Steinbeisbahn

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Prijedor – Srnetica – Knin / Ribnik Gornji / Jajce
Strecke der Steinbeisbahn
Streckenlänge:392[1] km
Spurweite:760 mm (Bosnische Spur)
Maximale Neigung: Prijedor–Lička Kaldrma: 29
Srnetica–Jajce: 24 
Minimaler Radius:Prijedor–Lička Kaldrma: 45 m
Srnetica–Jajce: 40 m
von Novi Grad
            
142 m ü. A. Prijedor 0.0
            
nach Banja Luka
            
Baltine Bare 4.4
            
Rasavici 8.4
            
145 m ü. A. Pejići 11.9
            
Usorci 17.1
            
Trnova 23.9
            
150 m ü. A. Sanski Most 28.4
            
Krkojevci 32.4
            
Kljevačke Bare 36.3
            
181 m ü. A. Bosanski Vrhpolje 40.2
            
203 m ü. A. Sanica Donja 50.9
            
249 m ü. A. Sanica Gornja 53.9
            
376 m ü. A. Sanička Rijeka 61.1
            
531 m ü. A. Grmeč 70.5
            
681 m ü. A. Mala Poljana 75.6
            
700 m ü. A. Lanište Bosansko 81.0
            
767 m ü. A. Donje Bravsko 85.3
            
801 m ü. A. Bravsko 88.2
            
62 Ribnik Gornji
914 m ü. A. Bunara 96.5
            
ohne
1051 m ü. A. Vranjevac 104.6
            
Zwischen-
1047 m ü. A. Srnetica
109.4
0.0
            
stationen
            
Uvala 114.0
            
11.7 Potoci 1029 m ü. A.
1038 m ü. A. Vrletina 121.2
            
14.5 Kurjeva Kosa
Brizgač 125.7
            
22.1 Tisova Kosa
Oštrelj 130.3
            
27.4 Lisina
Crvljivica 136.1
            
36.8 Ovčara 1164 m ü. A.
784 m ü. A. Pasjak 140.7
            
39.1 Stara Ovčara
549 m ü. A. Spitzkehre         Oštrica 150.4
            
44.6 Mlinište 1125 m ü. A.
481 m ü. A. Drvar 153.6
            
49.4 Podgora 1115 m ü. A.
km 161.2 Kamenolom 161.2
            
54.6 Čardak
702 m ü. A. Bosanska Kamenica 163.8
            
63.2 Padovi 846 m ü. A.
965 m ü. A. Hrnjadi 174.5
            
71.7 Pliva
Bobara 179.1
            
78.7 Sokolac
755 m ü. A. Vaganj 185.1
            
85.5 Šipovo 440 m ü. A.
Trubar 190.9
            
88.3 Volari
Grenze BiH-Kroatien
            
95.8 Jezero 432 m ü. A.
Una-Bahn von Novi Grad
            
102.9 Plivska Jezera
678 m ü. A. Lička Kaldrma 193.7
            
105.2 Jajce 387 m ü. A.
Lički Tiškovac 198[2]
            
BHStB nach
Ševina Poljana 202
            
Donji Vakuf
Bosanski Drenovac 206
            
Strmica 213
            
Komalić 217
            
Golubić 221
            
Lika-Bahn
            
Zadar-Bahn
            
214 m ü. A. Knin 230
            
Dalmatinische Bahn
            

Lička Kaldrma–Knin seit 1948 Abschnitt der normalspurigen Una-Bahn[2]

Streckenprofil Prijedor–Srnetica–Knin/Jajce
Streckenprofil der Bahnstrecke Prijedor–Srnetica–Knin/Jajce.

Die Steinbeisbahn war eine Waldbahn der Bosnischen Forstindustrie-Aktiengesellschaft Otto Steinbeis in Bosnien und Herzegowina. Die Schmalspurbahn in Bosnischer Spurweite von 760 mm wurde von der Aktiengesellschaft für den Holzexport betrieben. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Strecken der früheren Steinbeisbahn Teil des Schmalspurnetzes der Jugoslawischen Staatsbahnen (JDŽ/JŽ).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Habsburger Monarchie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eröffnungszug Jajce–Srnetica im Jahr 1916.

