Steuerwagen Schmalspur (Schweiz)

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Ein Steuerwagen ist ein Reisezugwagen mit einem Führerstand, von dem aus die den Zug schiebende Lokomotive beziehungsweise der Triebwagen gesteuert werden kann. Der Steuerwagen selbst besitzt keinen Antrieb.

In der Schweiz kommen bei den meisten Schmalspurbahnen Steuerwagen zum Einsatz. Ausnahmen sind jene Bahnen, bei denen die Triebwagen oder Triebzüge ausschliesslich alleine fahren oder unter sich vielfachgesteuert werden, sowie die Bahnen, die ausschliesslich mit historischem Rollmaterial fahren. Dieser Artikel behandelt die Entwicklung der Steuerwagen pro Bahngesellschaft. Für eine Übersicht der gebauten Steuerwagen pro Wagentyp dienen die Artikel über die Schmalspurwagentypen, insbesondere die Einheitswagen.

Matterhorn-Gotthard-Bahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliger Steuerwagen ABt 4195 in Andermatt
Steuerwagen BDt 4363 des Autoverlades Furka in Oberwald

Die Matterhorn-Gotthard-Bahn (MGB) besitzt drei Gruppen von Steuerwagen:

MGB-Steuerwagen für Deh 4/4 Serien 51 und 91[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ältesten Steuerwagen sind jene für die Deh 4/4 51–55 und 91–96 (ex FO). Sie wurden von der FO in mehreren Etappen beschafft, zum Teil etwas später als die Triebwagen. Alle elf sind vom Typ ABt mit 24 Plätzen erster Klasse. Zeitweise ebenfalls mit den Deh im Einsatz waren die ABt mit kleinem Erstklassabteil von nur 12 Plätzen, die für den Einsatz mit den modernisierten BDeh 4/4 41–45 beschafft wurden. Diese Steuerwagen sind inzwischen nur noch als Anhängewagen im Einsatz, die Führerstandsausrüstung wurde ausgebaut.

  • ABt 4151–54, 1972, Typ SIG1
  • ABt 4155–59, 1980, Typ SIG2
  • ABt 4181–82, 1987, Typ ACMV2
  • ehemalige ABt 4191–94 (4191–92 umgebaut zu Bt 4291–92), 1971, Typ SIG1
  • ehemaliger ABt 4195, 1980, Typ SIG2

Der ABt 4191 war die zweite Belegung dieser Nummer. Ein erster ABt 4191 kam 1961 mit der Fusion mit der Schöllenenbahn zur FO; er wurde 1968 abgebrochen. Erbaut wurde der Wagen 1917 als BCF4 33 und wurde 1943 von SWS als BCFt4 30 zum damals neu abgelieferten BCFeh 4/4 41 umgebaut.

Die ABt 4193 und 4194 verunfallten am 1. September 2016, als im Bahnhof Andermatt eine Rangierkomposition entlief und in der Schöllenenschlucht in einem Tunnel entgleiste.[1] Der ABt 4913 wurde am 11. Oktober 2016 nach Landquart zur Reparatur überführt, der ABt 4914 erlitt Totalschaden.[2]

MGB-Steuerwagen für ex-BVZ-Triebfahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die BVZ beschaffte die ersten Steuerwagen zusammen mit den Deh 4/4 21–24, die im Gegensatz zu den mechanisch ähnlichen FO-Triebwagen eine Thyristorsteuerung erhielten. Einer dieser Pendelzüge (24-2254) war für den Verkehr Täsch–Zermatt eingeteilt. Dort ersetzte ihn die BVZ zuerst durch die BDeh 6/6 2031–32, danach durch die ABDeh 8/8 2041–43 und als Reservefahrzeug die HGe 4/4' 16. Dafür wurden zunächst zwei normale Steuerwagen beschafft, die später für den Betrieb mit HGe 4/4" umgebaut wurden. Für die Pendelzüge Täsch–Zermatt wurden Niederflurwagen gebaut, die zur Vereinfachung des Gepäcktransports einen Direkteinstieg mit Kofferkuli erlaubten; drei dieser Wagen waren als Steuerwagen ausgeführt.

