Steimel

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Steimel (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Steimel
Steimel
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Steimel hervorgehoben
Koordinaten: 50° 37′ N, 7° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Neuwied
Verbandsgemeinde: Puderbach
Höhe: 326 m ü. NHN
Fläche: 5,59 km2
Einwohner: 1268 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 227 Einwohner je km2
Postleitzahl: 57614
Vorwahl: 02684
Kfz-Kennzeichen: NR
Gemeindeschlüssel: 07 1 38 070
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 13
56305 Puderbach
Webpräsenz: www.steimel-westerwald.de
Ortsbürgermeister: Wolfgang Theis
Lage der Ortsgemeinde Steimel im Landkreis Neuwied
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Über dieses Bild
Haus Neitzert

Steimel ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Neuwied im Norden von Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Puderbach an. Steimel ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Erholungsort liegt nordöstlich von Puderbach im Naturpark Rhein-Westerwald.

Zu Steimel gehören die Ortsteile Alberthofen, Sensenbach und Weroth sowie die Wohnplätze Berghof, Birkenhof, Luisenhof, Marthaheim und Niederwambachermühle.[3]

Sensenbach, Luftaufnahme (2016)
Alberthofen, Luftaufnahme (2016)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steimel gehört zu den ältesten Siedlungen in der Verbandsgemeinde Puderbach, erstmals erwähnt 1320 als Steynbule und Steynboll, 1460 Steymbell und ab Mitte des 16. Jahrhunderts Steymel oder Steimel. Der Name wird als „Steinbul“ gedeutet, das Grundwort Bühl bezeichnet einen Hügel. Die Deutung „Stein-Mal“ und der Hinweis auf eine mögliche heidnische Thing- oder Opferstätte in germanischer Zeit ist unwahrscheinlich, da gerade in den alten Namensformen das Grundwort Bühl noch erkennbar ist.

Schon früh erhielt Steimel Marktrechte. Es wurden hauptsächlich Erzeugnisse aus bäuerlicher und handwerklicher Tätigkeit sowie bäuerliche Bedarfsgegenstände gehandelt, später kam der Handel mit Vieh hinzu. Der Markt stand unter dem Schutz der Grafen zu Wied, für diese waren die Marktabgaben eine Einnahmequelle. 1559 wurde der Marktplatz zum Schutz gegen Überfälle mit Wall und Graben umgeben. 1633 wurde der Ort durch „fremde Kriegsvölker“ verwüstet, die Überlebenden starben an der Pest.

In der Folgezeit wurden statt der ursprünglichen drei Markttage im Jahr bis zu über zwanzig Märkte jährlich abgehalten. Steimel entwickelte sich zum wichtigsten Marktort in der wiedischen Grafschaft. An manchen Markttagen betrug der Viehauftrieb an Großvieh über 1.000 Stück. Noch im Jahr 1957 wurden 13 Märkte abgehalten.

Der heutige, jährlich im Herbst stattfindende „Kartoffelmarkt“ erinnert noch an die alten Marktrechte, genau so wie die auf dem Marktplatz stehenden alten Eichen.

Bis zur Umbenennung am 1. Mai 1967 hieß die Gemeinde Alberthofen. Am 7. Juni 1969 wurde die heutige Gemeinde aus den Gemeinden Steimel und Weroth neu gebildet.[4]

Am 26. Februar 2012 wurde nahe Weroth erstmals seit 130 Jahren wieder ein Wolf im Westerwald gesichtet und fotografiert.[5] Dieser wurde jedoch am 21. April 2012 widerrechtlich von einem Jäger aus Bad Honnef erschossen.[6]

Kulturdenkmäler

Siehe Liste der Kulturdenkmäler in Steimel

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Steimel bezogen auf das heutige Gemeindegebiet, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[1][2]

Jahr Einwohner
1815 225
1835 304
1871 327
1905 318
1939 349
1950 458
Jahr Einwohner
1961 443
1970 554
1987 727
1997 1.095
2005 1.320
2015 1.268

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Steimel besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung lautet: „Gespalten durch eine eingeschweifte grüne Spitze, darin auf wachsendem silbernem Steinhügel eine silberne Kapelle mit Tor in natürlichen Farben und rotem Turmdach, vorne in Gold vier rote Schrägbalken, belegt mit einem aus dem Schildrand linkshinschreitenden blauen Pfau, hinten in Silber eine rote Waage.“

Bei den Emblemen deutet der Pfau auf die ehemalige Wiedische Landeshoheit hin. Dass Steimel ein uralter Marktort ist, wird durch die Waage dargestellt. Der Steinhügel symbolisiert den Namen der Gemeinde („Steinbul“ = Steimel). Die Kapelle weist auf die früher vorhandene Martinskapelle hin. Das Wappen wurde am 28. Juli 1972 durch die Bezirksregierung Koblenz genehmigt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der größte Verein in Steimel ist der Verkehrs- und Verschönerungs-Verein Steimel.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nächste Autobahnanschlussstelle ist Neuwied an der A 3. Der nächstgelegene ICE-Bahnhof ist in Montabaur an der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Steimel – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010, Seite 33 (PDF; 2,3 MB)
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seiten 196 und 203 (PDF; 2,6 MB)
  5. http://www.rhein-zeitung.de/regionales_artikel,-NABU-bestaetigt-Es-gibt-einen-Wolf-im-Westerwald-_arid,401849.html
  6. http://www.ksta.de/siebengebirge/prozess-um-toten-wolf-jaeger-muss-3500-euro-strafe-zahlen,15189218,21488218.html
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen