschutz stehen, zählen der Frankfurter Hof, das Gästehaus Petersberg, sowie das Haus auf der Dominikanerinsel bei Konstanz.

InterCityHotel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

InterCityHotel Logo.svg
InterCityHotel in Freiburg

Die InterCityHotel GmbH ist eine Tochtergesellschaft der Steigenberger Hotels AG und wurde Ende 1987 von der Deutschen Bundesbahn gegründet. Steigenberger stieg 1989 mit 49 % in die Gesellschaft ein.[6] Die Hotels werden als Eigen- oder Teilbetriebe der Gruppe oder im Franchiseverfahren geführt. Alleiniges Lizenzrecht auf die Wort-/Bildmarke InterCityHotel hält seit deren Gründung die InterCityHotel GmbH.[11][12]

Zielsetzung war und ist es, für mit der Bahn reisende Geschäftsleute und Städtetouristen ein Übernachtungs- und Tagungsangebot anzubieten. Die Standorte befinden sich der Zielgruppe entsprechend in der Nähe von ICE- und IC-Bahnhöfen (daher auch die Namensgebung nach dem InterCity) sowie anderen wichtigen Verkehrsknotenpunkten.

Stand November 2016 werden unter der Marke InterCityHotel 39 Hotels der gehobenen Mittelklasse in deutschen Großstädten, ein Haus in Wien, ein Haus in Salalah (Oman) und ein Haus in Qingdao (China) betrieben.[13]

Jaz in the City[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Haus dieser Marke wurde Ende 2015 in Amsterdam eröffnet, in Stuttgart eröffnet im Frühjahr 2017 das zweite. [14]. Weitere sind in Planung, eins davon in Wien. Zum Konzept der Marke gehöre "die Verbindung von Design, Musik, und Genuss".[15]

Unternehmensdaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2005 2006 2007 2015
Umsatz (in Mio. €) 429,8 458,7 484,4 616,5
Mitarbeiterzahl 5.122 5.580 6.586 7.249
Anzahl Hotels 76 82 82 88
Anzahl Hotelzimmer 12.850 13.960 14.283 17.855
Anzahl vermieteter Zimmer 2.931.201 3.054.200 3.293.359
Belegungsquote (in %) 62,3 63,7 64,5

Bonusprogramm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bonusprogramm von Steigenberger heißt Award World. Es wird in zwei verschiedene Statuskategorien unterteilt: die Award World Prestige Card und die Award World Elite Card. Die gesammelten Punkte können in Übernachtungen oder in Sachprämien eingetauscht werden. Die Steigenberger Tochterfirma InterCityHotel ist zudem Partner des Payback-Bonusprogramms.

Steigenberger Akademie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Steigenberger Akademie gehörte von 1972 bis 2011 zur Steigenberger Hotelgesellschaft, wurde 2011 durch die Career Partner GmbH München übernommen. Die aktive Kooperation mit der Steigenberger Hotel Group wird aber weitergeführt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Steigenberger Hotels – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Unternehmensführung Deutsche Hospitality
  2. Investor Relations Deutsche Hospitality
  3. Pressemitteilung vom 4. Oktober 2016
  4. Ägyptischer Eigentümer nennt "Steigenberger Hotel Group" um. Frankfurter Neue Presse 5. Oktober 2016
  5. Christian Siedenbiedel: Die Steigenbergers. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 23. August 2009, S. 34.
  6. a b Steigenberger-Know-how für InterCity-Hotels. In: Die Bundesbahn, Jahrgang 65 (1989), Heft 7, ISSN 0007-5876, S. 587 f.
  7. Michael Machatschke: manager-magazin.de Steigenberger: Familie prüft Verkauf. In: Manager Magazin, 23. Oktober 2008.
  8. Jennifer Lachman: Verkauf der Hotelgruppe: Steigenberger geht an Ägypter. In: Financial Times Deutschland. 20. August 2009, archiviert vom Original am 26. September 2009, abgerufen am 18. Januar 2012.
  9. Hotelsuche abgerufen am 12. November 2016
  10. Europäischer Hof in Baden-Baden soll 2017 wieder öffnen AHGZ online
  11. InterCityHotel GmbH auf der Website der Steigenberger-Hotelgruppe. Abgerufen am 2. August 2012.
  12. Markenauskunft: InterCityHotel – Markenregister, Marke von InterCityHotel GmbH. In: markenauskunft.com. Abgerufen am 20. Juni 2016.
  13. – Unsere Hotels abgerufen am 22. November 2016
  14. Allgemeine Hotel- und Gastronomiezeitung, 1.Juni 2016
  15. leadersnet.at vom 5. Oktober 2016