Stolpe an der Peene

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Stolpe an der Peene führt kein Wappen
Stolpe an der Peene
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Stolpe an der Peene hervorgehoben
53.87305555555613.5594444444443Koordinaten: 53° 52′ N, 13° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Greifswald
Amt: Anklam-Land
Höhe: 3 m ü. NHN
Fläche: 17,67 km²
Einwohner: 313 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 18 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17391
Vorwahl: 039721
Kfz-Kennzeichen: VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG
Gemeindeschlüssel: 13 0 75 128
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Rebelower Damm 2
17392 Spantekow
Webpräsenz: www.amt-anklam-land.de
Bürgermeister: Marcel Falk
Lage der Gemeinde Stolpe an der Peene im Landkreis Vorpommern-Greifswald
Brandenburg Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Buggenhagen Krummin Lassan Wolgast Wolgast Zemitz Ahlbeck (bei Ueckermünde) Altwarp Eggesin Grambin Hintersee (Vorpommern) Leopoldshagen Liepgarten Luckow Luckow Lübs (Vorpommern) Meiersberg Mönkebude Vogelsang-Warsin Bargischow Bargischow Blesewitz Boldekow Bugewitz Butzow Ducherow Iven Krien Krusenfelde Neetzow-Liepen Medow Neetzow-Liepen Neu Kosenow Neuenkirchen (bei Anklam) Postlow Rossin Sarnow Spantekow Stolpe an der Peene Alt Tellin Bentzin Daberkow Jarmen Kruckow Tutow Völschow Behrenhoff Dargelin Dersekow Diedrichshagen Hinrichshagen (Vorpommern) Levenhagen Mesekenhagen Neuenkirchen (bei Greifswald) Weitenhagen (bei Greifswald) Bergholz Blankensee (Vorpommern) Boock (Vorpommern) Glasow (Vorpommern) Grambow (Vorpommern) Löcknitz Nadrensee Krackow Penkun Plöwen Ramin Rossow Rothenklempenow Brünzow Hanshagen Katzow Kemnitz (bei Greifswald) Kröslin Kröslin Loissin Lubmin Neu Boltenhagen Rubenow Wusterhusen Görmin Loitz Sassen-Trantow Altwigshagen Ferdinandshof Hammer a. d. Uecker Heinrichswalde Rothemühl Torgelow Torgelow Torgelow Wilhelmsburg (Vorpommern) Jatznick Brietzig Damerow (Rollwitz) Fahrenwalde Groß Luckow Jatznick Jatznick Koblentz Krugsdorf Nieden Papendorf (Vorpommern) Polzow Rollwitz Schönwalde (Vorpommern) Viereck (Vorpommern) Zerrenthin Züsedom Karlshagen Mölschow Peenemünde Trassenheide Benz (Usedom) Dargen Garz (Usedom) Kamminke Korswandt Koserow Loddin Mellenthin Pudagla Rankwitz Stolpe auf Usedom Ückeritz Usedom (Stadt) Zempin Zirchow Bandelin Gribow Groß Kiesow Groß Polzin Gützkow Gützkow Karlsburg (Vorpommern) Klein Bünzow Lühmannsdorf Murchin Rubkow Schmatzin Wrangelsburg Ziethen (bei Anklam) Züssow Heringsdorf Pasewalk Strasburg (Uckermark) Ueckermünde Wackerow Greifswald Greifswald PolenKarte
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Stolpe an der Peene (bis zum 1. Dezember 2014 Stolpe)[2] ist eine Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern. Sie wird vom Amt Anklam-Land mit Sitz in der Gemeinde Spantekow verwaltet.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Stolpe an der Peene liegt nahe Anklam am Südufer der Peene an der Bundesstraße 110. Hier befindet sich eine saisonal betriebene Personen- und Radfahrerfähre nach Stolpmühl und Quilow. Am Fluss befindet sich ein neuer Anlegekai für Fahrgastschiffe. 100 Meter flussaufwärts existiert eine neue, modern ausgeführte Marina mit Bootsverleih.

Ortsteile[Bearbeiten]

  • Neuhof
  • Grüttow
  • Dersewitz
  • Stolpe an der Peene

Geschichte[Bearbeiten]

Neuhof

Neuhof wurde im Jahr 1618 in der Lubinschen Karte als „Nienhave“ erstmals genannt. Es war als Vorwerk zum Gut Stolpe angelegt worden, nahe der Stelle, die als Burgwall Groswin vermutet wird.

1865 hatte Neuhof 5 Wohn- und 7 Wirtschaftsgebäude, die 83 Einwohner bestehen aus 1 Unterpächter und 17 Tagelöhnern nebst Familien.

