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Stephansdom (Wien)

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Stephansdom (Westansicht)
Nordostansicht mit dem Albertinischen Chor und dem nicht fertiggestellten Nordturm

Der Stephansdom (eigentlich Domkirche St. Stephan zu Wien) am Wiener Stephansplatz (Bezirk Innere Stadt) ist seit 1365 Domkirche (Sitz eines Domkapitels), seit 1469/1479 Kathedrale (Bischofssitz) und seit 1723 Metropolitankirche des Erzbischofs von Wien. Der von den Wienern auch kurz Steffl genannte römisch-katholische Dom gilt als Wahrzeichen Wiens und wird häufig auch als österreichisches Nationalheiligtum bezeichnet.[1][2] Namensgeber ist der heilige Stephanus, der als erster christlicher Märtyrer gilt. Das zweite Patrozinium ist Allerheiligen.[3]

Das Bauwerk ist 107 Meter lang und 34 Meter breit. Der Dom ist eines der wichtigsten gotischen Bauwerke in Österreich. Teile des spätromanischen Vorgängerbaues von 1230/40 bis 1263 sind noch erhalten und bilden die Westfassade, flankiert von den beiden Heidentürmen, die etwa 65 Meter hoch sind. Insgesamt besitzt der Stephansdom vier Türme: Der höchste ist der Südturm mit 136,4 Meter, der Nordturm wurde nicht fertiggestellt und ist nur 68 Meter hoch. Im ehemaligen Österreich-Ungarn durfte keine Kirche höher als der Südturm des Stephansdoms erbaut werden. So wurde beispielsweise der Mariä-Empfängnis-Dom in Linz um zwei Meter niedriger gebaut.

Der Südturm ist ein architektonisches Meisterwerk der damaligen Zeit; trotz seiner bemerkenswerten Höhe ist das Fundament weniger als vier Meter tief. Im Südturm befinden sich insgesamt 13 Glocken, wovon elf das Hauptgeläut des Stephansdoms bilden. Die Pummerin, die zweitgrößte freischwingend geläutete Kirchenglocke Europas, befindet sich seit 1957 im Nordturm unter einer Turmhaube aus der Renaissance-Zeit.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Baugeschichte des Doms im Grundriss (grün: das Riesentor; rot: romanischer Dom, 1430 abgerissen; rosa: Albertinischer Chor; blau: das gotische Langhaus)
Christus mit Johannes und weiteren Heiligen, Riesentor um 1240

Das Areal, welches später vom Stephansdom eingenommen wurde, lag östlich des römischen Legionslagers Vindobona im Bereich der canabae legiones, der Lagervorstadt. Das Lager war vom ersten bis zum dritten Jahrhundert von Gebäuden und Straßen umschlossen, welche jedoch im dritten und vierten Jahrhundert von Gräbern und Grabbauten abgelöst wurden. Im Bereich des Stock-im-Eisen-Platzes wurden seit 1690 immer wieder Grabbefunde gemacht.[4]

Die Anfänge des Doms gehen auf das Jahr 1137 zurück, aus dem der Tauschvertrag von Mautern zwischen Markgraf Leopold IV. von Österreich und dem Bischof Reginmar von Passau überliefert ist.[5] Dabei wurden Güter, aber auch Pfarrrechte ausgetauscht, um es dem Bischof zu ermöglichen, außerhalb der damaligen Stadt eine Kirche zu bauen, die dem heiligen Stephanus geweiht sein sollte, dem Patron der Bischofskirche von Passau. Die anderen Kirchen im damaligen Wien, die Ruprechtskirche und die Peterskirche, waren nach Salzburger Heiligen benannt; das Patrozinium der Kirche war also ein politisches Signal. Die erste Kirche wurde 1147 fertiggestellt und im selben Jahr vom Passauer Bischof Reginbert von Hagenau geweiht (Patronat nach der Mutterkirche Passau). Die Kirche war für die damalige Stadt völlig überdimensioniert – es könnte also damals schon Bestrebungen gegeben haben, sie in eine Bischofskirche zu verwandeln. Geostet ist die Kirche auf den Sonnenaufgang des 26. Dezember 1137.

Von 1230 bis 1245 entstand unter Herzog Friedrich II. dem Streitbaren von Österreich ein weiterer spätromanischer Bau, dessen Westfassade noch erhalten ist. Sie besteht aus den beiden Heidentürmen und dazwischen dem Riesentor. Der Ursprung beider Namen ist nicht völlig geklärt. Heidentürme kommt vielleicht von den Steinen, die von altrömischen Ruinen stammten, möglicherweise auch von den beiden Darstellungen der nichtchristlichen Fruchtbarkeitssymbole Phallus und Vulva, die die beiden Blendsäulen in der Westwand unterhalb der Türme krönen. Der Name Riesentor geht der Legende nach auf einen riesigen, über dem Tor aufgehängten Mammutknochen oder einen beim Bau helfenden Riesen zurück; tatsächlich dürfte die Bezeichnung aber auf das mittelhochdeutsche Wort risen (sinken, fallen) zurückgehen und sich auf die Trichterform des Portals beziehen. Oberhalb des Tores befand sich eine Herzogsempore, ähnlich dem Kaiserstuhl Karls des Großen in Aachen und den Westemporen der Kaiserdome.

1258 brach ein Brand aus, nach dem der Bau unter dem neuen Landesherren Ottokar II. Přemysl abgeschlossen wurde und 1263 unter dem Pfarrer Gerhard neu geweiht werden konnte.[6] Die Obergeschoße der Heidentürme wurden erst danach gebaut. 1276 brach erneut ein Brand aus, der zwar den Chor beschädigte, jedoch die westliche Fassade und die Westempore wie die anschließenden Räume in den Heidentürmen nicht betraf.

Unter den Habsburgern, seit 1282 Herzöge von Österreich, begann die gotische Bauperiode. Dabei wurden unter den Herzögen Albrecht I. und Albrecht II. von Österreich nicht nur die Brandschäden beseitigt, sondern zwischen 1304 und 1340 ein vergrößerter Chor im gotischen Stil gebaut, der nach ihnen als Albertinischer Chor bezeichnet wird.[7]

Die Regierungszeit von Herzog Rudolfs IV. genannt „der Stifter“ war bedeutsam für die Kirche: Am 7. April 1359 legte er den Grundstein für den Südturm[6] und den gotischen Erweiterungsbau der Kirche – eine Quelle spricht konkret vom Chor, für den entsprechend im Jahre 1365 eine Neuweihe belegt ist. In der Absicht, die Hauptkirche seiner Residenzstadt aufzuwerten, verlegte Rudolf – der seit 1358/59 den Titel „Pfalzerzherzog“ beanspruchte – im Jahre 1365 das von ihm 1358 in der Allerheiligenkapelle in der Hofburg zu Wien errichtete Kollegiatstift als „Domkapitel“ in die Stephanskirche, verlieh dessen Propst den Titel „Erzkanzler von Österreich“ und ernannte ihn zum Kanzler (Rektor) der neuen Universität in Wien. Seitdem ist das für den Chor geltende Allerheiligenpatrozinium das zweite Patrozinium des Doms.[8] Auch die bedeutende Sammlung von Reliquien und die Gründung der Stephansgruft gehen auf Rudolf IV. zurück.[6] Als Rudolf 1365 unerwartet verstarb, wurde er entsprechend im Chor bestattet. Auf Rudolf geht auch der Bau der beiden westlichen Langhauskapellen wie auch die beiden offensichtlich mit ihnen in Verbindung stehenden Fürstenportale zurück.

Die wichtigste Baumaßnahme Rudolfs am Stephansdom stellt der Baubeginn des südlichen Hochturms dar, auch wenn in den sieben Jahren seiner Herrschaft wenig mehr als Teile der erst 1391 geweihten Katharinenkapelle zur Ausführung kam.[9] Die Frage, auf wen die Konzeption und Planung des gotischen Baus zurückgeht, ist offen. Erst 1368 wird erstmals ein Magister operum ad St. Stephanum (Baumeister zu St. Stephan) namens Seyfried genannt. Ein wesentlicher Einfluss auf die Planung wurde in der älteren Forschung der Herzogen Baumeister Michael Knab zugeschrieben, doch lässt sich seine Tätigkeit als Wiener Dombaumeister konkret ausschließen.[10] Bis zum Jahre 1407 war der Turmunterbau bis zur Höhe des Kirchendachs gediehen, als entscheidende Korrekturen vorgenommen wurden, da, wie Thomas Ebendorfer überliefert, „in der Kunst erfahrene und in unseren Tagen berühmte Baumeister im Aufbau des genannten Turms derart vom Originalplan abgewichen waren, dass alles, was in mehreren Jahren kostspielig an ihm gebaut worden war, umgekehrt wieder bis dahin, wo der erste Baumeister ihn hinterlassen habe, abgetragen worden ist“. Damit ist offensichtlich der frühere Prager Dombaumeister Wenzel Parler gemeint, der von 1403 bis 1404 Dombaumeister in Wien war. Vollendet wurde der Turm anschließend mit Abänderungen 1433 von Peter und Hans von Prachatitz,[6] wobei dieser Turm mit 136 Metern bis zur Vollendung des Straßburger Münsterturms im Jahre 1439 der höchste Turm Europas war.

In unmittelbaren Anschluss an den Turmunterbau wurde der mit reichen Maßwerkformen dekorierte Bau des gotischen Langhauses auf seiner Südseite begonnen und bis 1430 so weit vorangetrieben, dass die dem Ausbau im Weg stehenden letzten Reste des frühgotischen Langhauses abgebrochen werden konnten. Unter Dombaumeister Mathes Helbling wurde dann bis 1440 (Inschrift am Kranzgesims) der westliche Teil der Nordmauer vollendet, anschließend wurde mit der Errichtung der Freipfeiler der Hallenkirche begonnen. Unter Hans Puchsbaum wurde das Domlanghaus zur Staffelhalle ausgebaut und auch die Einwölbung vorbereitet, die in ihrer reichen Ausformung mit Bogenrippen aber erst unter seinem Nachfolger Laurenz Spenning vollendet wurde. Als einziger der Maßwerkgiebel des Außenbaus wurde im Mittelalter der auf Kaiser Friedrich III. verweisende Friedrichsgiebel über dem Südwestjoch errichtet. Eine (heute verlorene) Inschrifttafel von 1474 bezeichnete das Vollendungsdatum des Kirchenbaus, wenngleich noch ohne den gerade erst begonnenen Nordturm.[11] Kurz zuvor, im Jahre 1469, war Wien zudem zum Bistum und damit der Stephansdom zur Kathedrale erhoben worden, so dass auch das von Rudolf IV. begründete Kollegiatstift zum Domkapitel wurde. Der Stephansdom wurde in dieser Zeit auch für öffentliche Reden vor der Wiener Gemeinde genutzt wie das Beispiel Erzherzog Albrechts VI. zeigt.[12]

1450 legte Friedrich III. den Grundstein für den Nordturm (früher fälschlicherweise auch Albertinischer Turm genannt) und wurde unter dem Dombaumeister Hans Puchsbaum das Fundament des Nordturms ausgemauert, wobei auf kaiserliche Anordnung hin der als ungenießbar eingestufte Wein dieses Jahrgangs als Bindemittel verwendet wurde. Nach langer, durch die politischen Spannungen zwischen Stadt und Kaiser bedingter Unterbrechung erfolgte jedoch erst 1467 unter Dombaumeister Laurenz Spenning der eigentliche Baubeginn des Nordturms nach neuen Plänen.[13] Von den beiden von ihm vorgelegten alternativen Turmplanungen stellte die erste eine Überarbeitung des bestehenden Hochturms dar, die zweite eine um etwa 20 Meter höhere Neuplanung, die zugleich die Turmbauprojekte des Straßburger und Ulmer Münsters übertreffen sollte. Unter ihm wurde bis 1477 das Portalgeschoss vollendet, unter seinem Nachfolger Simon Achleitner das Doppelfenstergeschoss, unter Jörg Kling und Jörg Öchsl das nachfolgende Freigeschoss, bis 1513 nach knapp einem halben Jahrhundert Bautätigkeit der Weiterbau eingestellt wurde. Noch 1523 wurde der Entschluss zur Turmvollendung gefasst, aber nicht mehr umgesetzt. In derselben Geschwindigkeit weitergebaut, hätte der Nordturm um 1560 vollendet sein können, doch verhinderten die kriegerischen Umstände der Zeit, die die Erneuerung der Festungswerke notwendig machten, den Weiterbau. 1578 wurde auf den Turmstumpf ein einfaches Glockengeschoss mit einer Renaissance-Haube gesetzt, die nach dem Baumeister Hans Saphoy Saphoy'sche Haube heißt.

Vogelschau auf den Stephansdom von Norden von Jacob Hoefnagel (1609). Erkennbar ist rechts die Magdalenenkapelle, das Leihbahr- Messner- und Cantorhaus sowie der Heiltumstuhl.

