Steinfische

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Steinfische
Arabischer Steinfisch (Synanceia nana)

Arabischer Steinfisch (Synanceia nana)

Systematik
Acanthomorphata
Stachelflosser (Euacanthomorphacea)
Barschverwandte (Percomorphaceae)
Ordnung: Barschartige (Perciformes)
Unterordnung: Drachenkopfverwandte (Scorpaenoidei)
Familie: Steinfische
Wissenschaftlicher Name
Synanceiidae
Kaup, 1873

Die Steinfische (Synanceiidae) sind eine Familie von Meeresfischen aus der Ordnung der Barschartigen (Perciformes). Sie sind vor allem dadurch bekannt, dass einige ihrer Arten zu den giftigsten Fischen überhaupt gehören. Das in den Rückenflossenstacheln sitzende Gift ist extrem schmerzhaft und kann auch für den Menschen tödlich sein. Sie leben im tropischen Indopazifik und im Roten Meer.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinfische werden je nach Art 8 bis 60 cm lang, haben einen plumpen oder langgestreckten Körper, große Brustflossen, einen sehr großen, abgeflachten Kopf und ein nach oben gerichtetes, großes Maul. Die Haut ist unbeschuppt, mit warzigen Drüsen versehen, rau und oft algenbewachsen. Der Knochenkamm auf den Kopfseiten („Panzerwangen“) reicht bis zum Vorkiemendeckel.

In Drüsen an der Basis der Stachelstrahlen der Rückenflosse wird ein aus einer Mischung verschiedener Proteine bestehendes Nervengift produziert, das zu den gefährlichsten tierischen Giften zählt und für Menschen tödlich sein kann.

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinfische leben als einzelgängerische Bodenbewohner, meist als Fels getarnt, in relativ flachem Wasser in Korallen- und Felsriffen, auf Sand-, Geröll- und Weichböden. Einige Arten gehen auch in Flussmündungen. Als ortsfeste, hervorragend getarnte Lauerjäger ernähren sie sich von kleinen Fischen, Kopffüßern und Krebstieren, die sie durch plötzliches Aufreißen des Mauls einsaugen. Die Tiere sind schlechte Schwimmer. Ihre Larven sind pelagisch.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Steinfische werden bei Nelson (2006) als Unterfamilie zu den Skorpionfischen (Scorpaenidae) gestellt. Andere Autoren sehen sie, wie auch Nelson in der 1994er Ausgabe seines Standardwerks zur Fischsystematik, als eigenständige Familie.

Nach der phylogenetischen Untersuchung von Smith und Wheeler stehen die Steinfische eindeutig außerhalb der Skorpionfische und bilden mit den Stirnflossern (Tetraroginae), den Samtfischen (Aploactinidae) und den Indianerfischen (Pataecidae) ein bisher unbeschriebenes monophyletisches Taxon. Die nahe Verwandtschaft der vier Taxa wird nicht nur durch molekularbiologische Daten gestützt, sondern auch durch die Morphologie der Fischlarven, der adulten Tiere und der ähnlichen Lebensweise als gut getarnte Lauerjäger tropischer Flachmeere. [1]

Es gibt 36 Arten in neun Gattungen und drei Unterfamilien.

Filament-Teufelsfisch (Inimicus filamentosus)
Trachicephalus uranoscopus

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. William Leo Smith and Ward C. Wheeler: Polyphyly of the mail-cheeked fishes (Teleostei: Scorpaeniformes): evidence from mitochondrial and nuclear sequence data. In: Molecular Phylogenetics and Evolution. 32, 2004, S. 627, doi:10.1016/j.ympev.2004.02.006.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Synanceiidae – Sammlung von Bildern, Videos und AudiodateienVorlage:Commonscat/Wartung/P 2 fehlt, P 1 ungleich Lemma
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