  • Bt 2251–54, 1975, Typ SIG1, zu Deh 4/4 21–24 und HGe 4/4" 1–5
  • Bt 2241–42, 1980, Typ FFA2, zu 2031–32, 2041–43 und 16, 2002–03 Umbau zu BDt 2241–42 zu HGe 4/4" 1–5
  • BDkt 2231–33, 1986,90, Typ Stadler Kofferkuliwagen, zu 2231–32, 2241–43 und 16, heute teilweise als Anhängewagen (Velowagen Goms) im Einsatz

MGB-Steuerwagen für die Furka-Autozüge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf die Eröffnung des Furka-Basistunnels hin beschaffte die FO zwei Autoverladezüge und einige Jahre später zusätzlich einige Reservewagen. Diese Autozüge werden in der Regel von den eigens dafür beschafften "Tunnelloks" Ge 4/4 81–82 befördert, die elektrisch den RhB Ge 4/4 II entsprechen. Ersatzweise können auch die HGe 4/4" 101–108 eingesetzt werden.

  • BDt 4361–63, 1980,85, aufgebaut auf Autowagen-Untergestell, zu Ge 4/4 81–82 und HGe 4/4" 101–108

Rhätische Bahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AB(D)t[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ABt ist die Bezeichnung für zweiklassige Steuerwagen in der Schweiz, die in Kombination mit einem oder mehreren Triebfahrzeugen einen Pendelzug bilden. Ein ABDt hat zusätzlich noch ein Gepäckabteil.

Die Rhätische Bahn besitzt drei Steuerwagen ABt sowie sechs Steuerwagen ABDt, die zwischen 1969 und 1979 beschafft wurden und zur Familie der FFA-Einheitswagen I gehören.

ABt 1701 bis 1703[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ABt 1702 in Chur

Die Wagen mit den Nummern 1701-1703 waren die ersten Steuerwagen der RhB; sie waren exakt auf die Verhältnisse der Chur-Arosa-Linie zugeschnitten. Auf dem so genannten Stammnetz der RhB wurden erst einige Jahre später Pendelzüge eingeführt. Mit der Umelektrifizierung der ehemaligen Gleichstromlinie im Jahr 1997 wurden auch die drei Steuerwagen für Wechselstrom umgebaut. Unter anderem wurden neue Universalführerstände eingebaut mit denen die Lokomotiven Ge 4/4 I,Ge 4/4 II und Ge 4/4 III ferngesteuert werden konnten.

Als erstes, umgebautes Fahrzeug wurde am 26. November 1997 im Rahmen der Schaffung des Arosa-Express der ABt 1701 in Betrieb genommen; er bekam eine neue Front, ein Clubabteil als Inneneinrichtung und die neue Bezeichnung Bt 1703". Auch die anderen beiden Steuerwagen der Serie wurden 1998 angepasst, aber im Gegensatz zum 1703 behielten sie die normale Inneneinrichtung und somit auch ihre ursprüngliche Bezeichnung. Der ABt 1703 wurde dabei zum ABt 1701". Nach dem Umbau wurden die Steuerwagen weiterhin auf der Aroser Linie eingesetzt, teilweise aber auch auf der Vereina-Linie und in Sportzügen.

Durch ihren auf die Arosabahn zugeschnittenen sehr kurzen Radstand, zeichnen sie sich bei höheren Geschwindigkeiten durch einen unruhigen Lauf aus. Mit dem Einsatz von Allegras nach Arosa ab 2011 werden keine Steuerwagen mehr benötigt. Aus diesen Gründen wurden die Steuerwagen 1701 bis 1703 ab November 2011 abgebrochen[3]. Ihre Ausrüstung (Universalführerstände) wird in die modernisierten BDt 1721 bis 1723 eingebaut.

ABDt 1711 bis 1714[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ABDt 1715 in Thusis

1971 wurden die Wagen der Serie ABDt 1711-1714 abgeliefert, die ausschliesslich zusammen mit den Triebwagen Be 4/4 511-514 und je einem bis zwei Zwischenwagen besonders für den Vorortverkehr zwischen Schiers, Chur und Thusis eingesetzt werden. 1979 wurde die Serie um zwei weitere Fahrzeuge, ABDt 1715-1716 erweitert. Ab 1995 wurden die Steuerwagen schrittweise modernisiert. Bei Grossanlässen werden die Kompositionen auch auf anderen Linien eingesetzt, so z. B. zum Engadin Skimarathon.

Am 11. September 2011 wurde der Steuerwagen ABDt 1716 bei einem Unfall auf der Carrerabach-Brücke (zwischen Reichenau und Ilanz) infolge eines Schuttkegels stark beschädigt. Trotz der Tatsache, dass die Be 4/4 durch die neuen ABe 4/16 ersetzt werden, wurde der beschädigte Steuerwagen ABDt 1716 in der Hauptwerkstätte in Landquart wieder aufgebaut. Dazu wurden Teile des Mittelwagens B 2415 verwendet, welcher ebenfalls im Unfallzug eingereiht war. Dieser diente als Ersatzteilspender und wurde im Mai 2012 abgebrochen.[4]

BDt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BDt ist die Bezeichnung für Steuerwagen mit Zweitklass- und Gepäckabteil. Die RhB besitzt mehrere Serien derartiger Personenwagen.

BDt 1721 bis 1723[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BDt 1721 Ausfahrt Davos Wiesen Richtung Filisur

Zu den Einheitswagen II zählen die 1982 von FFA und SWP gebauten BDt 1721–23. Zunächst verkehrten sie als Kurzpendelzüge gemeinsam mit den älteren Elektrotriebwagen ABe 4/4, später ergänzt mit einem Zwischenwagen. Seit die Ge 4/4 I in den Jahren 1986-92 eine Vielfachsteuerung erhielten, wurden die drei Steuerwagen zwischen 1991 und 1999 umgebaut für den Einsatz in lokbespannten Pendelzügen. Bevorzugte Einsatzstrecken waren SamedanPontresina (von 1982 bis 1999) und DavosFilisur (1989 bis 2008), ausserdem sind die Steuerwagen in Wintersportzügen (Davos) und Schlittelzügen (BergünPreda) zu sehen.

Durch den Kauf der RhB ABe 8/12 sind die Ge 4/4 I zunehmend entlastet worden und somit auch die Steuerwagen BDt 1721 bis 1723. Da die ABt 1701 bis 1703 zu den ältesten noch im Einsatz stehenden Steuerwagen zählten und durch ihren kurzen Radstand einen unruhigen Lauf aufwiesen, entschied man sich, diese auszurangieren. Gleichzeitig werden die 1721 bis 1723 modernisiert. Dabei werden die Stirnfronten neu aufgebaut und die Universalführerstände der 1701 bis 1703 übernommen. Weiter werden die Türen durch neue Aussenschwingtüren ersetzt und die Polsterung der Sitze erneuert. Somit entstehen modernisierte Steuerwagen welche mit den Lokomotiven Ge 4/4 II, Ge 4/4 III und den Allegra-Triebzügen einsetzbar sind. Durch den Einbau der neuen Steuerleitung ist ein Einsatz mit den Ge 4/4 I nicht mehr möglich.

BDt 1731[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Einzelstück BDt 1731 entstand 1989, als die RhB einen vierten Steuerwagen benötigte, um auf der Linie DavosFilisur den Pendelzugbetrieb einführen zu können. Nachdem ohnehin einige Mitteleinstiegswagen der Baujahre 1956–57 durch Einbau von Steuerleitung und Aussenschwingtüren pendelzugfähig hergerichtet werden sollten, lag es nahe, einen Wagen - den AB 1513 - abzuzweigen und in der Hauptwerkstätte Landquart mit einem Führerstand zu versehen. Bis 2003 war der so entstandene Wagen in einen Ge 4/4 I-Pendel eingereiht, dann erfolgte ein erneuter Umbau. Seither kommt der 1731 in Vereina-Autozügen zum Einsatz.

BDt 1741 und 1742[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei früher beim Regionalverkehr Bern–Solothurn eingesetzte Postwagen baute die RhB im Jahr 1999 zu Steuerwagen BDt 1741–42 um. Sie besitzen die ansonsten bei der RhB übliche Vakuumbremsausrüstung nicht und können ausschliesslich zur Führung der druckluftgebremsten Autozüge durch den Vereinatunnel verwendet werden.

