Steve Earle

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum US-amerikanischen Autorennfahrer siehe Steve Earle (Rennfahrer).
Steve Earle (2007)
Steve Earle mit Allison Moorer beim Festival Bumbershoot 2007

Steve Earle (* 17. Januar 1955 in Fort Monroe, Virginia) ist ein US-amerikanischer Country-Sänger und Songwriter und Schriftsteller. Musikalisch wird er dem Alternative Country zugeordnet.

Leben[Bearbeiten]

Steve Earle wurde am 17. Januar 1955 als Sohn eines Fluglotsen in Ft. Monroe, Virginia, geboren. Schon als 14-Jähriger spielte er in den „Coffeehouses“ in San Antonio, Texas. Nach eigener Aussage wurde er hier von der Hippie- und Anti-Vietnamkriegsbewegung in seiner Weltanschauung geprägt. In dieser Zeit lernte er auch Townes van Zandt kennen, mit dem ihn später eine Freundschaft verband. Seit 1981 arbeitete er als Songwriter für die Countrymusikindustrie in Nashville, Tennessee. Erst 1986 nahm er sein Debütalbum Guitar Town für MCA Records auf. Sein größter Erfolg war das Album Copperhead Road (1988), das sich bis heute über 1 Million Mal verkaufte. Er war Teil einer kommerziell ausgerichteten, aber im Gegensatz zum Großteil der eher konservativen Country-Industrie linksliberalen Strömung, die sich am musikalischen und ästhetischen Image von Rockmusik orientierte (zu der u.a. auch Dwight Yoakam, k.d.lang und Lyle Lovett gehörten). 1991 lief sein Vertrag mit MCA aus. Earle sieht sich politisch als nicht parteigebundenen Sozialisten.[1]

Seit Anfang der 1990er-Jahre führte er einen langjährigen Kampf gegen seine schwere Alkohol- und Heroinsucht, die seine Gesundheit und seine Karriere sehr beeinträchtigte. Im Lied CCKMP sang er über seine Drogenerfahrungen. 1994 schaffte er ein Comeback mit dem Album Train a Comin’, das auf einem kleinen Independent-Label erschien. 1995 gründete er mit E-Squared Records seine eigene Plattenfirma. Die Partnerschaft mit Warner Brothers endete nach zwei Alben im Streit um die künstlerische Richtung. Als neuen Partner fand er Artemis Records. Er bezog sich beim Album The Mountain (1999) auf die altertümliche Bluegrass-Tradition der ersten Jahrhunderthälfte, orientierte sich sonst aber stärker in Richtung Rockmusik und Alternative Country. Seine Texte, die schon vorher mehrfach soziale Missstände thematisiert hatten, wurden nun noch sozialkritischer, so z. B. Christmas in Washington über Obdachlosigkeit und den notwendigen Widerstand gegen die gegenwärtigen politischen und sozialen Verhältnisse. Steve Earle engagierte sich auch verstärkt gegen die Todesstrafe, was sich in Liedern wie Billy Austin, Over Yonder (Jonathan’s Song) und Ellis Unit One (für den kritischen Hollywoodfilm Dead Man Walking) widerspiegelte.

Nach dem 11. September 2001 politisierte sich sein Image noch mehr. Das Album Jerusalem (2003) war umstritten, weil es mit dem John Walker’s Blues ein Lied aus der Perspektive des US-amerikanischen Taliban-Kämpfers John Walker Lindh enthielt, ebenso weitere sozial- und regierungskritische Lieder, die von konservativer Seite als „unpatriotisch“ betrachtet wurden. Mit dem Album griff er so in die nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 verschärfte Patriotismus-Debatte ein und stellte eine blinde Gefolgschaft als Zeichen von Patriotismus in Frage.

Seine prononcierte linke politische Meinung und seine Ablehnung der von der Bush-Regierung geführten Kriege in Afghanistan und dem Irak machte Earle auf seinem Album The Revolution Starts…Now (2004) noch einmal unmissverständlich deutlich. Für dieses Album erhielt er 2005 den Grammy Award in der Rubrik „Best Contemporary Folk Album“.

2006 zog Steve Earle mit seiner sechsten Ehefrau aus sieben Ehen (mit einer war er zwei Mal verheiratet), der Sängerin und Musikerin Allison Moorer, einer Schwester der Sängerin Shelby Lynne, nach New York City. Einige Lieder des Albums Washington Square Serenade (2007) hatten in der Folge New York City zum Thema. Für dieses Album erhielt Earle 2008 den Grammy Award in der Kategorie „Best Contemporary Folk/Americana Album“.

Er ist auch als Songwriter für andere Künstler tätig sowie als Musikproduzent und hat 2008 für Joan Baez das Album Day after Tomorrow produziert und auch Lieder beigesteuert. In dem Lied God is God fasst er den Glauben an Gott in schlichte Worte.[2]

Steve Earle ist mehrfach als Schauspieler in Film und Fernsehen aufgetreten, u.a. als Drogenabhängiger in mehreren Folgen der Fernsehserie The Wire.

Er hat drei Söhne von drei verschiedenen Ehefrauen, den jüngsten 2010 geborenen mit Moorer. Seine Schwester Stacey Earle und sein erstgeborener Sohn Justin Townes Earle sind ebenfalls im Alternative Country-Bereich tätig und mehrfach mit Steve Earle aufgetreten.

