Steinberg (Wadern)

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49.5691676.849444388Koordinaten: 49° 34′ 9″ N, 6° 50′ 58″ O

Steinberg
Stadt Wadern
Ehemaliges Gemeindewappen von Steinberg
Höhe: 388 m
Fläche: 4,63 km²
Einwohner: 1013 (30. Apr. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 219 Einwohner je km²
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Postleitzahl: 66687
Vorwahl: 06871
Steinberg (Saarland)
Steinberg

Lage von Steinberg im Saarland

Steinberg ist ein Stadtteil der Stadt Wadern im Landkreis Merzig-Wadern im nördlichen Saarland (Deutschland). Der Ort liegt im Schwarzwälder Hochwald und ist Teil des moselfränkischen Sprachraums.

Geografie[Bearbeiten]

Lage von Steinberg in der Stadt Wadern

Steinberg liegt ungefähr 370 Meter über dem Meeresspiegel und zeichnet sich durch seine Hanglage aus. Der rot-weiße Fernsehturm (Rheinland-Pfalz) auf dem 695 m hohen Teufelskopf, der höchsten Erhebung des Waldrückens oberhalb von Steinberg, ist von weitem her zu sehen. Der Waldreichtum und die damit verbundenen Wandermöglichkeiten, das Naturschutzgebiet Wahnbachtal und der Ausblick über weite Teile des Saarlandes machen den Ort für Touristen reizvoll.

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wird Steinberg im Trierer erzbischöflichen Urbar (Steuerschrift) von 1200, nach dem es zum Forstamt Kell gehörte (Forsthubendorf). Funde lassen vermuten, dass der Ort vermutlich um die Wende des 13. Jahrhunderts durch Franken entstanden ist. Der Ort gehörte früher zum Kurfürstentum Trier und war in Verwaltungs-, Gerichts- und Steuerangelegenheiten dem Amt Grimburg unterstellt.

Steinberg gehörte bis zum Ende des Ersten Weltkrieges dem Landkreis Merzig an, der Bestandteil des preußischen Regierungspräsidiums Trier war. Dieser Landkreis wurde im Jahre 1920 nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages dem unter Völkerbundsverwaltung stehenden Saargebiet zugewiesen – mit Ausnahme weniger Hochwaldgemeinden, darunter auch Steinberg, die unter der Bezeichnung „Restkreis Merzig“ weiter beim Regierungspräsidium Trier verblieben. Die landrätliche Verwaltung des „Restkreises“ befand sich in Wadern. Nach dem Zweiten Weltkrieg verfügte Frankreich die Zugehörigkeit des „Restkreises“ zum dem unter französischem Einfluss stehenden neu gebildeten Saarland.

Am 1. Januar 1957 wird das Saarland und damit auch Steinberg wieder ein Teil Deutschlands. Der wirtschaftliche Anschluss an die Bundesrepublik erfolgt allerdings erst am 6. Juli 1959. Im Rahmen der saarländischen Gebiets- und Verwaltungsreform wurde am 1. Januar 1974 die bis dahin eigenständige Gemeinde Steinberg, die bis dato zum Amt Weiskirchen gehörte, aufgelöst und der neuen Gemeinde, ab 1978 Stadt Wadern zugeordnet.[2][3]

Politik[Bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten]

Ergebnisse der Ortrsratswahlen vom 25. Mai 2014:

  • SPD: 61,6 %, 6 Sitze
  • CDU: 38,4  %, 3 Sitz

Ortsvorsteher[Bearbeiten]

Seit der Gebietsreform 1974:

  • Bernhard Hewener (1968 bis 1974)[4]
  • Peter Dewald (1974 bis 1984)
  • Fredi Dewald (1984 bis 1998)
  • Christoph Trampert (ab 1998)

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Seit 1991 unterhalten die Stadtteile Steinberg und Morscholz für die Stadt Wadern eine Städtepartnerschaft mit Wahrenbrück (Bundesland Brandenburg).

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen – entworfen von Willy Weinen – teilt sich auf wie folgt: Oben links auf Silber ein rotes Kreuz, das Wappen des Kurfürstentums Trier, das auf die frühere Zugehörigkeit des Ortes hindeutet. Das schwarze Andreaskreuz auf Gold oben rechts ist das Wappen der Herren von Saarbrücken, Grimburg und Dagstuhl. Es deutet auf die Zugehörigkeit Steinbergs zum früheren Amt Grimburg. In der Mitte symbolisiert eine Silbertanne auf Grün die Waldbewirtschaftung im früheren Forst-Hubendorf Steinberg. Im unteren Teil ist ein schwarzer Dreiberg auf Gold und Silber angebracht. Er ist Hinweis auf den Ortsnamen Steinberg mit seinen drei Hauptbergen Rodelberg, Bremerkopf und Faidenberg.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Pfarrkirche in Steinberg wurde 1953 erbaut
Blick in den Innenraum der St.-Liborius-Kirche

Die erste bekannte Kapelle wurde 1743 abgerissen, im selben Jahr bekam Steinberg eine neue Kapelle am gleichen Ort. Diese wurde 1860 durch einen Brand völlig zerstört. Ein Neubau folgte (1863 bis 1868).

1953 wurde die heutige Pfarrkirche (Architekt: H. Rost, Merzig) eingeweiht, deren Kirchenpatron der hl. Liborius ist. Die Kirche beherbergt eine Barockmonstranz mit einer Reliquie des hl. Liborius, die sich seit 1762 urkundlich beglaubigt im Besitz der Steinberger Kirchengemeinde befindet. Bis in die 1950er Jahre war die Kirche aufgrund der Relique auch Ziel von Wallfahrten. [5]

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

Die wichtigsten Vereine in alphabetischer Reihenfolge:

  • Angelsportverein Steinberg
  • Damenturn- und Gymnastikgruppe Steinberg
  • Eichenlaubschützen Steinberg
  • Freier Jugendclub Steinberg
  • Kirchenchor „Cäcilia“ Steinberg
  • Kolpingkapelle Steinberg
  • Malteser Hilfsdienst Steinberg
  • Naturschutzbund (NABU) Ortsgruppe Steinberg
  • Obst- und Gartenbauverband Steinberg
  • Sportverein „Grün-Weiß“ 1927 Steinberg

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Der Stadtteil Steinberg verfügt über einen Jugendclub, einen Kinderspielplatz, einen mobilen Post-Service, eine Forstrevier-Dienststelle, ein Feuerwehrgerätehaus, Gasthäuser und einen Sportplatz. Die Eichenlaubhalle steht für größere Veranstaltungen zur Verfügung.

Medien[Bearbeiten]

Erziehungs- und Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

  • * Grundschule St. Martin Wadrill-Steinberg, Standort Steinberg

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Steinberg (Wadern) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zahlen, Daten, Fakten auf www.stadt-wadern.de
  2. Neugliederungsgesetz – NGG vom 19. Dezember 1973, § 34, veröffentlicht im Amtsblatt des Saarlandes 1973, Nr. 48, S. 855 (PDF Seite 27; 499 kB)
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 804f.
  4. Bernhard Hewener war von 1968 bis 1974 Bürgermeister der selbstständigen Gemeinde Steinberg, ab 1.1.1974 in der Funktion eines Ortsvorstehers
  5. Kunstlexikon Saar, abgerufen am 10. Mai 2015.