Grüttow

Grüttow wurde mit einer alten Wüstung mit Namen „Parpatno“ gleichgesetzt, welche schon 1182 und bis 1305 urkundlich genannt wurde.[3] Der slawische Name wird mit „Farnkraut“ gedeutet. Im „Grüttower Grund“ an der B 110 Anklam - Jarmen, direkt an der schmalen Aus- bzw. Einfahrt Grüttow, befindet sich ein seltenes Zeugnis pommerscher Frühgeschichte, der sogenannte „Wartislawstein“. Das Steinmal, das auf seiner Vorderseite ein eingemeißeltes Kreuz und ein gekrümmtes Horn sowie auf seiner Rückseite die Umrisse einer menschlichen Gestalt aufweist, wird mit dem im Jahr 1136 oder 1147 ermordeten ersten christlichen Pommernherzog Wartislaw I. in Verbindung gebracht. Der Stein in seinen Abmessungen (H: 0,90 Meter, B: 0,70 Meter, T: 0,50 Meter) war sicherlich als Sühnestein für Herzog Wartislaw I. gedacht und stammt aus der Zeit um 1150. Der Sage nach soll Wartislaw bei einem Jagdausritt im Grüttower Grund von einem heidnischen Peenefischer erschlagen worden sein und hier unter einem hohen Baum seine letzte Ruhe gefunden haben.

Dersewitz

Dersewitz war ein Domänenvorwerk, das vom Amt Klempenow verwaltet wurde, die Nutzung war aber zum Gut Liepen vergeben. Es war an den Pächter Rossow verpachtet. Das Gutshaus wurde vor 1835 von Amtsrat Eduard Wette errichtet, es ist ein kompaktes Gebäude aus Backstein mit Feldsteinsockel.

1865 hatte der Ort 5 Wohn- und 10 Wirtschaftsgebäude, sowie 77 Einwohner in 13 Familien, bestehend aus 2 Gutsverwaltern, Gesinde und Taglöhnern.

Bei Dersewitz begann 1977 bis 1981 der Bau des Peenesüdkanals von der Peene bis zum Großen Landgraben vor Friedland. Er ist 27 km lang. Bei Dersewitz wird er von der Brücke der B 110 gequert. Nahe der Peene befindet sich das Pumpwerk Dersewitz, das das Wasser der Peene 12 m hebt und in den Kanal pumpt.

Stolpe an der Peene
Grenzsituation Stolpe - Stolpmühl (Schwedisch) 1760
Peenesüdkanal bei Dersewitz

Stolpe an der Peene wurde erstmals 1151 als „Stolp“ urkundlich erwähnt.[4] Der Ortsname leitet sich vom altslawischen Wort stlŭpŭ für Säule oder Fischständer im Fluss, welches eine Vorrichtung zum Fischfang ist, ab.[5]

Im Jahr 1153 wurde von Ratibor I., Herzog von Pommern das Kloster Stolpe gegründet. Er widmete es, wie auch die Vorgängerkirche im Ort seinem in der Nähe ermordeten Bruder Pommernherzog Wartislaw I. Dieses Kloster gehörte zum Benediktinerorden und gilt als das erste in Pommern. Die umgebenden Ländereien wurden Klostergut. Darüber hinaus wurden durch die Herzöge und andere Adlige Ländereien, Abgaben usw. an das Kloster gestiftet. Im Jahr 1305 unterstellte sich das Kloster dem Kloster Pforta und ging an den Zisterzienserorden über; es wurde zum Mutterkloster einiger baltischer Klöster (Kloster Padise, Kloster Kärkna). Im Jahr 1535 wurde es säkularisiert. Teile des Klosters wurden herzogliche Amtsgebäude, das Gut wurde ein Dominalgut. Das eine Amtshaus steht noch, es diente vor dem Neubau der Wartislaw-Kirche als Kapelle und jetzt als Museum für neolithische Trogmühlen und andere Mahlsteine.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde das Kloster im Jahr 1637 zerstört.

Nach dem Westfälischen Frieden im Jahr 1648 wurde Stolpe wie ganz Pommern schwedisch. Das Gut Stolpe wurde schwedisches Krongut, aber nach kurzer Zeit ging es als Verdienstgeschenk an den Generalmajor Graf Steenbock. 1675 überschritten hier Teile der kurfürstlich-brandenburgischen Truppen die Peene, der Kurfürst selbst an der Gützkower Fähre. Nach dem Großen Nordischen Krieg kam Stolpe 1720 zu Preußen und wurde preußischer Grenzort. Auf schwedischer Seite war bei Stolpmühl der Grenzposten mit einem System von Schanzen.

Gut Stolpe wurde 1720 persönliche Domäne des preußischen „Soldatenkönigs“ Friedrich Wilhelm I.. Sein Urenkel Friedrich Wilhelm III. verkaufte Stolpe 1807 an den Staat als dessen Domäne.

Bis 1852 war das Gut an Pächter Müller vergeben. 1852 wurde das Gut an die Familie von Bülow verkauft, die auch das Herrenhaus erbaute. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (1853–1863) war der niederdeutsche Dichter Fritz Reuter häufiger in Stolpe zu Gast. Reuter verarbeitete seine Zeit in Stolpe in der „Urgeschicht von Meckelnborg“. Dem Inspektor Knitschky und der Gutsmamsell Caroline Neukirch setzte er in diesem Werk ein literarisches Denkmal. An sie erinnern noch heute gusseiserne Grabkreuze auf dem Stolper Friedhof. Im nördlichen Anbau des Gutshauses wohnte Reuter, deshalb noch heute der Name Reuteranbau. Im „Fährkrug“ wird noch eine Bank bewahrt, auf der er immer gesessen haben soll.

