Stephan Albani

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Stephan Albani (2014)
Video-Vorstellung (2014)

Stephan Albani (* 3. Juni 1968 in Göttingen) ist ein deutscher Physiker und Politiker (CDU). Seit der Bundestagswahl 2013 ist er Mitglied des Deutschen Bundestages.

Persönlich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stephan Albani machte sein Abitur 1987 in Göttingen. Von 1989 bis 1994 studierte er an der Georg-August-Universität Göttingen Physik mit einem Abschluss als Diplomphysiker.

Er ist verheiratet, evangelisch, hat drei Kinder und wohnt in Petersfehn im Ammerland.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1996 ist Stephan Albani Mitgründer und Geschäftsführender Gesellschafter des Hörzentrums Oldenburg GmbH, einem An-Institut der Universität Oldenburg und des Evangelischen Krankenhauses Oldenburg. 2001 wurde er Geschäftsführer des Kompetenzzentrums HörTech GmbH, dessen Gesellschafter die Universität Oldenburg (51 %) und die Hörzentrum Oldenburg GmbH (49 %) sind.

Dem Bundesverband für Wirtschaftsförderung und Außenwirtschaft (BWA EBD) gehörte er seit 2005 zunächst als Senator an. 2007 wurde er zum Vizepräsidenten[1] gewählt und Leiter der Kommission Innovation in Berlin.

2007 wurde Albani geschäftsführender Vorstand des Exellenzinitiative-Clusters Auditory Valley, welcher durch eine Kooperation der Universitäten Hannover/Oldenburg getragen wurde. Dieser Forschungs- und Entwicklungscluster strebt mit seiner weltweit anerkannten Expertise rund um das Hören die Entwicklung einer neuen Hörsystem-Branche an.

Die Landesinitiative „Innovatives Niedersachsen – Zukunft schmieden“ betraute ihn darauf im Jahr 2008 mit der stellvertretenden Leitung der Arbeitsgruppe Gesundheit und Ernährung in Hannover. 2009 wurde Albani Mitglied im Wirtschaftsrat der CDU und engagierte sich in der Arbeitsgruppe Innovation und Wachstum in Berlin.

Das Niedersächsische Wirtschaftsministerium berief ihn 2010 in den Beirat der Niedersächsischen Landesinitiative LifeSciences in Hannover.

2011 leitete er die Arbeitsgruppe Gesundheit der Landesinitiative „Innovatives Niedersachsen – Zukunft schmieden“ des Niedersächsischen Wirtschaftsministeriums in Hannover.

Im Rahmen des Exzellenzclusters Hearing4All übernahm Stephan Albani die Leitung des Translational Research Center (TRC). Hintergrund war die erfolgreiche Bewerbung der Universität Oldenburg zusammen mit der Medizinischen Hochschule Hannover und der Leibniz-Universität Hannover mit dem Antrag zum Exzellenzcluster Hearing4All im Juni 2012. Das TRC hat die Aufgabe Ergebnisse aus den Forschungsarbeiten des Clusters in Produkte zu überführen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stephan Albani ist stellv. Vorsitzender im CDU-Kreisverband Ammerland sowie stellv. Vorsitzender im CDU Stadtverband Bad Zwischenahn.

Im Juli 2012 wurde Albani von der CDU als Direktkandidat für den Bundestagswahlkreis Oldenburg – Ammerland nominiert und zog bei der Bundestagswahl 2013 über die Landesliste Platz 6 der CDU Niedersachsen in den Bundestag ein.

Er ist ordentliches Mitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung und in der Enquete-Kommission Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt. Außerdem ist er stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Gesundheit, im Ausschuss für Arbeit und Soziales[2] sowie im Unterausschuss Globale Gesundheit. Albani ist Vorsitzender der Deutsch-Irischen Parlamentariergruppe.

Darüber hinaus engagiert er sich im Arbeitskreis Küste der CDU/CSU-Fraktion wie auch im Parlamentskreis Mittelstand. Des Weiteren ist er Mitglied der Parlamentsgruppe Luft- und Raumfahrt und in der Arbeitnehmergruppe im Deutschen Bundestag.

Weitere Mitgliedschaften sind die Parlamentsgruppe SADC, die Parlamentsgruppe Nordische Staaten und der Stephanuskreis der CDU/CSU-Fraktion.

Er war auch Mitglied im parlamentarischen Beirat „Bevölkerung und Entwicklung“ der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung. 2014 wurde Stephan Albani in den Bundesfachausschuss „Bildung, Forschung und Innovationen“ der CDU berufen, nachdem er bereits mehrere Jahre als Leiter des Fachausschusses „Wissenschaft, Kultur, Kirche“ des CDU-Landesverbandes Oldenburg tätig ist. Außerdem engagiert sich Stephan Albani in den beiden Fachausschüssen „Wissenschaft und Kultur“ sowie „Gesundheit“ der CDU in Niedersachsen.

