Sternwarte Eschenberg

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Die Sternwarte Eschenberg liegt mitten in einer ausgedehnten Waldlichtung

Die Sternwarte Eschenberg in Winterthur (Kanton Zürich) wurde 1979 von der Astronomischen Gesellschaft Winterthur an einem lichtgeschützten Standort auf einer Lichtung im Stadtwald Eschenberg gebaut. Inzwischen hat sich das kleine Observatorium zu einer weit über die Landesgrenzen hinaus bekannten Institution entwickelt, die Volkssternwarte, Planetoidenforschung und Digitale Astrofografie vereinigt.

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Winterthurer Sternwarte bietet sternkundliche Führungen für ein breites Publikum, Schulen und Gruppen und wird seit 1998 auch für wissenschaftliche Aufgaben genutzt. Der Mitinitiant und langjährige Leiter der Sternwarte Markus Griesser hat bis heute von dieser Station über 22’000 hochpräzise Positionsmessungen, mehr als zwei Drittel davon an erdnahen Asteroiden, zum Minor Planet Center in die USA übermittelt. Solche Messungen werden für präzise Bahnbestimmungen benötigt. Bei so genannten Potentially Hazardous Asteroids (Potentiell gefährliche Asteroiden) helfen sie mit, ein mögliches Impaktrisiko für die Erde frühzeitig abzuschätzen. Es wurden ausserdem insgesamt zehn Hauptgürtel-Asteroiden entdeckt, die unter anderem nach der Stadt Winterthur, Griessers Wohnort Wiesendangen sowie nach der Winterthurer Musikerin und Orchesterleiterin Hanna Wieser benannt wurden.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sternwarte Eschenberg verfügt für die wissenschaftlichen Aufgaben seit dem Herbst 2014 über einen lichtstarken 60cm-Astrografen f/3.8 mit einer grossflächigen elektronischen Kamera. Das hochmoderne Instrument wird in all seinen Funktionen über ein drahtloses Netzwerk (WLAN) gesteuert. Zu Ehren der Winterthurer Unternehmer Robert und Ruth Heuberger, die mit ihrer Stiftung massgeblich zur Finanzierung beigetragen haben, trägt das neue Instrument offiziell den Namen "Heuberger-Astrograf". Für den Publikumbetrieb steht ein leistungsfähiges Fernrohr, ein 20cm-Refraktor modernster Bauart, zur Verfügung, das bei günstigen Luftverhältnissen auch hohe Vergrösserungen gestattet. Und für die anspruchsvolle Astrofografie, die neuerdings einen dritten Schwerpunkt im Engagement der Sternwarte Eschenberg bildet, wird seit Juli 2017 ein besonders leistungsfähiges Spiegelteleskop des Bautyps Ritchey-Chrétien mit einem 40cm Spiegel f/8.0 und modernsten CCD-Kameras eingesetzt.

Die Konzeption der Sternwarte mit einem Schiebedach statt mit einer Kuppel erlaubt Beobachtungen von grossflächigen Himmelserscheinungen mit blossem Auge oder mit Ferngläsern. So sind Erläuterungen zu aktuell sichtbaren Sternbildern, zu interessanten Einzelsternen und zu Planeten möglich. Das Publikum kann dank dieser offenen Dachkonstruktion die Wanderung von Satelliten und den Fall von Sternschnuppen mitverfolgen.

Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Observatorium hat folgende geografische Koordinaten (nach Referenzsystem WGS 84):

  • 47°28'28.9"N
  • 8°44'34.1"E
  • Höhe: 542 m ü. M.

Varia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nach der Sternwarte ist der 5,6 km kleine Asteroid (96206) Eschenberg benannt. Diese Benennung bekam der Asteroid vom deutschen Astronomen Freimut Börngen aus Jena, der diesen zu Ehren der Winterthurer Astronomen «Eschenberg» taufte.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ein Asteroid mit Namen Eschenberg. In: Der Landbote. 12. Juni 2017, abgerufen am 13. Juni 2017.

Koordinaten: 47° 28′ 29″ N, 8° 44′ 34″ O; CH1903: 698310 / 259030