Von 1511 bis 1515 übernahm der Bildhauer und Baumeister Anton Pilgram die Leitung der Bauhütte, er vollendete den Orgelfuß und war unter anderem an der Ausführung der Domkanzel beteiligt, der dortige Fenstergucker wurde traditionell für sein Selbstbildnis gehalten. Unter Hans Herstorffer, der von 1637 bis 1650 als Dombaumeister wirkte, wurde 1647 die Innenausstattung barockisiert, vor allem der Hochaltar des Bildhauers Johann Jacob Pock und seines Bruders, des Malers Tobias Pock, stammt aus dieser Zeit. Während der Türkenbelagerung 1683 wurde der Dom durch türkische Kanonenkugeln beschädigt. Aus den Kanonen der Belagerer wurde danach die große Glocke (die Pummerin) gegossen. 1713, gleich zu Beginn der Amtszeit von Dombaumeister Johann Carl Trumler, leistete Kaiser Karl VI. im Dom das Gelöbnis, eine Kirche zu stiften, wenn die Pest ausklinge. Rund drei Jahre später wurde mit dem Bau der Karlskirche begonnen.

Seit den Renovierungen im 19. Jahrhundert wird auf dem Dach des Stephansdoms der österreichische Reichsadler in bunten Ziegeln ausgelegt. Im Brustschild dieses Adlers steht ein Monogramm von Kaiser Franz I. Seit 1950 bilden ein österreichischer Bundesadler und das Wiener Wappen das Pendant auf der anderen Dachseite dazu, wobei der Bundesadler in die heraldisch falsche Richtung blickt.[14]

Vertikal-
schnitt der geneigten Turmspitze
Rudolf von Alt: Stephansdom vom Stock-im-Eisen-Platz (1832)
Der Stephansdom im Jahr 1861 mit abgetragener Südturmspitze

In den Jahren 1839–1842 wurden die obersten 17 Meter der baufälligen Spitze des Südturmes, die sich nach Norden neigte, durch Paul Sprenger abgenommen; die Steinornamente wurden an einen Kern aus Eisen angefügt. Das Eisen erwies sich jedoch nicht als rostbeständig, sodass aufgrund von Rostsprengungen etliche Steine zerbrachen.[15][16] Ab 1850 verwendete Dombaumeister Leopold Ernst daher mit Zement vergossene Steindübel und „ersetzte dabei einen Fehler durch zwei andere“, da das Treiben des Zements ebenfalls zu schweren Schäden führte.[17] Deshalb wurden 1861 die obersten 40 Meter von Leopold Ernst wieder abgetragen und 1862–1864 von dem 1863 zum Dombaumeister bestellten Friedrich von Schmidt in mittelalterlicher Steintechnik möglichst originalgetreu neu errichtet. Mehrere Phasen dieses Vorganges sind auf Aquarellen von Rudolf von Alt zu sehen.[18]

Schmidt leitete über Jahrzehnte die Restaurierung des Doms, wobei auch „verbessernde“ Eingriffe im Sinne der Neugotik und Viollet-le-Ducs unternommen wurden (etwa im Giebelbereich der Südfenster des Doms). Am 18. August 1864, dem Geburtstag des Kaisers, wurde im Zuge der Turmrenovierung ein neues Kreuz und ein drei Zentner schwerer Adler auf die fertiggestellte Turmspitze aufgesetzt.

Die Bombenangriffe während des Zweiten Weltkriegs sowie die Kämpfe im Stadtgebiet überstand der Stephansdom ohne größere Schäden. Als am 10. April 1945 vom Turm eine weiße Fahne gehisst wurde, erhielt der damalige Wehrmachtshauptmann Gerhard Klinkicht vom Kommandanten Dietrich den Befehl, den „… Dom zunächst mit 100 Granaten in Schutt und Asche zu legen. Sollte das nicht ausreichen, ist bis zu seiner völligen Zerstörung weiterzuschießen.“ Gerhard Klinkicht befolgte diesen Befehl nicht,[19] eine Gedenktafel am Dom erinnert an ihn.

Als am 11. April 1945 zivile österreichische Plünderer in Geschäften um den Steffl Feuer legten, griffen die Brände in der Nacht zum 12. April, dem Tag als die Sowjetarmee einmarschierte, auch auf den Dom über. Dabei brannten der Dachstuhl und der Glockenturm vollständig aus. Aufgrund der militärischen Lage waren keine effektiven Löscharbeiten möglich. Die Pummerin stürzte bei diesem Großbrand aus dem Glockenstuhl ab und zerschellte am Boden. Die wertvolle Walcker-Orgel von 1886 wurde durch den Einsturz des brennenden Daches oberhalb der Westempore zerstört. Der Brand wurde nicht, wie oftmals behauptet wird, durch Artilleriebeschuss verursacht, sondern durch Funkenflug, der von Geschäften in der Umgebung ausging, die bei der Plünderung in Brand gesteckt worden waren.

Der Wiederaufbau des Stephansdoms, der unter anderem durch zahlreiche Spenden aus der Bevölkerung finanziert wurde (siehe auch: Stephansgroschen), begann sofort nach Kriegsende. Er wurde 1952 mit dem Einzug der neu gegossenen Pummerin wiedereröffnet.

Das Äußere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südturm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dach und Turm des Stephansdoms in der Abendsonne

Der Südturm ist als Hauptturm 136,4 Meter hoch und hat einen quadratischen Grundriss, der durch ein raffiniertes Arrangement von Giebeln allmählich in ein Achteck übergeführt wird. Unterhalb der Spitze ragen zwölf Fialtürmchen empor. Bis auf eine Höhe von 72 Metern ist er für die Öffentlichkeit zugänglich, dort befindet sich die sogenannte Türmerstube. Das Besteigen der Turmspitze ist nur Mitarbeitern des Dombauamtes vorbehalten. Der Dombaumeister persönlich seilt sich mindestens ein Mal pro Jahr von der Spitze des Turmes ab, um die Bausubstanz zu kontrollieren.

Der südliche Hochturm von St. Stephan kann als eine der monumentalsten Lösungen, die im Mittelalter vollendet wurden, gelten.[20] Er verbindet sich nicht mit dem Kirchenbau (wie beim Kölner Dom als Zweiturmfassade, am Ulmer Münster als Westeinturm oder am Mailänder Dom als Vierungsturm), um seine Baumasse in einem zentralen Aufsatz kulminieren zu lassen, sondern ist ihm als ein zusätzliches Element seitlich angefügt. Die Sonderstellung des Wiener Turms verdeutlicht sich heute noch dadurch, dass sein nördliches Gegenstück nur mehr teilweise zur Ausführung kam und daher in der Gesamterscheinung des Bauwerks nicht mitspricht, ohne dass der Eindruck des Unvollendeten aufkommen müsste. Die Turmspitze wird heute durch ein von einem Doppeladler getragenes Doppelkreuz (Erzbischofskreuz) gebildet. Ursprünglich hatte die Turmspitze eine Bekrönung, die Sonne und Mond (für die geistliche und die weltliche Macht) darstellte. Nach der Türkenbelagerung 1529 verlangten Wiener Bürger 1530, diese Symbole zu ersetzen, da sie zu sehr an die türkischen Zeichen (Stern und Halbmond) erinnerten. Zu einem Austausch kam es allerdings erst 1686.[21]

Die Gesamtdauer der knapp fünfundsiebzigjährigen Bauzeit des Turmes, die zwischenzeitliche Planänderungen wahrscheinlich macht, wird durch die überlieferten Eckdaten festgelegt, welche die Grundsteinlegung vom 12. Juli 1359 durch Herzog Rudolf IV. und seine Gemahlin Katharina von Luxemburg[22] und das Versetzen der abschließenden Kreuzblume für 1433 angeben.

Dazwischen liegt ein Planwechsel, der zunächst die Einführung des Doppelfenstergeschoßes und dann dessen Reduktion bewirkte. Dieses war in der ersten Konzeption erheblich bis über die Traufhöhe hinaufgeführt worden, wurde dann aber wieder bis knapp oberhalb der Fensterscheitel reduziert, so dass die bereits ausgeführte Wanddekoration mit Fialenbaldachinen für die hier vorgesehenen Statuen verlorenging. Der gesamte Turmbereich oberhalb der Traufhöhe des Kirchbaus wurde gänzlich nach dem Konzept des Peter von Prachatitz errichtet und stellte keine Rückkehr zu einem vermeintlichen Erstplan dar. Aber selbst hier noch lassen sich zwischen den einzelnen Geschoßabschnitten weitere Plankorrekturen feststellen, die vor allem im Übergang zum Helmbereich mit dem überlieferten Meisterwechsel von Peter zu Hans von Prachatitz zusammenfallen.

Die entscheidende Planänderung zwischen Unterbau und Freigeschoßen betraf zugleich die Bestimmung des Turms als gemeinschaftsstiftendes Zeichen. Begonnen von Rudolf IV. und fortgeführt von seinen Brüdern, hatte der Turm ausschließlich als kommemoratives Denkmal des Stifters dienen sollen, doch mit der Übernahme durch die Stadt zu Beginn des 15. Jahrhunderts stand er nicht mehr für Partikularinteressen, sondern für den Zusammenhalt aller Gruppen der Gesellschaft unter habsburgischer Krone. Zu demselben Zeitpunkt, als aufgrund der hussitischen Unruhen in Böhmen der südliche Hochturm des Prager Veitsdomes unvollendet liegenblieb, gelang in Wien die Fertigstellung eines Turmbaus mit einem ständig erhöhten Anspruch. Der vollendete Turmbau gab durch seine beherrschende Stellung unmissverständlich zu erkennen, dass Wien inzwischen in architektonischer Hinsicht an die Stelle Prags getreten war, aber auch bereit war, dessen Funktion als „des reiches houptstat“ zu übernehmen.[23]

Seit April 2014 werden an den beiden Blitzableitern durch Sensoren die Parameter der dort einschlagenden Blitze erfasst und sollen über das österreichweite Projekt ALDIS wissenschaftlich ausgewertet werden.[24][25]

Nordturm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Erbauung des Nordturmes sollte der Dom in seinem äußeren Erscheinungsbild vollendet werden. Die Bauarbeiten an diesem Turm begannen im Jahre 1467 und dauerten bis 1511. Sie wurden jedoch wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten, religiöser Wirren – Wien war um 1520 eine protestantische Stadt geworden, während die Niederösterreichischen Stände gegen die Protestanten vorgingen und lutherische Gottesdienste in den Bürgerhäusern verboten wurden – und wegen der nahenden Türkengefahr nicht weiter fortgeführt, sodass der Nordturm unvollendet blieb.[26]

Unter Hans Saphoy von Salmansweiler († 1578 in Wien), der von 1556 bis 1578 Dombaumeister von St. Stephan war, gab es Überlegungen, den Steinstumpf auszubauen, die jedoch wieder fallen gelassen wurden. Es blieb bei der Errichtung eines Turmdaches im Stil der Renaissance durch die Brüder Hans und Caspar Saphoy. Es handelt sich dabei um ein kleines achteckiges Glockentürmchen, die so genannte „Saphoysche“ oder „Welsche Haube“, auf dessen Spitze der Doppeladler des Hauses Österreich thront, weshalb der Nordturm auch „Adlerturm“ genannt wird.[27] Der Nordturm ist insgesamt 68,3 Meter hoch.

Legenden um den unfertigen Nordturm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt etliche Geschichten und Legenden, die die Unfertigkeit des Nordturms des Stephansdoms zu erklären versuchen. Die bekannteste Legende besagt, dass der Baumeister Puchsbaum zur Entstehungszeit nur ein Gehilfe des Baumeisters war und mit dem Teufel einen Pakt schloss, um den Nordturm innerhalb eines Jahres fertigzustellen. Dadurch würde Puchsbaum die Bedingung des Baumeisters, seine Tochter ausführen zu dürfen, erfüllen. Puchsbaum konnte allerdings seinen Pakt mit dem Teufel nicht einhalten, da er – durch die Namensgebung der Tochter Maria bedingt – es nicht schaffte ein Jahr lang weder den Namen des Herrn noch eines anderen Heiligen auszusprechen.[28]

Dach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am auffälligsten neben den Türmen ist das Dach. Es erhebt sich 37,5 Meter über dem Langhaus und 25,3 Meter über dem Chor mit einer Länge von 110 Meter. Es ist mit rund 230.000 Dachziegeln bedeckt, die in einem Zickzack-Muster arrangiert sind und in insgesamt zehn Farbtönen von den Ziegelbrennereien in Poštorná (Mähren, heute Ortsteil von Břeclav) hergestellt wurden.

Der Dachstuhl des Doms im Bereich des Überganges Chor/Langhaus mit Blickrichtung Empore

Über dem Chor ist auf der Südseite das Wappen des k.u.k. Doppeladlers mit den Initialen von Kaiser Franz I. und der Jahreszahl 1831, auf der Nordseite das Wappen der Stadt Wien und das Wappen der Republik Österreich, unten mit der Jahreszahl 1950.