Er zählt zu den 75 Unionsabgeordneten – 68 von der CDU (26,9 % aller CDU-Abgeordneten) und 7 von der CSU (12,5 % aller CSU-Abgeordneten) – die im Juli 2017 für die Gleichgeschlechtliche Ehe gestimmt haben.[3]

Kritik an Nebentätigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stephan Albani übt neben seinem Mandat noch zwei anzeigepflichtige Nebentätigkeiten aus.[4] Er ist Geschäftsführer des Hörzentrums Oldenburg und enthält dafür eine Entlohnung der Stufe 1 (zwischen 1.000 und 3.500 Euro pro Monat). Daneben ist er ebenfalls Geschäftsführer der HörTech gGmbH und enthält hier eine Entlohnung der Stufe 2 (zwischen 3.500 und 7.000 Euro pro Monat). Diese Angaben ergeben zusammengefasst einen Verdienst von zwischen 4.500 und 10.500 Euro pro Monat neben dem Mandat.

Eine Transparency-Studie sieht einen potentiellen Interessenkonflikt zwischen Albanis Tätigkeiten und der Berichterstattung „Transfer von Forschungsergebnissen und Innovationen in die Gesundheitsversorgung beschleunigen“.[5]

Am 17. August 2017 berichtete die Nordwest-Zeitung über Albanis Nebentätigkeiten.[6] Dass Albani als Mitglied des Ausschusses für Gesundheit sowie des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestages selbst über Steuergelder mitentscheide, von denen er über seine Nebentätigkeit als Geschäftsführer vom Bund geförderter Unternehmen potenziell selbst profitiere, sei "ziemlich offensichtlich", so Martin Reyher von abgeordnetenwatch.de. Auch Lobbycontrol bezeichnete Albanis Nebentätigkeiten als "klaren Fall von Befangenheit". Im Gespräch mit der Zeitung führte Albani an, er stehe den beiden Unternehmen "'nur beratend zur Seite' mit 3 bis 4 Stunden in der Woche" und habe so Nebeneinkünfte von knapp 42.000 Euro brutto im Jahr 2016 verzeichnet. Die Fortführung der Unternehmen neben dem Bundestagsmandat sei eine wirtschaftliche Notwendigkeit: Sollte er aus dem Bundestag ausscheiden, "dann falle ich ins Bodenlose".

In Leserbriefen an die Nordwest-Zeitung wurde Albani daraufhin scharf kritisiert.[7] Mehrere Zuschriften rechneten vor, dass Albanis Entlohnung in seinen Nebentätigkeiten bei "3 bis 4 Stunden in der Woche" rund 210 Euro pro Stunde betrage. Ein positiverer Leserbrief argumentierte, Albani halte durch seine wirtschaftlichen Tätigkeiten "Bodenkontakt". Albani nahm auf seiner Homepage Stellung zu den Vorwürfen.[8] Hier betonte er erneut, dass die Weiterführung der Unternehmen für den Fall eines Ausscheidens aus dem Bundestag nötig sei. Den Vorwurf einer Befangenheit in der Ausschussarbeit wies er zurück. Als Ausschussmitglied habe er keinerlei Einfluss darauf, ob die von ihm beratenen Unternehmen eine Förderung erhielten. Albani kategorisiert seine Tätigkeit für HörTech auf seiner Homepage als Stufe 1 nach den Verhaltensregeln des Deutschen Bundestages (bis 3.500 Euro pro Monat), auf der Homepage des Bundestages wird diese jedoch als Stufe 2 (bis 7.000 Euro) verzeichnet.[4]

Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Albani ist Mitglied im Rotary Club und Bundeswehr-Sozialwerk. Er ist zudem Mitglied der überparteilichen Europa-Union Deutschland, die sich für ein föderales Europa und den europäischen Einigungsprozess einsetzt[9].

Darüber hinaus ist er Mitglied im Freundeskreis „Korvette Oldenburg“, welcher die Pflege der Patenschaft zum gleichnamigen Schiff der Deutschen Marine zum Ziel hat.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Stephan Albani – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Präsidium | BWA. In: www.bwa-deutschland.com. Abgerufen am 3. Dezember 2016.
  2. Deutscher Bundestag - Abgeordnete. Abgerufen am 8. März 2020.
  3. DW: Ehe für alle: Welcher Abgeordnete dafür und welcher dagegen stimmte. In: welt.de. 30. Juni 2017, abgerufen am 7. Oktober 2018.
  4. a b Biographie beim Deutschen Bundestag. Abgerufen am 20. März 2017.
  5. Studie von Transparency International zu potentiellen Interessenskonflikten. Abgerufen am 20. März 2016.
  6. "Stephan Albani: "Dann falle ich ins Bodenlose", Nordwest-Zeitung vom 17.08.2017. Abgerufen am 2. September 2017.
  7. " Verständnis und Kritik an Nebenverdienst", Nordwest-Zeitung vom 26.08.2017. Abgerufen am 2. September 2017.
  8. " Homepage von Stephan Albani MdB, Abschnitt "Nebeneinkünfte". Abgerufen am 2. September 2017.
  9. Stephan Albani. In: Website der Europa-Union Deutschland. Abgerufen am 5. August 2020.