Steirisches Salzkammergut

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Koordinaten: 47° 36′ 44,9″ N, 13° 52′ 35,1″ O

Karte: Österreich
marker
Steirisches Salzkammergut

Das Steirische Salzkammergut ist der in der Steiermark liegende Teil des Salzkammerguts. Es umfasst das Ausseerland und das Hinterberger Tal (auch Hinterberg).

Raumgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Steirische Salzkammergut erstreckt sich vom Pötschenpass an der Grenze zu Oberösterreich bis zur Klachauer Höhe an der Grenze zum Ennstal und besteht aus den zwei Kleinregionen Ausseerland und Hinterberger Tal.

Das Ausseerland und das Hinterberger Tal waren über Jahrhunderte hinweg wirtschaftlich und administrativ eng miteinander verbunden. Sie sind eigenständige, aber kulturell eng verwandte Landstriche. Zusammen bilden sie die historisch gewachsene Einheit des Steirischen Salzkammerguts.[1]

Gemeinden im Steirischen Salzkammergut[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ausseer Land umfasst die Gemeinden Altaussee, Bad Aussee und Grundlsee, das Hinterberger Tal das Gemeindegebiet von Bad Mitterndorf. Bis zur Gemeindestrukturreform in der Steiermark 2015 bestanden im Hinterberger Tal auch die die eigenständigen Gemeinden Pichl-Kainisch und Tauplitz. Die Stadtgemeinde Bad Aussee bildet das Zentrum des Ausseer Landes und ist als traditioneller Kurort bekannt. Die Ortschaft Mitterndorf ist das Zentrum des Hinterberger Tales und ein wichtiger Kur- und Wintersportort (Grimming-Therme, Skigebiet Tauplitzalm).

Steirisches Salzkammergut - Ausseerland - Ausseerland-Salzkammergut[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Begriffe Steirisches Salzkammergut und Ausseerland werden oft synonym verwendet. Grund für die gemeinsame Bezeichnung des Steirischen Salzkammerguts als „Ausseerland“ war die bis 2011 bestehende, gemeinsame Verwaltungseinheit Expositur Bad Aussee welche fünf Gemeinden der Region (ausgenommen Tauplitz) umfasste. Weiters werden die Gemeinden des Steirischen Salzkammergutes in der Steiermärkischen Raumplanung als Kleinregion Bad Aussee bezeichnet. Bis 2014 sechs, danach vier Gemeinden bilden auch den Tourismusverband Ausseerland–Salzkammergut.

Tourismusregion Ausseerland-Salzkammergut[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorlage:Infobox Verband/Wartung/Logo fehlt

Ausseerland–Salzkammergut
Rechtsform Gemeindeverband
Zweck Regionaler Interessensverband
Sitz Bad Aussee, Bahnhofstraße 132
Gründung 2007 (neu 2015)
Mitglieder 4 Gemeinden
Organisationstyp Tourismusverband
Website ausseerland.salzkammergut.at

Das steirische Salzkammergut wird touristisch unter dem Namen Ausseerland–Salzkammergut vermarktet. Der heutige Tourismusverband Ausseerland–Salzkammergut nach Steiermärkischem Tourismusgesetz 1992 (§ 4 Abs. 3) setzt sich aus den vier Gemeinden Altaussee, Bad Aussee, Grundlsee und Bad Mitterndorf zusammen. Er wurde von den ursprünglich sechs Gemeinden März 2007 gegründet,[2] und im Zuge der Gemeindestrukturreform per 1. Jänner 2015 neu gestaltet.[3] Alle vier Mitgliedsgemeinden sind Tourismusgemeinden der Ortsklasse A.

Dieser Tourismusverband bildet auch eine der acht steirischen Tourismusregionen,[4] und einen von zehn Einzelverbänden hinter der Dachmarke Salzkammergut, wo man besonders mit der Nachbarregion Inneres Salzkammergut zusammenarbeitet.

Der Verband bildete auch eine der LEADER-Regionen in der Periode 2007–2013. Für die Folgeperiode, in der eine höhere Bevölkerungsanzahl gefordert wird, geht man mit der Bergregion Oberes Ennstal zur LEADER-Region Ennstal–Ausseerland zusammen.[5]

UNESCO-Welterbe und Naturschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beinahe das gesamte Steirische Salzkammergut steht unter Naturschutz. Ausgenommen sind nur die Kernsiedlungsräume um Bad und Altaussee (mit der Hohen Radling), das Schigebiet der Tauplitzalm (die Seen aber schon), sowie ein Gebiet südöstlich von Bad Mitterndorf.