BDt 1751 bis 1758[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BDt 1755 in Ardez

Mit Einführung des Fahrplankonzeptes NEVA Retica im November 1999 stellte die RhB die von Stadler Rail gebauten Niederflursteuerwagen BDt 1751–58 in Dienst. Mit diesen Universalsteuerwagen können wahlweise Lokomotiven der Serien Ge 4/4 I, Ge 4/4 II und Ge 4/4 III ferngesteuert werden. Die für 100 km/h zugelassenen Fahrzeuge verfügen über einen Niederflurbereich zwischen den Drehgestellen und ein Führerbremsventil zur Ansteuerung der Vakuum-Zugbremse; die Wagen selbst sind über ein Proportionalventil druckluftgebremst. Wagen 1751 hat eine vollständige Druckluftbremsausrüstung einschliesslich Bremsventil und eignet sich damit auch für die druckluftgebremsten Autoverladezügen im Vereina. Ab 1999 setzte die RhB sieben NEVA-Pendel mit Lokomotiven Ge 4/4 II zur Bedienung der Relationen LandquartScuol-Tarasp und Scuol-Tarasp–Pontresina ein. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2004 änderten die Einsatzpläne. Seither fahren drei BDt mit Ge 4/4 III-Pendelzügen zwischen Landquart und Davos, drei weitere mit Ge 4/4 II zwischen Pontresina und Scuol-Tarasp.

Liste der Steuerwagen der Rhätischen Bahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste der Steuerwagen der Rhätischen Bahn
Betriebsnummer Vielfachsteuerung Hersteller Inbetriebnahme Umbau Ausrangierung Bemerkungen
ABt
1701 AB(D)e 4/4 481–488
ab 1997 alle Ge 4/4
FFA (Wagenkästen)
SWP (Drehgestelle)
1969 1997 November 2011 abgebrochen, Ausrüstung für 1721 Nach dem Umbau 1997 als Bt 1703 in blauer Lackierung
1702
1703 1998 April 2012 abgebrochen, Ausrüstung für 1722 Nach dem Umbau 1998 als ABt 1701
ABDt
1711 Be 4/4 511–516 FFA (Wagenkästen)
SIG (Drehgestelle)
1995 - 1998 ab 1995
1712
1713
1714
1715 FFA (Wagenkästen)
SWP (Drehgestelle)
1999 - 2000 Nach einer Entgleisung im September 2011 mit Kastenteilen des B 2415 repariert
1716
BDt
1721 ABe 4/4 501–504
ab 1991/99 Ge 4/4 I
ab 2012 wie 1751–58
FFA (Wagenkästen)
SWP (Drehgestelle)
1982 1991, 2012
1722 1994
1723 1999
1731 Ge 4/4 I
ab 2003 Ge 4/4 III
SIG (Wagenkästen und Drehgestelle) 1956 1989 und 2003 ex. AB 1513, nur für Vereina-Autozüge
1741 Ge 4/4 III SWS RBS 1957 1999 ex. RBS Zt 261, 262, nur für Vereina-Autozüge
1742
1751 alle Ge 4/4:
Ge 4/4 I
Ge 4/4 II
Ge 4/4 III
ab 2012
Ge 4/4 II
Ge 4/4 III
Allegra
Stadler Rail (Wagenkästen)
SIG (Drehgestelle)
1999 Druckluftbremsventil für Vereina-Autozüge
1752
1753
1754
1755
1756
1757
1758

Zentralbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ABt 30 (neu 930) der Luzern-Stans-Engelberg-Bahn in Luzern

Die Zentralbahn verfügt derzeit über 20 Steuerwagen, die meisten davon stammen von der Luzern-Stans-Engelberg-Bahn (LSE), eine Serie von der SBB-Brünigbahn. Die meisten Steuerwagen können heute für die Fernsteuerung aller pendelzugfähigen Triebfahrzeuge verwendet werden.