Der Dachstuhl ist eine rund 600 Tonnen schwere Stahlkonstruktion, die den Lärchenholz-Dachstuhl aus dem 15. Jahrhundert ersetzte, der 1945 zur Gänze abbrannte. Bei der Wiederinstandsetzung wurde zusätzlich vorab über den Gewölben eine Betondecke eingezogen (1946 über dem Langhaus mit dem leicht erhöhten Mittelschiff und 1948 über dem Chor), um einerseits bis zur Fertigstellung des Daches das Innere des Doms zu schützen und anderseits eine Arbeits- und Lagerfläche für den Wiederaufbau des Daches zu haben. Dieser Wiederaufbau, der weitgehendst in der gleichen Form des ursprünglichen Daches erfolgte, wurde mit November 1950 abgeschlossen.[29]

Tore[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordwestansicht mit dem Hauptportal (romanischen Riesentor) und den beiden etwa 65 Meter hohen Heidentürmen

Riesentor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hauptportal, das so genannte „Riesentor“, liegt auf der Westseite des Doms zwischen den beiden „Heidentürmen“. Es wurde zwischen 1230 und 1250 in romanischem Stil erbaut und anlässlich eines Besuches von Kaiser Friedrich II. (aus dem Haus der Staufer, † 1250) in ein reich gegliedertes Trichterportal umgestaltet. Es zählt mit dem gesamten Westwerk zum ältesten und bedeutendsten Bestand der Kathedrale.[30] Die Herkunft des Namens ist ungewiss, er leitet sich entweder davon ab, dass über dem Tor lange Zeit ein Mammutknochen angebracht war, der als Knochen eines Riesen angesehen wurde, oder geht auf das mittelhochdeutsche Wort risen (sinken, fallen) zurück, das sich auf die Trichterform des Portals beziehen könnte. In der Außenmauer sind in kleinen Nischen mehrere Steinfiguren zu sehen, unter anderem zwei Löwen; ein Greif und eine sitzende Figur in eigenartiger Haltung, die vermutlich einen Richter darstellt, jedoch im Volksmund als der Dornauszieher bezeichnet wird. Das Portal selbst wird auf jeder Seite von sieben trichterförmigen Säulen begrenzt, die mit gewundenen Pflanzenmustern geschmückt sind. Auf den Kapitellen befinden sich Figuren von Aposteln und Heiligen, aber teils auch schwer deutbare Szenen. Über den Kapitellen erheben sich reich gegliederte Bögen, die das Tympanonfeld umrunden, auf dem Christus als Pantokrator (Christus als Weltenherrscher) in einer Mandorla dargestellt ist, dessen Haupt mit einem Kreuznymbus umgeben ist wobei ein Knie der Statue frei ist Die Bedeutung dieser Symbolik ist unklar, sie wird mit Aufnahmezeremonien in Bauhütten in Verbindung gebracht.

Singertor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rechts von Riesentor befindet sich auf der südlichen Seite des Doms am Beginn des Langhauses das Singertor, das als das bedeutendste gotische Kunstwerk des Doms gilt.[31] Es hat seinen Namen davon, dass es den Sängern des Chores als Eingangstor diente. Zugleich war es aber auch der übliche Eingang für die Männer. Es ist um 1360 entstanden und in Form eines Spitzbogens arrangiert, wobei im Gewände Apostelfiguren stehen. Das prachtvolle Tympanon zeigt die Lebensgeschichte des heiligen Paulus. Bedeutsam ist auch die Darstellung der Stifter des gotischen Neubaus, Herzog Rudolf IV. von Österreich rechts und seine Gemahlin Katharina von Böhmen links im Gewände, jeweils begleitet von Wappenträgern.[31] Das Tor wird restauriert ist daher derzeit nicht zugänglich. Außen, gleich neben dem Singertor, befindet sich ein gotisches Grabmal, das als die angebliche Begräbnisstätte des Minnesängers Neidhart angesehen wird.

Bischofstor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bischofstor liegt symmetrisch zum Singertor links vom Riesentor am Beginn der nördlichen Seite des Langhauses. Sein Name erinnert daran, dass es den Bischöfen als Eingangstor diente, deren Palais direkt gegenüber liegt. Es war zugleich auch das Eingangstor der Frauen. Seine Konstruktion erfolgte etwa gleichzeitig mit dem Singertor um 1360, entspricht diesem auch in Aufbau und Struktur. Das Tympanon enthält Darstellungen aus der Lebensgeschichte der heiligen Maria, wobei im Unterschied zu den männlichen Heiligen im Singertor hier im Gewände weibliche Heilige dargestellt sind. Auch hier findet man die Statuen der Stifter, Herzog Rudolf IV. von Österreich rechts und seine Gemahlin Katharina von Böhmen links, die mit denen im Singertor weitgehend identisch sind.[30] Im Bischofstor ist der Kolomanistein eingemauert, ein Teil des Steines, auf dem angeblich der heilige Koloman getötet wurde. Das Bischofstor ist nur von innen zugänglich, da sich dort das Domgeschäft befindet.

Zwei großzügig dimensionierte Seiteneingänge zum Dom befinden sich unter den beiden gotischen Türmen:

Adlertor

Adlertor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieses breit angelegte, aber nur sparsam mit einer bekrönten Marienstatue aus dem 17. Jahrhundert ausgestattete gotische Tor befindet sich auf der Nordseite des Langhauses unterhalb des Nordturmes, östlich vom Bischofstor. Seinen Namen verdankt es dem darüber stehenden Nordturm, der auch "Adlerturm" genannt wurde, da früher auf seiner Kuppel ein Doppeladler als Symbol des Hauses Österreich dargestellt war.

Asylring am Adlertor

Asylring oder Leo

Der Asylring oder das Leo am linken Pfeiler des Adlertores ist eine sehr alte Seilrolle, Umlenkrolle oder Gurtrolle, die auch heute noch drehbar ist. Durch das Berühren des Asylringes konnten sich Verfolgte unter den Schutz der Kirche stellen. Die Bezeichnung Leo bezieht sich auf Herzog Leopold den Glorreichen, der diese Form des Asyls eingeführt hat.

Primglöckleintor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieses befindet sich – symmetrisch zum Adlertor – auf der gegenüberliegenden, südlichen Seite des Langhauses, unterhalb des hohen Südturmes, ist ganz ähnlich wie das Adlertor angelegt und ebenso sparsam ausgestattet. Nur vier Konsolenfiguren, die die vier Evangelisten zeigen und ein Engel im Gewölbe der Vorhalle sind von der ursprünglichen Ausstattung erhalten. Am mittleren Pfeiler des Eingangs befindet sich eine um 1420 entstandene Figur Mariens mit dem Jesuskind.[32] Es verdankt seinen Namen dem Umstand, dass hier einst zur ersten Hore, also zur Prim, eine Glocke geläutet wurde.

Giebel am Langhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über dem südwestlichen Teil der Langhauswand erheben sich vier Giebel. Ihr westlichster liegt oberhalb der Wand über dem Singertor und wird Friedrichsgiebel genannt. Dieser Giebel war der einzige, der noch im 15. Jahrhundert fertiggestellt wurde, die anderen drei (östlicher liegenden) Giebel blieben zunächst nur mit Ziegelmauerwerk verkleidet. Sie wurden erst 1853–55 unter Dombaumeister Leopold Ernst nach dem Stand der damaligen Bautechnik mit Maßwerk ergänzt. Dabei wurde auch der Friedrichsgiebel abgebaut und neu errichtet, sodass Unterschiede zu den anderen Giebeln nur schwer zu erkennen sind. Der damals verwendete Zement brachte allerdings Schwefelverbindungen in den Kalkstein ein, was zu Rissen, Vergipsungen und Sprengungen führte. Die Giebel mussten bereits in den 1860er-Jahren unter Friedrich von Schmidt erneuert werden. Weitere Schäden ergaben sich später daraus, dass der nach 1945 erneuerte Dachstuhl aus Stahl nicht exakt auf die Mauern passt. Ursprünglich nicht vorhandene Abweichungen mussten ausgeglichen werden, sie führten ebenfalls zu stärkerer Verwitterung an den Giebeln. Auch beim Friedrichsgiebel hatte die Kombination der unterschiedlichen Baumaterialien Ziegel und Stein zu Schäden geführt. 2015 wurden der Friedrichsgiebel und der an ihn anschließende Giebel erneuert, die beiden anderen östlichen Giebel sind für 2016 zur Restaurierung vorgesehen.[33]

Capistrankanzel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Capistrankanzel am Stephansdom in Wien
Hauptartikel: Capistrankanzel

Die Capistrankanzel ist eine kleine gotische Kanzel aus Sandstein, die sich seit 1737 in einiger Höhe außen an der Ecke des Nordchors des Stephansdoms befindet. Sie wurde zwischen 1430 und 1450 gebaut, stand jedoch ursprünglich auf einem kleinen Hügel nahe dem heutigen Churhaus am „Stephansfreithof“, dem Friedhof zu St. Stephan und wurde für Leichenreden und Ansprachen der Priester verwendet.[34]

Ihr Name erinnert an den Franziskanermönch Johannes Capistrano, der ein berühmter Prediger gegen das Laster und gegen die Bedrohung des Christentums durch den Vormarsch der Osmanen aber auch Inquisitor und Heerführer war. Er kam am 6. Juni 1451 nach Wien und rief von dieser Kanzel in 32 vielbesuchten Predigten gegen Luxus und Laster und zur Verteidigung des Christentums auf. 1453, nach dem Fall von Konstantinopel rief er in Wien zum Kreuzzug gegen die Osmanen auf, zog mit von ihm gesammelten Truppen nach Belgrad und trug dadurch 1456 wesentlich zur Aufhebung der Belagerung und zur – kurzfristigen – Zurückdrängung der Osmanen bei.[35]

Nachdem er von Papst Alexander VIII. (1689–1691) im Jahre 1690 heiliggesprochen worden war und sich seine Verehrung verbreitete, wurde die Kanzel 1737 renoviert, außen am Dom angebracht und durch Hinzufügung eines barocken Aufsatzes – die Statue des Heiligen steht auf einem gefallenen Türken, überhöht von Engeln im Strahlenglanz – zu einem Denkmal umgestaltet.

Weitere Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Westseite sind die denkmalgeschützten Zeichen der Widerstandsbewegung O5 zu sehen, die 1938 bis 1945 Widerstand gegen den Nationalsozialismus leistete. Ursprünglich waren sie in weißer Farbe aufgemalt; als sie verblassten, hat man sie durch die Eingravierung ersetzt.

Auf der linken Seite des Haupttores sind zwei Metallstäbe in der Mauer eingelassen, es handelt sich hierbei um die Tuch- und Leinenelle. Diese Ellen waren einst rechtsgültige Längenmaße und konnten von jedem Bürger zur Überprüfung der Abmessungen von Waren genutzt werden. Im Mittelalter drohte Handwerkern Bestrafung, wenn ihre Produkte nicht die korrekten Maße vorweisen konnten (Stichwort: Bäckerschupfen), mit Hilfe der Ellen konnten sich somit die Handwerker vor Bestrafung und die Konsumenten vor etwaigem Betrug schützen. Links über den Ellen befindet sich eine kreisrunde Vertiefung im Mauerwerk, die der Legende nach als Maß für die Größe eines Laibes Brot diente. In Wahrheit handelt es sich lediglich um Abnutzungserscheinungen einer Torbefestigung, da das Haupttor des Doms bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit einem Rokokogitter verschlossen war, das sich nach außen hin öffnen ließ und mit Haken an der Außenmauer befestigt wurde. Auf der rechten Seite des Tores befindet sich ein gleich großer Kreis, bei dem man anhand von metallischen Überresten im Zentrum erkennen kann, dass hier ein Haken befestigt war.[36][37] Am südlichen Strebepfeiler des Chors (über dem kleinen Weihwasserbecken von 1506) ist eine vertikale Sonnenuhr von Georg von Peuerbach aus dem Jahre 1451 zu finden. Sie gilt als die älteste Sonnenuhr Wiens.

Achsknick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Südwand des Chores ist um ca. 70 cm länger als dessen Nordwand. Der Chor schwenkt ca. 1° von der Längsachse des Langhauses Richtung Norden. Langhaus und Chor sind auf unterschiedliche Sonnenaufgangspunkte ausgerichtet. Das wird nicht als Resultat eines Messfehlers, sondern als Absicht gesehen: Die Achse des Langhauses ist auf den Sonnenaufgang am Stephanstag (26. Dezember) ausgerichtet, während die Achse des Chors auf den nächstfolgenden Sonntag weist, den 2. Jänner. Aus dem Verhältnis der Gebäudeachsen und des Winkels der Abweichung kann auf die Zeit der Abmessungen und damit auf den Jahreswechsel 1137/1138 (heutiger Kalender und Jahreszählung) geschlossen werden.[38][39] Der (heutige) Dachfirst bildet diese kleine Abweichung nicht ab, er ist gerade über beide Gebäudeteile.[29]

Auch das Langhaus ist nicht völlig regelmäßig gebaut: Es wird Richtung Osten um ca. 1,1 m schmäler, seine Giebelwände stehen nicht exakt in der Linie der darunterliegenden Wände. Diese Abweichungen waren eine der technischen Herausforderungen beim Neubau des Dachstuhles aus Stahl nach dem Brand 1945.[40]

Auer und Mannersdorfer Stein für den Stephansdom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erhalten gebliebenen Rechnungen des Kirchenmeisteramtes[41] bezeugen die enormen Auer[42] und Mannersdorfer[43] Steinlieferungen für St. Stephan nachweislich in den Jahren 1404, 1407, 1415–1417, 1420, 1422, 1426, 1427, 1429, 1430 und 1476. Die Steinmengen, die aus den Brüchen zwischen Mannersdorf und Au am Leithagebirge bezogen wurden, sind nach den Rechnungen sehr groß, z. B. im Jahre 1415: 732 Stück, 1416: 629 Stück, 1417: 896 Stück, 1426: 963 Fuhren, 1427: 947 Fuhren und 1430: 761 Fuhren.

