Steinenberg (Tübingen)

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Steinenberg
Blick vom Steinenbergturm über Tübingen hinweg in Richtung Osten bis Südosten zur Schwäbischen Alb

Blick vom Steinenbergturm über Tübingen hinweg in Richtung Osten bis Südosten zur Schwäbischen Alb

Höhe 492 m ü. NHN [1]
Lage bei Tübingen; Landkreis Tübingen, Baden-Württemberg (Deutschland)
Gebirge Schönbuch
Koordinaten 48° 31′ 54″ N, 9° 1′ 49″ OKoordinaten: 48° 31′ 54″ N, 9° 1′ 49″ O
Steinenberg (Tübingen) (Baden-Württemberg)
Steinenberg (Tübingen)
Besonderheiten Steinenbergturm (AT)
Aufgelassener Weingarten am Westhang des Steinenbergs bei der Tübinger Neuhalde

Aufgelassener Weingarten am Westhang des Steinenbergs
bei der Tübinger Neuhalde

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Der Steinenberg im Schönbuch ist ein 492 m ü. NHN hoher Berg bei Tübingen im baden-württembergischen Landkreis Tübingen. Auf seinem Gipfel steht der Steinenbergturm.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Steinenberg liegt als höchste Erhebung des Schönbuchtraufs etwa 2 km (Luftlinie) nordwestlich der Tübinger Innenstadt. Auf der Ostflanke des bewaldeten Bergs befindet sich unter anderem die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Tübingen, und jenseits der dortigen Schnarrenbergstraße geht die Landschaft in den Schnarrenberg über. Im Nordwesten liegt der von 1857 bis 1859 mit Kiefern aufgeforstete „Steinenberger Egert“.

Naturräumliche Zuordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Steinenberg gehört in der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Schwäbisches Keuper-Lias-Land (Nr. 10), in der Haupteinheit Schönbuch und Glemswald (104) und in der Untereinheit Schönbuch (104.1) zum Naturraum Tübinger Stufenrandbucht (104.10). Zur selben Untereinheit gehörende und zugleich in Bergnähe liegende Nachbarnaturräume sind: Walddorfer Platten (104.13) im Norden und Südlicher Schönbuch (104.12) im Nordwesten.[2]

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geologie des Steinenbergs wird durch den Mittleren Keuper und zum Teil durch den Oberen Keuper geprägt. Im oberen Teil gibt es teilweise Löss- und Lößlehmauflagen. Die Hochlagen werden von Knollenmergel und Rhätsandstein aufgebaut. Der Knollenmergel besteht aus einer etwa 35 m mächtigen, homogenen Schicht feinkörniger Mergel violetter Farbe. Diese ist mit karbonatischen, meist dolomitischen „Knollen“ durchsetzt. Die Knollenmergelhänge sind als Baugrund wegen Rutschungen des tonigen Gesteins im feuchten Zustand schlecht geeignet. Die Feinporen des Tongesteins können sehr viel Wasser aufnehmen und dadurch ihr Volumen auf das Dreifache steigern.[3]

Über dem leicht erodierbaren Knollenmergel befindet sich eine geschlossene etwa 400 m lange und bis zu 70 m breite Platte aus Rhätsandstein. Dieser ist morphologisch sehr hart und damit schwer erodierbar, so dass es zu einer Stufenbildung kommt. Dabei lösen sich Geröllbrocken aus der Grenzschicht zwischen Rhätsandstein und Knollenmergel. Diese herausgelösten Steine gaben dem „Steinenberg“ seinen Namen.[3]

Landwirtschaftliche Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Südhang des Steinenbergs wurde bis Anfang des 20. Jahrhunderts von den Tübinger Weingärtnern – den so genannten Gôgen – als Weinberg genutzt. Die damaligen Anbauflächen sind heute Streuobstwiesen oder liegen wegen der schlechten Bodenqualität fast gänzlich brach. Allerdings ist die weinbaubedingte Terrassierung des Hangs noch heute sichtbar.

Steinenbergturm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Steinenberg steht seit 1898 der Aussichtsturm Steinenbergturm, von dem man nach Süden über Tübingen zur Schwäbischen Alb und im Norden zu den Höhenzügen des Schönbuchs blicken kann.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. Friedrich Huttenlocher, Hansjörg Dongus: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 170 Stuttgart. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1949, überarbeitet 1967. → Online-Karte (PDF; 4,0 MB)
  3. a b Sonja Kay, Martin Rösler, Nadine Schmid und Dirk Sporleder: Kartierung der Streuobstbestände am Steinenberg . Abgerufen am 6. Januar 2017., Stand: 30. Juni 2005 (PDF; 1,7 MB)