Storbeck-Frankendorf

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Storbeck-Frankendorf führt kein Wappen
Storbeck-Frankendorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Storbeck-Frankendorf hervorgehoben
Koordinaten: 53° 0′ N, 12° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Ostprignitz-Ruppin
Amt: Temnitz
Höhe: 65 m ü. NHN
Fläche: 42,69 km2
Einwohner: 478 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 11 Einwohner je km2
Postleitzahl: 16818
Vorwahlen: 033924, 03391
Kfz-Kennzeichen: OPR, KY, NP, WK
Gemeindeschlüssel: 12 0 68 413
Adresse der Amtsverwaltung: Bergstr. 2
16818 Walsleben
Bürgermeister: Hans-Jürgen Berner
Lage der Gemeinde Storbeck-Frankendorf im Landkreis Ostprignitz-Ruppin
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Über dieses Bild

Storbeck-Frankendorf ist eine Gemeinde im Landkreis Ostprignitz-Ruppin in Brandenburg. Sie wird vom Amt Temnitz verwaltet.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Storbeck-Frankdorf liegt, eingefasst von Ackerland, auf der Ruppiner Platte, etwa 5 km nördlich der Kreisstadt Neuruppin. Nördlich der Gemeinde erstreckt sich ein ausgedehntes Waldgebiet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Storbeck wurde im Jahre 1691 von zwölf bäuerlichen Familien aus der Schweiz auf dem Vorwerk Storbeck des Amtes Altruppin aufgebaut und steht heute fast an derselben Stelle wie das untergegangene mittelalterliche Dorf gleichen Namens. Auf der Gemarkung des Dorfes wurden von dem Vorgeschichtsforscher Martin Schultze vier germanische und zwei mittelalterliche deutsche Fundstätten ermittelt.

Vom mittelalterlichen Dorf existieren nur wenige Urkunden, dementsprechend ist darüber so gut wie nichts bekannt. Es wurde vermutlich im Zuge der West-Ost-Siedlung zwischen den Jahren 1000 und 1200 von Bauern niedersächsischer Herkunft gegründet und um das Jahr 1527 in den Ruppinisch-Pommerschen Fehden zerstört. Das mittelalterliche lag, nach den bisherigen Untersuchungen zu urteilen, quer zum heutigen Dorf im Zuge des Molchower Weges. Das Amt Altruppin errichtete auf der wüsten Gemarkung später ein Amtsvorwerk in kleinerem Umfang, das darauf auch in größerem Maße als Schäferei diente.

Durch den Ansiedlungsvertrag vom 6. Mai 1691 wurde das Vorwerk mitsamt der Schäferei aufgelöst und die gesamte nutzbare Fläche nebst den bereits sehr stark bewachsenen Teilen der mittelalterlichen Feldmark zwölf Schweizer Bauern zum Aufbau eines neuen Dorfes Storbeck überlassen. Diese Schweizer Bauern gehörten neben ihren Familien – keine Familie hatte weniger als vier Kinder – dem von Zwingli begründeten evangelisch-reformierten Glaubensbekenntnis an. Sie alle aber haben ihre Schweizer Bergheimat nicht, wie vielfach fälschlich behauptet wurde, aus religiösen Gründen verlassen, wie die kurz vor ihnen im Jahre 1685 nach der Mark gekommenen Hugenotten, sondern einzig und allein aus wirtschaftlichen Gründen. Sie stammten allesamt aus Ortschaften der heutigen Kantone Basel, Bern und Zürich. Gegenüber ihrer früheren Heimat fanden sie hier völlig andere Verhältnisse vor. Einige der ersten Familien sind heute ausgestorben, einige wenige Nachkommen leben heute in anderen Orten der Mark. Aber andere Geschlechter gleichfalls Schweizer Herkunft sind wieder dazugekommen.

Am 10. Januar 2002 entstand durch freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Storbeck und Frankendorf die Gemeinde Storbeck-Frankendorf.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Storbeck-
Frankendorf
Storbeck Frankendorf
1875 - 265 567
1910 - 246 443
1939 - 243 411
1946 - 389 650
1950 - 346 569
1971 - 245 334
1990 - 182 264
1995 - 207 263
2000 - 232 289
2001 - 239 291
2002 551
2005 537
2010 503
2011 481
2012 473
2013 474
2014 477
2015 478

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[3][4], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Storbeck-Frankendorf besteht aus 8 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:[5]

  • Unabhängige Wählergruppe Frankendorf 5 Sitze
  • Einzelbewerberin Karin Semrau 1 Sitz
  • Einzelbewerberin Ute Gutsche 1 Sitz
  • Einzelbewerber Jens Steffin 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans-Jürgen Berner wurde als Einzelbewerber in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 91,8 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[6] gewählt.[7]

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfkirche in Frankendorf

Vereine

Der Frankendorfer Heimatverein e.V. wurde 2001 gegründet und hat etwa 30 Mitglieder. Er veranstaltet jährlich mehrere Feste und arbeitet die Dorfgeschichte auf.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt an der Landesstraße L 18 zwischen Herzsprung und Neuruppin. Etwa 8 km südlich des Gemeindezentrums liegt die Anschlussstelle Neuruppin der Bundesautobahn 24.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Storbeck-Frankendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Storbeck in der RBB-Sendung Landschleicher vom 23. April 2006
  • Frankendorf in der RBB-Sendung Landschleicher vom 7. April 1996

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002
  3. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Ostprignitz-Ruppin. S. 22–25
  4. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  5. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  6. § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
  7. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014