Steinberg (Vogtland)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Steinberg
Steinberg (Vogtland)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Steinberg hervorgehoben
Koordinaten: 50° 33′ N, 12° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Vogtlandkreis
Höhe: 596 m ü. NHN
Fläche: 20,37 km2
Einwohner: 2835 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 139 Einwohner je km2
Postleitzahl: 08237
Vorwahl: 037462
Kfz-Kennzeichen: V, AE, OVL, PL, RC
Gemeindeschlüssel: 14 5 23 380
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Bahnhof 3
08237 Steinberg
Webpräsenz: www.gemeinde-steinberg.de
Bürgermeister: Andreas Gruner
Lage der Gemeinde Steinberg im Vogtlandkreis
Tschechien Bayern Thüringen Erzgebirgskreis Landkreis Zwickau Adorf/Vogtl. Auerbach/Vogtl. Bad Brambach Bad Elster Bergen (Vogtland) Bösenbrunn Eichigt Ellefeld Elsterberg Falkenstein/Vogtl. Grünbach (Sachsen) Heinsdorfergrund Klingenthal Lengenfeld (Vogtland) Limbach (Vogtland) Markneukirchen Mühlental Muldenhammer Netzschkau Neuensalz Neumark (Vogtland) Neustadt/Vogtl. Oelsnitz/Vogtl. Pausa-Mühltroff Plauen Pöhl Reichenbach im Vogtland Weischlitz Rodewisch Rosenbach/Vogtl. Schöneck/Vogtl. Steinberg (Vogtland) Triebel/Vogtl. Theuma Tirpersdorf Treuen WerdaKarte
Über dieses Bild

Steinberg ist eine Gemeinde im Osten des sächsischen Vogtlandkreises.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteil Wildenau

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt am Übergang der Naturräume Westerzgebirge und Vogtland im Naturpark Erzgebirge/Vogtland. Der namensgebende Steinberg (659 m ü. NHN) befindet sich im Zentrum zwischen den drei Ortsteilen. Der Großteil von Rothenkirchen liegt im oberen Tal des Rödelbachs, einem Zufluss der Zwickauer Mulde. Durch Wildenau fließt der Plohnbach, ein Zufluss der Göltzsch. Durch Wernesgrün fließt der Wernesbach, der ebenfalls in die Göltzsch mündet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind die Stadt Rodewisch im Vogtlandkreis, die Gemeinde Crinitzberg mit den Ortsteilen Bärenwalde und Obercrinitz im Landkreis Zwickau sowie Schönheide und Stützengrün im Erzgebirgskreis.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Rothenkirchen, Wernesgrün und Wildenau und ist Mitglied der Gebietsgemeinschaft „Rund um den Kuhberg“.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Kirchgemeinden und Glaubensgemeinschaften gibt es im Ort:

  • Ev.-Luth. Kirche Rothenkirchen (Kirchspiel Rothenkirchen in Ephorie Auerbach)
  • Ev.-Luth. Kirche Wernesgrün (Kirchspiel Rothenkirchen in Ephorie Auerbach)
  • Ev.-Luth. Kreuzkirche Wildenau (Kirchspiel in Ephorie Zwickau)
  • Landeskirchliche Gemeinschaft Rothenkirchen
  • Landeskirchliche Gemeinschaft Wildenau
  • Neuapostolische Kirche in Rothenkirchen

Gemeindeentstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde entstand am 1. März 1994 durch den Zusammenschluss der bisherigen Gemeinden Rothenkirchen, Wernesgrün und Wildenau.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1998–3.331
  • 1999–3.286
  • 2000–3.241
  • 2001–3.197
  • 2002–3.172
  • 2003–3.123
  • 2004–3.098
  • 2007–2.994
  • 2008–2.988
  • 2009–2.943
  • 2012–2.858
  • 2013–2.856
Datenquelle: Statistisches Landesamt Sachsen

Gedenkstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Grabstätte mit Gedenktafel auf dem Friedhof des Ortsteiles Wernesgrün erinnert an vier unbekannte KZ-Häftlinge, die bei einem Todesmarsch vom Außenlager Lengenfeld (Vogtland) des KZ Flossenbürg im Frühjahr 1945 von SS-Männern ermordet wurden.

Des Weiteren befindet sich im Ortsteil Wernesgrün eine Gedenkstätte, die an den im Ort geborenen Ingenieurwissenschaftler Andreas Schubert erinnert.

Am heutigen Rathaus in Rothenkirchen, wo sich ebenfalls der ehemalige Bahnhof mit einer historischen Bahnhofsuhr befindet, erinnert ein Rollwagen und ein Prellbock an die ehemalige Schmalspurbahn Wilkau-Haßlau–Carlsfeld (WCd).

