Stinatz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Stinatz
Stinjaki
Wappen Österreichkarte
Wappen von Stinatz Stinjaki
Stinatz (Österreich)
Stinatz
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Güssing
Kfz-Kennzeichen: GS
Fläche: 9,49 km²
Koordinaten: 47° 12′ N, 16° 8′ OKoordinaten: 47° 12′ 14″ N, 16° 8′ 0″ O
Einwohner: 1.263 (1. Jän. 2018)
Bevölkerungsdichte: 133 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7552
Vorwahl: 03358
Gemeindekennziffer: 1 04 15
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 1
7552 Stinatz
Stinjaki
Website: stinatz.gv.at
Politik
Bürgermeister: Andreas Grandits (ÖVP)
Gemeinderat: (2017)
(19 Mitglieder)
10
9
10 
Insgesamt 19 Sitze
Lage der Marktgemeinde Stinatz
Stinjaki im Bezirk Güssing
BildeinBocksdorfBurgauberg-NeudaubergEberauGerersdorf-SulzGroßmürbischGüssingGüttenbachHackerbergHeiligenbrunnHeugrabenInzenhofKleinmürbischKukmirnMoschendorfNeuberg im BurgenlandNeustift bei GüssingOlbendorfOllersdorf im BurgenlandRauchwartRohr im BurgenlandSankt Michael im BurgenlandStegersbachStinatzStremTobajTschanigrabenWörterbergBurgenlandLage der Gemeinde Stinatz im Bezirk Güssing (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Heimatmuseum Stinatz
Heimatmuseum Stinatz
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Stinatz (kroatisch: Stinjaki, ungarisch: Pásztorháza) ist eine österreichische Marktgemeinde im Bezirk Güssing in Burgenland mit 1263 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2018).

Nach der Volkszählung 2001 bekennen sich 53,9 % der Einwohner zur Volksgruppe der Burgenlandkroaten und 8,1 % bekennen sich als Kroaten. 30,7 % geben als Umgangssprache Deutsch an.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Südburgenland im Bezirk Güssing.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Stinatz gibt es zwei Ortsteile, Stinatz und Stinatz-Nord.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolfau Wolfau Litzelsdorf
Wörterberg Nachbargemeinden Litzelsdorf
Hackerberg Hackerberg Ollersdorf im Burgenland

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Folge der Türkenkriege zogen im 15. Jahrhundert Familien aus Kroatien in die Gegend. Ihre Ansiedlung wurde 1577 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Stinacz verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde Deutsch-Westungarn 1919 nach zähen Verhandlungen in den Verträgen von St. Germain und Trianon Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Am 26. Juli 1944 stürzte ein amerikanischer Boeing B-17 Bomber nach einem Luftkampf mit deutschen Jagdflugzeugen auf das Gemeindegebiet von Stinatz. Von den neun Besatzungsmitgliedern konnten sich sechs mit dem Fallschirm retten.[1]

Marktgemeinde ist Stinatz seit 2. Juli 1977. Bei den Feierlichkeiten, bei denen auch das Heimathaus eröffnet wurde, waren unter anderen Bundespräsident Rudolf Kirchschläger und der burgenländische Landeshauptmann Theodor Kery anwesend.[2]

Bombenanschlag 1995

Am 6. Februar 1995 gegen 11 Uhr, zwei Tage nach dem Vierfachmord von Oberwart, wurde in Stinatz Erich Preissler, einem Mitarbeiter des Umweltdienst Burgenland, durch eine Sprengfalle des Bombenlegers Franz Fuchs die Hand zerfetzt.[3][4][5][6] Zudem waren an zwei Burgenland-Kroatinnen zuvor bzw. nachher Briefbomben adressiert, deren Detonation jedoch weder die Grünen-Politikerin Terezija Stoisits noch Angela Resetarits verletzte. In einem Wartehäuschen der Nachbargemeinde Ollersdorf fand sich ein Bekennerbrief der Bajuwarischen Befreiungsarmee „BBA“, in dem es unter anderem hieß: „Sifkovits, Grandits, Stoisits, Resetarits und Janisch zurück nach Dalmatien.“

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau über gekreuzten silbernen Schlüsseln eine silberne Tiara (Papstkrone).“

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2017
 %
60
50
40
30
20
10
0
53,81
(+6,31)
46,19
(-6,31)


Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Anzahl der Wahlberechtigten insgesamt 19 Mitglieder.

Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1997
Partei 2017[7] 2012[8] 2007[9] 2002[10] 1997[10]
Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M.
SPÖ 515 53,81 10 456 47,50 9 495 54,64 10 602 66,37 13 485 59,00 11
ÖVPA1 442 46,19 9 504 52,50 10 411 45,36 9 305 33,63 6 337 41,00 8
Wahlberechtigte 1166 1150 1097 1083 1043
Wahlbeteiligung 90,22 % 90,52 % 88,61 % 90,49 % 90,51 %
A1 1997 als „VP“ angetreten

Gemeindevorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Bürgermeister Andreas Grandits (ÖVP) und Vizebürgermeister Josef Kreitzer (ÖVP) gehören weiters die geschäftsführenden Gemeinderäte Hannah Grandits (SPÖ), Peter Grandits (SPÖ) und Christian Wagner (ÖVP) dem Gemeindevorstand an.[11]

In der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats wurde Peter Grandits (SPÖ) zum Gemeindekassier und Katharina Kreuter (SPÖ) zur Umweltgemeinderätin gewählt.[11]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Andreas Grandits (ÖVP).[12]

Nachdem Alfred Grandits (SPÖ), der seit 1986 der Gemeinde vorstand,[13] am 30. September 2009 aus gesundheitlichen Gründen als Bürgermeister zurücktrat, mussten laut Gemeindewahlordnung im Jänner 2010 eine Neuwahl durchgeführt werden.[14] Bei dieser konnte sich der bisherige Vizebürgermeister Andreas Grandits (ÖVP) gegen den Mitbewerber der SPÖ, Otto Zsivkovits, durchsetzen. Bei der Bürgermeisterdirektwahl am 7. Oktober 2012 wurde Andreas Grandits mit 64,10 % gegenüber Josef Kreitzer (SPÖ), der auf 35,90 % kam, durchsetzen.[8] Bei der Gemeinderatswahl wurden die Karten neu gemischt, denn die SPÖ überholte die ÖVP im Gemeinderat. Dies betraf aber nicht den Bürgermeister, denn Andreas Grandits erreichte um 7,92 % mehr Stimmen als seine ÖVP und konnte mit 54,11 % seinen Bürgermeistersessel verteidigen. Mitbewerber der SPÖ war auch diesmal Josef Kreitzer, der zwar um 9,99 % zulegen konnte, doch mit 45,89 % sich abermals geschlagen geben musste.[7]

Vom Gemeinderat wurde Kreitzer neuerlich zum Vizebürgermeister gewählt.[12]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Stinatz

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen mit Bezug zur Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Jandrisevits (1879 Sulz – 1938 Schandorf), österreichischer Geistlicher und Politiker. Jandrisevits war zwischen 1923 und 1927 Abgeordneter im Burgenländischen Landtag und zwischen dem 12. November 1906 und dem 15. Juni 1924 Administrator bzw. Pfarrer von Stinatz.
  • Ernst A. Grandits (* 1951 Wien), österreichischer Autor, Filmemacher und Journalist, Moderator bei 3Sat
  • Thomas Stipsits (* 1983 Leoben), österreichischer Kabarettist und Schauspieler mit Stinatzer Wurzeln
  • Ägidius Zsifkovics (* 1963 Güssing), Bischof der Diözese Eisenstadt, mit Stinatzer Wurzeln

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Fußballverein ASKÖ Stinatz spielte in der Landesliga Burgenland, der Abstieg erfolgte in der Saison 2013/14. Der Abstieg von der 2. Liga Süd erfolgte gleich darauf. Der Fußballverein ASKÖ Stinatz wurde im Jahr 2015 aufgelöst.
  • Der Tennisverein ASKÖ TC Stinatz besteht seit dem 26. Juli 1979.
  • Der Laufclub LC Tiger Stinatz veranstaltet seit dem Jahre 1995 den Internationalen Stinatzer Halbmarathon.
  • Der Musikverein Stinatz, das Folklore-Ensemble (Tamburizza + Volkstanz) Stinjacko Kolo, der Laufklub Tiger, die Naturfreunde Stinatz und ein Verschönerungsverein.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirtag (Verschönerungsverein)
  • Fitmarsch (Sozialistische Jugend Stinatz)
  • Waldfest (Freiwillige Feuerwehr Stinatz)
  • Pfarrfest (Pfarre Stinatz)
  • Musikertreffen (Musikverein Stinatz)
  • Feuerwehrball (Freiwillige Feuerwehr Stinatz)
  • Pfarrball (Pfarre Stinatz)
  • Arbeiterball (SPÖ Stinatz)
  • Tiger-Heuriger (LC Tiger) (im Jahre 2014 der erste „Stinatzer-Opernball“)

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Relative Bekanntheit im deutschen Sprachraum erlangte der Ort durch das Lied „Fürstenfeld“ (1984) der Gruppe S.T.S., in dem es heißt: „I spü höchstens nu in Graz, Sinabelkirchen und Stinatz“ („Ich spiele höchstens noch in Graz, Sinabelkirchen und Stinatz“) sowie in jüngerer Zeit durch den „Freibadsong“ des Kabarettisten Thomas Stipsits.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stinatz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Absturz einer B-17 bei Stinatz am 26. Juli 1944, Webseite regiowiki.at, abgerufen am 23. November 2014
  2. Fremdenverkehrs-, Verschoenerungs-, Trachten- und Volkstanzverein Stinaz: Fotoarchiv: Markterhebung und Heimathauseröffnung 1977 (abgerufen am 7. Februar 2018)
  3. http://tvthek.orf.at/topic/Politik/7146697/Rohrbombe-in-Stinatz/3229487/Rohrbombe-in-Stinatz/3229489
  4. http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/oesterreich/chronik/373129_Experte-Bombe-auf-300-m-toedlich.html
  5. http://www.ami25.at/franz-fuchs-und-die-bba/chronologie/index.html
  6. http://othes.univie.ac.at/18734/
  7. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Stinatz 2017 (abgerufen am 6. Februar 2018)
  8. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Stinatz 2012 (abgerufen am 6. Februar 2018)
  9. Land Burgenland: Wahlergebnis Stinatz 2007 (abgerufen am 6. Februar 2018)
  10. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Stinatz 2002 (abgerufen am 6. Februar 2018)
  11. a b Marktgemeinde Stinatz: Rundschreiben 8/2017 (pdf-Dokument; abgerufen am 7. Februar 2018)
  12. a b Marktgemeinde Stinatz: Politik–Verwaltung (abgerufen am 7. Februar 2018)
  13. Fremdenverkehrs-, Verschoenerungs-, Trachten- und Volkstanzverein Stinaz: Alfred Grandits – Ehrenmitgliedschaft (abgerufen am 7. Februar 2018)
  14. ORF Burgenland vom 11. April 2012: Neue Ortschefs für Wörterberg und Stinatz (abgerufen am 7. Februar 2018)