Der bayrische Unternehmer Otto Steinbeis hatte mit dem Export von Holzprodukten aus Bosnien ein Wirtschaftsimperium aufgebaut. Waldbahnen lieferten Holzstämme aus den entlegensten Gebieten zu den Sägereien in Dobrljin und Drvar, wo sie verarbeitet und über den Hafen Rijeka exportiert wurden.

In den 1890er-Jahren plante die Bosnisch-Herzegowinische Landesverwaltung als Spalato-Bahn[3] eine Verlängerung der Bahnstrecke Lašva–Donji Vakuf–Bugojno nach Split. Die ungarische Regierung verhinderte dieses Projekt, weil sie darin eine Konkurrenz zu ihrer Bahnstrecke Zagreb–Rijeka und niedrigere Zolleinnahmen befürchtete. Auch Steinbeis wollte sich aus der Abhängigkeit der ungarischen Zölle befreien und veranlasste 1900 ohne Kenntnisnahme der Regierung in Budapest den Bau einer Bahn vom Unternehmensstandort Drvar nach Knin. Die ab 1902 schrittweise in Betrieb genommene Steinbeisbahn war zunächst eine reine Waldbahn und umfasste 1910 die feste Strecke RibnikSrnetica–Oštrelj–Drvar–Knin. In Knin auf dalmatinischem Gebiet wurden die Holzprodukte auf die normalspurige Dalmatinische Bahn umgeladen und nach Šibenik gebracht, wo sie durch die eigene Reederei verschifft wurden.

Im Laufe der Zeit nahm die Holzproduktion immer größere Ausmaße an und das ständige Netz wurde von Srnetica nach Jajce und Prijedor verlängert. Mit einer Streckenlänge von rund 400 Kilometer erfasste es die nordwestlichen Waldgebiete Bosniens. In Prijedor hatte sie Anschluss an die normalspurige k.u.k. Militärbahn nach Banja Luka und in Jajce an die schmalspurige Bosnisch-Herzegowinischen Staatsbahnen (BHStB). Das Teilstück Čardak–Jajce war im Eigentum der k.u.k. Militärbahn, wurde jedoch von der Steinbeisbahn betrieben. Die Steinbeisbahn stellte neben der Narentabahn der BHStB nach Metković eine zweite Verbindung zur Adria nach Split dar. Im Ersten Weltkrieg war sie dadurch von großem Wert für die Heeresbahnverwaltung, die auf dieser Strecke Züge vor allem zum Kriegshafen Šibenik einsetzte. In dieser Zeit wurde die Bahn Stück für Stück dem regulären Personenverkehr geöffnet.

Jugoslawien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab dem Zweiten Weltkrieg wurde die Steinbeisbahn mit JDŽ-Maschinen betrie­ben. Lokomotive JDŽ 73-015 vor dem Heizhaus Prijedor.
Ab 1970 kam­en auf den Strecken der Stein­beisbahn Diesel­loko­moti­ven der Baureihe JŽ 740 zum Einsatz.

1918 wurde das Unternehmen verstaatlicht und zu Zeiten des Königreichs Serbien, Kroatien und Slowenien als ŠIPAD[4] weitergeführt. 1945 ging das Netz der Steinbeisbahn in den Jugoslawischen Staatsbahnen (JDŽ/JŽ) auf.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die Strecken der Steinbeisbahn für den Güter- und Personentransport benutzt. Durch die Betriebsaufnahme der Lika-Bahn im Jahre 1925 verlor sie wieder an Bedeutung. 1946 beschafften die JDŽ für den Einsatz auf der Steinbeisbahn die Schlepptenderlokomotiven JŽ 1932 bis 1937. Für die im Jahr 1948 eröffnete normalspurige Una-Bahn wurde zwischen Lička Kaldrma und Knin die alte Trasse der Steinbeisbahn benutzt. Durch die Inbetriebnahme der Una-Bahn wurde die Schmalspurbahn wieder auf ihre ursprüngliche Bedeutung zurückgeworfen und unrentabel. In den letzten Betriebsjahren wurde der Abschnitt Mlinište–Šipovo nur noch von Güterzügen befahren. Im Fahrplanjahr 1968/69[5] verkehrte zwischen Prijedor und Drvar ein durchgehendes Personenzugpaar mit einer Fahrzeit von rund siebeneinhalb Stunden. Zwischen Prijedor und Sanica bestanden zusätzlich vier Verbindungen und auf dem Teilstück Lička Kaldrma–Drvar fuhren vier Züge, die größtenteils nur die 2. Wagenklasse führten. Der Abschnitt Šipovo–Jajce war Teil der Kursbuchstrecke 72 Lašva–Donji Vakuf–Gornji Vakuf/Jajce–Šipovo mit vier Verbindungen zwischen Jajce und Šipovo. 1975 wurde der Bahnbetrieb ganz eingestellt, Lastwagen und Bus übernahmen den Verkehr zwischen Lička Kaldrma und Prijedor.

Streckenbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zug der Steinbeisbahn im Winter bei Oštrelj.

Die Hauptstrecke der Steinbahnbahn hatte ihren Ausgangspunkt im an der Normalspurstrecke DobrljinBanja Luka liegenden Bahnhof Prijedor. Zunächst führte die Strecke im flachen Tal der Sana nach Sanski Most und weiter nach Bosanski Vrhpolje. Von dort aus folgte die Trasse dem Fluss Sanica zur Ortschaft Sanica. Nach der Station Donja Sanica („Unter-Sanica“) auf 203 m ü. M. begann die Rampe mit 17 bis 19 Promille Steigung hinauf nach Vranjevac. Nach Sanica Gornja („Ober-Sanica“) erreichte die Bahn mit Hilfe von Kehren die nach dem benachbarten Gebirgszug benannte Station Grmeč und stieg weiter über das Karstfeld Bravsko Polje zum Scheitelpunkt bei Vranjevac (1051 m ü. M.). Nach fünf Kilometer mit leichtem Gefälle kamen die Züge in der seit der Einstellung des Bahnbetriebs nicht mehr bewohnten Siedlung Srnetica an, wie sich die Steinbeisbahn nach Knin und Jajce verzweigte.

Von Srnetica fuhren die Züge über die bewaldete Hochebene nach Oštrelj, wo ein während des Zweiten Weltkriegs von Josip Broz Tito und den jugoslawischen Partisanen benutzter Zug als nationales Kulturdenkmal von Bosnien und Herzegowina aufgestellt ist. In Oštrelj begann die Gefällstrecke mit 29 Promille Neigung, die nach dem Durchfahren einer S-Kurve ins Unac-Tal gelangte. Auf der östlichen Talseite führte die Trasse bis nach Oštrica, wo die Züge mit Hilfe einer Spitzkehre die Fahrtrichtung wechselten und bei Drvar den Talboden erreichten. Nach Kleinstadt Drvar stieg die Bahn mit einer Steigung bis 26 Promille wieder an, gelangte nach einer Kehrschleife nach Bosanska Kamenica, um bei Hrnjadi den Kulminationspunkt auf 965 m ü. M. zu erreichen. Von dort führte das Gleis mit einem Gefälle bis zu 22 Promille nach Lička Kaldrma hinunter, das bereits in Kroatien liegt. Bis 1948 folgte die heute von der Una-Bahn genutzte Trasse der Butižnica, einem Nebenfluss der Krka, bis zum damaligen Endepunkt in Knin.

Die andere Flügellinie führte von Srnetica mehr oder weniger flach über Potoci nach Mlinište, wo die Gefällstrecke mit einer Neigung bis 24 Promille nach Šipovo begann. Von dort fuhren die Züge der Pliva folgend nach Jezero und entlang des Großen und des Kleinen Pliva-Sees nach Jajce, wo die ebenfalls schmalspurige Bahn über den Komarpass die Weiterreise ermöglichte.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. gemäß Kilometrierung
  2. a b Kilometer-Angabe gemäß Artikel Unska pruga in der kroatischsprachigen Wikipedia
  3. Spalato, italienische Bezeichnung für Split
  4. Šumsko industrijsko Privredno Akcionarsko Društvo gemäß Artikel Šipad auf bosnischsprachiger Wikipedia, deutsch ungefähr Forstindustrie kommerzielle AG
  5. 26.5.1968 bis 31.5.1969

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]