1997 hat die UNESCO Teile des Dachsteingebirges (Teile der Gemeinden Altaussee, Bad Aussee und Bad Mitterndorf), zusammen mit Teilen der Gemeinden Gröbming, Haus im Ennstal und Ramsau am Dachstein, dem inneren Salzkammergut – insbesondere Hallstatt – und den auf Filzmooser Gemeindegebiet liegenden Anteilen am Dachsteinstock zum Welterbe Hallstatt–Dachstein/Salzkammergut (WHS 806) erklärt.[6] Die Grenze der Kernzone (505 km² steirischer Anteil) verläuft hier vom Pass Gschütt die Landesgrenze südwärts zum Sarstein, ostwärts über die südlichen Schluchtwände der Koppentraun um den Zinken, südostwärts zum Hochmühleck, südwärts zum Gschreiriedl, südwestwärts zum Bramkogel, hat dann eine Ausstülpung am Kemetgebirge (nach Süden zum Kumpfling und südöstlich weiter zur Stoderalm), dann eine Einbuchtung über Hirzberg und Napfenkofel, und ab hier die Landesgrenze Richtung Dachsteingipfel. Die Pufferzone (120 km² steirischer Anteil) bildet einen etwa einen Kilometer breiten Streifen entlang der Kernzone. Das Areal am Dachstein ist auch als Europaschutzgebiet und Naturschutzgebiet Steirisches Dachsteinplateau (FFH, AT2204000/Nr. 19, 7455 ha respektive NSa 18, Lgbl. 106/2008, 7367 ha) ausgewiesen.

Auch das Tote Gebirge ist Europa- und Naturschutzgebiet (FFH/BSG Totes Gebirge mit Altausseer See, AT2243000/Nr. 35, 240 km² resp. Totes Gebirge West und Ost, NSa 16/17, Lgbl. 107 und 108/2008, 159 und 78 km²).

Den Rest der Berglands umfassen die Landschaftsschutzgebiete Salzkammergut–West am Sarstein, Salzkammergut–Ost am Dachstein und Warscheneck-Gruppe (LS14b, 14a, 15, mit 60, 362 resp. 70 km²), letzte beide umfassen noch das ganze linke Ennstal.

Hier finden sich auch noch einige kleinere Naturschutzgebiete, Ödensee (FFH, AT2206000/Nr. 20, NSa 5), Rödschitz- oder Laasenmoor, Obersdorfer Moos, Drei Moorflächen (Bad Mitterndorf) und Mündungsbereich Salza in Stausee Paß Stein (NSc 15, 58, 89 und 17).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • ausseerland.at, offizielle Webseite der Ferienregion, Tourismusverband Ausseerland

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Reinhard Lamer: Das Ausseer Land. Geschichte und Kultur einer Landschaft. Styria, Graz 1998, ISBN 3-222-12613-5, S. 13 f.
  2. Tourismusverbände (Einzelverbände und mehrgemeindige Verbände bis 31. Dezember 2014): Tabelle 50 mehrgemeindige TV (§ 4 Abs. 3 - Verbände) mit 273 Tourismusgemeinden. Stand: Oktober 2014 (xlsx, verwaltung.steiermark.at, abgerufen 11. Juni 2015).
  3. Tourismusverbände (Einzelverbände und mehrgemeindige Verbände ab 1. Jänner 2015): Tabellen 36 mehrgemeindige TV (§ 4 Abs. 3 - Verbände) mit 128 Tourismusgemeinden. Stand: 1. Jänner 2015 (xlsx, verwaltung.steiermark.at, abgerufen 11. Juni 2015).
  4. Ausseerland-Salzkammergut in der Steiermark, Österreich auf steiermark.com.
  5. LEADER Zukunftsabend Ennstal - Ausseerland auf leader-ennstal.at (abgerufen 11. Juni 2015).
  6. 1997 Advisory Body Evaluation, UNESCO World Heritage Centre (pdf, 1 MB)