Stiftung Berliner Mauer

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Stiftung Berliner Mauer
Gedenkstätte Berliner Mauer.jpg
Gestaltete Fläche der Mauer-Gedenkstätte
in der Bernauer Straße
Daten
Ort Bernauer Straße 111,
13355 Berlin-Mitte (Besucherzentrum am Nordbahnhof) Welt-IconKoordinaten: 52° 32′ 7,1″ N, 13° 23′ 22,4″ O
Art Gedenkstätte
Architekt Mola + Winkelmüller (Besucherzentrum)
Eröffnung 1. Januar 2009
Besucheranzahl (jährlich)
967.000 (im Jahr 2017)[1]
Betreiber Senat von Berlin
Leitung Klaus-Dietmar Henke (Vorsitz)
Axel Klausmeier (Direktor)
Website stiftung-berliner-mauer.de
ISIL DE-MUS-736838

Die Stiftung Berliner Mauer ist eine landeseigene Stiftung des deutschen Bundeslandes Berlin, die als Museum geführt wird. Ihre Errichtung hat das Abgeordnetenhaus am 11. September 2008 (mit Zustimmung der Fraktionen von SPD, CDU, Linke und Grüne, bei Enthaltung der FDP-Fraktion) beschlossen. In der Stiftung werden die Gedenkstätte Berliner Mauer und die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde zusammengefasst. Anlaufpunkt für Besucher ist das neuerrichtete zweigeschossige Besucherzentrum.[2] Anfangs galt die in einem früheren Wohnhaus an der Bernauer Straße hergerichtete Dokumentationsstelle als Sitz der Stiftung.[3] Seit Oktober 2017 gehört auch die Gedenkstätte Günter Litfin offiziell zur Stiftung Berliner Mauer.[1]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die institutionelle Förderung der Stiftung und die Finanzierung des Grunderwerbs für die bauliche Erweiterung der Gedenkstätte Berliner Mauer entlang der Bernauer Straße erfolgen aus Mitteln des Landes und des Bundes. Für die Freiluft-Ausstellung und den Informations-Pavillon stehen Mittel der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin, des Bundes und der Europäischen Union (EFRE) aus dem Kulturinvestitionsprogramm des Landes Berlin zur Verfügung. Das Investitionsvolumen – einschließlich der Geländeherrichtung und weiterer Maßnahmen – beträgt rund 26 Millionen Euro. Eröffnet wurden inzwischen (Stand: Frühjahr 2018) ein Besucherzentrum und die Ausstellung Geisterbahnhöfe im Eingangsgebäude des Bahnhofs Nordbahnhof über die bis zum Fall der Mauer außer Betrieb genommenen S- und U-Bahnhöfe unter damals Ost-Berliner Gebiet. Bis zur Fertigstellung der Open-Air-Ausstellung im Jahr 2011 (erster Abschnitt im Juni 2010) fungierte die Stiftung auch als Bauherr.

Am 7. November 2008 konstituierte sich in Berlin der Stiftungsrat. Im Stiftungsrat sind das Land Berlin, der Bund, die Fördervereine der Gedenkstätte Berliner Mauer und der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde, die evangelische Kirche und der Beirat vertreten. Zum Stiftungsratsvorsitzenden wurde André Schmitz (Berlins Kulturstaatssekretär) gewählt, zur stellvertretenden Stiftungsratsvorsitzenden Ingeborg Berggreen-Merkel (Abteilungsleiterin beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien).

Für die Stiftung Berliner Mauer hat sich ein Beirat konstituiert. Zum Vorsitzenden wurde der Dresdner Zeithistoriker Klaus-Dietmar Henke gewählt. Direktor der Stiftung Berliner Mauer ist der Kunst- und Architekturhistoriker Axel Klausmeier. Klausmeier war wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Lehrstühlen für Denkmalpflege an der Brandenburgischen Technischen Universität in Cottbus und an der ETH Zürich und ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher Werke auch zur Geschichte der Mauer. Er nahm seine Tätigkeit als Direktor der Stiftung Berliner Mauer offiziell am 1. Januar 2009 auf.

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Modell des Mauerverlaufs

Wegen des zunehmenden Besucherinteresses und aus Anlass der 25-jährigen Wiederkehr des Tages der Maueröffnung erfolgte bis 2014 ein Umbau des Dokumentationszentrums und die Eröffnung der Dauerausstellung „1961 | 1989. Die Berliner Mauer“.[4] Im Jahr 2017 wurden allein in diesem Zentrum 375.000 Besucher gezählt.[1]

Die Freiflächen entlang der Bernauer Straße unter Einbeziehung des ehemaligen Friedhofareals wurden so umgestaltet, dass ein plastischer Eindruck des Mauerverlaufs und des Bewachungsstems entstanden ist (Fenster der Erinnerung). Ab 2006 entwickelten die Verantwortlichen die Außenausstellung in vier Bereichen zu den Themen Die Mauer und der Todesstreifen (A), Die Zerstörung der Stadt (B), Der Bau der Mauer (C) und Alltag an der Mauer (D).[5] Auf Modelltafeln aus Corten wurde die Mauersituation anschaulich gemacht.

Sammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2012 baut die Stiftung eine eigene Sammlung mit originalen Beständen zu den Themenkomplexen Grenzregime, Opfer, Flucht, Leben und Alltag mit der Mauer sowie der Rezeption der Teilungsgeschichte auf.[6] Außerdem besteht ein großer Bestand an Originalobjekten zu Zeitzeugenkonvoluten. Bisher sind Teilbestände auf den Websites[7][8] und Online-Angeboten[9] verfügbar, langfristig wird eine komplette Online-Stellung der Bestände angestrebt.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gesetz über die Errichtung der Stiftung Berliner Mauer – Gedenkstätte Berliner Mauer und Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde (Mauerstiftungsgesetz – MauStG) vom 17. September 2008 (Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 24 vom 27. September 2008, S. 250).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Presseveröffentlichung: Bilanz der Gedenkstätte 2017. Abgerufen am 28. Juli 2018.
  2. Informationen zum Besucherzentrum der Stiftung Berliner Mauer. Abgerufen am 28. Juli 2018.
  3. Zur Entstehungsgeschichte der Mauer-Gedenkstätte. Abgerufen am 28. Juli 2018.
  4. Informationen zum Dokumentationszentrum der Gedenkstätte. Abgerufen am 28. Juli 2018.
  5. Das Gedenkstättenareal im Detail. Abgerufen am 28. Juli 2018.
  6. Jahresbericht der Stiftung Berliner Mauer 2012. Abgerufen am 8. August 2018
  7. Einblicke in die Sammlungen der Gedenkstätte Berliner Mauer. Abgerufen am 8. August 2018
  8. Objekt des Monats in der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde. Abgerufen am 8. August 2018
  9. mauer-fotos.de: Open-Access-Angebot historischer Mauer-Fotografien. Abgerufen am 8. August 2018
  10. Jahresbericht der Stiftung Berliner Mauer 2012. Abgerufen am 8. August 2018