Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss

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Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss
Rechtsform: rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts
Zweck: gemeinnützige Zwecke der Förderung von Kunst und Kultur, der Bildung, des Völkerverständigungsgedankens, sowie des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege
Vorsitz: Manfred Rettig, Vorstand und Sprecher; Johannes Wien, Kaufmännischer Vorstand
Bestehen: seit 2. Juli 2009
Stifter: Bundesrepublik Deutschland (Bund)
Sitz: Berlin DeutschlandDeutschland Deutschland
Website: www.humboldtforum.com

Die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss (kurz: SHF; vormals Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum) ist eine gemeinnützige deutsche Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in Berlin.

Die Organisation ist beim Wiederaufbau des Berliner Schlosses engagiert. Das im Zweiten Weltkrieg beschädigte Berliner Schloss hatte die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands im Jahr 1950 beseitigen lassen.

Berliner Schloss am 31. August 2015

Gründung und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Logo der Stiftung (bis 2016)

Nach der Gründung am 2. Juli 2009 hat die Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum mit der Bestellung des Vorstands zum 1. November 2009 ihre Tätigkeit aufgenommen.

Das Humboldtforum ist ein bedeutendes kulturelles Bauvorhaben des Bundes in Berlin. Die Stiftung übernimmt die Bauherrenfunktion für den Bau des Humboldtforums in den wiederzuerrichtenden Fassaden des Berliner Schlosses. Sie wird Eigentümerin des Grundstückes und des Gebäudes.

Die Stiftung steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten, arbeitet eng mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien zusammen und wird aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gefördert.

Im Januar 2016 wurde die Stiftung in Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss umbenannt.[1]

Stiftungszweck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stiftung verfolgt gemäß ihrer Satzung ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke der Förderung von Kunst und Kultur, der Bildung, von internationaler Gesinnung und Toleranz auf allen Gebieten der Kultur, des Völkerverständigungsgedankens, sowie des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege. In diesem Sinne führt die Stiftung eigene Veranstaltungen, Ausstellungen, Lesungen und vieles mehr durch. Die SHF wird der Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit dem Ethnologischen Museum und dem Museum für Asiatische Kunst, dem Land Berlin und der Humboldt-Universität im Humboldtforum geeignete Räumlichkeiten zur unentgeltlichen Nutzung zur Verfügung stellen.

Die SHF ist Bauherrin und Eigentümerin des Humboldt Forums im Berliner Schloss. Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) übernimmt das Baumanagement für das Bauprojekt. Die wichtigsten Aufgaben der Stiftung sind darüber hinaus:

  • Die Koordination und Bündelung der Interessen der Partner im Humboldtforum.
  • Die Ausrichtung einer ständigen Ausstellung mit dem Thema Historische Mitte Berlin – Identität und Rekonstruktion.

Bauprojekt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 4. Juli 2002 nahm der Deutsche Bundestag die – knapp gefällte[2] – Empfehlung der Internationalen Expertenkommission Historische Mitte Berlin an. Der dazu gefasste Beschluss sieht vor, bei der städtebaulichen Neugestaltung der Spreeinsel weitgehend auf den historischen Stadtgrundriss zurückzugreifen und sich bei der Bebauung der Schlossfläche an der Kubatur des ehemaligen Berliner Schlosses zu orientieren. Ferner folgte der Deutsche Bundestag der Empfehlung der Kommission, an der Nord-, West- und Südseite sowie im Schlüterhof die barocken Fassaden wieder zu errichten.

Wiederaufbau des Berliner Schlosses[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 21. Dezember 2007 schrieb das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) einen Wettbewerb für die Wiedererrichtung des Berliner Stadtschlosses und den Bau des Humboldtforums Berlin aus. Den ersten Preis erhielt Franco Stella für seinen Entwurf. Im Juni 2013 wurde mit den Rohbauleistungen begonnen. Nach dem Wiederaufbau des Berliner Schlosses soll der Gebäudekomplex das künftige Humboldtforum beherbergen, dessen Eröffnung im Jahr 2019 geplant ist.[3]

Spenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mehrkosten der Rekonstruktion der barocken Fassaden gegenüber einer zeitgenössischen Fassadengestaltung betragen 80 Millionen Euro. Diese 80 Millionen Euro werden im Wege einer privaten Spendensammlung eingeworben. Insbesondere der gemeinnützige Förderverein Berliner Schloss sammelt seit 2004 mit einer breit angelegten Spendensammlung Gelder zugunsten der Rekonstruktion der barocken Fassaden.

Auch die Akquisition von Spenden für die Wiedererrichtung der historischen Fassaden und den Bau des Humboldtforums zählt zu den Aufgaben der Stiftung. Als Kooperationspartner aller privaten Einrichtungen, die Spenden für den Wiederaufbau des Berliner Schlosses sammeln, gehen alle Spenden bei der Stiftung ein, die als Bauherrin damit die Rekonstruktion der barocken Fassaden finanziert.

Humboldtforum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick in das im Bau befindliche Schlossforum, Juni 2015
Hauptartikel: Humboldtforum

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz wird im zweiten und dritten Obergeschoss die außereuropäischen Sammlungen ihrer Staatlichen Museen zu Berlin zeigen. Im ersten Obergeschoss, den Werkstätten des Wissens, ziehen die teilweise zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Wissensarchive dieser Museen ein.[4]

Organe der Stiftung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stiftung hat drei Stiftungsorgane: den Vorstand, den Stiftungsrat und das Kuratorium.

Vorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vorstand besteht aus zwei oder drei Personen, die vom Stiftungsrat für die Dauer von bis zu fünf Jahren zur Führung der Geschäfte bestellt werden. Stand August 2017 gehören Johannes Wien als Vorstand und Sprecher, Lavinia Frey als Vorstand Kultur sowie Hans-Dieter Hegner als Vorstand Bau dem Organ an.[5]

Stiftungsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stiftungsrat besteht aus 15 Mitgliedern (in Klammern die Vertreter; Stand: August 2017):[6]

Der Deutsche Bundestag entsendet fünf Mitglieder:

Die Bundesregierung entsendet je ein Mitglied für:

Das Land Berlin entsendet zwei Mitglieder:

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz entsendet zwei Mitglieder:

Je ein Mitglied entsenden:

Kuratorium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kuratorium der Stiftung besteht aus Persönlichkeiten, die den Gedanken der Stiftung in besonderer Weise repräsentieren und bereit sind, für die Zwecke der Stiftung aktiv einzutreten. Das Kuratorium berät und unterstützt den Stiftungsrat und den Vorstand bei der Erfüllung ihrer Aufgaben. Die Mitglieder des Kuratoriums werden vom Stiftungsrat auf die Dauer von vier Jahren berufen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wiedererrichtung des Berliner Schlosses – Bau des Humboldt Forums. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Stand 29. März 2016, abgerufen am 21. August 2017.
  2. „nur mit knapper Mehrheit zustande gekommene Rekonstruktionsentscheidung“ in: BMVBS – Schloss / Humboldtforum – Die Internationale Expertenkommission „Historische Mitte Berlin“ auf Web des BMVBS
  3. Humboldtforum online (Memento vom 7. März 2012 im Internet Archive): „(…) Bau des Humboldtforums bis zu seiner Eröffnung im Jahr 2019“
  4. http://www.tagesspiegel.de/kultur/michael-muellers-konzept-fuers-humboldtforum-zeigen-was-berlin-zur-weltstadt-macht/11502460.html
  5. Vorstand. Website der SHF, abgerufen am 21. August 2017.
  6. Stiftungsrat. Website der SHF, abgerufen am 21. August 2017.