Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus

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Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus
Rechtsform: Stiftung des öffentlichen Rechts
Zweck: Politische Bildungsarbeit und wissenschaftliche Forschung über Theodor Heuss
Vorsitz: Gabriele Müller-Trimbusch
Kuratorium: Wolfgang Gerhardt
Stiftungsrat: Frank Bösch
Geschäftsführung: Thomas Hertfelder
Bestehen: seit 1994
Bilanzsumme: 1,1 Mio. Euro (2016)
Mitarbeiterzahl: Ernst Wolfgang Becker, Kristian Buchna, Christiane Ketterle, Gudrun Kuip
Sitz: Breitscheidstr. 48
70176 Stuttgart
Website: Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus

kein Stifter angegeben

Die Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus wurde 1994 durch einen Beschluss des Deutschen Bundestages als bundesunmittelbare Stiftung des öffentlichen Rechts mit Sitz in Stuttgart gegründet. Sie gehört zu den sechs sogenannten Politikergedenkstiftungen des Bundes.

Theodor-Heuss-Haus

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stiftung

  • erinnert im Theodor-Heuss-Haus an Theodor Heuss, den ersten Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland
  • fördert politische Bildung durch Seminare, Fortbildungen und Vorträge
  • leistet einen Beitrag zur zeitgeschichtlichen Forschung, die sie mit Kolloquien, eigenen Publikationen, Editionen und wissenschaftlichen Projekten bereichert
  • unterhält ein Archiv und eine Bibliothek, die der Öffentlichkeit zugänglich sind.

Die Stiftung wird vom Bund mit Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien finanziert. Der Jahresetat betrug 2016 gut 1,1 Mio. Euro.

1995 erwarb die Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus das letzte Wohnhaus von Heuss auf dem Stuttgarter Killesberg und ließ es nach Plänen des Stuttgarter Architekturbüros Behnisch & Partner umbauen, sanieren und um einen Anbau erweitern. Am 8. März 2002 wurde das Heuss-Haus von Bundespräsident Johannes Rau eröffnet.

Gremien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stiftung wird geführt von einem Vorstand, einem Kuratorium und einem wissenschaftlichen Beirat. Seit 1997 ist der Historiker Thomas Hertfelder als Gründungsgeschäftsführer der Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus tätig. Vorstandsmitglieder sind Gabriele Müller-Trimbusch als Vorsitzende, Thomas Hertfelder als stellvertretender Vorsitzender und Geschäftsführer sowie Kai-Andreas Otto. Das Kuratorium wird geleitet von Wolfgang Gerhardt, als Vorsitzendem und Frieder Birzele als seinem Stellvertreter.

Im Beirat sitzen derzeit Michele Barricelli, Frank Bösch (Vorsitzender), Monika Flacke, Jürgen Frölich, Philipp Gassert, Dominik Geppert, Jens Hacke, Michael Hollmann, Gabriele Metzler (stellvertretende Vorsitzende), Ursula Münch, Gisela Riescher, Andreas Rödder, Andreas Schulz und Elke Seefried.

Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der politischen Bildungsarbeit möchte die Stiftung so das Bewusstsein für die Möglichkeiten und Grenzen demokratischen Handelns in unterschiedlichen politischen Systemen schärfen und die Ausbildung historisch reflektierter demokratischer Werthaltungen stärken. Im Rahmen der wissenschaftlichen Arbeit gibt die Stiftung eigene Publikationen heraus und regt Forschungsvorhaben an; ebenso fördert und vernetzt sie den zeitgeschichtlichen Fachdiskurs. Tagungen, Seminare und Fortbildungen mit Lehrern, Schülern, Studenten und Wissenschaftlern sowie weitere wissenschaftliche und kulturelle Veranstaltungen setzen daher wichtige Akzente in der Stiftungsarbeit.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stiftung gibt die Briefe von Theodor Heuss und zwei Schriftenreihen heraus.