  • Die ersten fünf Steuerwagen kamen mit der Eröffnung der nun durchgehenden LSE im Jahre 1964 zusammen mit den BDeh 4/4 1–5 in Betrieb. Wegen der grossen Steigung von 240 ‰ vor Engelberg mussten die Züge grundsätzlich geschoben verkehren, was mit Steuerwagen einfacher geht. Andernfalls hätte bei Bergfahrt – wie bei den Güterzügen noch lange praktiziert – das Triebfahrzeug am Anfang und am Ende des Zahnstangenabschnitts umgesetzt werden müssen. Die ABt 21–25 der Bauart SWP1 in Leichtstahl erfuhren verschieden Umbauten, zwei wurden verlängert, zwei zu reinen Erstklasswagen umgebaut und nummernmässig neu gruppiert von zu At 21–22 (ex 25,22), ABt 23 (kurz) und ABt 24–25 (lang, ex 21,24), neu als 921–925 nummeriert. Diese Wagen wurden als erste so angepasst, dass sie auch Seite Luzern laufen können, was heute die Regelstellung ist, ausser den verbliebenen Kompositionen mit BDeh 4/4.
  • Zwei weitere Steuerwagen ABt 26–27, nun vom Typ FFA1 in Leichtstahlbauart, kamen mit der Nachlieferung von zwei BDeh 4/4 7–8 1970 in Betrieb. Sie stehen noch heute Seite Engelberg und werden als ABt 926–927 meistens mit BDeh 4/4 eingesetzt.
  • Mit der Nachlieferung des achten Triebwagens BDeh 4/4 8 kam 1980 ein ABt 28 des Typs FFA2 in Betrieb, der mit grösseren Sitzabständen einen Komfortsprung bedeutete. Um die Regelkompositionen mit solchen Fahrzeugen ausrüsten zu können, wurden 1985 zwei ABt 29–30 nachgeliefert. Sie befreiten zwei Steuerwagen der Serie 21–23 für den Einsatz in Verstärkungsmodulen auf dem Adhäsionsabschnitt Luzern–Wolfenschiessen. Bei Spitzenverkehr fuhren zwei dreiteilige Pendelzüge in Vielfachsteuerung auf diesem Abschnitt, denen noch ein Modul mit Steuerwagen beigegeben wurde. Die drei Steuerwagen wurden 2010 modernisiert und tragen jetzt die Nummern 928–930.
  • Um für den Vorortsverkehr mehr Pendelzüge bilden zu können, übernahm die LSE zwei De 4/4 von der Brünigbahn und rüstete sie mit der Fernsteuerung aus. Um trotzdem genügend Steuerwagen auch für die Module nach Wolfenschiessen zu haben, übernahm die LSE 1994 vom RBS deren ABt 201–202 vom Typ FFA1. Sie fuhren als ABt 131–132 von Anfang an Seite Luzern und können nicht auf Zahnradstrecken eingesetzt werden; sie dienen heute als Module zu den SPATZen und tragen die Nummern 931–932.
  • Auch die Brünigbahn versah ihre De 4/4 mit Fernsteuerung und baute dazu 1993 aus den AB 401-412 sechs Steuerwagen ABt 900–905 um. Ein Wagen (ABt 900) musste nach einer Kollision 1995 abgebrochen werden.
  • Im Hinblick auf die mit HGe 4/4" möglichen längeren Züge im neuen Tunnel nach Engelberg mit nur noch 105 ‰ Steigung bestellte die LSE drei Gelenksteuerwagen bei Stadler. Diese wurden als ABt8 941-943 2006 direkt an die Zentralbahn ausgeliefert, bis zur Eröffnung des Tunnels nach Engelberg aber zunächst im Vorortsverkehr von Luzern eingesetzt. Seit Dezember 2010 verkehren sie wie vorgesehen in den stündlichen Zügen nach Engelberg.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Finke, Hans Schweers: Die Fahrzeuge der Rhätischen Bahn 1889–1996. Band 1: Personenwagen, Speisewagen, Gepäck- und Postwagen. Schweers + Wall, Aachen 1996, ISBN 3-89494-103-0.
  • Leo Fäh: Universalsteuerwagen bei der Rhätischen Bahn. In: Schweizer Eisenbahn-Revue 5/1999.
  • Peter Berger, Hans Waldburger, Christoph Berger: Bahnen nach Engelberg. 100 Jahre Schienenverkehr vom Vierwaldstätter See ins Klosterdorf. Minirex, Luzern 1998, ISBN 3-907014-10-3

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fabian Scheeder, Walter von Andrian: Beinahe-Katastrophe in der Schöllenen. In: Schweizer Eisenbahn-Revue. Nr. 10. Minirex, 2016, ISSN 1022-7113, S. 490–491.
  2. Fabian Scheeder: MGB-Unfallwagen nach Landquart. In: Schweizer Eisenbahn-Revue. Nr. 12. Minirex, 2016, ISSN 1022-7113, S. 597.
  3. http://www.haribu.ch/RhB.pdf
  4. http://www.bahnonline.ch/wp/37560/entgleisung-rhb-reichenau-tamins-ilanz.htm

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]