Der Steinkauf erfolgte durch das Kirchenmeisteramt unter der fachlichen Beratung und Kontrolle des Dombaumeisters, bzw. seines Vertreters, des Parliers. Jedenfalls standen die Arbeiten in den Brüchen unter Aufsicht der Dombauhütte. Bekannt sind einige Namen der „Auer Steinbrecher“: Michelen Unger von Au, Peter stainprecher von Au und „Mannersdorfer Steinbrecher“: Chrempel, Amman, Niklas, Sallmann, Uchsenpaur, Velib, Hannsen von Menhersdorf (Mannersdorf), Trunkel und von dem Perendorffer. Die Steine wurden mit Pferdewagen zugeführt. Die Fuhren vom Leithagebirge aus Mannersdorf und Au umfassen jeweils nur einen Block („stuk“), bei dem der Preis für das Brechen gleichbleibend war, jener für die Fracht aber schwankte, offenbar nach Gewicht.

Der vollkommene Wechsel zum Mannersdorfer Gestein tritt mit dem Bau des Albertinischen Chores (1304–1340) ein. Der „Mannersdorfer ist wie der Auerstein“ ein fein- bis mittelkörniger Kalksandstein. Aus ihm besteht die Mehrzahl der Wandquader und alle Profilierungen einschließlich der Figurenkonsolen im Chore. Besonders deutlich sind die Verhältnisse beim Hochturm in der großen Glockenstube, wo die anspruchsvolleren Ortssteine und Eckpfeiler und alle feineren Profilierungen, Fenstergewände, Maßwerke usw. dem Mannersdorfer/Auerstein aus dem Leithagebirge vorbehalten blieben. Im Langhaus sind Quader in den Mauern, sowie die an die Eligiuskapelle anschließenden Joche und vor allem die nördlichen Wandpfeiler aus „Mannersdorfer“ gefertigt.

Neben dem Mannersdorfer Sandstein kam auch der Mannersdorfer Algenkalk am Altbestand des Doms zum Einsatz. Nachweisbar sind einige Wasserspeier, z. B. an der Vorhalle des Singertores (1440–1450).

Haltbarkeit der Steine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alois Kieslinger, Geologe der Technischen Hochschule Wien, merkte 1930 zur Frage der Haltbarkeit des Natursteines kritisch an: „Die sechs ‚alten‘ Kirchen von Wien? Und wie viel ist denn alt davon? Wir sind gerade daran, bei St. Stephan den zwölften Turmhelm [!] auszubessern.“[44]

Das Innere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Mittelschiff des Doms

Das Langhaus des Doms ist dreischiffig, was ihn als Stadtpfarrkirche ausweist. Das Hauptschiff ist auf den Hauptaltar ausgerichtet, das linke Seitenschiff hat ein Marienprogramm, das rechte Seitenschiff ist den Aposteln gewidmet.

Obwohl das Innere sein Aussehen im Mittelalter erhielt, ist das ursprüngliche künstlerische und liturgische Ensemble aus der Zeit nur noch lückenhaft vorhanden, da der Bau während des Barocks nochmal umfassend verändert wurde. Die Gnadenfigur der sogenannten Dienstbotenmuttergottes aus der Zeit zwischen 1280 und 1320 ist ein Original aus der Zeit.

Altäre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste überlieferte Meldungen über Altäre stammen aus der Zeit der Chorweihe durch Bischof Albert von Passau am 23. April 1340. Der Bischof weihte nicht nur die Chorhalle und salbte sie an den noch heute teilweise erhaltenen Apostelzeichen ein, sondern weihte auch noch sechs weitere Altäre. Drei befanden sich im Chor und drei am Lettner, der steinernen Trennwand zwischen Langhaus (auch bekannt als Laienkirche) und Chor (auch bekannt als Kleruskirche). Der Hauptaltar wurde häufig wegen seiner Nähe zum Sakramentshäuschen in mittelalterlichen Quellen „Vronaltar“ genannt und war an der Rückwand des Mittelchores mit dem heiligen Stephanus als Patron. Weitere Informationen über den Hauptaltar sind nicht überliefert, außer dass es sich wahrscheinlich um einen Flügelaltar handelte. Eine Rechnung aus dem Jahr 1437 zeigt wie der Mesner für das Auf- und Zuklappen der Flügel bezahlt wurde.[45]

Zeitgenössischen Berichten zufolge wurde der alte Flügelaltar irgendwann wurmstichig und musste abgetragen werden. Er wurde in das Kloster zur heiligen Agnes an der Himmelpfortgasse (deshalb auch bekannt als Himmelpfortkloster ) übertragen. Dieses Kloster wurde später unter der Herrschaft von Kaiser Joseph II. im 18. Jahrhundert aufgehoben, spätestens da verliert sich die Spur des Flügelaltars.

Hochaltar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barocker Hochaltar

Der Hochaltar des Doms ist ein frühbarockes Meisterwerk aus Marmor und Stein. Er gleicht in seinem Aufbau einem Portal, ist daher ein Porta-Coelis (Himmelspforten-) Altar. Thema ist die Steinigung des Heiligen Stephan, des Namenspatrons des Doms. Bekrönt wird der Altar von einer Statue der Immaculata. Er wurde von Fürstbischof Philipp Friedrich Graf Breuner am 1. März 1641 in Auftrag gegeben, da der gotische holzgeschnitzte Flügelaltar vom Holzwurm schon ganz zerfressen war.

Der Altar wurde von Johann Jacob Pock, der Steinmetzmeister, Bildhauer und Architekt war,[46] und von seinem Bruder, Tobias Pock – der das Altarbild malte – errichtet und am 19. Mai 1647 geweiht.[47] Das auf einer Fläche von 28 Quadratmetern auf Zinnplatten erstellte Altarbild zeigt die Steinigung des Heiligen Stephan vor den Mauern von Jerusalem. Im Hintergrund ist eine Menschenmenge zu sehen, in der andere Heilige dargestellt sind, wodurch zugleich auf das zweite Patrozinium des Doms – das Allerheiligenpatrozinium – hingewiesen wird.

Seitenaltäre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiener Neustädter Altar (Feiertagsseite)

An den Pfeilern und an den Seitenschiffen befinden sich zahlreiche andere Altäre. Für den Dom schuf Tobias Pock später noch das Altarblatt des Peter-und-Paul-Altares, den die Steinmetzzunft 1677 errichtete und der sich als zweitältester Barockaltar des Doms unter dem Orgelfuß erhalten hat.[46]

Der bedeutendste ist der Wiener Neustädter Altar aus dem Jahr 1447, ein typischer gotischer Flügelaltar der Szenen aus dem Leben der heiligen Jungfrau Maria zeigt. Der Wiener Neustädter Altar kam erst 1883 in den Dom, davor befand er sich in der Zisterzienserkirche von Wiener Neustadt. Er gehört somit nicht zur ursprünglichen mittelalterlichen Ausstattung des Stephansdoms.

Unter dem spätgotischen Öchsel-Baldachin befindet sich der Altar des Gnadenbildes Maria Pócs oder Pötsch. Es handelt sich um eine im heutigen Máriapócs (Ungarn, damals Pötsch) entstandene Kopie einer ostkirchlichen Ikone. Dem Bild wurde ein Tränenwunder nachgesagt und dem Volksglauben nach unterstützte es die kaiserlichen Truppen in den Türkenkriegen. Es wurde auf Befehl Kaiser Leopolds I. 1697 nach Wien gebracht und ursprünglich am Hochaltar aufgestellt. Seit 1945 hat es seinen jetzigen Standort.

Grabmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Nordchor neben dem Wiener Neustädter Altar befindet sich das Kenotaph Rudolfs IV. und seiner Frau, der aber in sehr schlechtem Zustand ist. Ursprünglich stand er im Mittelchor mit dem Porträt Rudolfs IV. darüber gehängt.

Im Südchor befindet sich das Grabmal Friedrichs III. Es wurde ab 1463 von Niclas Gerhaert van Leyden geschaffen und ist eines der bedeutendsten plastischen Kunstwerke des Spätmittelalters. Gefertigt wurde es aus Adneter Marmor (ein österreichischer Kalkstein), der wegen seiner Buntscheckigkeit besonders schwer zu bearbeiten ist. Von Meister Niclas selbst (er starb 1473) stammt die Deckplatte des Grabmals. Sie allein wiegt über 8 Tonnen und zeigt eine portraitähnliche Darstellung des Kaisers im Krönungsornat, umgeben von seinen Wappen und Herrschaftsattributen. Nach dem Tod von Meister Niclas wurden die Arbeiten am Grabmal nach seinen Entwürfen fortgesetzt und 1513 vollendet. Die Reliefdarstellungen an den Seiten des Grabmals wurden von Max Velmet angefertigt und erinnern an die zahlreichen Klostergründungen des Kaisers. Die Balustrade mit ihren 54 Figuren schuf Michael Trichter.

Es gehörte zum Aufgabenbereich des Dombaumeisters alljährlich das Grabmal von Kaiser Friedrich III. im Dom zu reinigen. Dazu ein Schreiben des Matthias Winkler, Dombaumeister zu St. Stephan, vom 26. August 1734:

An eine hochlöbliche Kayserliche Hofkammer
Unterthänig – gehorsamstes Bitten. Euer Hochgräfliche Exzellenz und Gnaden.
Die wegen Säuberung des glorwürdigsten KAYSERS FRIDERICI GRABS angesuchte jährliche 6 fl.

Kanzel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kanzel

Ein weiteres Meisterwerk der spätgotischen Plastik ist die Kanzel aus Breitenbrunner Kalksandstein. Sie wurde lange Anton Pilgram zugeschrieben, der Entwurf wird aber heute eher mit der Werkstatt Niclaes Gerhaert van Leydens in Verbindung gebracht.[48] Der Kanzelkorb erhebt sich wie eine stilisierte Blüte aus dem Kanzelfuß. Auf dem Kanzelkorb sind die Portraits der vier Kirchenväter, der Handlauf ist von Fröschen und Lurchen bevölkert. Im unteren Teil der Treppe ist der Fenstergucker – das plastische Selbstporträt eines unbekannten Meisters. Zum Geländer siehe Zahlensymbolik.

Kaiserliches Oratorium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kaiseroratorium

Das zweite große vollendete Werk von Johann Jacob Pock im Dom war das im Jahre 1644 begonnene kaiserliche Oratorium, das im Auftrage der Stadt Wien gebaut wurde. Die erste Zahlung für die Steinmetzarbeit erfolgte am 16. April 1644 mit Gesamtkosten von 1.100 fl. Der Oberkämmerer notierte im Rechnungsbuch im März 1646 den Abschluss der Arbeiten. Die Stadt war mit der Arbeit zufrieden, sie überreichte Meister Pock einen silber vergoldeten pecher sambt deckhl mit gestochenen wäppels wegen seines mit vleiß gemachten arbeit.

Von der Domherren-Sakristei erreicht man über eine geschwungene Treppe den Gebetsraum des Kaisers. Die Stufen aus härtestem Kaiserstein, aus dem Steinbruch beim Haus („Hausbruch“), Pächter war der kaiserliche Hofbildhauer Pietro Maino Maderno. Das Oratorium wurde von Kaiser Ferdinand III. erstmals betreten.

Kapellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gewölbe der Barbarakapelle mit hängenden Schlusssteinen

Der Dom ist mit mehreren kunsthistorisch bedeutenden Kapellen ausgestattet. Auf der Westseite des Doms befinden sich vier Kapellen, die auf den gotischen Ausbau unter Herzog Rudolf IV. in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts zurückgehen, und zu Beginn des 15. Jahrhunderts fertiggestellt wurden. Zwei befinden sich an der nordwestlichen (linken) und zwei auf der südwestlichen (rechten) Ecke des Doms, die jeweils übereinander angeordnet sind.

  • Im Erdgeschoß befinden sich die Prinz-Eugen-Kapelle und die Eligiuskapelle.
  • Im ersten Stock über diesen beiden Kapellen befinden sich zwei weitere Kapellen, die Valentins- und die Bartholomäuskapelle.
  • Zwei bedeutende – ebenso symmetrisch angeordnete – gotische Kapellen befinden sich außerhalb des Langhauses, jeweils östlich der beiden gotischen Haupttürme des Doms, die Katharinen- und die Barbarakapelle.

