Stephan Sulke

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Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[1]
Stephan Sulke 5
  DE 49 24.11.1980 (6 Wo.)
Stephan Sulke 6
  DE 48 12.10.1981 (6 Wo.)
Stephan Sulke 7 – Kekse
  DE 26 01.11.1982 (17 Wo.)
Liebe gibts im Kino
  DE 47 27.02.1984 (4 Wo.)
Singles[2]
Uschi
  DE 22 28.06.1982 (12 Wo.)

Stephan Sulke (* 27. Dezember 1943 in Shanghai) ist ein Schweizer Liedermacher[3], Keyboarder, Pianist und Gitarrist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sulke, Sohn Berliner Juden, wurde in China im sogenannten Shanghaier Ghetto geboren, weil seine Eltern vor den Nationalsozialisten geflüchtet waren. 1949 wollte die Familie nach Deutschland zurück, doch starb der Vater und seine Mutter heiratete in der Schweiz, so dass Sulke hauptsächlich dort aufwuchs. Gelegentlich kam er zu den Großeltern nach Berlin und auch in die USA.[4]

1963 erschien in Paris unter dem Pseudonym „Steff“ seine erste Single Mon tourne-disque, für die er den Grand Prix du Premier Disque erhielt. Dieser Preis wurde ihm vom französischen Schauspieler und Chansonsänger Maurice Chevalier überreicht. 1965 veröffentlichte er in Deutschland die Single He, Little Blondie (Little Honda), in den USA eine weitere Where Did She Go, die vor allem in den Südstaaten erfolgreich wurde. Deshalb veröffentlichte er bis 1967 weitere Singles in den USA, aber auch in Frankreich. 1967 kehrte er wieder in die Schweiz zurück und studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten Zürich und Bern, ohne einen Abschluss zu erlangen. Gleichzeitig veröffentlichte er unter verschiedenen Pseudonymen Schallplatten in Englisch und Französisch.

1969 baute er sein eigenes Tonstudio in Biel, wo er für Künstler aus der Jazz- und Pop-Szene Aufnahmen machte. 1972 gründete er eine Elektronik-Firma für Studiotechnik in London, die später nach Biel verlegt wurde. 1974 erschienen dann unter seinem richtigen Namen seine ersten eigenen Lieder in deutscher Sprache. Er wurde bald im ganzen deutschsprachigen Raum bekannt und war auch in zahlreichen Fernsehsendungen zu Gast. Sein erster Fernsehauftritt in Deutschland war am 23. Oktober 1976 in der live übertragenden Samstagabend-Unterhaltungssendung Am laufenden Band mit Rudi Carrell, wo er das Lied Lotte, aus seiner ersten und damals aktuellen LP Stephan Sulke, vortrug. Neben seinen eigenen Liedern schrieb er aber auch Texte für andere Künstler wie etwa Katja Ebstein oder Erika Pluhar. Sulkes Lied Ich hab dich bloß geliebt wurde 1983 von Herbert Grönemeyer auf seiner LP Gemischte Gefühle gecovert.

1981 erschien, auf der Platte Stephan Sulke 6, sein wohl bis heute bekanntestes Lied Uschi. Damit erreichte er im Juli 1982 Platz 3 der ZDF-Hitparade. Später erschienen weitere Titel, die aber nicht mehr an den Erfolg von Uschi anknüpfen konnten. 1982 machte er auch als Buchautor von sich reden. Kekse hieß sein Werk, gefolgt von Liebe gibts im Kino (1984).

1989 zog sich Sulke, nach seiner vorerst letzten veröffentlichten CD Habt mich doch alle gern, zunächst aus der Branche zurück. Ab 1991 arbeitete er mit dem Architekten Kurt Feldweg in Berlin an verschiedenen Bauprojekten.

Im Frühjahr 1994 meldete sich Sulke mit schweren Kopfverletzungen an der polnischen Grenze bei der Polizei in Frankfurt (Oder); er gab an entführt und verprügelt worden zu sein. Da sein 500er Mercedes später ausgebrannt aufgefunden wurde, spekulierte die Polizei auf die sogenannte Auto-Mafia als Täter.[5] Danach zog sich Sulke zeitweilig aus der Öffentlichkeit zurück.

