Stones Fan Museum

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Das Stones-Fan-Museum ist ein Museum, das der 1962 gegründeten englischen Rockband The Rolling Stones Reverenz erweist. Es befindet sich in der niedersächsischen Kreisstadt Lüchow im Landkreis Lüchow-Dannenberg im Wendland,[1] wo es von dem ehemaligen Bankangestellten Ulrich, genannt „Ulli“, Schröder geleitet wird.[2] Das Museum ist Mitglied im Museumsverbund Lüchow-Dannenberg e. V.[3]

Ulli Schröder, langjähriger Rolling-Stones-Fan und seit 1997 Galerist von Rolling-Stones-Gitarrist und Maler Ron Wood,[2] kaufte für die Umsetzung seiner Museumspläne 2008 ein leerstehendes Supermarktgebäude in Lüchow, das 2010 entkernt und dann aus- und umgebaut wurde.[4] Die Stadt bezuschusste das private Projekt, von dem sie sich eine tourismusfördernde Wirkung erhoffte, mit 100.000 Euro, unter der Bedingung, dass Schröder das Museum mindestens zehn Jahre betreiben wird.[5]

Im Mai 2011 wurde das Haus erstmals für Besucher geöffnet;[6] es war jedoch erst im April 2012 vollständig eingerichtet.[7]

Unter den Ausstellungsstücken, die Ulli Schröder seit 1965 angesammelt hat, befinden sich Fotos, Plakate, Presseartikel, diverse Tonträger, goldene Schallplatten, Marionetten und Flipperautomaten im Rolling-Stones-Design, Eintrittskarten, Backstage-Ausweise, Tourbücher, Tourjacken, Dessous, Werke von Ron Wood und Roland Muri[8] sowie ein signierter Billardtisch, den die Band einst mit auf ihre Tourneen nahm.[9]

Schröder selbst präsentiert sich der Öffentlichkeit in schwarzem Frack und schwarzer Hose, von oben bis unten mit Fan-Ansteckern und -aufnähern versehen, sowie einem federverzierten, mit einer Lichterkette geschmückten Zylinder (seiner Interpretation des Rolling-Stones-Liedes Shine a Light).[10]

Das Museum betreibt einen integrierten Irish Pub[4] und stellt Musikern eine Bühne für Auftritte zur Verfügung.[5] Dort spielten unter anderem bereits verschiedene Rolling-Stones-Tribute-Bands, Blondie Chaplin, der die Rolling Stones bei ihren Konzerten als Begleitmusiker unterstützte,[11] und Chris Jagger, der jüngere Bruder des Rolling-Stones-Sängers Mick Jagger.[12]

Anfang 2012 geriet das Museum international in die Medien, nachdem in Lüchow mehrere Frauen gegen die mundförmigen Urinale in der Herrentoilette, die sie als frauenfeindlich wahrnahmen, protestiert hatten, woraufhin sich die Gleichstellungsbeauftragte der Region für die Entfernung der Becken eingesetzt hatte. Das Urinal-Modell Kisses der niederländischen Designerin Meike van Schijndel erinnert an das Bandlogo der Rolling Stones und hatte andernorts bereits zuvor Beschwerden von Feministinnen ausgelöst. Schröder weigerte sich, die Urinale abzumontieren.[13]