Prinz-Eugen-Kapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Prinz-Eugen-Kapelle

Die untere von den an der Nordwestecke des Doms befindlichen Kapellen ist unter verschiedenen Namen bekannt. Als Moranduskapelle nach dem Patrozinium, als Kreuzkapelle nach dem dort befindlichen spätgotischen Kreuz, als Tirna-, Liechtenstein-, oder Savoyenkapelle nach den Familien, die dort das Patronat ausübten, oder als Prinz-Eugen-Kapelle, nach dem dort befindlichen Grabmal des wohl berühmtesten österreichischen Feldherren, Prinz Prinz Eugen von Savoyen-Carignan (* 1663, † 1736). Neben dem über dem 1731 geschaffenen barocken Kreuzaltar angebrachten spätgotischen Kreuz ist der in den Boden eingelassene Grabstein von Prinz Eugen und das Marmor-Epitaph von Interesse, welches die Prinzessin Maria Theresia Anna von und zu Liechtenstein († 1772), die mit Emanuel Thomas Herzog von Savoyen-Carignan, Graf von Soissons verheiratet war, 1752 für ihren 1729 verstorbenen Gemahl und für dessen Onkel, den Prinzen Eugen von Savoyen errichten ließ. Ausführende Künstler waren Joseph Wurschbauer als Bildhauer und Goldschmied, sowie Gabriel Steinböck als Steinmetz.

Eligiuskapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die untere von den an der Südwestecke des Doms befindlichen Kapellen die sich rechts vom Riesentor befindet, weist zwei interessante Schlusssteine aus dem 14. Jahrhundert auf: Eines zeigt Christus als Schmerzensmann, das andere Maria mit Kind. Dort befindet sich auch der einzige erhaltene gotische Flügelaltar, der für die Domkirche selbst angefertigt wurde. Es ist dies der Valentinsaltar, der dem Heiligen Bischof Valentin geweiht ist, daher ursprünglich für die Valentinskapelle des Doms geschaffen wurde. Weiter befinden sich dort die „Hausmuttergottes“ (um 1330) aus dem aufgelassenen Himmelpfortkloster und verschiedene Pfeilerfiguren aus dem 14. Jahrhundert. Die Kapelle steht ausschließlich Betenden zur Verfügung.

Valentinskapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie liegt links vom Riesentor direkt über der Prinz-Eugen-Kapelle neben dem nördlichen Heidenturm und wurde um 1480 fertiggestellt. In ihr wird die bedeutende Sammlung von Reliquien des Doms aufbewahrt, die in ihren Anfängen auf Herzog Rudolf IV. zurückgeht. In der Mitte des Raumes steht der Sarkophag mit den Gebeinen des Heiligen Valentin. Bei Restaurierungsarbeiten im November 2012 wurden in der Kapelle Weihekreuze, aber auch eine Reihe gleichzeitig (im noch feuchten Putz) angebrachten Kritzeleien (Graffiti) aus der Zeit der Tage vor dem Nikolaustag 1479 (profestum nicolai) entdeckt. Die Weihekreuze deuten auf eine Weihe dieser Kapelle (oder zumindest deren Vorbereitung) für das Jahr 1479 hin, eine weitere Weihe ist für 1507 belegt. Die Graffiti zeigen Narrenhüte, Wappen, Namensteile und den Satz „manus beanorum maculant loca sactorum“ (lat.: 'Die Hände der Beani beflecken die heiligen Orte') und belegen, dass im Raum der Kapelle zu dieser Zeit ein studentisches Initiationsritual, eine Deposition stattgefunden hat: Als Name des Betroffenen ist Jeronymus Kisling, ein Sohn aus einer Wiener Handelsfamilie, späteres Stadtratsmitglied und Leiter der Wiener Fuggerfaktorei genannt.[49]

Bartholomäuskapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bartholomäuskapelle, auch „Königs- oder Herzogskapelle“ genannt, liegt auf der südlichen (rechten) Seite des Kirchenschiffes direkt über der Eligiuskapelle, neben dem südlichen Heidenturm. Ihr wichtigster Schmuck, die mittelalterlichen Glasfenster, auf frühe Vertreter des österreichischen Herrscherhauses der Habsburger dargestellt sind, befindet sich heute im Historischen Museum der Stadt Wien. Erwähnenswert sind die beiden gotischen Schlusssteine, die jeweils den Erzengel Michael zeigen, einmal mit der Seelenwaage und einmal als Drachentöter.[50]

Katharinenkapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1395 geweihte Katharinen- oder Taufkapelle liegt auf der südlichen Seite des Apostelschiffes unmittelbar neben dem (hohen) Südturm. Sie wurde wohl zu Ehren der Gemahlin von Herzog Rudolf IV., Katharina von Luxemburg so benannt, ist achteckig[51] und hat einen hängenden Schlussstein. In ihr steht auch der Taufstein aus 1476, über dem die Taufkrone aus 1481 hängt. Der Taufstein hat einen achteckigen Fuß, über dem sich ein vierzehnseitiges Taufbecken befindet, die Krone ist siebeneckig. In lebendigen spätgotischen Darstellungen werden die Sieben Sakramente, die Evangelisten und Szenen aus dem Leben Christi dargestellt.

Gegenüber dem Eingang zur Kapelle befinden sich die Reste des Türkendenkmals.

Barbarakapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1447 geweihte Barbarakapelle liegt auf der nördlichen Seite außerhalb des Frauenschiffes des Doms auf der Ostseite des Nordturms. Sie war ursprünglich dem Heiligen Urbanus geweiht und besitzt hängende Schlusssteine. In den Balken des dort befindlichen spätgotischen Kreuzes aus der Zeit um 1470, das aus der Pfarrkirche in Schönkirchen in Niederösterreich stammt, ist ein Reliquienbehälter mit Asche aus dem Konzentrationslager Auschwitz eingesetzt, ein weiterer mit Erde aus dem Konzentrationslager Mauthausen.[27] In ihr befindet sich eine von Alfred Hrdlicka geschaffene Büste der seligen Märtyrin Sr. Maria Restituta Kafka, einem Opfer des Nationalsozialismus.[52]

Gegenüber der Barbarakapelle befindet sich der Zahnwehherrgott, ein gotischer Schmerzensmann. Der Legende nach hätten sich Studenten über ihn lustig gemacht, da er aussehe, als habe er Zahnweh, woraufhin sie selbst mit Zahnweh geschlagen worden seien und Abbitte hätten leisten müssen.

Sakristeien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dom bestehen zwei Sakristeien.

Obere Sakristei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die "Obere Sakristei" liegt am östlichen Ende des Doms im Norden, wurde im 17. Jahrhundert erweitert und im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts eingerichtet. Geschmückt ist der Raum mit Fresken des bedeutenden Barockmalers Martino Altomonte (* 1657, † 1745), der gemeinsam mit Johann Michael Rottmayr (* 1654, † 1730) als Begründer der selbständigen Barockmalerei im heutigen österreichischen Raum gilt. Die Fresken zeigen Szenen aus dem Leben des Heiligen Stephanus. Auch befindet sich dort ein Marmorbrunnen aus dem Jahre 1718.[53]

Untere Sakristei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die "Untere Sakristei" befindet sich an der Westseite des Südturms, wurde anstelle eines gotischen Sakristeiraumes errichtet und besteht aus zwei Räumen. Der erste Raum ist mit wertvollem Stuckdekor von Antonio Tencala ausgestattet, das Deckengemälde hat das Opfer des biblischen Propheten Elias und Das Gottesurteil auf dem Karmel zum Inhalt und stammt von dem bedeutenden Barockmaler Martino Altomonte. Umrahmt wird es von Stuckbildern verschiedener Propheten. An der Stirnseite des Raumes befindet dich ein großes gotisches Holzkruzifix aus der Zeit um 1420. Die Figuren von Maria und Johannes wurden 1768 von Franz Xaver Messerschmidt geschaffen. Der zweite Raum, die Bischofs- bzw. Domherrensakristei ist gleichfalls mit ähnlichem Stuckdekor und mit einem Deckenfresko von Martino Altomonte (um 1730) geschmückt, das die Schlüsselübergabe an Petrus darstellt. Die kleinen Deckenmedaillons zeigen die vier Evangelisten und die Verkündigung an Maria. Über der Eingangstüre befindet sich eine Figur der Ekklesia. Erwähnenswert ist auch das originale barocke intarsierte Mobiliar der Sakristei.[54][55]

Kapitelsaal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Südseite des Doms liegt der Kapitelsaal, der auch "Heiltumsakristei" genannt wird, da sich dort in früherer Zeit der umfangreiche Reliquienschatz von St. Stephan befand. An der Außenseite des Kapitelsaales wurde 1942 eine künstlerisch bedeutende Wandmalerei des 15. Jahrhunderts entdeckt. Heute ist der Saal Sitzungsraum des 12-köpfigen Domkapitels.[53]

Türkendenkmal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Türkendenkmal (Wien)

Das Türkendenkmal, auch Türkenbefreiungsdenkmal genannt, wurde 1894 anlässlich der 200-Jahr-Feier der abgewehrten Zweiten Wiener Türkenbelagerung des Jahres 1683 enthüllt. Die Entwürfe stammten von Edmund Hellmer. Das Denkmal wurde 1945 beim Brand des Doms durch das Herabstürzen der alten Pummerin zerstört und danach in fragmentarischer Form wieder aufgebaut. Einige zerstörte Figuren des Denkmals sind noch im Lapidarium in der Unterkirche zu sehen.

Epitaphe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sowohl innen als auch außen ist die Wand des Doms mit Epitaphen bedeckt. Sie wurden aus dem Friedhof um den Dom (dem Stephansfreithof) genommen, der 1760 aufgelassen wurde. Unter anderem finden sich Epitaphe für den Humanisten Johannes Cuspinianus, den Arzt und Universitätsrektor Paul Sorbait, für Georg Slatkonia, den ersten Bischof von Wien, und den Gegenreformator Kardinal Melchior Khlesl, weiters für die Steinmetzmeister Franz Hieß und Johann Georg Prunner.

Fenster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die farbenprächtigen, mittelalterlichen Fenster des Stephansdoms sind, während Umbauten in der Barockzeit, durch farblose Fenster ersetzt worden, da man die alten nicht mehr als zeitgemäß empfand. Im Barock bevorzugte man helle Kirchenräume. Im 19. Jahrhundert wurden wieder sehr farbenfrohe und prächtige Buntglasfenster im Stil der Neugotik eingesetzt. Diese gingen jedoch im Laufe des Zweiten Weltkriegs durch Bomben und den Brand des Doms verloren. Die heutigen, einfachen Glasfenster aus der Nachkriegszeit sind Geschenke des Landes Tirol. Nur die Fenster hinter dem Hauptaltar, im 19. Jahrhundert allerdings stark ergänzt und aus Restbeständen neu zusammengefügt, sind noch Originale aus dem Mittelalter. Das Buntglasfenster der Rosette hinter der Hauptorgel ist eine moderne Ausführung.[56]

Die Ostung der Kirche ermöglicht Besuchern an zwei besonderen Tagen im Jahr mittags ein schönes Lichtspiel zu beobachten: immer am 26. Dezember, dem Namenstag des Kirchenpatrones, ist seine Ikone am Hauptaltar durch die Sonne erleuchtet; am 6. Jänner, dem Ende der Epiphanie und Dreikönigstag, erstrahlen die drei Kronen der Heiligen Drei Könige im Lichterglanz.

Orgeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kauffmann-Orgel
Domorgel
Orgelfuß von Anton Pilgram

Unweit der Kanzel befindet sich der Orgelfuß – ein Vorsprung, auf dem sich seit seiner Errichtung eine Orgel befand. Er wird von schlingenförmigen Diensten an der Wand gehalten, die in einem plastischen Selbstporträt Anton Pilgrams münden, der dadurch scheinbar alles darüber zu tragen hat. Er ist als Universitätsprofessor mit Doktorhut und Talar gekleidet und hält Winkelmaß und Zirkel in der Hand. Seine Gesichtszüge wirken melancholisch und sollen wohl seine Verantwortung ausdrücken. Unterhalb des Portraits ist die Jahreszahl 1513 zu lesen.

