Stephen Miller (Politikberater)

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Stephen Miller (2016)

Stephen Miller (* 1985 in Santa Monica, Kalifornien) ist als Donald Trumps Senior Advisor to the President of the United States einer der engsten Berater des Präsidenten der Vereinigten Staaten und zudem dessen Redenschreiber. Miller prägte Trumps Wahlkampf zur Präsidentschaftswahl 2016 entscheidend mit. Zuvor war der als konservativ geltende Miller u. a. Berater des US-Justizministers Jeff Sessions gewesen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der aus einer liberal jüdischen Familie stammende Stephen Miller wuchs in Santa Monica auf.[1] Miller besuchte zunächst die Santa Monica Highschool. In einem Lokalradio beschwerte er sich regelmäßig über seine liberale Highschool, in Zeitungskolumnen wetterte er gegen Political Correctness. Er kritisierte die Ausgabe von Kondomen an Minderjährige, die Zulassung eines Clubs für Homosexuelle und den aus seiner Sicht zu nachlässigen Umgang mit dem Pledge of Allegiance, dem an US-Schulen üblichen Treuegelöbnis auf Nation und Flagge. Nach seiner Schulzeit studierte Miller Politikwissenschaften an der Duke University in North Carolina und schloss sein Studium 2007 mit einem Bachelor ab. In einem Artikel für eine Studentenzeitung beschrieb sich Miller als „zutiefst überzeugter Konservativer, der es als seine Pflicht empfindet, der Linken die Stirn zu bieten“.[2]

Als Millers politischer Mentor gilt seit seiner Schul- und Studienzeit David Horowitz (* 1939), der ebenfalls erzkonservative Gründer der Students for Academic Freedom. [3] Während seines Studiums und der gemeinsamen Zeit in einer konservativen Studentenorganisation begann Millers bis heute anhaltende Freundschaft zu Richard B. Spencer, dem Publizisten und Gründer der rechtsnationalen Bewegung Alt Right.[4]

Nach seinem Universitätsabschluss ging Miller nach Washington, D.C. Dort arbeitete er zunächst als Pressereferent für die damalige, der erzkonservativen Tea-Party-Bewegung nahestehende republikanische Abgeordnete Michele Bachmann. Anschließend stellte der als Hardliner bekannte Senator Jeff Sessions Miller als Kommunikationsdirektor ein. Als Sessions Berater kämpfte Miller etwa gegen eine Lockerung der Einwanderungsgesetze und warnte vor den Gefahren eines radikalen Islam. Zudem beschäftigte er sich mit den von Sessions angeprangerten Defiziten der republikanischen Partei in der Kommunikation mit den amerikanischen Arbeitern.[2][5]

Berater von Donald Trump[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Januar 2016 wechselte Miller zunächst als Senior Policy Advisor ins Wahlkampfteam von Donald Trump. Zudem wurde Miller Chief Speechwriter (Redenschreiber) während Trumps Wahlkampfkampagne im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016.[6][4][7] Laut Trump spielte Miller im Wahlkampf eine „zentrale und weitreichende Rolle“.[4] Im August 2016 wurde Miller von Trump zusätzlich zum Leiter des Wirtschaftsrates (Economic Advisory Council) von Trumps Wahlkampagne ernannt.[8] Im Dezember 2016 wurde Miller schließlich neben Jared Kushner zum Senior Advisor to the President of the United States (Chefberater des US-Präsidenten) berufen. Unter anderem schrieb Miller mit Trump-Berater Steve Bannon die umstrittene und mit dystopischen Begriffen versehene Rede zur Amtseinführung von Donald Trump am 20. Januar 2017.[4][9][10]

Kritiker werfen Miller u.a. vor, „Trumps Flammenwerfer“,[1] „Trumps Brandbeschleuniger“[5] und „der Mann, der hinter Trumps Rhetorik steckt“[2], zu sein.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Daniel C. Schmidt: Redenschreiber des Präsidenten - Trumps Flammenwerfer. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 19. Januar 2017, abgerufen am 10. Februar 2017.
  2. a b c Jill Colvin: Redenschreiber Stephen Miller: Der Mann, der hinter Trumps Rhetorik steckt. Associated Press / heute.de, 19. Januar 2017, abgerufen am 17. Februar 2017.
  3. Julia Ioffe: The Believer. In: Politico. 27. Juni 2016, abgerufen am 17. Februar 2017 (englisch).
  4. a b c d Who Is Stephen Miller, the Jewish Adviser Behind Trump's 'American Carnage'? In: Haaretz. 23. Januar 2017, abgerufen am 17. Februar 2017 (englisch).
  5. a b Joseph Hausner: Stephen Miller - Trumps Brandbeschleuniger - Der Mann hinter Donalds Reden. In: Focus online. 20. Januar 2017, abgerufen am 17. Februar 2017.
  6. Dan Marica: White House policy director: From campaign hype-man to Oval Office influence. In: CNN. 1. Februar 2017, abgerufen am 17. Februar 2017 (englisch).
  7. Robert Costa: Top Sessions aide joins Trump campaign. In: The Washington Post. 25. Januar 2016, abgerufen am 20. Februar 2017 (englisch).
  8. Jim Tankersley: Donald Trump’s new team of billionaire advisers could threaten his populist message. In: The Washington Post. 5. August 2016, abgerufen am 17. Februar 2017 (englisch).
  9. David A. Graham: Alternative Facts - The Needless Lies of the Trump Administration. In: The Atlantic. 22. Januar 2017, abgerufen am 17. Februar 2017 (englisch).
  10. Chloe Farand: Donald Trump did not write his inauguration speech, White House admits. In: The Independent. 22. Januar 2017, abgerufen am 17. Februar 2017 (englisch).