Der Jubiläums-Bildband The Rolling Stones: 50[14] zum 50-jährigen Bestehen der Band wurde am 6. Juli 2012 weltweit zum ersten Mal in dem Museum vorgestellt. Schröder ist auf einem Foto in dem Buch abgebildet.[15]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kontakt. In: stonesfanmuseum.com. Abgerufen am 18. Juli 2012 (Internetpräsenz des Museums).
  2. a b Der Zungenhüter. Wer ist Ulrich Schröder? In: stonesfanmuseum.com. Abgerufen am 18. Juli 2012.
  3. Jetzt schlägt’s Dreizehn. Museumsverbund begrüßt Stones-Fan-Museum. In: Generalanzeiger Lüchow-Dannenberg (31. März 2013). S. 1. (Online, s. „Weitere Ausgaben“) – Herzlich willkommen beim Museumsverbund Lüchow-Dannenberg e. V. In: luechow-dannenberg.de. Abgerufen am 10. Februar 2014.
  4. a b Museum. In: stonesfanmuseum.com. Abgerufen am 18. Juli 2012.
  5. a b André Fesser: Rolling-Stones-Museum öffnet in Lüchow. In: Weser-Kurier digital. Bremer Tageszeitungen AG, 21. Mai 2011; abgerufen am 21. Juli 2012 (Internetpräsenz des Weser-Kurier).
  6. Zuhause für die Hardcore-Fans. In: EJZ Online. Druck- und Verlagsgesellschaft Köhring GmbH & Co. KG, ; abgerufen am 25. Juli 2012 (Internetpräsenz der Elbe-Jeetzel-Zeitung).
  7. Endlich: Rock in Lüchow. Rolling-Stones-Fan-Museum öffnet - diesmal offiziell. In: Generalanzeiger Lüchow-Dannenberg. 22. April 2012, S. 1; abgerufen am 25. Juli 2012 (Online-Ausgabe der Zeitung auf Volksstimme digital).
  8. Björn Vogt: Stones-Museum: Bilder von Roland Muri übergeben. In: wendland-net. Gerhard Ziegler - Internet@gentur, 10. September 2010; abgerufen am 23. Juli 2012.
  9. »Ein bisschen unkonventionell». In: EJZ Online. ; abgerufen am 25. Juli 2012.; Heinrich Oehmsen: Ulli Schröder, ein Stones-Fan fürs Leben. In: abendblatt.de. Axel Springer AG, 11. Juli 2012; abgerufen am 23. Juli 2012 (Internetpräsenz des Hamburger Abendblatt).
  10. Roxana Wellbrock: Deutsches Rolling-Stones-Museum. Der Zungenhüter von Lüchow. In: Spiegel Online. Spiegel Online GmbH, 1. Oktober 2009; abgerufen am 23. Juli 2012 (Internetpräsenz der Zeitschrift Der Spiegel).
  11. Zuhause für die Hardcore-Fans. In: EJZ Online. ; abgerufen am 25. Juli 2012.Kult und Rock»n»Roll [sic!]. In: EJZ Online. ; abgerufen am 25. Juli 2012.
  12. Ulrich Schröder: Konzert: Freitag, 15. März 2013. “Chris Jagger’ s Acoustic Trio” im Stones Fan Museum, Einlass 19.00 Uhr. In: Flickr. 24. Februar 2013; abgerufen am 27. März 2013 (Scan einer Einladung zum Konzert im Fotostream von Flickr-Benutzer wupperstone).Konzert von Chris Jagger im Stones Fan Museum. In: stonesfanmuseum.com. 15. März 2013; abgerufen am 27. März 2013.
  13. Björn Vogt: Rolling-Stones-Museum im Wendland. Sturm im Pinkelbecken. In: stern.de. stern.de GmbH, 9. Februar 2012; abgerufen am 17. Juli 2012 (Internetpräsenz der Zeitschrift Stern).; Ärger mit Stones-Toiletten in Lüchow. In: Focus Online. Tomorrow Focus Media GmbH, 29. Januar 2012; abgerufen am 22. Juli 2012 (Internetpräsenz der Zeitschrift Focus, Text der dpa). Siehe auch: »Die bleiben drin - und damit basta». In: EJZ Online. ; abgerufen am 25. Juli 2012.
  14. Mick Jagger, Keith Richards, Charlie Watts, Ron Wood: The Rolling Stones: 50. München: Prestel 2012, ISBN 978-3-7913-4717-2.
  15. Weltpremiere für Stones-Buch in Lüchow. In: ndr.de. Norddeutscher Rundfunk, 6. Juli 2012; abgerufen am 17. Juli 2012 (Internetpräsenz des Norddeutschen Rundfunk). Siehe auch: Video Heute – in Deutschland: Die Rolling Stones werden 50 (6. Juli 2012) in der ZDFmediathek, abgerufen am 17. Juli 2012 (offline)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]