Die erste urkundliche Erwähnung einer Orgel im Stephansdom geht auf das Jahr 1334 zurück; 1336 ist der Neubau einer nicht näher genannten Orgel überliefert. Nachdem 1513 der Orgelfuß an der Nordwand des Doms fertiggestellt worden war, erfolgte dort die Aufstellung einer Orgel – möglicherweise handelte es sich dabei um das 1336 errichtete Instrument. Die Orgel am Füchsel-Baldachin wurde 1507 von Burchard Tischlinger (auch Dinstlinger) aus Bozen errichtet und 1545 durch Jacob Kunigschwerdt aus Zwettl erweitert. Für den Chorraum wird um 1685 eine nicht näher bezeichnete Orgel erwähnt; 1701 errichtete Josef Römer aus Wien eine neue Orgel mit 10 Registern auf dem über dem Chorgestühl neu errichteten Musikantenchor. Dieses Instrument wurde 1886 durch einen Neubau der Firma Rieger ersetzt, wobei das vorhandene Gehäuse weiter Verwendung fand. 1945 wurde die betreffende Orgel beim Brand des Doms zerstört.[57]

Die Geschichte der Orgeln auf der Westempore beginnt mit der von Josef Römer dort errichteten und 1720 fertiggestellten Orgel. Diese wurde 1797 – vermutlich durch Ignaz Kober – um die Register der zuvor abgetragenen Seitenschifforgeln erweitert. 1886 musste auch dieses Instrument einem von Eberhard Friedrich Walcker vorgenommenen Neubau weichen, wobei das Gehäuse von 1720 erhalten blieb. Wie die Chororgel wurde auch die Walcker-Orgel in den letzten Kriegstagen des Jahres 1945 ein Raub der Flammen – im Gegensatz dazu ist die Walcker-Orgel der Wiener Votivkirche, die gemeinhin als ihre „kleine Schwester“ bezeichnet wird, bis heute erhalten.[58]

Nach der Wiedererrichtung des Doms erbaute der Wiener Orgelbauer Johann M. Kauffmann für ihn zwei neue Orgeln: 1952 wurde die 18 Register auf zwei Manualen und Pedal umfassende Chororgel fertiggestellt, auf der Westempore errichtete er von 1956 bis 1960 ein neues Instrument,[58] das über vier Manuale, 125 Register und rund 10.000 Pfeifen verfügt und damit die bis heute größte Orgel Österreichs darstellt. Sie war bereits zu ihrer Entstehungszeit eine der letzten noch mit elektrischen Kegelladen errichteten Orgeln und gilt als von Anfang an misslungen.[59][60]

Da sich diese Situation als unbefriedigend darstellte,[61] erreichte Domorganist Peter Planyavsky nach langen Jahren die Anschaffung einer neuen, den musikalischen und liturgischen Ansprüchen genügenden Domorgel, die von der österreichischen Orgelbaufirma Rieger 1991 angefertigt wurde und über 55 Register auf 4 Manualen – Hauptwerk, Positiv, Schwellwerk, Solowerk – und Pedal verfügt. Sie befindet sich ebenerdig aufgestellt im südlichen (rechten) Seitenschiff nahe der Vierung und versteht sich als Universalinstrument, das sich zur Wiedergabe von Orgelmusik unterschiedlichster Epochen eignet und den vielfältigen Anforderungen der Kirchenmusik einer Domkirche – unter anderem Führung des Gemeindegesangs und Zusammenwirken mit der Dommusik – gerecht wird.[61][62]

Mit der Einweihung der neuen Domorgel wurde die Kauffmann-Orgel stillgelegt. Lange Zeit war unklar, was mit ihr geschehen sollte, bis schließlich 2017, großteils auf Initiative des Domkapellmeisters Markus Landerer, ihre Renovierung beschlossen wurde. In der Karwoche 2017 wurde der Vertrag für die Renovierung der großen Kauffmann-Orgel durch die Vorarlberger Orgelbaufirma Rieger unterzeichnet. Die Orgel soll bis 2020 fertiggestellt sein und am Ostersonntag 2020, dem 75. Jahrestag der Zerstörung des Stephansdomes, feierlich wiedereingeweiht werden.[63]

Im Oktober 2009 wurde, wiederum von der Firma Rieger, die Haydn-Orgel als mobile Chororgel mit 12 Registern auf zwei Manualen und Pedal fertiggestellt, um die liturgischen Anforderungen der Gottesdienste bei den verschiedenen Altären im Stephansdom erfüllen zu können.

Als Domkapellmeister wurde 2007 Markus Landerer berufen.

Domschatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2012 ist der Domschatz wieder in der Kirche zurück, und wird im Stephansdom öffentlich ausgestellt.[64] Der Eingang des Dommuseums befindet sich beim Haupttor („Riesentor“) im rechten Heidenturm.[65] Mit einem Aufzug kommt der Besucher in einen oberen Turmabschnitt. Hier beginnt eigentlich das Dommuseum mit seinen Ausstellungsstücken. Durch ein Glasfenster sieht der Besucher das Hochgrab Kaiser Friedrichs III., über ein paar Stufen hinab gelangt man in einem Raum oberhalb, nahe der Eligiuskapelle, wo sich aus Silber und Gold verzierte liturgische Geräte befinden. Über eine Wendeltreppe aus Eisen gelangt der Besucher hinunter zur Westempore,[66] welche ursprünglich die Herrscherempore war. Sie befindet sich im Mittelschiff, mit Blick nach Osten zum Hochaltar, in ihr steht auch die „Kauffmann-Orgel“ und große Altartafel Bilder. Bevor der Domschatz zurückkehrte, wurden hier Sonderausstellungen präsentiert. Der Domschatz setzt sich aus wertvollen, kunstvoll mit Goldplatten (Blattgold) und Edelsteinen verzierte Reliquien, Monstranzen, sowie sehr alten liturgischen Texten (Handschriften), Bücher, Bildern, sowie Gewändern zusammen. Von hier verläuft die Ausstellung hinüber, über ein paar Stufen aufwärts gehend in den linken Heidenturm. In ihm befindet sich Gegenstände, die einst außen an der Wandfassade oder in der Kirche montiert waren, wie zum Beispiel ein alter, aus verwittertem Sandstein, über zwei Meter langer Teil eines Fresko „Die Kreuzwegstationen Jesu Christi“. Darüber hinaus gibt es Steinstatuen, sakrale alte Gemälde, gotische Altarbilder des Jesus von Nazareths mit Dornenkrone. Eine andere steinerne Wendeltreppe führt hinauf in ein Abteil oberhalb nahe der Prinz Eugen Kapelle oder auch Morandus-, Tirna-, Kreuz- und Liechtensteinkapelle genannt. Hier befinden sich die meisten Reliquien des Domschatzes. So auch ein vergoldeter Glassarg sowie große Schaukästen, und Vitrinen. So befindet sich in einem Schaukasten, die Reliquie mit der Nummer 16, eine Reliquie des Namenspatrons des Doms, des heiligen Stephanus. Durch eine moderne Stahltreppe und einen Steg kommt der Besucher, in einen weiteren Raum in dem sich Vitrinen mit religiösen Devotionalien befinden. Von hier hat man die Aussicht hinab auf den Stephansplatz sowie auf der gegenüberliegenden Seite, wo der Besucher durch ein Glasfenster Sicht in den Kirchenraum hat.

Glocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pummerin
Pummerin, Nationalfeiertag 26. Oktober 2013

Der Stephansdom verfügt über 22 Kirchenglocken, von denen 18 als liturgisches Geläut und 2 als Uhrglocken dienen; 2 Glocken sind abgestellt und außer Funktion. Die bedeutendste Glocke ist die Pummerin.

Pummerin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Pummerin

Die größte Glocke, die Pummerin, hängt im Nordturm. Sie ist die größte Glocke in Österreich und die drittgrößte Glocke in West- und Mitteleuropa. Sie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1951 als Geschenk des Bundeslandes Oberösterreich aus dem Metall ihrer Vorgängerin erneut gegossen. Sie wird nur an Hochfesten sowie in der Neujahrsnacht und aus staatlichen Anlässen (z. B. Unterzeichnung des Staatsvertrages, Tod des Bundespräsidenten) geläutet.

Name
 
Schlagton
(a1 = 435 Hz)
Gewicht
(kg)
Durchmesser
(mm)
Gussjahr
 
Gießer
 
Pummerin c0 +4/16[67] 20.130
(Klöppel: 613)
3.140 1951 St. Florian

Festgeläut[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hauptgeläut – Festgeläut genannt – besteht aus den elf Glocken, die 1960 durch die Glockengießerei Pfundner gegossen wurden und in der Glockenstube des hohen Südturms aufgehängt sind.[68]

Die große Stephanusglocke (1) – traditionell als Halbpummerin bezeichnet – ist neben der Pummerin die andere Festglocke des Doms und bildet die Grundglocke für das Geläut zum Hochamt an Festtagen. An Sonntagen zum Hochamt werden alle Glocken basierend auf der Leopoldsglocke (2), zu den übrigen Messen an Sonntagen sowie zu den Wochentagsmessen werden kleinere Glockengruppen aus sieben bis drei Glocken geläutet. Zum wochentäglichen Angelusläuten um 7, 12 und 19 Uhr wird mit der Christophorusglocke (3), zum Scheidungsläuten am Freitagnachmittag um 15 Uhr mit der Leopoldsglocke geläutet. Nach dem abendlichen Angelus wird schließlich die Sterbeglocke (9) zum Arme-Seelen-Geläut verwendet.

Nr.
 
Name
 
Schlagton
(a1 = 435 Hz)
Gewicht
(kg)
Durchmesser
(mm)
1 Stephanusglocke (Halbpummerin)[69] g0 +11/16 5.221,5 1.987
2 Leopoldsglocke[70] c1 +8/16 2.193 1.506
3 Christophorusglocke es1 +13/16 1.286 1.257
4 Leonhardsglocke f1 +8/16 956 1.120
5 Josefsglocke g1 +12/16 593 1.000
6 Petrus-Canisius-Glocke b1 +11/16 388 860
7 Pius-X.-Glocke c2 +8/16 266,9 750
8 Allerheiligenglocke d2 +8/16 261,4 710
9 Clemens-Maria-Hofbauer-Glocke f2 +11/16 108,9 560
10 Erzengel-Michael-Glocke a2 +9/16 63,9 450
11 Tarzisiusglocke c3 +11/16 44,4 390

Im nördlichen Heidenturm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nebengeläut[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Nebengeläut hängt im nördlichen Heidenturm. Jeden Donnerstagabend wird mit der Feuerin zur Todesangst Christi, mit den übrigen Glocken zu den Sonntagsvespern geläutet.

Nr.
 
Name
 
Schlagton
(a1 = 435 Hz)
Gewicht
(kg, ca.)
Durchmesser
(mm, ca.)
Gussjahr
 
Gießer
 
1 Feuerin (Feuer- oder Ratsglocke)[71] es1 ±0 1.750 1.410 1879 Friedrich Gössner
2 Kantnerin oder Gnandt (Genanntenglocke)[72] es1 +2/16 1.250 1.300 1772 Franz Josef Scheichel
3 Fehringerin[73] ges1 +4/16 750 1.100
4 Bieringerin (Bierglöckl)[74] as1 +7/16 530 980
5 Churpötsch[75] c2 +11/16 290 790
6 Chorglöckl g2 +8/16 180 620 um 1280 Konrad von München

Die Kantnerin, Fehringerin und Bieringerin bilden das Aspergesgeläut.[76]

Uhrglocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei Glocken für den Uhrschlag sind im Glockenstuhl des Turmhelms aufgehängt; die Viertelstunden werden auf dem Primglöcklein, die vollen Stunden auf der Uhrschälle geschlagen:

Nr.
 
Name
 
Schlagton
(a1 = 435 Hz)
Gewicht
(kg, ca.)
Durchmesser
(mm, ca.)
Gussjahr
 
Gießer
 
1 Uhrschälle des1 +4/16 1.500 1.490 1449 J. Straiffing & P. Obrecht
2 Primglöcklein g24/16 140 600 1771 Franz Josef Scheichel

Weitere Glocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Glockenstube der Pummerin sind noch zwei kleine Glocken abgestellt. Ihren Bezeichnungen nach wurden sie vornehmlich einzeln geläutet. Das Speisglöckl (Speisglocke) läutete man zur Krankenkommunion, das Zügenglöckl (Zügenglocke) ermahnte das Volk zum Gebet für den in den letzten Zügen Liegenden. Diese beiden Glocken waren einst im Turmhelm des Hohen Turmes neben der Uhrschelle aufgehängt. Die kleine Glocke (Chorglöckl, früher auch: Ambtglokgen) diente als Messglocke und hing ursprünglich im nördlichen Heidenturm; sie ist die älteste erhaltene Glocke des Doms.[77] Dem Schicksal der Einschmelzung zu Kriegszwecken entging sie, als sie 1942 abgenommen wurde, allerdings war von da an der Klöppel nicht mehr vorhanden und wurde erst Jahrzehnte später durch einen Zufall in einer Mauerritze aufgefunden. 2017 wurde die Glocke daher restauriert und im nördlichen Heidenturm neu angebracht.[78]

Name
 
Schlagton
(a1 = 435 Hz)
Gewicht
(kg, ca.)
Durchmesser
(mm, ca.)
Gussjahr
 
Gießer
 
Speisglocke c2 ±0 240 735 1746 Joh. Josef Pfrenger
Zügenglocke es26/16 150 650 1830 Bartholomäus Kaffel

Grabstätten und Katakomben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stich vom Kenotaph Rudolf IV. und Katharina von Böhmen
Stich von der Herzogsgruft um 1758
Grundriss der Katakomben (aus Bermann: Alt- und Neu-Wien, 1880)

Im Kirchenraum:

  1. Grabmal Kaiser Friedrichs III. im Apostelchor
  2. Kenotaph für Herzog Rudolf IV. und Katharina von Böhmen im Frauenchor

In der Herzogsgruft:

  1. Friedrich III., König des Heiligen Römischen Reiches (1289 – 13. Jänner 1330)
  2. Herzogin Elisabeth (1317 – 23. Oktober 1336) – (Tochter von König Friedrich III.)
  3. Friedrich III., Herzog von Österreich (31. März 1347 – 10. Dezember 1362)
  4. Rudolf IV., Erzherzog von Österreich (1. November 1339 – 27. Juli 1365)
  5. Erzherzogin Katharina (1342 – 10. Jänner 1381) – (Tochter von Herzog Albrecht II.)
  6. Katharina von Luxemburg (1342 – 26. April 1395) – (Gemahlin von Rudolf IV.)
  7. Albrecht III., Erzherzog von Österreich (9. September 1348 – 29. August 1395)
  8. Albrecht IV., Erzherzog von Österreich (21. September 1377 – 14. September 1404)
  9. Johanna Sophie von Bayern (1373 – 15. November 1410) – (Gemahlin von Albrecht IV.)
  10. Beatrix von Zollern (1362 – 10. Juni 1414) – (Gemahlin von Albrecht III.)
  11. Erzherzog Georg (16. Februar 1435 – 16. Februar 1435) – (Sohn von König Albrecht II.)
  12. Wilhelm, Erzherzog von Österreich (1370 – 15. Juli 1406)
  13. Leopold IV., Erzherzog von Österreich (1371 – 3. Juni 1411)
  14. Albrecht VI., Erzherzog von Österreich (18. Dezember 1418 – 2. Dezember 1463)
  15. Erzherzog Ferdinand (28. März 1551 – 25. Juni 1552) – (Sohn von Kaiser Maximilian II.)
  16. Elisabeth von Österreich, Königin von Frankreich (5. Juni 1554 – 22. Jänner 1592) – (Gemahlin von König Karl IX. von Frankreich)
  17. ein unbenannter Prinz (20. Jänner 1557) – (Sohn von Kaiser Maximilian II.)
  18. Erzherzogin Maria (19. Februar 1564 – 26. März 1564) – (Tochter von Kaiser Maximilian II.)
  19. Eleonora Gonzaga, deutsche Königin (23. September 1598 – 27. Juni 1655) (zweite Gemahlin von Kaiser Ferdinand II.)

