Stockholm–Västerås–Bergslagens Järnvägar

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SWB-Bahnhof Tillberga um 1900

Stockholm–Västerås–Bergslagens Järnvägar, abgekürzt SWB, später SVB, war eine private schwedische Eisenbahngesellschaft. Sie wurde 1871 unter dem Namen Stockholm-Westerås-Bergslagens Jernvägsaktiebolag gegründet, um die Bergbauregion Bergslagen mit Eisenbahnstrecken zu erschließen und mit der Hafenstadt Västerås am Nordufer des Mälarsees sowie mit dem übrigen schwedischen Eisenbahnnetz zu verbinden. Die SWB entwickelte sich bis zu ihrer Verstaatlichung 1944 zu einer der größten privaten Eisenbahngesellschaften Schwedens.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region Bergslagen nördlich und nordwestlich des Mälarsees war seit Jahrhunderten ein wichtiges Bergbaugebiet, in dem unter anderem Silber, Kupfer und Eisen gewonnen wurde. Der Abtransport der Rohstoffe bis zu den Hafenstädten am Mälaren erfolgte bis zur Eröffnung des Strömsholm-Kanals 1795 ausschließlich auf dem beschwerlichen Landweg.

1854 beschloss der schwedische Reichstag, ein Netz von staatlichen Stammbahnen einzurichten. Dazu ergänzende Strecken sollten von der Privatwirtschaft finanziert und erbaut werden. Zunächst wurde überlegt, die Västra stambanan genannte Strecke von Stockholm nach Göteborg am nördlichen Ufer des Mälaren zu bauen. 1857 fiel jedoch die Entscheidung, die Strecke über einen möglichst kurzen Weg und somit südlich des Mälarsees zu bauen. Daraufhin wurden mehrere private Initiativen gestartet, um das nördliche Mälarenufer, die Städte Örebro und Västerås sowie die Region Bergslagen durch Bahnstrecken zu erschließen und mit Stockholm zu verbinden.[1][2]

Gründung und Streckenbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1871 wurde die Gesellschaft unter dem Namen Stockholm-Westerås-Bergslagens Jernvägsaktiebolag gegründet. Unter anfangs zunächst schwierigen wirtschaftlichen Umständen wurde eine normalspurige Bahnstrecke von Tillberga nördlich von Västerås bis Köping erbaut und 1875 eröffnet. In Köping schloss die Strecke an die bereits seit 1867 bestehende Strecke der Gesellschaft Köping–Hults Järnväg nach Örebro an. Ebenfalls 1875 wurde die von der Gesellschaft Sala–Tillberga järnvägsaktiebolag erbaute Strecke von Sala nach Tillberga eröffnet.[3] Ein Jahr später folgten die Strecken Tillberga–Ängelsberg und Tillberga–Tomteboda. In Tomteboda bestand Anschluss an die damals als Norra Stambanan bezeichnete Strecke Stockholm–Uppsala–Krylbo–Storvik.[4]

1899 wurde eine Verbindungsstrecke zwischen Ramnäs an der Strecke Tillberga–Ängelsberg und Kolbäck an der Strecke Tillberga–Köping eröffnet. Diese ermöglichte es Zügen zwischen Köping/Örebro und Ängelsberg, den Knotenpunkt Tillberga zu umgehen. Im gleichen Jahr wurde die Verlängerung der Strecke nördlicher Richtung über Ängelsberg hinaus bis Fagersta für den Güterverkehr eröffnet.[5] Im Jahr 1900 erreichte die Strecke Ludvika, zugleich wurde der Abschnitt bis Fagersta für den Personenverkehr freigegeben.[6] 1907 fand der Streckenbau in Vansbro seinen nördlichen Abschluss.

Das Streckennetz der SWB wuchs zudem durch Zukäufe. 1906 wurde Sala–Tillberga järnvägsaktiebolag übernommen, nachdem SWB bereits vorher nahezu den gesamten Verkehr auf deren Strecke gestellt hatte. 1908 folgte Enköping–Heby–Runhällens Järnvägs AB (EHRJ) und 1922 Norbergs Järnväg.[7]

Verstaatlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1944 wurde die SWB wie viele andere Eisenbahngesellschaften im Zuge der Allgemeinen Eisenbahnverstaatlichung in Schweden in eine staatliche Gesellschaft mit gleichem Namen umgewandelt. Ein Jahr später wurde sie in die staatliche Eisenbahngesellschaft Statens Järnvägar (SJ) eingegliedert.

