Storebæltsbroen

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Koordinaten: 55° 20′ 29,2″ N, 11° 2′ 10″ O

Storebæltsbroen
Storebæltsbroen
Storebæltsbroen
Offizieller Name Storebæltsbroen
Nutzung Straßen- und Eisenbahnbrücke (Westbrücke), Straßenbrücke (Ostbrücke)
Querung von

Großer Belt

Ort Fyn (dt.: Fünen) und
Sjælland (Seeland)
Unterhalten durch A/S Storebælt
Konstruktion Hängebrücke
Gesamtlänge 6790 Meter (Ostteil),
6611 Meter (Westteil)
Längste Stützweite 1624 Meter
Lichte Höhe 65 Meter (Ostteil),
18 Meter (Westteil)
Fahrzeuge pro Tag 32.500 (Stand 2015)[A 1]
Eröffnung 14. Juni 1998
Planer COWIconsult, Architekt Dissing+Weitling
Lage
Storebæltsbroen (Dänemark)
Storebæltsbroen
Lage und Detailkarte
Karte Storebælt-Brücke.png
Detailkarte vom Großen Belt mit der Storebæltsbroenp1

Storebæltsbroen (deutsch Großer-Belt-Brücke, auch: Brücke über den Großen Belt[1]) ist ein Brückenzug in Dänemark. Das Bauwerk ist Teil der Storebæltsforbindelsen genannten Querung der Meerenge Großer Belt zwischen den Inseln Fünen (dänisch Fyn) und Seeland (dän.: Sjælland). Der Kraftfahrzeugverkehr wird über eine mautpflichtige Autobahn geführt.

Im Westen verbindet eine Spannbeton-Hohlkastenbrücke Fünen mit der kleinen Insel Sprogø. Den östlichen Brückenabschnitt bildet eine Hängebrücke, die mit einer Hauptspannweite von 1624 Metern zu den längsten Hängebrücken der Welt gehört.

Lage und Konstruktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mautstation am östlichen Ende bei Halsskov auf Seeland
Storebæltsbroen aus der Vogelperspektive (mit Sprogø und Fünen im Hintergrund)

Bis zur Inbetriebnahme der Großer-Belt-Brücke bestand eine Fährverbindung zwischen Fünen und Seeland. Eingesetzt wurden kombinierte Straßenfahrzeug- und Eisenbahnfährschiffe, die Häfen lagen bei Nyborg und Korsør.

Die Eisenbahn- und Straßenbrücke liegen im Westteil zwischen Fünen und Sprogø parallel nebeneinander. Auf der Ostseite zwischen der künstlich vergrößerten Insel Sprogø und Seeland verlaufen die beiden Verkehrswege unabhängig voneinander. Die Eisenbahnstrecke führt durch einen acht Kilometer langen Tunnel unter der Hauptfahrrinne des Großen Belts, die Straße über eine Hochbrücke. Die Eisenbahnverbindung ging 1997 in Betrieb, die Straße im darauffolgenden Sommer 1998. Die Mautstelle befindet sich auf der seeländischen Seite.[A 2]

Die Westbrücken wurden maßgeblich mit dem großen Schwimmkran Svanen installiert, der die Fertigteile auf die Pfeiler hob. Der zwischen der Insel Sprogø und Seeland gelegene östliche Abschnitt des Bauwerks hat eine gesamte Länge von 6790 Metern. Teil dieser Konstruktion ist eine Hängebrücke, die mit ihrer Länge von 2694 Metern und einer Hauptspannweite von 1624 Metern die längste Hängebrücke in Europa und nach der Akashi-Kaikyō-Brücke und der Xihoumen-Brücke die drittlängste Hängebrücke der Welt ist. Deren Stahlbetonpylone haben eine Höhe von 254 Meter, der Überbau ist 31 Meter breit und liegt ungefähr 70 Meter über dem Meeresspiegel.

Betreiber der Storebæltsbroen ist eine Tochterfirma der staatseigenen Gesellschaft Sund & Bælt,[2] die auch für die Projektierung der geplanten „festen“ Fehmarnbeltquerung verantwortlich zeichnet, die die Fährverbindung zwischen Fehmarn auf deutscher und Seeland auf dänischer Seite ersetzen soll.[3]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 3. März 2005 havarierte der 88 Meter lange dänische 3500-Tonnen-Frachter Karen Danielsen mit der Westbrücke. Ein kroatischer Seemann starb, nachdem er in den Laderaum des Schiffes gestürzt war. Der Kapitän wurde schwer, drei weitere Matrosen leicht verletzt. Die Kommandobrücke des Schiffes wurde abgerissen, das Schiff unter der Brücke eingeklemmt. Das Bauwerk wurde nach einigen Stunden wieder eingeschränkt für den Verkehr freigegeben.

Storebæltsbroen wird als Motiv auf den 1000-Kronen-Banknoten verwendet. Die Banknote ist Teil einer zwischen 2009 und 2011 veröffentlichten Serie, die unter anderem dänische Brücken als Thema hat. Sie wurde von der Künstlerin Karin Birgitte Lund gezeichnet.[4]

2009 wurde die Brücke von dem in Finnland gebauten Kreuzfahrtschiff Oasis of the Seas unterquert. Das Schiff ist im Normalzustand 72 m hoch. Um die Durchfahrt zu ermöglichen, wurde es mit einfahrbaren Schornsteinen ausgerüstet, wodurch die Höhe auf 64,75 m, d.h. 25 cm unter der lichten Höhe, verringert werden konnte. Durch Unterquerung mit maximaler Geschwindigkeit konnte der Spielraum auf 50 cm erhöht werden.[5][6]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Storebæltsbroen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gerundeter täglicher Durchschnittswert, errechnet aus Angaben des Brückenbetreibers: Trafiktal fra Storebælt. Auf storebaelt.dk, abgerufen am 11. August 2016 (dänisch)
  2. Analog zu den Tarifen vergleichbarer Fährverbindungen ist die Höhe der erhobenen Maut abhängig von der Art des Kraftfahrzeugs bzw. seiner jeweiligen tariflichen Zuordnung; zudem werden Rabatt– und Staffelpreise angeboten, siehe dazu: Preise. A/S Storebælt, abgerufen am 18. Juli 2016 (deutsch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Storebæltsbroen. In: Structurae
  2. A/S Storebælt. Auf sundogbaelt.dk, abgerufen am 11. August 2016
  3. Femern Bælt-projektet. Auf sundogbaelt.dk, abgerufen am 11. August 2016
  4. Dänische Nationalbank: Danske pengesedler serie 2009–2011 (Memento vom 5. November 2006 im Internet Archive), abgerufen am 22. September 2012 (dänisch)
  5. Weltgrößtes Kreuzfahrtschiff Oasis of the Seas passiert die Storebæltsbroen, Der Spiegel.
  6. Zaubertrick unter der Storebæltsbroen, Svenska Dagbladet (schwedisch).