Unter dem Dom befindet sich eine weitläufige Anlage von etwa 30 Grabkammern, die seit dem 19. Jahrhundert „Katakomben“ genannt werden.[79] Der Zugang erfolgt durch eine Stiege im linken Seitenschiff. Die Katakomben gehen im Kern auf eine fürstliche Grabkammer zurück, die Herzog Rudolf IV. um das Jahr 1363 errichten ließ. Unter Maria Theresia wurde die Anlage stark erweitert.[80]

In einer Gruft sind die Eingeweide von zahlreichen Habsburgern (unter anderem von Napoleon Franz Bonaparte) sowie die Wiener Kardinäle und Erzbischöfe und Mitglieder des Domkapitels begraben. Die Körper der Habsburger liegen dann meist in der Kapuzinergruft und die Herzen in der „Herzerlgruft“ der Augustinerkirche, beide wenige Gehminuten entfernt.

Nach der Sperre des oberirdischen Friedhofs am 25. April 1732 wurden ab 1745 die „neuen Grüfte“ angelegt, die nicht unter dem Dom, sondern unter dem Stephansplatz liegen. Der Zugang erfolgte über die Kruzifixkapelle neben der Capistrankanzel an der Außenseite des Doms. Insgesamt wurden mehr als 10.000 Leichname hier unterirdisch deponiert.[81] Diese Praxis wurde 1783 unter Kaiser Joseph II. verboten, viele Gebeine verblieben aber unter dem Dom. Im 20. Jahrhundert wurden mehrere Grabkammern durch den Bau einer Tiefgarage zerstört. Ein Teil der Katakomben kann bei Führungen besichtigt werden.


Maße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bronzenes Modell neben dem Dom
[82] Länge
Gesamtlänge außen 107,2 m
Gesamtbreite außen 34,2 m
Höhe Seitenschiffe 22,4 m
Höhe Hauptschiff 28,0 m
Höhe der drei Chorhallen 22,4 m
Südturm 136,44 m
Nordturm 68,3 m
Heidentürme 66,3 m und 65,3 m
Dachlänge 110 m
Dachhöhe von der Mauerkrone 37,85 m

Zahlensymbolik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

20-Schilling-Münze (1997)

Den Maßen des Doms liegen die Zahlen Drei (für die Dreifaltigkeit) und Vier (die Zahl des Irdischen – Temperamente, Himmelsrichtungen, Jahreszeiten u.s.w.) zugrunde. Drei plus Vier ist Sieben, die Zahl der Schöpfungstage, Sakramente, Haupttugenden, Hauptlaster, Seligpreisungen, Worte am Kreuz, Gaben des Heiligen Geistes und anderes.[2]

Sieben hinter der Drei ergibt Siebenunddreißig. Drei mal Siebenunddreißig ist Hundertelf. Nach häufiger Angabe ist der Dom 111 Fuß breit und 333 Fuß lang, der Südturm ist 444 Fuß hoch;[2] in der Realität weicht jedoch die Länge von 107,2 m davon ab (ca. 350 Fuß).[82]

Das Treppengeländer zur Kanzel setzt sich aus stilisierten Rädern zusammen, einem Dreipass (dreimal unterteilt) und einem Vierpass.

Die Anzahl der Stufen auf der Treppe zur Türmerstube des Glockenturms (und damit der heutigen Aussichtsterrasse) beträgt 343, das ist , also .

Zwölf (= 3 × 4) Fialentürmchen schließen den Unterbau des Südturms ab. Aus deren Mitte erhebt sich die Turmspitze (Christus und die 12 Apostel).

Die Fenster im Langhaus (Aufenthaltsort der Laien) bestehen aus je vier, die Fenster im Priesterbereich aus je drei Teilen.

Eigentumsverhältnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stephansdom als solcher (das Kirchengebäude) hat Rechtspersönlichkeit nach dem Kirchenrecht. Er ist als juristische Person unter dem Namen „Römisch-katholische Metropolitan- und Pfarrkirche zu St. Stefan in Wien“ im staatlichen Bereich nach dem Konkordat und damit auch im Grundbuch als Rechtsperson anerkannt, er ist als Eigentümer seines Grundstücks (5740 m²) im Grundbuch eingetragen.[83] Grundstücksgrenzen sind im Wesentlichen die Mauern des Kirchengebäudes (Außenkanten der Strebepfeiler), das Grundstück des Doms ist vom Stephansplatz umgeben. Dieser Platz ist Eigentum der Stadt Wien (Öffentliches Gut).[84]

Die Verwaltung des Domvermögens war früher ein Ehrenamt vermögender Mitglieder des Rates der Stadt Wien, der Kirchmeister. Von ihnen waren die Baugeschäfte abzuschließen, die Handwerker zu überwachen und die Vermögensverwaltung des Doms zu führen. Erst 1834 wurde mit dem Cur- und Chormeister von St. Stephan auch ein Priester an der Vermögensverwaltung beteiligt. Das Konkordat von 1855[85] übertrug die Vermögensverwaltung endgültig kirchlichen Institutionen, 1858 wurde dafür ein dem Erzbischof von Wien unterstehendes Amt eingerichtet.[86]

Der Stephansdom besitzt weiteres Liegenschaftsvermögen: einen Drittelanteil am Chur- und Chorhaus zu St. Stefan (das ist das Haus südlich des Stephansdoms). Die zwei anderen Drittel dieses Hauses gehören der „Erzbischöflichen Chur in Wien“ und der Erzdiözese Wien.[87]

Der Dom als Feuerwache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als jahrhundertelang höchstes Gebäude Wiens beherbergte der Dom einst auch die Feuerwache der Stadt. So wurde im Jahre 1534, also fünf Jahre nach der Ersten Türkenbelagerung, die Funktion eines Türmers eingerichtet, der in einer Türmerstube in einer Höhe von 72 Metern seinen Dienst versah. Bei Ausbruch eines Brandes innerhalb der Stadt musste dieser am Tag eine rote Fahne und in der Nacht eine rote Laterne in Richtung des Feuers schwenken und mit einem blechernen Sprachrohr die Bevölkerung warnen. Gleichzeitig wurde eine schriftliche Meldung durch ein Rohr zum Turmmeister hinuntergeschickt, der die militärische Feuerwache am nahen Petersplatz mittels eines Glockenzuges alarmierte.[88]

Die Türmerstube war einige Jahrhunderte lang zur Früherkennung besetzt. Im Jahr 1835 entwickelte der Direktor der Wiener Sternwarte Karl Ludwig von Littrow ein sogenanntes Toposkop, mit dem auch in der gewachsenen Stadt noch Brände erkennbar waren. An dem auf Gelenken befestigte Fernrohr konnte man die Winkel ablesen und so Koordinaten weitergeben. Bis 1855 erfolgten diese Meldungen in schriftlicher Form. Später wurde ein Zeigertelegraph eingerichtet, der die Meldung direkt zur Hauptfeuerwache Am Hof weitergab. Letzte Reste dieser Anlage fand man bei Ausgrabungen im Jahr 1955.

Obwohl bereits in der Zwischenkriegszeit Zweifel an der Notwendigkeit aufkamen, waren Türmer bis nach dem Zweiten Weltkrieg im Einsatz. Der letzte Türmer versah bis zum 31. Dezember 1955, also 421 Jahre nach Einrichtung dieser Funktion, seinen Dienst.[89]

Sportveranstaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2012 findet jährlich im Mai während des Steffl-Kirtags ein Treppenlauf im Südturm zur Türmerstube statt. Der vom Österreichischen Leichtathletikverband veranstaltete Lauf zählt seit der erstmaligen Austragung auch zum Treppenlauf-Weltcup. Die Streckenrekorde für die 343 Stufen bzw. 67 Höhenmeter werden von Matjaž Mikloša (SLO) mit 1:17,75 min und Sandrina Illes (AUT) mit 1:59,02 min gehalten (Stand 2015).[90]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Josef Böker: Der Wiener Stephansdom, Architektur als Sinnbild für das Haus Österreich, Verlag Anton Pustet, 2007, ISBN 978-3-7025-0566-0.
  • Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Band 5. Verlag Kremayr & Scheriau, Wien 1997, ISBN 3-218-00547-7, S. 335ff.
  • Reinhard H. Gruber: Die Domkirche Sankt Stephan zu Wien, 3. Auflage. Kirchenmeisteramt St. Stephan, Wien 2011.
  • Reinhard H. Gruber, Robert Bouchal: Der Stephansdom. Monument des Glaubens – Stein gewordene Geschichte. Pichler Verlag, Wien 2005, ISBN 3-85431-368-3.
  • Gabriele Hasmann: Der Stephansdom, Pichler Verlag 2011, ISBN 978-3-85431-555-1.
  • Anton Heiller: Probleme um die neue Orgel des Stephansdomes. In: Österreichische Musikzeitschrift, 15. Jg./Heft 10, Oktober 1960, S. 457ff.
  • Nikolaus Hofer (Hrsg.): Archäologie und Bauforschung im Wiener Stephansdom. Quellen zur Baugeschichte des Domes bis zum Ende des 13. Jahrhunderts. Wiener Dom-Verlag, Wien 2013. ISBN 978-3-85351-249-4 (mit den Befunden der Denkmalschutzgrabungen 1996 und 2000/2001).
  • Anton Macku, Lucca Chmel: Der Wiener Stephansdom nach dem Brand im April 1945, Franz Deuticke, Wien 1947.
  • Anton von Perger: Der Dom zu Sanct Stephan in Wien. Triest 1858 (Digitalisat in der Google-Buchsuche)
  • Alexander Rausch, Christian Fastl: St. Stephan (Wien). In: Oesterreichisches Musiklexikon. Online-Ausgabe, Wien 2002 ff., ISBN 3-7001-3077-5; Druckausgabe: Band 5, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2006, ISBN 3-7001-3067-8.
  • Paul W. Stix, Lucca Chmel (Hrsg.): Die Wiener Passion. Die gotischen Passionstafeln des verbrannten Chorgestühls zu St. Stephan in Wien. Herold, Wien 1950.
  • Hans Tietze (Bearb.): Geschichte und Beschreibung des St. Stephansdomes in Wien. Mit Planaufnahmen von Michael Engelhart. (= Österreichische Kunsttopographie, hrsg. vom Kunsthistorischen Institut des Bundesdenkmalschutzes; Band 23). Filser, Wien 1931.