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahlen von 1994 bis 2009 hatten folgende Ergebnisse:

Parteien und Wählergemeinschaften 2009[2] 2004[3] 1999[4] 1994[5]
% Sitze % Sitze % Sitze % Sitze
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 62,9 11 66,3 11 69,0 11 61,3 11
FWG Freie Wählergruppe Steinberg 21,1 3 20,8 3 17,9 2 22,3 3
FDP Freie Demokratische Partei 8,8 1 12,9 2 13,0 2 16,5 2
IG Interessengemeinschaft des Sport- und Feuerwehrvereins 7,2 1 -- -- -- -- -- --
Gesamt 100 16 100 16 100 16 100 16
Wahlbeteiligung in % 51,6 47,4 57,8 78,2
Gemeinderatswahl 2014[6]
Wahlbeteiligung: 52,7 % (2009: 51,6 %)
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
65,5 %
14,1 %
7,6 %
8,5 %
4,4 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+2,6 %p
-7,0 %p
-1,2 %p
+1,3 %p
+4,4 %p

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 14 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • CDU: 10 Sitze
  • Freie Wählergruppe Steinberg (FWG): 2 Sitze
  • FDP: 1 Sitz
  • Interessengemeinschaft des Sport- und Feuerwehrvereins (IGS): 1 Sitz

Der Bürgermeister Andreas Gruner wurde im Juni 2015 gewählt. Er ist Nachfolger von Günther Pührer.[7]

Ortspartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinberg unterhält partnerschaftliche Beziehungen mit Hünfeld in Hessen und Simontornya in Ungarn. Eine weitere Partnerschaft wird zurzeit angestrebt.[8]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hauptattraktion und auch das namensgebende geographische Zentrum der Gemeinde ist der Steinberg mit einer Höhe von 659 Metern. Dort befindet sich neben dem 17,5 Meter hohen Aussichtsturm auch eine Gaststätte.

Sehenswert sind vor allem auch die Kirchen der einzelnen Ortsteile.

Durch die Gemeinde verläuft der Vogtland Panorama Weg, der 2005 als erster ostdeutscher Wanderweg mit dem Gütesiegel „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ vom Deutschen Wanderverband ausgezeichnet wurde und die Zertifizierung 2008 verteidigen konnte.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den einzelnen Ortsteilen befinden sich mit der SV Londa Rothenkirchen,[9] dem SV Grün-Weiss Wernesgrün[10] und dem SV 08 Wildenau[11] jeweils ein Fußballverein und in Rothenkirchen gibt es einen Schützenverein.[12]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Ortsteile Wernesgrün und Rothenkirchen führt die Bundesstraße 169. Bis in die 1970er Jahre hinein besaß Rothenkirchen einen Anschluss an die 750-mm-Schmalspurbahn Wilkau-Haßlau–Carlsfeld.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wernesgrüner Kronkorken
  • Der Ortsteil Wernesgrün ist Sitz der Wernesgrüner Brauerei.
  • Rothenkirchen war bis kurz nach dem Krieg Sitz des Haarpflegeherstellers Wella. Heute befindet sich ein Werk der Wella-Tochter Londa in Rothenkirchen. Wella selbst ist ein Tochterunternehmen von Procter & Gamble.
  • Die Zahoransky AG besitzt mit der Zahoransky GmbH Formen- und Werkzeugbau eine Niederlassung in Rothenkirchen.
  • Einer der ältesten Betriebe des Ortes, der sich noch heute in Familienbesitz befindet, ist die seit 1837 bestehende Schmiederei Ebert, heute ein regional bekannter Metallbaubetrieb.
  • Des Weiteren befinden sich im Ortsteil Rothenkirchen die Produktionsgebäude der Firma Beeren-, Wild-, Feinfrucht GmbH kurz „BWF“, welche auf eine lange Tradition zurückblicken kann.
  • Ebenso befindet sich im Ortsteil Rothenkirchen die EHG-Rohrherstellung, die Edelstahlrohre produziert.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Andreas Schubert (1808–1870), Konstrukteur der Göltzschtalbrücke, der ersten deutschen Lokomotive und des ersten Elbdampfschiffes
  • Hermann Möckel (1849–1920), Seminaroberlehrer, Stadtverordnetenvorsteher, Mitbegründer des Erzgebirgsvereins
  • Ottomar Singer (1865–1945), Unternehmer in Rothenkirchen und Politiker (NLP), MdL (Königreich Sachsen)
  • Karl Ströher (1890–1977), Unternehmer, Förderer der NSDAP und Kunstmäzen
  • Ullrich Böhme (* 1956), seit 1985 Thomasorganist in Leipzig, Prof. Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" Leipzig

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Steinberg (Vogtland) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Steinberg im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Ergebnis der Wahl zum Gemeinderat am 7. Juni 2009. Abgerufen am 12. Januar 2011.
  3. Ergebnis der Wahl zum Gemeinderat am 13.Juni 2004. Abgerufen am 12. Januar 2011.
  4. Ergebnis der Wahl zum Gemeinderat am 13. Juni 1999. Abgerufen am 12. Januar 2011.
  5. Ergebnis der Wahl zum Gemeinderat am 12. Juni 1994. Abgerufen am 12. Januar 2011.
  6. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  7. https://www.statistik.sachsen.de/wpr_alt/pkg_s10_bmlr.prc_erg_bm_a?p_bz_bzid=BM151&p_ebene=GE&p_ort=14523380
  8. Informationen zu den Partnergemeinden auf der Internetseite der Gemeinde. Abgerufen am 23. Mai 2013.
  9. Homepage des SV Londa Rothenkirchen
  10. Homepage des SV Grün-Weiß Wernesgrün
  11. Homepage des SV 08 Wildenau
  12. Homepage des Schützenvereins Rothenkirchen