2011 erschien von ihm der Roman I’ll Never Get Out of This World Alive.

Diskografie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[3][4] Anmerkungen
US Billboard 200 US Top Country Albums UK Charts Schweiz
1986 Guitar Town 89 Gold
(20 Wo.)
1
(72 Wo.)
Platz 489 der Rolling-Stone-500
1987 Exit 0 90
(14 Wo.)
15
(54 Wo.)
77
(2 Wo.)
Steve Earle & the Dukes
1988 Copperhead Road 56 Gold
(28 Wo.)
7
(33 Wo.)
42
(8 Wo.)
1990 The Hard Way 100
(9 Wo.)
22
(4 Wo.)
40
(2 Wo.)
Steve Earle & the Dukes
1991 Shut Up and Die Like an Aviator 63
(1 Wo.)
Steve Earle & the Dukes
Livealbum
1995 Train A-Comin’ 76
(2 Wo.)
1996 I Feel Alright 106
(4 Wo.)
44
(3 Wo.)
1997 El corazón 126
(2 Wo.)
59
(1 Wo.)
1999 The Mountain 133
(3 Wo.)
19
(12 Wo.)
51
(2 Wo.)
Steve Earle and the Del McCoury Band
2000 Transcendental Blues 66
(4 Wo.)
5
(33 Wo.)
32
(1 Wo.)
2002 Sidetracks 109
(1 Wo.)
9
(12 Wo.)
Sammelalbum mit seltenen und bislang unveröffentlichten Songs
2002 Jerusalem 59
(3 Wo.)
7
(24 Wo.)
78
(1 Wo.)
2003 Just an American Boy: The Audio Documentary 43
(27 Wo.)
Livealbum
2004 The Revolution Starts Now 89
(3 Wo.)
12
(11 Wo.)
66
(1 Wo.)
2007 Washington Square Serenade 79
(3 Wo.)
10
(21 Wo.)
55
(1 Wo.)
2009 Townes 19
(6 Wo.)
6
(22 Wo.)
37
(1 Wo.)
2011 I’ll Never Get Out of This World Alive 24
(4 Wo.)
4
(20 Wo.)
28
(1 Wo.)
2013 The Low Highway 39
(3 Wo.)
12
(14 Wo.)
30
(2 Wo.)
Steve Earle & the Dukes (& Duchesses)
2015 Terraplane 39
(2 Wo.)
3
(7 Wo.)
30
(1 Wo.)
Steve Earle & the Dukes

Weitere Alben

Kompilationen

  • Early Tracks (1987)
  • Essential Steve Earle (1993)
  • Ain’t Ever Satisfied: The Steve Earle Collection (1996)
  • Angry Young Man: The Very Best of Steve Earle (1999)
  • The Devil’s Right Hand: An Introduction to Steve Earle (2001)
  • The Collection (2002)
  • 20th Century Masters – The Millennium Collection: The Best of Steve Earle (2003)

Livealben

  • BBC Radio 1 Live in Concert (1992)
  • Together at the Bluebird Café (mit Townes Van Zandt & Guy Clark, 2001)
  • Live from Austin, TX (2004)
  • Live at Montreux 2005 (2006)

Singles[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[3] Album
US Hot Country Songs UK Charts
1983 Nothin’ But You 70
1984 What’ll You Do About Me 76
1986 Hillbilly Highway 37
(13 Wo.)
Guitar Town
1986 Guitar Town 7
(22 Wo.)
1986 Someday 28
(15 Wo.)
1987 Goodbye’s All We’ve Got Left 8
(19 Wo.)
1987 Nowhere Road 20
(16 Wo.)
Exit 0
1987 Sweet Little ’66 37
(13 Wo.)
1988 Copperhead Road 45
(6 Wo.)
Copperhead Road
1988 Johnny Come Lately 75
(6 Wo.)
1988 Six Days on the Road (Steve Earle & the Dukes) 29
(13 Wo.)
Planes, Trains and Automobiles (Soundtrack)
1990 The Other Kind (Back out on the Road Again) 88
(3 Wo.)
The Hard Way
1990 Justice in Ontario (Steve Earle & the Dukes) 91
(1 Wo.)
1997 Johnny Too Bad (Steve Earle & the V-Roys) 82
(1 Wo.)
2008 The Galway Girl (Sharon Shannon & Steve Earle) 67
(4 Wo.)

Weitere Singles

  • Squeeze Me In (1984)
  • A Little Bit in Love (1985)
  • I Ain’t Ever Satified (1987)
  • Back to the Wall (1988)
  • I Feel Alright (1996)
  • More Than I Can Do (1996)
  • Telephone Road (1997)

Schriften[Bearbeiten]

  • Doghouse Roses (2002), Sammlung von Kurzgeschichten.
  • I’ll Never Get Out of This World Alive (2011), Roman.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Interview im BlackBook Magazine (englisch), publiziert am 27. Januar 2010, abgerufen am 9. Juli 2010
  2. Text von God is God (englisch), metrolyrics.com, abgerufen am 9. Juli 2010
  3. a b Chartquellen: US (AllMusic) / US (Billboard) UK CH
  4. Quellen für Auszeichnungen (Gold / Platin): US

Weblinks[Bearbeiten]