Steubenplatz (Potsdam)

Der Steubenplatz ist ein trapezförmiger Platz in Potsdam, der nach dem preußisch-amerikanischen General Friedrich Wilhelm von Steuben benannt ist. Begrenzt wird der Platz von der Anna-Zielenziger-Straße (bis 2019 östliche Hälfte der Schloßstraße) im Norden, dem Stadtschloss im Osten, der Ringerkolonnade und dem Marstall im Süden sowie der Friedrich-Ebert-Straße im Westen. In der Mitte des Platzes stand bis 1945 das Steubendenkmal. Unmittelbar östlich des Steubenplatzes befindet sich der Alte Markt.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Der Platz wurde 1911 mit der Enthüllung des Steubendenkmals in Steubenplatz umbenannt. Zuvor wurde er Fiakerplatz[1] (le fiacre, französisch Mietkutsche) genannt, weil dort die Kutschen für den innerstädtischen Verkehr von und nach dem Stadtschloss und den zahlreichen Gasthöfen der Umgegend warteten. Friedrich der Große ließ den Platz deshalb pflastern und eine Ablaufrinne für die Hinterlassenschaften der wartenden Pferde anlegen. Friedrich Wilhelm III. ließ das Pflaster um 1820 entfernen und einen Schmuckplatz mit Bäumen anlegen. Im Volksmund erhielt er wegen der angrenzenden Kommandantur im ehemaligen Plögerschen Gasthof den Namen Kommandanturgarten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die geschädigten Anrainerbauten des Steubenplatzes im Zuge einer sozialistischen Stadtplanung in der DDR rasch abgerissen. Das beschädigte Standbild Steubens wurde 1950 zerstört und die Bronze eingeschmolzen. Der Platz selber ging zu Gunsten einer mehrspurigen Großkreuzung zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Breite Straße komplett unter.
Wiederaufbau
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ein Abguss des Steubendenkmals in Berlin-Dahlem, das seinerseits ein Abguss des Washingtoner Denkmals ist, wurde zum 200. Todestag des Generals im Jahre 1994 rund 100 Meter westlich des alten Standortes, in der Schloßstraße aufgestellt.
2013 wurde der Wiederaufbau des Potsdamer Stadtschlosses abgeschlossen und der Straßenverlauf wieder dem Vorkriegsstand angenähert, womit der Steubenplatz erneut entstand. 2016 wurde die Ringerkolonnade, welche den Platz nach Süden hin abgrenzt, wiedererrichtet. Ab Herbst 2017 wurde das Institut für Lehrerbildung aus den 1970ern rückgebaut und anschließend das alte Quartier neben dem Steubenplatz rekonstruiert. Die Neubauten am Steubenplatz, darunter die Rekonstruktionen des Plögerschen Gasthofs und des Hotels „Zum Einsiedler“, wurden 2024 fertiggestellt.
2026 gab die Potsdamer Oberbürgermeisterin bekannt dem Stadtrat vorzuschlagen, dass der Abguss des Steubendenkmals, ergänzt durch historische Erläuterungen, an den alten Standort des Originaldenkmals in der Mitte des Steubenplatzes zurückkehrt.[2]
Galerie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Virtuelle Rekonstruktion Plögerscher Gasthof am Steubenplatz um 1850
- Blick vom Hotel Zum Einsiedler zum Alten Markt mit Obelisk und Altem Rathaus, rechts der Westflügel des Stadtschlosses, davor der 1821 von Peter Joseph Lenné gestaltete ehemalige Fiakerplatz, links das Eckhaus im Vordergrund der als Kommandantur dienende alte Plögersche Gasthof
- Altes Steubendenkmal, 1930
- Das Neue Steubendenkmal (hier 2018) ist ein Abguss der Steubenstatue vor dem ehemaligen US-Hauptquartier Berlin-Dahlem, welche selbst eine Kopie der Statue in Washington, D.C. ist
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Friedrich Nicolai: Beschreibung der königlichen Residenzstädte Berlin und Potsdam und aller daselbst befindlichen Merkwürdigkeiten. Berlin 1779, S. 872, Fussnote **
- ↑ tagesspiegel.de - Steuben-Denkmal soll nun auf den Potsdamer Steubenplatz
Koordinaten: 52° 23′ 43,5″ N, 13° 3′ 34,5″ O