Streckennetz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Streckennetz der SWB (rot markiert)

Zum Zeitpunkt seiner größten Ausdehnung umfasste das Streckennetz der SWB folgende Strecken:

Streckenstilllegungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum Streckenabschnitt Länge Verkehrsart Anmerkungen
01.05.1909 Enköping − Enköpings hamn[8] 3 km Personenverkehr
01.04.1952 Heby − Runhällen[9] 10 km Personenverkehr
01.10.1959 Enköping − Fjärdhundra[10] 18 km Gesamtverkehr
01.10.1959 Fjärdhundra − Heby[10] 20 km Personenverkehr
01.09.1962 Ängelsberg − Kärrgruvan[11] 18 km Personenverkehr
01.09.1963 Ludvika − Nyhammar[12] 23 km Personenverkehr
01.09.1963 Nyhammar − Björbo[12] 24 km Gesamtverkehr
01.11.1965 Kolbäck − Surahammar[13] 17 km Personenverkehr Wiederinbetriebnahme 10.11.1991
01.11.1965 Surahammar − Ramnäs[13] 7 km Gesamtverkehr Wiederaufnahme Güterverkehr 1990, Personenverkehr 1991
01.10.1968 Fjärdhundra − Heby[14] 20 km Gesamtverkehr
01.01.1977 Enköping − Enköpings hamn[15] 3 km Gesamtverkehr
01.10.1985 Ludvika − Nyhammar[16] 23 km Gesamtverkehr
01.10.1990 Ramnäs − Tillberga[17] 28 km Güterverkehr Dafür Wiederaufnahme Güterverkehr Surahammar–Ramnäs
01.11.1990 Snyten − Kärrgruvan[17] 28 km Gesamtverkehr
06.11.1991 Ramnäs − Tillberga[18] 28 km Gesamtverkehr Dafür Wiederaufnahme Personenverkehr Ramnäs–Kolbäck

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stockholm–Västerås–Bergslagens Järnvägar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. (Stockholm-) Karlberg-Enköping-Västerås-Arboga-Hovsta (-Örebro). Fakta & Historia. In: järnväg.net. Abgerufen am 5. Oktober 2017 (schwedisch).
  2. (Västerås-) Kolbäck-Fagersta-Ludvika. Fakta & Historia. In: järnväg.net. Abgerufen am 5. Oktober 2017 (schwedisch).
  3. Lars-Olof Karlsson: Järnvägar i historien, Händelser år 1875. In: historiskt.nu. 31. März 1996, abgerufen am 5. Oktober 2017 (schwedisch).
  4. Lars-Olof Karlsson: Järnvägar i historien, Händelser år 1876. In: historiskt.nu. 31. März 1996, abgerufen am 5. Oktober 2017 (schwedisch).
  5. Lars-Olof Karlsson: Järnvägar i historien, Händelser år 1899. In: historiskt.nu. 31. März 1996, abgerufen am 5. Oktober 2017 (schwedisch).
  6. Lars-Olof Karlsson: Järnvägar i historien, Händelser år 1900. In: historiskt.nu. 31. März 1996, abgerufen am 5. Oktober 2017 (schwedisch).
  7. Ängelsberg-Snyten-Kärrgruvan. Fakta & Historia. In: järnväg.net. Abgerufen am 22. Dezember 2017 (schwedisch).
  8. Lars-Olof Karlsson: Järnvägar i historien, Händelser år 1909. In: historiskt.nu. 31. März 1996, abgerufen am 19. Dezember 2017 (schwedisch).
  9. Lars-Olof Karlsson: Järnvägar i historien, Händelser år 1952. In: historiskt.nu. 31. März 1996, abgerufen am 19. Dezember 2017 (schwedisch).
  10. a b Lars-Olof Karlsson: Järnvägar i historien, Händelser år 1959. In: historiskt.nu. 31. März 1996, abgerufen am 20. Dezember 2017 (schwedisch).
  11. Lars-Olof Karlsson: Järnvägar i historien, Händelser år 1962. In: historiskt.nu. 31. März 1996, abgerufen am 19. Dezember 2017 (schwedisch).
  12. a b Lars-Olof Karlsson: Järnvägar i historien, Händelser år 1963. In: historiskt.nu. 31. März 1996, abgerufen am 19. Dezember 2017 (schwedisch).
  13. a b Lars-Olof Karlsson: Järnvägar i historien, Händelser år 1965. In: historiskt.nu. 31. März 1996, abgerufen am 19. Dezember 2017 (schwedisch).
  14. Lars-Olof Karlsson: Järnvägar i historien, Händelser år 1968. In: historiskt.nu. 31. März 1996, abgerufen am 20. Dezember 2017 (schwedisch).
  15. Lars-Olof Karlsson: Järnvägar i historien, Händelser år 1977. In: historiskt.nu. 31. März 1996, abgerufen am 20. Dezember 2017 (schwedisch).
  16. Lars-Olof Karlsson: Järnvägar i historien, Händelser år 1985. In: historiskt.nu. 31. März 1996, abgerufen am 19. Dezember 2017 (schwedisch).
  17. a b Lars-Olof Karlsson: Järnvägar i historien, Händelser år 1990. In: historiskt.nu. 31. März 1996, abgerufen am 19. Dezember 2017 (schwedisch).
  18. Lars-Olof Karlsson: Järnvägar i historien, Händelser år 1991. In: historiskt.nu. 31. März 1996, abgerufen am 19. Dezember 2017 (schwedisch).