Stuttgarter Ausgabe

  • Theodor Heuss: Aufbruch im Kaiserreich. Briefe 1892–1917, hrsg. und bearb. von Frieder Günther, K. G. Saur, München 2009, ISBN 9783598441363.
  • Theodor Heuss: Bürger der Weimarer Republik. Briefe 1918–1933, hrsg. u. bearb. von Michael Dorrmann, K. G. Saur, München 2008, ISBN 9783598251221.
  • Theodor Heuss: In der Defensive. Briefe 1933–1945, hrsg. und bearb. von Elke Seefried, K. G. Saur, München 2009, ISBN 9783598441295.
  • Theodor Heuss: Erzieher zur Demokratie. Briefe 1945–1949, hrsg. und bearb. von Ernst Wolfgang Becker, K. G. Saur, München 2007, ISBN 9783598251252.
  • Theodor Heuss: Der Bundespräsident. Briefe 1949–1954, hrsg. und bearb. von Ernst Wolfgang Becker, Martin Vogt und Wolfram Werner, de Gruyter, Berlin/New York 2012, ISBN 9783110232363.
  • Theodor Heuss: Der Bundespräsident. Briefe 1954–1959, hrsg. und bearb. von Ernst Wolfgang Becker, Martin Vogt und Wolfram Werner, de Gruyter, Berlin/New York 2013, ISBN 9783110298420.
  • Theodor Heuss: Hochverehrter Herr Bundespräsident! Der Briefwechsel mit der Bevölkerung 1949–1959, hrsg. und bearb. von Wolfram Werner, de Gruyter, Berlin/New York 2010, ISBN 9783110232356.
  • Theodor Heuss: Privatier und Elder Statesman. Briefe 1959-1963, hrsg. und bearb. von Frieder Günther, de Gruyter, Berlin/New York 2014, ISBN 9783598251290.

Wissenschaftliche Reihe

  • Thomas Hertfelder und Jürgen C. Heß (Hrsg.): Streiten um das Staatsfragment. Theodor Heuss und Thomas Dehler berichten von der Entstehung des Grundgesetzes. Mit einer Einleitung von Michael F. Feldkamp. Bearb. von Patrick Ostermann und Michael F. Feldkamp (= Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus. Wissenschaftliche Reihe, 1), Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1999, ISBN 978-3-421-05220-9.
  • Eberhard Jäckel, Horst Möller und Hermann Rudolph (Hrsg.): Von Heuss bis Herzog. Die Bundespräsidenten im politischen System der Bundesrepublik (= Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus. Wissenschaftliche Reihe, 2), Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1999, ISBN 3421052212.
  • Gangolf Hübinger und Thomas Hertfelder (Hrsg.): Kritik und Mandat. Intellektuelle in der deutschen Politik (= Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus. Wissenschaftliche Reihe, 3), Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 2000, ISBN 978-3-421-05222-3.
  • Ulrich Baumgärtner: Reden nach Hitler Ulrich Baumgärtner: Reden nach Hitler. Theodor Heuss – die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus (= Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus. Wissenschaftliche Reihe, 4), Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 2001, ISBN 342105553X.
  • Ernst Wolfgang Becker und Thomas Rösslein (Hrsg.): Politischer Irrtum im Zeugenstand. Die Protokolle des Untersuchungsausschusses des Württemberg-Badischen Landtags aus dem Jahre 1947 zur Zustimmung zum „Ermächtigungsgesetz“ vom 23. März 1933 (= Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus. Wissenschaftliche Reihe, 5), Deutsche Verlags-Anstalt, München 2003, ISBN 978-3-421-05793-8.
  • Hans Vorländer (Hrsg.): Zur Ästhetik der Demokratie. Formen der politischen Selbstdarstellung (= Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus. Wissenschaftliche Reihe, 6), Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 2003, ISBN 978-3-421-05794-5.
  • Wolfgang Hardtwig und Erhard Schütz (Hrsg.): Geschichte für Leser. Populäre Geschichtsschreibung in Deutschland im 20. Jahrhundert (= Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus. Wissenschaftliche Reihe, 7), Deutsche Verlags-Anstalt, München 2003, ISBN 978-3-515-08755-1.
  • Frieder Günther: Heuss auf Reisen. Die auswärtige Repräsentation der Bundesrepublik durch den ersten Bundespräsidenten (= Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus. Wissenschaftliche Reihe, 8), Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-515-08819-0.
  • Andreas Wirsching und Jürgen Eder (Hrsg.): Vernunftrepublikanismus in der Weimarer Republik. Politik, Literatur, Wissenschaft (= Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus. Wissenschaftliche Reihe, 9), Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-515-09110-7.
  • Angelika Schaser und Stefanie Schüler-Springorum (Hrsg.): Liberalismus und Emanzipation. In- und Exklusionsprozesse im Kaiserreich und in der Weimarer Republik (= Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus. Wissenschaftliche Reihe, 10), Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-515-09319-4.
  • Werner Plumpe und Joachim Scholtyseck (Hrsg.): Der Staat und die Ordnung der Wirtschaft. Vom Kaiserreich bis zur Berliner Republik (= Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus. Wissenschaftliche Reihe, 11), Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-515-10142-4.
  • Anselm Doering-Manteuffel, Jörn Leonhard (Hrsg.): Liberalismus im 20. Jahrhundert (= Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus. Wissenschaftliche Reihe, 12), Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2015, ISBN 9783515110723.