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • St. Stephan – Der Lebende Dom, Dokumentarfilm aus der Reihe ORF Universum, Österreich, 1997, 50 Min., Regie und Produktion: Georg Riha, Inhaltsangabe auf der IMDb.
  • Der steinerne Zeuge. Der Stephansdom erzählt Geschichte. Dokumentarfilm, Österreich, 2011, 52:30 Min., Buch und Regie: Roswitha und Ronald Vaughan, Produktion: Vaughan Video, ORF, 3sat, Erstsendung: 22. Dezember 2011 bei 3sat, Inhaltsangabe von 3sat.[91]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stephansdom – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Demokratiezentrum Wien.
  2. a b c Peter Diem: Der Stephansdom und seine politische Symbolik.
  3. Der Stephansdom – eine Allerheiligenkirche – Bericht der Erzdiözese Wien, 9. Oktober 2013, abgerufen am 4. März 2017.
  4. Michaela Kronberger: Siedlungschronologische Forschungen zu den canabae legionis von Vindobona. Die Gräberfelder (= Monografien der Stadtarchäologie Wien, 1), Wien 2005, ISBN 978-3-901232-56-5.
  5. Reinhard Pohanka: Der Tauschvertrag von Mautern 1137 und der Bau von St. Stephan – Fakten, Konsequenzen und Spekulationen, in: 850 Jahre St. Stephan: Symbol und Mitte in Wien 1147–1997, Wien 1997, S. 380–385.
  6. a b c d Alfred Missong: Heiliges Wien, 3. Auflage, Wiener Dom-Verlag 1970, S. 22.
  7. Alfred Fischeneder: Der Albertinische Chor des Wiener Stephansdomes, Ergebnisse einer stilkritischen Bauuntersuchung, Österreichische Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege, LXVII, Heft 1/2, Horn/Wien 2013, S. 106–121.
  8. Alfred Wendehorst / Stefan Benz (Hrsg.): Verzeichnis der Säkularkanonikerstifte der Reichskirche. 1997, ISBN 3-7686-9146-2, S. 192.
  9. Marlene Zykan: Zur Baugeschichte des Hochturmes von St. Stephan. In: Wiener Jahrbuch für Kunstgeschichte 23 1970, S. 28–65.
  10. Richard Perger: Die Baumeister des Wiener Stephansdomes im Spätmittelalter. In: Wiener Jahrbuch für Kunstgeschichte 23 1970, S. 81–84.
  11. Johann Josef Böker: Der Wiener Stephansdom. Salzburg 2007, S. 162–175.
  12. Konstantin Moritz A. Langmaier: Erzherzog Albrecht VI. von Österreich (1418–1463). Ein Fürst im Spannungsfeld von Dynastie, Regionen und Reich. Köln u.a. 2015, S. 582ff.
  13. Johann Josef Böker: Der Wiener Stephansdom. Anton-Pustet-Verlag, Salzburg 2007, S.255–319.
  14. Ottfried Neubecker: Wappen. Ihr Ursprung, Sinn und Wert. ISBN 3-8105-1306-7.
  15. Der Neubau der obern Pyramide des Stephansthurmes zu Wien. In: Illustrirte Zeitung. Nr. 4, 22. Juli 1843, J. J. Weber, Leipzig 1843, S. 57–58 (online verfügbar bei Wikisource)
  16. Johann Trost: Der Umbau der oberen Pyramide des Wiener Stephansthurmes, in: Allgemeine Bauzeitung, Wien, 8. Jg. 1843, S. 5–17 (Digitalisat in der Google-Buchsuche).
  17. Alois Kieslinger: Die Steine von St. Stephan. Herold, Wien 1949, S. 372–374.
  18. ORF-Dokumentation Die Dombauhütte zu St. Stephan.
  19. Unser Stephansdom → Förderer → Gerhard Klinkicht, stephansdom.at, abgerufen am 4. März 2017.
  20. Johann Josef Böker: Der Wiener Stephansdom, Architektur als Sinnbild für das Haus Österreich, Der südliche Hochturm, Verlag Anton Pustet, 2007, S. 97–131.
  21. Ferdinand Opll: Die Wiener Türkenbelagerungen und das kollektive Gedächtnis der Stadt. In: Karl Fischer (Hrsg.): Studien zur Wiener Geschichte. Jahrbuch des Vereins für Geschichte der Stadt Wien JbVGStW, Band 64/66 (2008/2009). Verein für Geschichte der Stadt Wien. Wien 2013, S. 177 (ZDB-ID 1160253-3) mit Hinweis auf: Birgit und Thomas Ertl: Sonne und Mond: Die Turmbekrönung am Stephansdom zwischen den zwei Türkenbelagerungen. In: Wiener Geschichtsblätter, Band 52, Jahrgang 1997, S. 65 (ZDB-ID 2245-7).
  22. Gabriele Hasmann: Der Stephansdom, S. 32.
  23. Peter Csendes: "Des riches houptstat in Osterrich", 1987.
  24. Wiener Stephansdom wird Teil eines globalen Blitzstrom-Messsystems. In: derStandard.at. 2. September 2014, abgerufen am 4. März 2017.
  25. Der Stephansdom und der Grazer Uhrturm als Messstation für Blitzeinschläge. Phoenix Contact, abgerufen am 4. März 2017 (Projektbeschreibung und Messergebnisse).
  26. Unser Stephansdom → Die Geschichte des Stephansdoms, stephansdom.at, abgerufen am 4. März 2017.
  27. a b Gabriele Hasmann: Der Stephansdom, S. 31.
  28. Unser Stephansdom → Architektur → Der Nordturm, stephansdom.at, abgerufen am 4. März 2017.
  29. a b Wolfgang Zehetner: Das Dach von St. Stephan in Unser Stephansdom, Nr. 95 / März 2012 (PDF).
  30. a b Reinhard H. Gruber: Die Domkirche Sankt Stephan zu Wien, S. 27–28.
  31. a b Reinhard H. Gruber: Die Domkirche Sankt Stephan zu Wien, S. 25.
  32. Reinhard H. Gruber: Die Domkirche Sankt Stephan zu Wien, S. 25–26.
  33. Wolfgang Zehetner: Jahresbericht des Dombaumeisters. Über abgeschlossene und laufende Projekte des Arbeitsjahres 2015. In: Der Dom. Mitteilungsblatt des Wiener Domerhaltungsvereines. Herausgegeben vom Wiener Domerhaltungsverein. Folge 2/2015, Wien 2015, S. 2, 3 und 6 (ZDB-ID 1054178-0).
  34. Die sogenannte Capistran-Kanzel bei St. Stephan in Wien. In: Mitteilungen der K.K. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale, Band 15, Wien 1870, S. XCII f. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  35. Gabriele Hasmann: Der Stephansdom, S. 66.
  36. Brotmaß und Bäckerschupfen – Dichtung und Wahrheit, viennatouristguide.at, abgerufen am 25. März 2017.
  37. Universität Wien. Regelungen und Normen am Stephansplatz (Memento vom 30. Dezember 2008 im Internet Archive)
  38. Erwin Reidinger: Orientierung mittelalterlicher Kirchen. In: Amt der NÖ Landesregierung (Hrsg.): Gestalte(n). Das Magazin für Bauen, Architektur und Gestaltung. N° 139, März 2013, S. 43–47 (noe-gestalten.at [abgerufen am 21. September 2014]). S. 46–47 (ZDB-ID 2708987-3).
  39. Erwin Reidinger: St. Stephan: Lage, Orientierung und Achsknick, ein Vergleich mit der Tempelanlage in Jerusalem.. In: Karin Domany, Johann Hisch (Hg.): Der Stephansdom. Orientierung und Symbolik. Wiener Dom-Verlag, Wien 2010. ISBN 978-3-85351-216-6, S. 83–89 (mit Skizzen zur Lage).
  40. Wolfgang Zehetner: Der Wiederaufbau des Domes. Die Arbeiten 1945–1952. In: Der Dom. Mitteilungsblatt des Wiener Domerhaltungsvereines. Herausgegeben vom Wiener Domerhaltungsverein. Folge 1/2015, Wien 2015, S. 11 (ZDB-ID 1054178-0).
  41. Karl Uhlirz: Die Rechnungen des Kirchenmeisteramtes von St. Stephan zu Wien, Verlag Wilhelm Braumüller, Wien 1902.
  42. Karl Tschank: Die Bedeutung des „Auersteins“ als Bau- und Werkstein im Wandel der Zeit. Enthalten in Rudolf Krauscher (Hg.): Au am Leithagebirge, 2002, S. 311–323.
  43. Karl Tschank: Mannersdorfer Stein für den Stephansdom. Enthalten in Helmuth Furch (Hg.): Bildende Kunst – und manch anderes mehr – in und vom Leithagebirge, 2006.
  44. Österreichischer Steinmetzmeister-Verband, Nachrichten vom 13. September 1930.
  45. Archiv der Domkirche St. Stephan.
  46. a b „Stadt Wien: Wiener Stephansdom“
  47. Reinhard H. Gruber: Die Domkirche Sankt Stephan zu Wien, S. 34–36.
  48. Dehio, Wien I, S. 215.
  49. Renate Kohn: Weihekreuze und Narren. Zeugnisse von zwei sehr unterschiedlichen Zeremonien in der Valentinskapelle. In: Der Dom. Mitteilungsblatt des Wiener Domerhaltungsvereines. Herausgegeben vom Wiener Domerhaltungsverein. Folge 1/2013. Wien 2013, S. 2–7 (ZDB-ID 1054178-0).
  50. Reinhard H. Gruber: Die Domkirche Sankt Stephan zu Wien, S. 45–46.
  51. Gabriele Hasmann: Der Stephansdom, S. 38–39.
  52. Hrdlicka gestaltete Stephansdom-Skulptur, orf.at, 27. Mai 2009, abgerufen am 4. März 2017.
  53. a b Gabriele Hasmann: Der Stephansdom, S. 28.
  54. Reinhard H. Gruber: Die Domkirche Sankt Stephan zu Wien, S. 82–83.
  55. Gabriele Hasmann: Der Stephansdom, S. 39.
  56. Eva Frodl-Kraft: Die mittelalterlichen Glasgemälde in Wien. CVMA Band I. Graz u. a. 1962.
  57. Günter Lade: Orgeln in Wien. Edition Lade, Wien 1990, S. 212ff.
  58. a b Günter Lade: Orgeln in Wien. Edition Lade, Wien 1990, S. 214.
  59. Anton Heiller: Probleme um die neue Orgel des Stephansdomes. In: Österreichische Musikzeitschrift, 15. Jg./Heft 10, Oktober 1960, S. 457f.
  60. Egon Krauss: Die ungenütze Chance. In: Wochen-Presse, Nr. 40, 1. Oktober 1969, S. 25
  61. a b Walter Sengstschmid: „...einer Orgel, die geeignet ist, ihre liturgischen und künstlerischen Aufgaben entsprechend der Bedeutung der Domkirche zu erfüllen...“. Die Entstehung der neuen Domorgel. In: Orgelmusikverein St. Stephan (Hrsg.): Domorgel St. Stephan Wien. Festschrift zur Orgelweihe am 13. September 1991. Wien 1991, S. 19–20.
  62. Peter Planyavsky: Schritte zum Klangkonzept. In: Orgelmusikverein St. Stephan (Hrsg.): Domorgel St. Stephan Wien. Festschrift zur Orgelweihe am 13. September 1991. Wien 1991, S. 11ff.
  63. religion.ORF.at vom 05.04.2017: Stephansdom: „Riesenorgel“ wird instand gesetzt; abgerufen am 5. Juni 2017
  64. Domkirche St. Stephan zu Wien: Der Domschatz.
  65. Unser Stephansdom → Architektur → Heidentürme, stephansdom.at, abgerufen am 4. März 2017.
  66. Unser Stephansdom → Architektur → Prinz-Eugen-Kapelle, stephansdom.at, abgerufen am 4. März 2017.
  67. Reinhard H. Gruber: Die Domkirche Sankt Stephan zu Wien, S. 80.
  68. Wien, Stephansdom; Vollgeläute (8:54 min) auf YouTube.
  69. Wien, Stephansdom; Große Stephanusglocke (Halbpummerin), g0 (3:37 min) auf YouTube.
  70. Wien, Stephansdom; Leopoldsglocke, c1 auf YouTube.
  71. Wien, Stephansdom; Heidenturm, Glocke 1, Feuerin auf YouTube.
  72. Wien, Stephansdom; Heidenturm, Glocke 2, Kantnerin auf YouTube.
  73. Wien, Stephansdom; Heidenturm, Glocke 3, Fehringerin auf YouTube.
  74. Wien, Stephansdom; Heidenturm, Glocke 4, Bieringerin auf YouTube.
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  76. Reinhard H. Gruber: Die Domkirche Sankt Stephan zu Wien, S. 81.
  77. Jörg Wernisch: Glockenkunde von Österreich. Journal-Verlag, Lienz 2007, ISBN 978-3-902128-10-2, S. 1009–1010.
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  79. Katakomben auf www.stadtbekannt.at, abgerufen am 4. März 2017.
  80. Erhard Christian: Die Fauna der Katakomben des Wiener Stephansdomes, Verh. Zool.-Bot. Ges. Österreich 135, Wien 1998.
  81. Unser Stephansdom → Architektur → Katakomben, stephansdom.at, abgerufen am 4. März 2017.
  82. a b Unser Stephansdom → Der Dom in Zahlen, stephansdom.at, abgerufen am 4. März 2017.
  83. Grundbuch Bezirksgericht Innere Stadt Wien, Katastralgemeinde 01004 Innere Stadt. Einlagezahl 1234, Grundstücke 817 und 818.
  84. Grundbuch Bezirksgericht Innere Stadt Wien, Katastralgemeinde 01004 Innere Stadt. Einlagezahl 1793, Grundstück 1711.
  85. Konkordat 1855.
  86. Beitrag aus dem Pfarrblatt der Dompfarre St. Stephan, 56. Jahrgang/Nr. 2, Dezember 2000.
  87. Grundbuch Bezirksgericht Innere Stadt Wien, Katastralgemeinde 01004 Innere Stadt. Einlagezahl 1236, Grundstück 823.
  88. Karl Pikart: Eine Nacht beim Türmer von St. Stephan. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 29. Juni 1951, S. 5.
  89. Die „Feuerwache“ am Turm zu St. Stephan (Memento vom 17. Mai 2012 im Internet Archive) von Heinrich Krenn, Kustos des Wiener Feuerwehrmuseums.
  90. 3. Steffl-Turmlauf: Sieger Matjaz Miklosa (SLO) pulverisiert Streckenrekord
  91. Der steinerne Zeuge. Der Stephansdom erzählt Geschichte. auf YouTube.

Koordinaten: 48° 12′ 30,6″ N, 16° 22′ 23,2″ O

Dieser Artikel wurde am 3. Juli 2005 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.