Stinatz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Stinatz
Stinjaki
Wappen von StinatzStinjaki
Stinatz (Österreich)
Stinatz
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Güssing
Kfz-Kennzeichen: GS
Fläche: 9,49 km²
Koordinaten: 47° 12′ N, 16° 8′ OKoordinaten: 47° 12′ 14″ N, 16° 8′ 0″ O
Einwohner: 1.342 (1. Jän. 2016)
Bevölkerungsdichte: 141 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7552
Vorwahl: 03358
Gemeindekennziffer: 1 04 15
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 1
7552 Stinatz
Stinjaki
Website: stinatz.gv.at
Politik
Bürgermeister: Andreas Grandits (ÖVP)
Gemeinderat: (2012)
(19 Mitglieder)
10
9
10 
Von 19 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Stinatz
Stinjaki im Bezirk Güssing
Bildein Bocksdorf Burgauberg-Neudauberg Eberau Gerersdorf-Sulz Großmürbisch Güssing Güttenbach Hackerberg Heiligenbrunn Heugraben Inzenhof Kleinmürbisch Kukmirn Moschendorf Neuberg im Burgenland Neustift bei Güssing Olbendorf Ollersdorf im Burgenland Rauchwart Rohr im Burgenland Sankt Michael im Burgenland Stegersbach Stinatz Strem Tobaj Tschanigraben Wörterberg BurgenlandLage der Gemeinde Stinatz im Bezirk Güssing (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Pfarrkirche
Pfarrkirche
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Stinatz (kroatisch: Stinjaki, ungarisch: Pásztorháza) ist eine österreichische Marktgemeinde im Bezirk Güssing in Burgenland mit 1342 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016).

Nach der Volkszählung 2001 bekennen sich 53,9 % der Einwohner zur Volksgruppe der Burgenlandkroaten und 8,1 % bekennen sich als Kroaten. 30,7 % geben als Umgangssprache Deutsch an.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Südburgenland im Bezirk Güssing. In Stinatz gibt es zwei Ortsteile, Stinatz und Stinatz-Nord.

Die Nachbarorte von Stinatz sind Wörterberg, Hackerberg, Litzelsdorf und Ollersdorf.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolfau Wolfau Litzelsdorf
Wörterberg Nachbargemeinden Litzelsdorf
Hackerberg Hackerberg Ollersdorf im Burgenland

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Folge der Türkenkriege zogen im 15. Jahrhundert Familien aus Kroatien in die Gegend. Ihre Ansiedlung wurde 1577 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Stinacz verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde Deutsch-Westungarn 1919 nach zähen Verhandlungen in den Verträgen von St. Germain und Trianon Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Am 26. Juli 1944 stürzte ein amerikanischer Boeing B-17 Bomber nach einem Luftkampf mit deutschen Jagdflugzeugen auf das Gemeindegebiet von Stinatz. Von den neun Besatzungsmitgliedern konnten sich sechs mit dem Fallschirm retten.[1]

Marktgemeinde ist Stinatz seit 1977.

Bombenanschlag 1995

Am 6. Februar 1995 gegen 11 Uhr, zwei Tage nach dem Vierfachmord von Oberwart, wurde in Stinatz Erich Preissler, einem Mitarbeiter des burgenländischen Umweltdienstes, durch eine Sprengfalle des Bombenlegers Franz Fuchs die Hand zerfetzt.[2][3][4][5] Zudem waren an zwei Burgenland-Kroatinnen zuvor bzw. nachher Briefbomben adressiert, deren Detonation jedoch weder die Grünen-Politikerin Terezija Stoisits noch Angela Resetarits verletzte. In einem Wartehäuschen der Nachbargemeinde Ollersdorf fand sich ein Bekennerbrief der Bajuwarischen Befreiungsarmee „BBA“, in dem es unter anderem hieß: „Sifkovits, Grandits, Stoisits, Resetarits und Janisch zurück nach Dalmatien.“

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung


Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 31. Jänner 2010 ist Andreas Grandits (ÖVP) Bürgermeister von Stinatz.

  • Die Mandatsverteilung (19 Sitze) in der Gemeindevertretung ist: ÖVP 10, SPÖ 9 Mandate.
Bürgermeister
  • bis 2009 Alfred Grandits (SPÖ)
  • seit 2010 Andreas Grandits (ÖVP)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau über gekreuzten silbernen Schlüsseln eine silberne Tiara (Papstkrone).“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Stinatz

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter

Personen mit Beziehung zur Marktgemeinde

  • Peter Jandrisevits (1879 Sulz – 1938 Schandorf), österreichischer Geistlicher und Politiker. Jandrisevits war zwischen 1923 und 1927 Abgeordneter im Burgenländischen Landtag und zwischen dem 12. November 1906 und dem 15. Juni 1924 Administrator bzw. Pfarrer von Stinatz.
  • Ernst A. Grandits (* 1951 Wien), österreichischer Autor, Filmemacher und Journalist, Moderator bei 3Sat
  • Thomas Stipsits (* 1983 Leoben), österreichischer Kabarettist und Schauspieler mit Stinatzer Wurzeln
  • Ägidius Zsifkovics (* 1963 Güssing), Bischof der Diözese Eisenstadt, mit Stinatzer Wurzeln

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Fußballverein ASKÖ Stinatz spielt derzeit in der 1. Klasse im Burgenland. Der Abstieg von der Landesliga Burgenland erfolgte in der Saison 2013/14. Der Abstieg von der 2. Liga Süd erfolgte gleich darauf. Der Tennisverein ASKÖ TC Stinatz besteht seit dem 26. Juli 1979. Der Laufclub LC Tiger Stinatz veranstaltet seit dem Jahre 1995 den Internationalen Stinatzer Halbmarathon.
  • Der Musikverein Stinatz, das Folklore-Ensemble (Tamburizza + Volkstanz) Stinjacko Kolo, der Laufklub Tiger, die Naturfreunde Stinatz und ein Verschönerungsverein.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirtag (Verschönerungsverein)
  • Fitmarsch (Sozialistische Jugend Stinatz)
  • Waldfest (Freiwillige Feuerwehr Stinatz)
  • Pfarrfest (Pfarre Stinatz)
  • Musikertreffen (Musikverein Stinatz)
  • Feuerwehrball (Freiwillige Feuerwehr Stinatz)
  • Pfarrball (Pfarre Stinatz)
  • Arbeiterball (SPÖ Stinatz)
  • Tiger-Heuriger (LC Tiger) (im Jahre 2014 der erste "Stinatzer-Opernball")

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Relative Bekanntheit im deutschen Sprachraum erlangte der Ort durch das Lied „Fürstenfeld“ (1984) der Gruppe S.T.S., in dem es heißt: „I spü höchstens nu in Graz, Sinabelkirchen und Stinatz“ („Ich spiele höchstens noch in Graz, Sinabelkirchen und Stinatz“) sowie in jüngerer Zeit durch den „Freibadsong“ des Kabarettisten Thomas Stipsits.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stinatz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Absturz einer B-17 bei Stinatz am 26. Juli 1944, Webseite regiowiki.at, abgerufen am 23. November 2014
  2. http://tvthek.orf.at/topic/Politik/7146697/Rohrbombe-in-Stinatz/3229487/Rohrbombe-in-Stinatz/3229489
  3. http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/oesterreich/chronik/373129_Experte-Bombe-auf-300-m-toedlich.html
  4. http://www.ami25.at/franz-fuchs-und-die-bba/chronologie/index.html
  5. http://othes.univie.ac.at/18734/