Steinfeld (Bismark)

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Koordinaten: 52° 37′ 25″ N, 11° 42′ 29″ O

Steinfeld (Altmark)
Höhe: 46 m ü. NN
Fläche: 11,13 km²
Einwohner: 328 (11. Feb. 2017)
Bevölkerungsdichte: 29 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 39599
Vorwahl: 039324
Steinfeld (Sachsen-Anhalt)
Steinfeld
Steinfeld
Lage von Steinfeld in Sachsen-Anhalt

Steinfeld (Altmark) ist eine Ortschaft und ein Ortsteil der Stadt Bismark (Altmark) im Landkreis Stendal im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das altmärkische Dorf Steinfeld liegt etwa zwölf Kilometer östlich von Bismark und zehn Kilometer westlich vom Altmarkzentrum Stendal. Die Nachbarorte sind Schernikau im Osten und Kläden im Westen. Das 1113 km² große Ortsterritorium, zu dem auch das drei Kilometer östlich gelegene Dorf Schönfeld gehört, liegt auf einer durchschnittlichen Höhe von 46 Metern. Das umliegende hügelige Gebiet gehört zum Endmoränenbogen, der sich nördlich des Secantsgraben und der oberen Uchte in Richtung Stendal hinzieht. Südlich von Steinfeld erstreckt sich ein Kiefernwaldgebiet, östlich ein Laubwaldforst. Durch den Ort führt die Landesstraße 15, die die Verbindung zu Bismark und Stendal herstellt. Steinfeld liegt an der Bahnlinie Magdeburg – Uelzen, der Bahnhof ist von der Ortsmitte 1,7 km entfernt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1209 wurde der Ort erstmals in einer Urkunde als Stenfelde erwähnt, die ihn als Besitz des Bistums Havelberg ausweist. Es wird angenommen, dass ein Bezug zu einem Hünengrab nördlich des Dorfes besteht. Das Großsteingrab stammt aus der mittleren Jungsteinzeit (3500–2800 v. Chr.) und hat mit 47 m Länge das längste Hünenbett in Sachsen-Anhalt.

In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts wurde Dorfkirche aus Feldsteinen errichtet. 1238 wurden die Grafen von Osterburg als Grundherren genannt. Im 15. Jahrhundert kam der Ort unter brandenburgische Herrschaft und befand sich im Obersächsischen Reichskreis.

Steinfeld gehörte zum Stendalischen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Zwischen 1807 und 1813 lag der Ort im Distrikt Stendal auf dem Territorium des napoleonischen Königreiches Westfalen. Nach der Vertreibung Napoleons gliederte Preußen im Rahmen einer Verwaltungsreform Steinfeld 1816 in den Landkreis Stendal ein. 1873 wurde die Bahnlinie Stendal – Uelzen mit einem Bahnhof in Steinfeld eröffnet. Anfang des 20. Jahrhunderts hatte der Ort 179 Einwohner, die Zahl erhöhte sich bis 1939 auf 190.

Am 1. Juli 1950 wurde die Nachbargemeinde Schönfeld eingemeindet. Erstmals wird hier die Gemeinde als Steinfeld (Altmark) bezeichnet. Nach der DDR-Gebietsreform von 1952 lag Steinfeld im neu entstandenen Kreis Stendal im Bezirk Magdeburg. Bei der Volkszählung von 1964 wurde eine Einwohnerzahl von 430 ermittelt. Seit 1990 liegt Steinfeld im Norden des Bundeslandes Sachsen-Anhalt.

Im Rahmen einer Gemeindeneugliederung in Sachsen-Anhalt schloss sich Steinfeld mit seinen etwa 220 Einwohnern mit Wirkung vom 1. Januar 2010 der neu gebildeten Einheitsgemeinde Stadt Bismark an.[1] Zur dabei neu gebildeten Ortschaft Steinfeld (Altmark) der Stadt Bismark (Altmark) gehören die Ortsteile Steinfeld (Altmark) und Schönfeld.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Haltepunkt Steinfeld (b Stendal) liegt an der Bahnstrecke Stendal–Uelzen. Zudem verkehren Linienbusse und Rufbusse der Regionalverkehrsbetriebe Westsachsen (RVW) unter dem Markennamen stendalbus.

Kommunalpolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kommunalwahlen 2005 und 2009 hatte die CDU in Steinfeld mit 32,1 bzw. 33,6 Prozent die meisten Stimmen erhalten. Als letzter Bürgermeister war der parteilose Jochen Schulz 2008 mit 96,36 Prozent der Wählerstimmen gewählt worden. Die jetzige Ortsbürgermeisterin Kordula Stephan trat ihr Amt 2015 an.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Schönfeld
  • Der im September stattfindende Bauernmarkt lädt jedes Jahr tausende Besucher ein, die interessiert sind an der Kultur und Themen rund ums Landleben.
  • jährlicher Klingsteinlauf für Groß und Klein
  • Schloss Schönfeld, im gleichnamigen Ortsteil gelegene in den Formen der Renaissance und des Barock gestaltete Anlage mit großem im englischen Stil angelegten Schlosspark
  • Feldsteinkirche in Schönfeld aus dem 13. Jahrhundert mit barocker Deckenmalerei von 1725
  • ehemalige Gutskirche Schönfeld im gleichnamigen Ortsteil, erbaut als große Backsteinsaalkirche (1883–1885) von Conrad Wilhelm Hase und mit Ausmalungen im Chor von Hermann Schaper.
  • das mit 50 Metern Länge größte Großsteingrab in der Altmark (ca. 5000 Jahre alt) - am Feldweg Richtung Darnewitz

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südlich des Ortes besteht eine Legehennenanlage mit heute mindestens 40.000 Hennenplätzen. Sie ist aus der „Zwischengenossenschaftlichen Einrichtung Eierproduktion Steinfeld“ hervorgegangen. Anfang der 1970er-Jahre war die Halle I mit ca. 5000 Hühnern erbaut worden.

Im Süden und Südosten des Ortes wird Kies und Sand abgebaut.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Handbuch der historischen Stätten Deutschlands – Provinz Sachsen Anhalt. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1987, ISBN 3-520-31402-9.
  • Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler – Sachsen-Anhalt I. Deutscher Kunstverlag, 2002, ISBN 3-422-03069-7.
  • Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, G.m.b.H., Salzwedel 1928, S. 107.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Steinfeld (Altmark) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010