1999 brachte er aber eine neue CD (moll & dur) heraus, und im Jahr 2000 war er auch wieder auf der Bühne zu sehen und tourte erfolgreich durch Deutschland und die Schweiz. Auf dieser Tournee wurde das Konzert vom 17. März 2000 im Veranstaltungshaus Alte Oper in Frankfurt am Main aufgenommen und im selben Jahr mit der doppelten CD Live veröffentlicht. Seit seinem musikalischem Comeback 1999, bringt Sulke in (un)regelmäßigen Abständen Alben raus, 2017 erschien seine neue Platte Liebe ist nichts für Anfänger beim deutschen Musiklabel Staatsakt, für ihn war dies seine erste, als CD und LP erhältliche Produktion, bei diesem Musikverlag.

2001 geriet Sulke in die Schlagzeilen, da er bei seinen Immobiliengeschäften auch einen Vertrag mit dem MDR geschlossen hatte. So wurde mit dem damaligen Leiter des MDR Udo Reiter 1992 ein Wohnungsbauprojekt vereinbart, da nach der Wiedervereinigung der Wohnungsmangel auch für MDR-Mitarbeiter spürbar war, das aber unterm Strich dem MDR bis 2005 mehrere Millionen Euro Verlust einbrachte.[5] 2001 trat Sulke auch als Maler und Bildhauer in Erscheinung. In Kelkheim-Ruppertshain wurde seine Ausstellung, das bildnerische Werk unter dem Titel Material lacht – Bilder und Skulpturen, in einer Galerie erstmals der Öffentlichkeit vom 17. November bis zum 9. Dezember 2001 präsentiert. 2005 schrieb Sulke die Musik, Christian Berg die Texte, für das Kindermusical Heidi...ein Berg-Musical. Ebenfalls 2005 coverte Sulke zwölf seiner eigenen Lieder aus den Alben Stephan Sulke (1976) bis Stephan Sulke 5 (1980) selbst, und veröffentlichte diese neue Aufnahmen und Versionen auf der CD Ich sing mich – Sulke feat. Sulke Vol. 1. Der Zusatz „Vol. 1“ ließ jedoch bisweilen vergeblich auf mehr hoffen.

Sulke absolvierte 2018 und 2019 erneut eine Konzerttournee.[6]

Er lebt mit seiner italienischen Lebenspartnerin in Südfrankreich.[7]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1976: Stephan Sulke
  • 1977: Stephan Sulke 2
  • 1978: Stephan Sulke 3 – Andermann der konnte...[8]
  • 1979: Stephan Sulke 4
  • 1980: Stephan Sulke 5
  • 1980: live (Doppel-LP)
  • 1981: Stephan Sulke 6
  • 1982: Stephan Sulke 7 – Kekse
  • 1983: Ausgewähltes (Kompilation) (Dies ist die erste Kompilation des Künstlers. Von den insgesamt 16 Liedern wurden hier 5 davon in jeweils neuer aufgenommener Version zum ersten Mal veröffentlicht)
  • 1984: Liebe gibts im Kino
  • 1985: Versöhnung
  • 1986: Stephan Sulke ’86
  • 1987: Stephan Sulke 13
  • 1989: Habt mich doch alle gern
  • 1997: Best Of Vol. 1 (Kompilation)
  • 1997: Best Of Vol. 2 (Kompilation)
  • 1999: moll & dur
  • 2000: Ich mach’s wieder
  • 2000: Live (Doppel-CD)
  • 2004: 60
  • 2005: Pop & Poesie: Niederfallen ferner Sterne – Die schönsten deutschen Balladen
  • 2005: Heidi ...ein Berg-Musical (Musik : Stephan Sulke; Texte : Christian Berg)
  • 2005: Ich sing mich
  • 2009: Essential (Kompilation)
  • 2009: Mensch ging das aber schnell
  • 2011: Die ersten 8 (Seine acht ersten Studio-Alben in einer acht CD-Box).
  • 2011: Enten hätt’ ich züchten sollen... (U. a. Sulke im Duett mit Milva und in deren zwei mit Lilo Wanders)
  • 2017: Liebe ist nichts für Anfänger
  • 2018: Die Box 1976 - 1986 (Seine zehn ersten Studio-Alben in einer kompakten fünf CD-Box).

