Stellung (Militär)

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Die Stellung ist im Militärwesen der selbstgewählte Aufenthaltsort von Kampfverbänden oder Teilen derer während eines Gefechts.

Taktischer Begriff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Stellung ist ein Geländeabschnitt, in dem sich ein Kampfverband für das folgende Gefecht aufstellt („Stellung bezieht“ bzw. „in Stellung geht“) und aus dem heraus das Feuergefecht geführt wird. In der Regel werden „gedeckte Stellungen“ bezogen, um der feindlichen Aufklärung möglichst lange entzogen zu bleiben und im Feuerkampf möglichst teilweise gegen feindliches direktes Feuer geschützt zu sein. Die Auswahl der Stellungen richtet sich im Wesentlichen danach, ob sie in den Operationsarten Verteidigung, Verzögerung oder Angriff genutzt werden sollen. Für Verteidigungsgefechte werden sie in der Regel vorbereitend ausgebaut, ansonsten in beweglich geführten Gefechten nur kurzzeitig bezogen.

Charakteristisch für den Ersten Weltkrieg war das oft wenig bewegliche Gefecht aus Grabenstellungen (Stellungskrieg oder Grabenkrieg).

Gefechtsstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein „Kampfstand“ ist eine ausgebaute Stellung, aus der heraus meist zwei Soldaten als kleine Kampfgemeinschaft am Gefecht teilnehmen. Befestigt ist dieser ein Bunker. Sinn und Zweck ist Deckung vor Feindfeuer. Bunkerstellungen sind massive Stellungen aus Stahlbeton mit Schießscharten. Großstellungen sind gangartig, befestigt und mannshoch.

Stellungen können für einen oder mehrere Soldaten oder für Waffen (z. B. Feuerstellung für die Artillerie) ausgelegt sein. Bei vorbereiteten Stellungen für Kampfpanzer ist es üblich, mit dem Räumschild eines Pionierpanzers eine kleine Senke zu schaffen und die Erde aus der Senke zu einem kleinen Wall zusammenzuschieben, so dass nur der Geschützturm über die Stellung herausragt und die Panzerwanne geschützt ist.

Für das Ausheben von Einzelstellungen im Schnellausbau führen die Soldaten einen Klappspaten mit; für den geplanten Ausbau führt die Gruppe leichte Infanteriepionierausrüstung mit. Die Liegefläche einer Schützenmulde steigt nach vorn leicht an; der Erdaushub wird zu einem halbkreisförmigen Wall aufgeschüttet. Dieser dient als Deckung und als Auflage für das Gewehr; Vertiefungen am Fußende der Schützenmulde dienen der Aufnahme der Füße und des Rucksacks.

Eine Stellung für einen Soldaten mit Maschinengewehr nennt man MG-Nest.

Um die Soldaten vor Aufklärung zu schützen, sind Stellungen nach außen und oben mit Pflanzen, Pflanzenteilen oder Tarnnetzen getarnt. Gegen Feindfeuer schützen mehrere Lagen Sandsäcke, Erdwälle, dicke Baumstämme[1] oder ähnliches.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Brett A. Stoneberger, Combat Leader's Field Guide, 13. Auflage, Stackpole Books 2005, ISBN 0-8117-3195-2, S. 252