Steuerwiderstand

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Als Steuerwiderstand bezeichnet man die Reaktion, die die Besteuerung beim Steuerpflichtigen hervorruft. Steuerwiderstände ergeben sich aus der steuerlichen Abschöpfung durch den Staat (sog. Steuerstaat).

Der Begriff Steuerwiderstand stammt aus der öffentlichen Finanzwirtschaft. Empirische Studien haben ergeben, dass als Grundregel folgendes gilt: Je höher der Steuerwiderstand, desto eher versucht der Steuerpflichtige, der Steuer auszuweichen, sie zu umgehen oder auf die finanzpolitische Willensbildung Einfluss zu nehmen (sog. Steuerabwehr), d. h. der Steuerpflichtige versucht sich der Steuer auf legalem Wege (z. B. auch durch Missbrauch von Gestaltungsmöglichkeiten) bzw. illegalen Wege (durch Steuerhinterziehung bzw. leichtfertiger Steuerverkürzung) zu entziehen.

Für die Ausprägung des Steuerwiderstands spielen Steuermentalität als auch die Steuermoral im jeweiligen Land sowie das subjektive Belastungsgefühl des Einzelnen eine wichtige Rolle.

„Die Kunst der Besteuerung besteht ganz einfach darin, die Gans so zu rupfen, daß man möglichst viel Federn bei möglichst wenig Geschrei erhält.“

Jean Baptiste Colbert, Finanzminister unter Ludwig XIV

Der Steuerwiderstand führt zur Laffer-Kurve: Erhöht der Staat die Steuersätze, führt dies zu mehr Steuereinnahmen. Allerdings steigt der Steuerwiderstand mit dem Steuersatz. Mit zunehmendem Steuersatz steigen die Steuereinnahmen immer langsamer. Ab einem bestimmten Punkt sind der Steuerwiderstand und die daraus resultierenden Ausweichreaktionen so stark, dass die Steuereinnahmen bei weiter steigenden Steuersätzen sinken.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Georg Holtgrewe – Das Verhalten des Steuerpflichtigen im Lichte der modernen Psychologie
  • Günter SchmöldersDas Irrationale in der öffentlichen Finanzwirtschaft. Probleme der Finanzpsychologie, Hamburg 1960

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]