EPs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1963: Jolies filles / Mon tourne-disque (als Steff)
  • 1964: Ce jour là / Elle sera belle (als Steff)
  • 1964: On me dit / Depuis ton départ (als Steff)
  • 1964: Écris un mot / Dis moi, tu m’aimes (als Steff)
  • 1964: On me dit (als Steff)
  • 1967: I’m a Simple Man (als Steff Sulke)

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

als Steff
  • 1963: Mon tourne-disque
  • 1963: Jolies filles
  • 1964: Keiner außer mir (Whouh-Ouee)
  • 1964: He, Little Blondie (Little Honda)
  • 1965: Du hast mir den Kopf verdreht (mit Orchester)
  • 1965: Ce jour là
  • 1965: Depuis ton départ
  • 1965: Where Did She Go
  • 1966: She’s All Right
  • 1966: Had a Dream
als Steff Sulke
  • 1967: I’m a Simple Man
  • 1967: Oh, What a Lovely Day
  • 1967: Broken Dreams
  • 1968: Strings of My Heart
als Stephan Sulke
  • 1976: Lotte
  • 1976: Du machst mir noch mein Herz kaputt
  • 1977: Der Mann aus Russland
  • 1982: Uschi
  • 1982: In der Schule lernt man eh bloß Quark
  • 1983: Lulu
  • 1984: Liebe gibts im Kino
  • 1984: Papierlischwizer
  • 1985: Und ich mach es halt doch noch einmal
  • 1986: Ich will dein Haus sein
  • 1986: Na du Kleene
  • 1988: Du ich bin doch nicht dein Dackel
  • 1988: Opa
  • 1989: Certo che ti amo (mit Rosanna)
  • 2000: Egal
  • 2004: Komisch
  • 2004: Sauerstoffbenutzungsschein
  • 2011: Schöne Weihnachtszeit
  • 2020: Uschi 2020

Beiträge zu Kompilationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

als Stephan Sulke

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stephan Sulke: Kekse. Arena, Würzburg 1982, ISBN 3-401-04014-6. 134 Seiten. Sprüche, Aphorismen und ungereimten Gedichten. Mit einem Vorwort von Alfred Biolek.
  • Stephan Sulke: Liebe gibts im Kino. Arena, Würzburg 1984, ISBN 3-401-04094-4. 128 Seiten. Sulke beschreibt in diesem Buch Stationen seines Lebens.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Chartdiskografie Alben
  2. Hit-Bilanz, deutsche Chart-Singles auf CD-ROM, Taurus Press
  3. 2017 sagte Sulke in einem Interview, dass er den Begriff Liedermacher wegen seiner Assoziationen mit einem „unrasierten und oft ungewaschenen Links-Anarchisten“ „immer gehasst“ habe. „Ich mag den Begriff Singer-Songwriter am liebsten.“ (Der Sonntag, 25. Juni 2017, S. 6)
  4. Stephan Sulke im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  5. a b Der große Reibach auf Spiegel online vom 29. Januar 2001 aus Der Spiegel 5/2001
  6. Stephan Sulke mit exklusivem Konzert in Ortenberg – Kunstmelder. Abgerufen am 3. August 2020 (deutsch).
  7. Und immer wieder Liedermacher - Stephan Sulke wird 75 Bericht der Leipziger Volkszeitung vom 26. Dezember 2018, abgerufen am 3. November 2019
  8. Frank Ehrlacher: Stephan Sulke 3 - Andermann, der konnte | Stephan Sulke | CD-Album | 1978 | cd-lexikon.de. Abgerufen am 3. August 2020.