Stephen Rothman (Dermatologe)

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Stephen Rothman (eigentlich István Rothman, auch Stephan Rothman; * 10. September 1894 in Budapest; † 31. August 1963) war ein ungarisch-amerikanischer Dermatologe.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rothman war der Sohn eines Stomatologen. Nach dem Abitur diente er in der österreichisch-ungarischen Armee und absolvierte dabei an der Universität Budapest ein Studium der Medizin, das er 1917 abschloss. Danach diente er als Militärarzt. 1918 erhielt er an der Universität Budapest in der Abteilung Physiologie einen Lehrauftrag. In der Ambulanz von Lajos Török (1863–1945), einem Schüler von Paul Gerson Unna, erwarb er Kenntnisse in klinischer Dermatologie.

Ab 1920 machte er an der Hautklinik der Universität Gießen bei Albert Jesionek eine dermatologische Fachweiterbildung, habilitierte sich 1923 und wurde 1927 außerordentlicher Professor für klinische Dermatologie und Venerologie. In dieser Zeit besuchte er auch weitere Universitätshautkliniken in Deutschland sowie in Zürich, Wien, Paris und London. 1928 ging er wieder zurück nach Budapest, wurde Direktor der Dermatologischen Klinik und eröffnete eine Privatpraxis. 1935 war er Generalsekretär des „9. International Congress of Dermatology“ in Budapest.

1938 wanderte er nach Chicago aus. Dort wurde er 1942 als Nachfolger von Samuel William Becker zum Direktor der Dermatologischen Abteilung an der Medizinischen Schule der University of Chicago ernannt. 1941 wurde er Assistant Professor, 1943 Associate Professor und 1945 zum ordentlichen Professor an der University of Chicago berufen.

Der Schwerpunkt seiner Forschung lag auf dem Gebiet der beschreibenden klinischen Dermatologie und der Biochemie der Haut. 1942 erfolgte durch ihn die Erstbeschreibung des paraneoplastischen Erythema necroticans migrans.

Stephen Rothman war verheiratet und hatte zwei Söhne.

Die Society for Investigative Dermatology verleiht den „Stephen Rothman Award“ und die „Stephen Rothman Medal“[1].

Rothmann-Makai-Syndrom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stephen Rothman wird in einigen Quellen die Erstbeschreibung des „Rothmann-Makai-Syndroms“, einer Form der Pannikulitis, zugeschrieben, das auch als „Rothman-Makai-Syndrom“ bezeichnet wird. Diese Erstbeschreibung stammt aber von Max Rothmann aus dem Jahr 1894, dem Geburtsjahr von Stephen Rothman.[2]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Commemorative Medals mit Bild der Medaille In: The Journal of Cutaneous Diseases. Vol. XXV, Nr. 10, 1907. Reprint: In: Arch. Dermatol. Vol. 143, Nr. 10, 2007, S. 1247
  2. M. Rothmann: Über Entzündung und Atrophie des subcutanen Fettgewebes. In: Virchows Arch. Pathol. Anat. 136, 1894, S. 136–159. Siehe auch W. A. Newman Dorland: Dorland’s Illustrated Medical Dictionary. Elsevier, Philadelphia, PA, 2011, S. 1656 (Google books) und Rheumatologie C. Springer, Berlin/Heidelberg 2013, ISBN 978-3-642-88228-9, S. 288 (Google books).