Kleine Reihe (Auswahl)

  • Thomas Hertfelder (Hrsg.): Machen Männer noch Geschichte? Das Stuttgarter Theodor-Heuss-Haus im Kontext der deutschen Gedenkstättenlandschaft (= Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus. Kleine Reihe, 2), Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus, Stuttgart 1998, ISBN 978-3-9805979-4-4.
  • Thomas Hertfelder (Hrsg.): In Presidents we trust. Die amerikanischen Präsidenten in der Erinnerungspolitik der USA (= Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus. Kleine Reihe, 15), Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus, Stuttgart 2005, ISBN 978-3-9807404-9-4.
  • Thomas Hertfelder: Von Naumann zu Heuss. Über eine Tradition des sozialen Liberalismus in Deutschland (= Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus. Kleine Reihe, 29), Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-942302-03-6.
  • Ulrich Herbert: In der neuen Weltordnung. Zur deutschen Geschichte seit 1990 (= Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus. Kleine Reihe, 32), Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-942302-09-8.
  • Kristian Buchna: Im Schatten des Antiklerikalismus. Theodor Heuss, der Liberalismus und die Kirchen (= Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus. Kleine Reihe, 33), Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-942302-10-4.
  • Sabine Leutheusser-Schnarrenberger: Bedrohte Freiheit. Der liberale Rechtsstaat in Zeiten von Terrorismus und Rechtspopulismus (= Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus. Kleine Reihe, 34), Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus, Stuttgart 2017, ISBN 978-3-942302-11-1.
  • Frank Bösch: Politik als Beruf. Zum Wandel einer beschimpften Profession seit 1945 (= Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus. Kleine Reihe, 35), Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus, Stuttgart 2018, ISBN 978-3-942302-13-5.

Weitere Veröffentlichungen

  • Thomas Hertfelder (Hrsg.): Heuss im Profil. Vorträge und Diskussionen zum Eröffnungsfestakt der Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus am 29./30. November 1996. Mit Beiträgen von Ralf Dahrendorf, Jürgen C. Heß, Hans Peter Mensing u. a., Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-9805979-2-0.
  • Thomas Hertfelder: Bücher und ihre Geschichten. Zur historisch-politischen Privatbibliothek von Theodor Heuss, Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus, Stuttgart 2002, ISBN 978-3-9807404-2-5.
  • Thomas Hertfelder, Christiane Ketterle (Hrsg.): Theodor Heuss. Publizist – Politiker – Präsident, Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus, Stuttgart 2003, ISBN 978-3-9807404-4-9.
Dauerausstellung im Gartengeschoss des Heuss-Hauses

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der politischen Bildungsarbeit möchte die Stiftung mit Tagungen, Seminaren und Fortbildungen mit Lehrern, Schülern, Studenten und Wissenschaftlern sowie weiteren wissenschaftlichen und kulturellen Veranstaltungen das Bewusstsein für die Möglichkeiten und Grenzen demokratischen Handelns in unterschiedlichen politischen Systemen schärfen und die Ausbildung historisch reflektierter demokratischer Werthaltungen stärken.

Einmal jährlich findet ein wissenschaftliches „Theodor-Heuss-Kolloquium“ statt.[1]

Die Stiftung betreut außerdem eine Ausstellung zu Heuss in dessen letztem Wohnhaus und veranstaltet Sonderausstellungen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Elke Seefried: Theodor-Heuss-Kolloquium 2017 Liberalismus und Nationalsozialismus – eine Beziehungsgeschichte