Steuernummer

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Die Steuernummer oder Steuer-Identnummer ist eine vom Finanzamt an jede steuerpflichtige natürliche oder juristische Person vergebene Ordinalzahl, unter der die Person beim Finanzamt geführt wird. Die Nummer ist eindeutig einem Steuerpflichtigen zugeordnet. Für alle Verwaltungsvorgänge innerhalb der Steuerbehörden ist die Steuernummer von zentraler Bedeutung. Für viele Steuerarten gibt es eigene, verschiedene Steuernummern.

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt zwei Systeme der Nummerierung von Steuerpflichten:

  • Die alte Steuernummer ist eine Ordinalzahl mit der Nummer des Finanzamts und einer Zählnummer. Diese Steuernummer wurde um eine Ziffer als Prüfmerkmal erweitert.
  • Die heute üblichen Steuernummern sind Ordinalzahlen als persönliche Identnummer mit einem Prüfmerkmal. Sie werden für jede Steuerart (Einkommensteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer) getrennt vergeben.

Übersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Steuernummer ist in Deutschland eine Personenkennziffer, die von der Steuerverwaltung für natürliche Personen und für juristische Personen genutzt wird. Die Verwendung von Steuernummern ist etwa in § 8 der „Buchungsordnung für Finanzämter“ (BuchO) vorgesehen. Neben der Steuer-Identnummer gibt es folgende Identifikatoren oder Identifikationsmerkmale (§ 139a Abs. 1, S. 1 Abgabenordnung):

Aufbau der Steuernummer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die alte Steuernummer setzte sich je nach Bundesland verschieden zusammen. Für die Abgabe elektronischer Steuererklärungen nach dem ELSTER-Verfahren wurde ein neues bundeseinheitliches Schema entwickelt.[1] Die einzelnen Schemata sind im Folgenden aufgeführt:

Bundesland Standardschema der Länder Vereinheitlichtes Bundesschema
Baden-Württemberg FFBBB/UUUUP
z. B. 93815/08152
28FF0BBBUUUUP
z. B. 2893081508152
Bayern FFF/BBB/UUUUP
z. B. 181/815/08155
9FFF0BBBUUUUP
z. B. 9181081508155
Berlin FF/BBB/UUUUP
z. B. 21/815/08150
11FF0BBBUUUUP
z. B. 1121081508150
Brandenburg 0FF/BBB/UUUUP
z. B. 048/815/08155
30FF0BBBUUUUP
z. B. 3048081508155
Bremen FF BBB UUUUP
z. B. 75 815 08152
24FF0BBBUUUUP
z. B. 2475081508152
Hamburg FF/BBB/UUUUP
z. B. 02/815/08156
22FF0BBBUUUUP
z. B. 2202081508156
Hessen 0FF BBB UUUUP
z. B. 013 815 08153
26FF0BBBUUUUP
z. B. 2613081508153
Mecklenburg-Vorpommern 0FF/BBB/UUUUP
z. B. 079/815/08151
40FF0BBBUUUUP
z. B. 4079081508151
Niedersachsen FF/BBB/UUUUP
z. B. 24/815/08151
23FF0BBBUUUUP
z. B. 2324081508151
Nordrhein-Westfalen FFF/BBBB/UUUP
z. B. 133/8150/8159
5FFF0BBBBUUUP
z. B. 5133081508159
Rheinland-Pfalz FF/BBB/UUUUP
z. B. 22/815/08154
27FF0BBBUUUUP
z. B. 2722081508154
Saarland 0FF/BBB/UUUUP
z. B. 010/815/08182
10FF0BBBUUUUP
z. B. 1010081508182
Sachsen 2FF/BBB/UUUUP
z. B. 201/123/12340
32FF0BBBUUUUP
z. B. 3201012312340
Sachsen-Anhalt 1FF/BBB/UUUUP
z. B. 101/815/08154
31FF0BBBUUUUP
z. B. 3101081508154
Schleswig-Holstein FF/BBB/UUUUP
z. B. 29/815/08158
21FF0BBBUUUUP
z. B. 2129081508158
Thüringen 1FF/BBB/UUUUP
z. B. 151/815/08156
41FF0BBBUUUUP
z. B. 4151081508156

Die Länge der Steuernummer variierte beim Standardschema der Länder zwischen 10 und 11 Ziffern und hatte für das Bundesschema einheitlich 13 Ziffern. Dabei stellen (F)FF die letzten zwei bzw. drei Ziffern der vierstelligen Bundesfinanzamtsnummer (BUFA-Nr.) dar.[2] Außerdem steht BBB(B) für die Bezirksnummer innerhalb des Bereiches des jeweiligen Finanzamtes. Sie war in Nordrhein-Westfalen 4-stellig, ansonsten 3-stellig. (U)UUU ist die persönliche Unterscheidungsnummer. Sie war in Nordrhein-Westfalen 3-stellig, ansonsten 4-stellig. P ist eine einstellige Prüfziffer.

Ausblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab Anfang 2008 wurde eine bundeseinheitliche Steuer-Identifikationsnummer (TIN, Tax Ident Number) eingeführt. Diese gilt über das Ableben hinaus. Die Änderung der Steuernummer bei einem Umzug entfällt daher. Der Zeitpunkt, zu dem die alte Steuernummer abgelöst wurde, ergibt sich aus dem letzten Steuerbescheid.[3] Dabei war die alte Steuernummer bereits seit 2011 nicht mehr für die Durchführung von Freistellungsaufträgen ausreichend (§ 44a Einkommensteuergesetz).

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Rechnungsmerkmal hat der leistende Unternehmer ab 2003 seine EU-Steuernummer (UID-Nummer) zu verwenden für im Inland ausgeführte Lieferungen und Leistungen.

Steuerpflichtige natürliche, als auch juristische Personen erhalten vom Finanzamt eine eigene Steuernummer, unter welcher alle steuerlichen Aktivitäten gespeichert und geführt werden.

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maßgebend für die Besteuerung natürlicher Personen war in der Schweiz bis zum 30. Juni 2008 die AHV-Nummer. Seit dem 1. Juli 2008 gilt die Versichertennummer. Diese umfasst

  • den numerischen Ländercode 756 für die Schweiz gemäß dem Standard ISO 3166-1
  • eine neunstellige, persönliche, „nicht sprechende“ Nummer sowie
  • eine Prüfziffer (EAN-13).

Der Identifizierung „juristischer Personen“ in Steuersachen dient die Unternehmens-Identifikationsnummer (UID).

Spanien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Spanien werden folgende Steuernummern unterschieden:

Hierbei unterscheidet man nicht zwischen Steuernummer und Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Die NIF vereint beides. Früher gab es auch die Bezeichnung CIF – Código de Identificación Fiscal. Die NIF galt für Personen und die CIF für Unternehmen. Diese werden offiziell heute beide NIF genannt. Die Bezeichnung CIF wird in Spanien weiterhin benutzt. Auch unterscheidet sich der Aufbau der NIF je nach Verwendung für Personen oder Unternehmen.

Italien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Italien umfasst die Steuernummer (codice fiscale) den Nach- und Vornamen, Geburtsdatum (+ Geschlecht), Geburtsort und Überprüfungsziffer. Beispiel: „MST MXA 90L01 F205 F“ (Max Mustermann, 1. Juli 1990, Mailand). Männern werden die Ziffern des Geburtsdatums ohne Änderung zugeschrieben; Frauen wird 40 der Ziffer der Tage hinzugefügt (so, z. B., liefert 1. Juli 1990 für Frauen 90L41 als Ergebnis).

Zum Berechnen der italienischen Steuernummer gibt es z. B. einen Service.[4]

Bei im Ausland geborenen Italienern und in Italien wohnhaften oder arbeitenden Menschen wird der Geburtsort durch einen Code für das Geburtsland ersetzt (von Z100 für Albanien bis Z337 für Simbabwe).

Europäisches TIN-Portal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da die meisten EU-Staaten Steuer-Identifikationsnummern (Tax Identification Numbers – TINs) nutzen, um Steuerpflichtige zu unterscheiden und die nationale Steuerverwaltung zu vereinfachen, veröffentlichte die EU-Kommission:[5]

  • Informationen über TINs der EU-Mitgliedsstaaten, darunter Beschreibungen der Strukturen und Besonderheiten nationaler TIN, Beispiele amtlicher Dokumente, die TINs enthalten, sowie nationale Kontaktstellen, die zur Veröffentlichung freigegeben wurden.
  • ein Online-Prüfmodul das die TIN-Syntax (den Algorithmus) oder, wenn diese nicht vorliegt, die TIN-Struktur prüft.

Es gibt bislang keine TIN auf EU-Ebene. Einige Länder weisen nicht automatisch Steuerpflichtigen eine TIN zu. Das Online-Prüfmodul prüft nicht die Identität einer Person und bestätigt nicht die Existenz einer TIN. Es wird überprüft, ob die Syntax (der Algorithmus) und/oder die Struktur der TIN korrekt ist. Falls ein Land keine Algorithmen mitteilte, wird nur die Struktur überprüft.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BZSt-Portal: Internetauftritt des Bundeszentralamtes für Steuern. In: www.bzst.de. Abgerufen am 30. August 2016.
  2. BZSt-Portal: Liste der Finanzämter als xls-Datei. In: www.bzst.de. Abgerufen am 30. August 2016.
  3. Lebenslange Steuernummer kommt später. In: Handelsblatt. 24. September 2007, S. 6.
  4. Comuni.it - Calcolo Codice Fiscale. In: Calcolo Codice Fiscale Comuni.it. Abgerufen am 30. August 2016 (it-it).
  5. TIN on-the-Web - European Commission. In: ec.europa.eu. Abgerufen am 30. August 2016.
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