Steyerberg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Fleckens Steyerberg
Steyerberg
Deutschlandkarte, Position des Fleckens Steyerberg hervorgehoben
Koordinaten: 52° 34′ N, 9° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Nienburg/Weser
Höhe: 27 m ü. NHN
Fläche: 101,91 km2
Einwohner: 5262 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 52 Einwohner je km2
Postleitzahl: 31595
Vorwahlen: 05023 Wellie, 05761 Sehsen, 05769 Voigtei, 05764Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: NI
Gemeindeschlüssel: 03 2 56 030
Fleckengliederung: 8 Ortsteile
Adresse der
Fleckenverwaltung:
Lange Str. 21
31595 Steyerberg
Webpräsenz: www.steyerberg.de
Bürgermeister: Heinz-Jürgen Weber[2] (CDU)
Lage des Fleckens Steyerberg im Landkreis Nienburg/Weser
Steinhuder Meer Nordrhein-Westfalen Landkreis Diepholz Landkreis Oldenburg Landkreis Schaumburg Landkreis Heidekreis Landkreis Verden Region Hannover Balge Binnen Binnen Binnen Binnen Bücken Diepenau Drakenburg Estorf (Weser) Eystrup Eystrup Gandesbergen Hämelhausen Hämelhausen Haßbergen Haßbergen Hassel (Weser) Hassel (Weser) Heemsen Hilgermissen Hoya Hoyerhagen Husum (bei Nienburg) Landesbergen Leese Liebenau (Niedersachsen) Linsburg Linsburg Marklohe Nienburg/Weser Pennigsehl Raddestorf Rehburg-Loccum Rodewald Rohrsen Schweringen Steimbke Steyerberg Steyerberg Stöckse Stolzenau Uchte Warmsen Wietzen WarpeKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Flecken

Steyerberg ist ein Flecken im Landkreis Nienburg (Niedersachsen). Der Flecken Steyerberg hat eine Verwaltungskooperation mit der Samtgemeinde Marklohe und der Samtgemeinde Liebenau in Form des Zweckverbandes „Linkes Weserufer“ geschlossen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steyerberg liegt in der Mittelweserregion. An den Flecken grenzt die Samtgemeinde Liebenau im Norden, die Samtgemeinde Uchte im Westen, die Samtgemeinde Landesbergen im Osten und die Gemeinde Stolzenau im Süden. Durch Steyerberg fließt die Große Aue. Auffällig ist der 'Steyerberger Berg', die einzige größere Erhebung im Flecken.

Voigtei Düdinghausen (Steyerberg) Sarninghausen Bruchhagen (Steyerberg) Sehnsen Deblinghausen Steyerberg Wellie
Ortsteile im Flecken Steyerberg (anklickbare Karte)

Fleckengliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile mit der Anzahl der Einwohner (Stand: 30. Juni 2010)
Bruchhagen 0233 Einwohner
Deblinghausen 0553 Einwohner
Düdinghausen 0287 Einwohner
Sarninghausen 0214 Einwohner
Sehnsen 0114 Einwohner
Steyerberg 3061 Einwohner
Voigtei 0356 Einwohner
Wellie 0502 Einwohner

Der frühere Ort „Rießen“ ist nun ein Teil des Fleckens Steyerberg - eine Straße, in der sich die Kirche befindet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steyerberg 1654

Steyerberg wurde 1259 erstmals urkundlich erwähnt. Steyerberg war eine Burg, die zum Schutz des Territoriums der Hoyaer Grafen vor den Mindener Bischöfen und als Gegenburg gegen die Festung Novum Castrum (Neues Haus) erbaut wurde. Möglicherweise stand die Steyerberg auf dem Land der Bischöfe, die das als Provokation ansahen. Ab 1265 war Steyerberg daher Streitapfel zwischen den Grafen von Hoya und den Bischöfen von Minden, die beide Besitzansprüche erhoben. Durch die Errichtung einer Burg auf dem Knappsberg konnten sich die Grafen von Hoya als Landesherren behaupten. Seitdem war Steyerberg Amtssitz. Nach Aussterben der Hoyaer Grafen fiel Steyerberg 1582 an die Herzöge zu Braunschweig Lüneburg. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Steyerberg 1625 und 1636 geplündert und in Brand gesteckt. Um 1800 wurde Steyerberg durch Truppen Napoleons besetzt. Ab 1829 gehörte Steyerberg zum Amt Stolzenau. Nach Aufhebung der Ämter 1867 gehörte Steyerberg zum Kreis Stolzenau, der 1932 mit dem Landkreis Nienburg/Weser vereinigt wurde. Die 1968 gebildete Samtgemeinde Steyerberg wurde 1974 zur Einheitsgemeinde Flecken Steyerberg zusammengeschlossen. Die ehemals selbstständigen acht Gemeinden wurden damit zu Ortsteilen.

Wann die Grafen von Hoya den Ort zu einem Flecken erhoben, lässt sich nicht genau ermitteln, es wird aber im 14. Jahrhundert gewesen sein. Von 1549 bis 1766 hatte eine Linie der Adelsfamilie Münchhausen als Drosten ihren Sitz in Steyerberg. 1573 verstarb hier der bekannte Feldobrist Hilmar von Münchhausen. Später wurden seine Söhne mit Steyerberg belehnt, darunter Statius von Münchhausen. Seit 1589 gibt es Schützenfeste in Steyerberg.

Zwischen 1939 und 1945 bestand in unmittelbarer Umgebung der Orte Steyerberg und Liebenau unter dem Decknamen „Karl“ die größte Munitionsfabrik des deutschen Chemie- und Rüstungsunternehmens EIBIA G.m.b.H.[3]

Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Steyerberg von den Briten eingenommen, nachdem im Steyerberger Bahnhof ein Zug mit Munitionsgütern gesprengt worden war.

Steyerberg feierte im Jahr 2009 seine 750-jähriges Bestehen.[4]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Bruchhagen, Deblinghausen, Düdinghausen, Sarninghausen, Sehnsen, Voigtei und Wellie eingegliedert.[5]

Einwohnerentwicklung im Flecken Steyerberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner[6]
1821 2.114
1848 2.366
1871 2.719
1885 2.800
1905 2.994
1925 3.464
1933 3.459
1939 3.479
1946 6.104
1950 7.270
1956 5.813
1961 5.780
1970 5.560
Jahr Einwohner
1987 5.026
1989 5.035
1990 5.123
1991 5.207
1995 5.551
2000 5.333
2005 5.347
2007 5.391
2008 5.321
2013 5.303
2015 5.262

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Gemeinderat Steyerberg gehören insgesamt 17 Mitglieder an. Diese setzen sich seit dem 01. November 2016 wie folgt zusammen:

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 12. Dezember 2016 Heinz-Jürgen Weber (CDU).[7] (Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011; Bürgermeisterwahl 22. September 2013)

Ehemalige Bürgermeister:

  • 2005−2013 Andreas Götz
  • 1998−2005 Gerd Linderkamp

...

  • 1976−1991 Karl Nordmann
  • 1959−? Heinrich Dolle

...

  • um 1580 Reineke Hegermann
St. Katharina-Kirche
Der Amtshof
Amtshof (Luftaufnahme)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die evangelisch-lutherische Kirche Sankt Katharinen zu Rießen am östlichen Ortseingang von Steyerberg wurde in wesentlichen Teilen etwa von 1180 bis 1250 erbaut. Die Orgel von Christian Vater stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. In der Turmhalle steht ein romanischer Taufstein, der vermutlich aus dem 10. Jahrhundert stammt. Die Grabkammer der Familie des Söldnerführers Hilmar von Münchhausen mit einem hölzernen Epitaph ist an die Kirche angebaut.
  • Der Amtshof der Grafen von Hoya wurde auf den Resten der Burg Steyerberg um 1550 erbaut.
  • In der Wassermühle Steyerberg von 1898, die im Jahr 1245 erstmals erwähnt wurde,[8] residiert heute der Heimatverein Steyerberg, der sie 2005 vollständig renovierte und zum Heimatmuseum ausbaute.[9]
  • Die historische dreibogige Werksteinbrücke von 1726 überspannt die Große Aue vor der Wassermühle Meyersiek.
  • Das Sägewerk von 1865 auf der linken Seite der Großen Aue gegenüber der Wassermühle gehört zum Gesamtensemble der Mühlenanlage und wird bis heute betrieben.
  • In der Kriegsgräberstätte Deblinghausen wurden etwa 2000 Zwangsarbeiter der Pulverfabrik in Liebenau - darunter viele sowjetische Kriegsgefangene - beigesetzt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Noch 2005 gehörte der Flecken Steyerberg zu den drei Gemeinden im Landkreis Nienburg, die einen Einpendlerüberschuss hatten. Die Lage hat sich durch Betriebsschließungen deutlich verschlechtert.

In der Gemeinde Steyerberg gibt es mehrere Gewerbegebiete: Auf dem Acker, Am Hasenberge und Auf dem Lichtenberge (in Planung aber aufgrund bestehender Höchstspannungsleitungen nur teilweise umsetzbar).

Im Gewerbegebiet 'Auf dem Acker' ist der seit 1977 beheimatete Büromöbelhersteller Rohde & Grahl GmbH ansässig und gehört zur polnischen Nowy Styl S.A. Das Bekleidungswerk, die Karl-Heinz Rolfsmeier GmbH + Co. KG ging 2016 in die Insolvenz. Im Gewerbegebiet 'Am Hasenberge' befindet sich seit 1977 das Unternehmen Oxxynova GmbH (bis 2001 zur Degussa AG) zur Herstellung von Dimethylterephthalat und beschäftigt rund 130 Mitarbeiter.

Bis 2013 bestand im Ortsteil Voigtei eine Erdgasverarbeitungsanlage der Firma ExxonMobil Production Deutschland GmbH - Standort Voigtei, die seit den 1950er Jahren die Erdgasversorgung Norddeutschlands als eine der wenigen inländischen Quellen unterstützte.[10]

Im Ortsteil Wellie gibt es zwei Ziegeleien, von denen eine aber seit einigen Jahren stillgelegt ist.

Von 1981 bis Ende der 1990er Jahre wurde auf dem ehemalige Gelände der Industrieverwaltungsgesellschaft mbH (IVG) zwischen Steyerberg und Liebenau eine Landessammelstelle für schwach radioaktive Abfälle zwischengelagert. Danach wurde der Abfall ins Zwischenlager nach Leese überführt.

Am 30. Juni 2010 arbeiteten 1489 Männer und Frauen als sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Flecken Steyerberg.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort Steyerberg sowie in den Ortsteilen gibt es mehrere Bildungs- und Betreuungseinrichtungen:

  • Kindergarten Wurzelhöhle, Steyerberg
  • Kindergarten Wolkentraum, Steyerberg
  • Kindergarten Lummerland, Voigtei
  • Grundschule Deblinghausen
  • Grundschule Waldschule Steyerberg

Die Hauptschule der Waldschule wurde 2013 geschlossen.

  • Mit dem Lebensgarten[11] beherbergt Steyerberg eine der größten (100 Bewohner) und ältesten (1984) Kollektive in Deutschland. Der Lebensgarten ist auch Sitz eines Bildungs- und Seminarzentrums und des Ende 2005 gegründeten Vereins für Achtsamkeit & Verständigung e. V.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flecken Steyerberg liegt an den drei Landesstraßen 349, 350 und 351. Die Bundesstraße 6 befindet sich in rund 15 km Entfernung und führt 4-spurig in Richtung Hannover bzw. 2-spurig in Richtung Diepholz und Bremen. Weitere in der Nähe befindliche Bundesstraßen sind die Bundesstraße 441 (10 km südlich), Bundesstraße 215 (10 km östlich) und Bundesstraße 61 (15 km westlich). Die nächsten Bundesautobahnen sind etwa 60 km entfernt. Die nächsten Bundesautobahnanschlüsse sind

Nächstgelegene Bahnhöfe sind Nienburg (Weser) an der Bahnstrecke Bremen–Hannover und Leese-Stolzenau an der Weser-Aller-Bahn, außerdem Rahden an der Ravensberger Bahn.

Die Verbindung der Ortsteile untereinander und mit den umliegenden Orten erfolgt über Orts- und Regiobuslinien der Verkehrsgesellschaft Landkreis Nienburg.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Gade: Historisch-geographisch-statistische Beschreibung der Grafschaften Hoya und Diepholz. Nienburg 1901.
  • Arnold Pieper: Aus Steyerbergs vergangenen Tagen. Würzburg-Aumühle 1941.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Steyerberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Wechsel im Bürgermeisteramt auf dieharke.de, abgerufen am 14. Oktober 2013.
  3. Website zur Geschichte der Pulverfabrik
  4. Webseite zur 750-Jahr-Feier im Jahre 2009
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 199.
  6. Lit.: Die Entwicklung im Flecken Steyerberg bis 2020 in einem demographischen Ausblick bis 2030 - ISP Eduard Pestel-Institut für Systemforschung e. V., Dezember 2006 im Auftrag des Fleckens Steyerberg
  7. Bürgermeister Steyerberg
  8. Wassermühle Steyerberg
  9. Webseite des Heimatvereins
  10. Voigtei auf der Webseite von Exxonmobil
  11. lebensgarten.de