Stift Herdecke

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Das Stift Herdecke war ein Frauenstift in Herdecke und gilt als Keimzelle von Herdecke.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stift war im Laufe der Jahrhunderte auch unter den Namen Herdicke, Hirreke, Hyrrike, Herrike, Hyrreke, Heirdike, Heirke, Herdicke, bekannt.

Nach Hermann Stangefols Werk „Annales circuli Westphalici“ wurde das Stift 819 als Benediktinerinnenkloster von einer Frederuna gegründet. Zu dieser Darstellung fehlen jedoch weitere zeitgenössische Erwähnungen. Nach gegenteiliger Ansicht fand die Gründung erst zu Beginn des 11. Jahrhunderts statt.[1]

Eine erste urkundliche Erwähnung findet sich im Jahre 1227 als Bruno von Stypel die Vogtei über das Kloster Herdecke mit Zustimmung des Lehnsherrn Gerlach von Strünkede dem Kloster auf 4 Jahre verpfändete.[2](Urkunde, Nr. 1) 1265 werden die Klostergebäude als zerstört erwähnt. Seit 1313 ist die Zugehörigkeit zum Benediktinerorden belegt[2](Urkunde, Nr. 11a), demnach ist es möglich, dass das Stift eine Tochtergründung von St. Maria im Kapitol zu Köln ist. Das Marktrecht wurde von Engelbert III. von der Mark erstmals 1355 verliehen[2](Urkunde, Nr. 17a). Vom 15. Jahrhundert bestand in der Abtei ein freiweltliches Damenstift welches 1488 durch einen päpstlichen Legaten bestätigt wurde. Mit der Säkularisation wurde das Stift durch die Regierung der Grafschaft Berg zum 1. Januar 1812 aufgehoben.

Auf dem Gelände des Stifts befindet sich heute die evangelische Stiftskirche St. Marien.

Äbtissinnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für das Stift und das Kloster sind folgende Äbtissinnen bekannt.[2](Urkunden, Nr. 1 bis 159) - abweichende Namen in Klammern

  • um 1229, Hathemigis (Hademigis)
  • um 1265, Lutgardis
  • um 1313, Mechtild (Mathildis)
  • um 1374, Margareth v. Hilgentrunck (Hilgendonck)
  • um 1395, Fye von Malbingrode (Mallinchrode), (Mallinckrodt)
  • um 1419, Hilburg von Velmede
  • um 1431, Elisabeth Schurmanns
  • um 1463, Katharina Dudinges
  • um 1483, Ryxa von Calle
  • um 1485, Gosteke von Mallinckrodt
  • um 1493, Deydart vom Dale
  • um 1501, Dodart von Daele (Dedart Dale)
  • um 1512, Gostike von Mallinckrodt
  • um 1520, Goseke Mallynckrodt
  • um 1533, Lucia Overlacker (Luvin Ovelackers), (Lucie Overlacker)
  • um 1544, Annen van Ellenkercken (Anna von Edelenkirchen)
  • um 1560, Anna von Alsteden (Anna von Alstede)
  • um 1577, Ida von Havekenschede (Ida von Havekenscheit), (Ida von Harclenecke)
  • um 1622, Christina Hielbergh von Schwanßbell
  • um 1670, Sibylle von Lahr
  • um 1695, Otto Maria von Westrem
  • um 1699, Elisabeth Wilhelmine Maria von Elberfeldt
  • um 1731, v. Keffel
  • um 1754, Johanna Alexandrina Elisabeth von Bottlenberg genannt Kessel
  • um 1770, Wabulla von Asbeck
  • um 1796, Wilhelmine von Blomberg (Wilhelmina Anna Katharina von Blomberg)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto Schnettler: Herdecke an der Ruhr im Wandel der Zeiten. Stift, Dorf, Stadt. (Zur Zweijahrhundertfeier der Stadterhebung 1739–1939). F. W. Ruhfus, Dortmund 1939 (Beiträge zur Geschichte Dortmunds und der Grafschaft Mark 45, ISSN 0405-2021).
  • Gerhard E. Sollbach: Feudale Herrschaft und bäuerlicher Widerstand. Abgabeverweigerung der Pachtbauern des Damenstifts Herdecke an d. Ruhr. In: Der Märker. 38, 1989, ISSN 0024-9661, S. 99–105.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schnettler; Westfalenland - Heimatbeilage zum Westfälischen Tageblatt, Jahrgang 1928, Nr. 5
  2. a b c d Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen Urkunden 1 bis 159

Koordinaten: 51° 24′ 0,7″ N, 7° 25′ 54,9″ O