Steinhorst (Niedersachsen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Steinhorst
Steinhorst (Niedersachsen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Steinhorst hervorgehoben
Koordinaten: 52° 41′ N, 10° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Gifhorn
Samtgemeinde: Hankensbüttel
Höhe: 72 m ü. NHN
Fläche: 57,78 km2
Einwohner: 1229 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 21 Einwohner je km2
Postleitzahl: 29367
Vorwahl: 05148
Kfz-Kennzeichen: GF
Gemeindeschlüssel: 03 1 51 029
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
29367 Steinhorst
Bürgermeister: Klaus-Hinrich Singer (CDU)
Lage der Gemeinde Steinhorst im Landkreis Gifhorn
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Über dieses Bild

Steinhorst ist eine Gemeinde im Landkreis Gifhorn in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinhorst liegt an der Lachte zwischen den Naturparks Südheide und Drömling. Die Gemeinde gehört der Samtgemeinde Hankensbüttel an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Hankensbüttel hat.

Teilweise auf dem Gebiet der Gemeinde Steinhorst liegt das 1090 Hektar große Naturschutzgebiet Obere Lachte, Kainbach, Jafelbach.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Steinhorst grenzt im Norden an die Gemeinde Sprakensehl, im Osten an die Gemeinde Dedelstorf, im Süden an die Gemeinde Groß Oesingen und im Westen an den Landkreis Celle.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde gliedert sich in folgende Orte auf:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1668 kam es um Waldrechte mit den Nachbardörfern Bargfeld und Eldingen zu blutigen Auseinandersetzungen (der „Schweinekrieg“).

Am 18. Februar 1895 fand im Haus Wilhelm Hasselmann (heute Marktstr. 17) die Gründungsversammlung der Freiwilligen Feuerwehr statt, zu der 33 Steinhorster Bürger erschienen waren. Als 1. Hauptmann wurde der königliche Förster Behneke und zu seinem Stellvertreter der Stellmachermeister Dedekind gewählt.[2]

Der Artillerie-Landwehrmann Wilhelm Buhr, geboren am 16. Januar 1886 in Steinhorst, schrieb laut 2. Buch der Schulchronik für die Schule zu Helmerkamp, Parochie Beedenbostel, Inspektion Beedenbostel am 3. Juli 1915 über seine Erlebnisse im Ersten Weltkrieg. Er kehrte, dekoriert mit dem Eisernen Kreuz, am 19. Dezember 1918 heim.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Lüsche (mit Gut Auermühle, 14,80 km²) und Räderloh (15,64 km²) eingegliedert.[4]

Vorher betrug die Flächenausdehnung der alten Gemeinde Steinhorst 27,30 km².[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1. Dezember 1905 666
16. Juni 1925 860
16. Juni 1933 852
29. Oktober 1946 1579
6. Juni 1961 1519
27. Mai 1970 1467
31. Dezember 1989 1478
31. Dezember 2009 1376
31. Dezember 2010 1361
31. Dezember 2011 1353
31. Dezember 2013 1259
31. Dezember 2016 1291

¹ Volkszählungsergebnis

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Steinhorst setzt sich aus elf Abgeordneten zusammen.

CDU SPD UWGS Gesamt
2001 7 3 1 11 Sitze
2006 8 3 0 11 Sitze
2011 8 3 0 11 Sitze
2016 7 4 0 11 Sitze

Stand: Kommunalwahlen in Niedersachsen 2016

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum ehrenamtlichen Bürgermeister wurde Klaus-Hinrich Singer gewählt und löste damit Wilhelm Hasselmann am 14. November 2016 ab. Hasselmann war 20 Jahre Bürgermeister und stellte sich nicht mehr zur Wahl.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: durch einen silbernen Wellenbalken in Grün und Rot 2:1 geteilt, oben mit einem silbernen rechtssehenden Pferdekopf belegt, begleitet von einer Ähre und einem Eichblatt mit Eichel, beide golden, unten belegt mit einem waagerecht halbierten schwarzen Mühlrad.

Der obere Teil weist auf die Land- und Forstwirtschaft des Ortes hin; die wellenförmige Trennungslinie symbolisiert den Heidefluss Lachte. Der untere Teil des Wappens zeigt ein Wasserrad und steht für die Steinhorster Mühle.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schulmuseum Steinhorst im Erich-Weniger-Haus, Marktstr. 20.[6]
  • St.-Georgs-Kirche zu Steinhorst (13. Jahrhundert)
  • Gasthaus Weißes Roß (19. Jahrhundert, abgerissen im Winter 2012/2013)
  • Haus der Gemeinde. Das Gebäude wurde 1911/12 von Heinrich Tessenow als Lehrlingswohnheim einer jüdischen Landwirtschaftsschule errichtet. 1926 kaufte der Norddeutsche Fußball-Verband das Haus, 1952 wurde es vom Hamburger Fußball-Verband erworben und als Jugendheim des Verbandes genutzt, und seit 1973 ist es im Besitz der Gemeinde Steinhorst. 1988 wurde es unter Denkmalschutz gestellt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schützenfest: Pfingstwochenende
  • Jahrmarkt: letzter Dienstag im August
  • Steinhorster Lesesommer
  • Sportwoche des Sportvereins: Juli/August
  • Erntefest: erstes Wochenende im September
  • Oldtimer-/Treckertreffen: Mitte September, Steinhorst, Ortsteil Reinhorn

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Steinhorst liegt westlich der Bundesstraße 4, die von Braunschweig nach Uelzen führt.
  • Durch Steinhorst hindurch verläuft die Landesstraße L 282 von Celle in Richtung Wittingen.
  • Von Steinhorst beginnend führen die Kreisstraßen K 1 in Richtung Groß Oesingen sowie die K 2 zur Bundesstraße 4 nahe Auermühle.[7]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grundschule, Brauelweg 3
  • Kindergarten, Apfelweg 4
  • Haus der Gemeinde (Landjugend-Raum), Metzinger Str. 1

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner Siebarth: Steinhorst – Das Jugendheim in der Lüneburger Heide. Hamburg 1953
  • Hans Türschmann: Das Postmoor (Bargfeld, Räderloh, Steinhorst): 100 Jahre Bodenverbesserung und Landschaftspflege im Postmoor – eine Verbandschronologie. Hrsg.: Bodenverband Postmoor Steinhorst/Räderloh. Endeholz 2010

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Steinhorst (Niedersachsen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2017 (Hilfe dazu).
  2. Ausführlich: Matthias Blazek: Das Löschwesen im Bereich des ehemaligen Fürstentums Lüneburg von den Anfängen bis 1900. Adelheidsdorf 2006, S. 486 f., ISBN 978-3-00-019837-3.
  3. Matthias Blazek: Helmerkamp – unser Dorf. Hohne 2009, S. 188.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 227.
  5. Statistisches Bundesamt: Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Endgültige Ergebnisse nach der Volkszählung vom 13.9.1950. Stuttgart-Köln August 1952, S. 43
  6. Internetpräsenz des Schulmuseums bei Museen-Gifhorn.de.
  7. http://www.schloss-gf.de/amtsblatt/2016/abl1602.pdf