1865 hatte das Stolper Gut 8 Wohn- und 11 Wirtschaftsgebäude, sowie 1 Windmühle. Es wohnten dort 182 Einwohner, bestehend aus 1 Inspektor, Gesinde und 30 Tagelöhner, sowie jeweils deren Familien. Im gleichen Jahr hatte Stolpe-Dorf 1 Filialkirche zu Medow, 1 Schulhaus, 1 Windmühle, 1 Schmiede, 1 Krug, sowie 10 Wohn- und 12 Wirtschaftsgebäude. Es hatte außerdem 93 Einwohner, darunter 2 Bauern, 6 Büdner und 8 Tagelöhner mit den jeweiligen Familien.

Das Gut wurde aber wenig von den Bülows selbst genutzt, es war überwiegend verpachtet oder durch Inspektoren verwaltet. So z.B. Pächter Fritz Peters, ein Freund von Fritz Reuter von 1853 bis 1880. Als 1920 die Frau Sophie (geb. von Maltzan) von Hans von Bülow starb, adoptierte dieser 1921 deren Nichte Ursula von Maltzan (auch Maltzahn). Diese heiratete 1926 Kurt Stürken, somit kam diese Familie in den Besitz des Gutes Stolpe. Sie blieb es auch bis 1945. Es folgte Enteignung und Flucht der Gutsherrin mit Kindern.

In der DDR-Zeit war das Gut ein VEG (volkseigenes Gut) Saatzucht, das Gut Sitz dessen Verwaltung und das Herrenhaus war Lehrlingswohnheim des VEG.

In den Jahren 1977 bis 1981 wurde zusammen mit dem hier von der Peene abzweigenden Peene-Südkanal beim Ortsteil Dersewitz ein Pumpwerk gebaut, das diesen Bewässerungskanal bei Bedarf mit Peenewasser speist.

Ein Nachfahre des in der Bodenreform enteigneten Gutsherrn, Kurt Stürken (junior), kaufte 1994 den Gutshof mit 150 Hektar Wald und Acker und baute das Gutshaus zum Hotel und Restaurant aus, das er 1996 eröffnete. Im Jahr 1997 kaufte er auch noch den 300 Jahre alten „Fährkrug“.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Marina Stolpe

→ Siehe: Liste der Baudenkmale in Stolpe an der Peene

  • Ruine Kloster Stolpe (wohl ältester erhaltener Steinbau Pommerns) mit Amtshaus
  • Wartislaw-Gedächtniskirche (von 1893) benannt nach Wartislaw I. mit interessantem Kirchhof
  • Gutshaus und Gutsanlage mit Marstall/Speicherböden, kleinem Speicher, Scheune und Stallscheunen, Gutsallee und Hofpflasterung, sowie Gutspark mit Rasenparterren
  • Stolper Fährkrug - Fachwerk-Vorlaubengebäude, mit Saalanbau
  • Feldstein-Vorlauben-Schmiede vom Gut Stolpe gegenüber dem Fährkrug
  • Marina Stolpe mit Bootsverleih
  • Dorfanlage Stolpe mit alten rohrgedeckten Häusern, Angerteich und Friedhof
  • Kirche Grüttow
  • Wartislawstein, einer der wenigen Bildsteine Pommerns aus der Slawenzeit
  • Burgwall Groswin bei Neuhof
  • Peenesüdkanal mit Pumpwerk Dersewitz

Literatur[Bearbeiten]

  • Lutz Mohr: Was der „Wartislaw-Stein“ zwischen Stolpe und Grüttow bei Anklam in Ostvorpommern erzählt? In: Steinkreuzforschung. Studien zur deutschen und internationalen Flurdenkmalforschung. SKF. Reihe B: Sammelbände. Nr. 23 = NF Bd. 8, ZDB-ID 146124-2, 1996, S. 85–89.
  • Lutz Mohr: Klosterruine Stolpe und Burg Spantekow im Umfeld von Anklam. Zwei markante geschichtsträchtige Stätten aus dem mittelalterlichen Pommern. In: Stier und Greif. Blätter zur Kultur- und Landesgeschichte in Mecklenburg-Vorpommern. Jg. 17, 2007, ZDB-ID 913006-8, S. 46–65.
  • Manfred Niemeyer: Ostvorpommern. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Band 2: Festland (= Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 2). Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Lehrstuhl für Slawische Sprachwissenschaft, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6, S. 98.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2013 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Bundesamt, Gebietsänderungen vom 1. Januar bis 31. Dezember 2014, abgerufen am 23. Januar 2015
  3. Manfred Niemeyer: Ostvorpommern. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Band 2: Festland (= Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 2). Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Lehrstuhl für Slawische Sprachwissenschaft, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6, S. 101.
  4. Manfred Niemeyer: Ostvorpommern. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Band 2: Festland (= Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 2). Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Lehrstuhl für Slawische Sprachwissenschaft, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6, S. 129.
  5. Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 46, 1881, ISSN 0259-7772, S. 3–168, hier S. 138.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stolpe an der Peene – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien