Strättligen (Adelsgeschlecht)

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Wappen der Freiherren von Strättligen

Die Freiherren von Strättligen waren eine aus Strättligen stammende Adelsfamilie.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Freiherren von Strättligen wurden 1175 mit Henricus de Stretelingen erstmals urkundlich erwähnt. Sie hatten gute Beziehungen zu den damals mächtigen Herzogen von Zähringen. Ihr Stammsitz, die Strättligburg, befand sich beim Dorf Strättligen auf der rechten Seite des alten Flussbetts der Kander.[1] Die Freiherren von Strättligen waren stark im Niedersimmental begütert und besassen das Reichslehen über den Hof von Spiez. Ab 1300 sind auch Besitztümer im Obersimmental fassbar. Im 13. Jahrhundert fuhren savoyische und waadtländische Adelige an den englischen Königshof unter Heinrich III. und seinem Sohn Eduard I., darunter auch Johannes von Strättligen, genannt Rousselet.[2] Seine Nachkommen liessen sich in Wales unter dem Namen Stradling nieder und gehörten dort während Jahrhunderten zur Gentry. Ihnen gehörte über zahlreiche Generationen bis 1738 St Donat’s Castle.

1332 zerstörten die Berner ihren Stammsitz. 1594 kam die Herrschaft Strättligen an die Stadt Bern.

Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Henricus de Stretelingen, Gefolgsmann der Zähringer, um 1175
    1. Johann von Strättligen, Gefolgsmann von Friedrich II, (um 1220/1223)
      1. Rudolf I. von Strättligen, Herr von Wimmis (vor 1257)
      2. Heinrich II. von Strättligen (vor 1253-ca. 1290), Minnesänger, Herr von Spiez
        1. Heinrich III. von Strättligen ∞ Marmetta von Greyerz, Herr von Spiez
          1. Rudolf II. von Strättligen, Sohn von Heinrich III.
          2. Heinrich IV. von Strättligen, Sohn von Heinrich III. Reichsvogt von Mannenberg, Herr von Laubegg (1312–1347) ∞ Margreth von Bubenberg
          3. Ulrich von Strättligen, Geistlicher in Spiez
        2. Johann IV. von Strättligen, (1302–1349), letzter männlicher Vertreter des Geschlechts [3]
      3. Johann III. von Strättligen, zog um 1263/1265 mit Otto von Grandson nach England
        1. Sir Peter de Stradling, Sohn von Johann III.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Friedrich von Mülinen: Die Herren von Strätlingen. Festgabe der allgemeinen geschichtsforschenden Gesellschaft der Schweiz. Bern 1905.
  • Ernst Schweikert: Die deutschen, edelfreien Geschlechter des Berner Oberlandes bis zur Mitte des XIV. Jahrhunderts. Ein Beitrag zur Entwicklungsgeschichte der Stände im Mittelalter. P. Hauptmann'sche Buchdruckerei, Bonn 1911 (Dissertation Bonn).
  • Thomas Heim: Die Strättliger Chronik – Einblicke in das bernische Wallfahrtswesen. In: Berner Zeitschrift für Geschichte. 71. Jahrgang, Heft 3, 2009, ISSN 1663-7941, S. 1 bis 56 (bezg.ch [PDF; abgerufen am 21. Oktober 2009] basiert auf Lizentiatsarbeit im Fach Kirchengeschichte, Departement für Christkatholische Theologie der Theologischen Fakultät der Universität Bern 2008).
  • Ludmilla und Ernst Friedrich Räuber-von Steiger: Dynastien und Burgen im Berner Oberland. Bern 1936.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schweikert 1911, S. 17.
  2. Christian Hesse: Strategien des Überlebens. Herausforderungen für den niederen Adel im 13./14. Jahrhundert. In: Christian Hesse und Annelies Hüssy (Hrsg.): Adlige Selbstbehauptung und höfische Repräsentation. Die Freiherren von Strättligen. Hier + Jetzt. Verlag für Kultur und Geschichte, Baden 2013. Seite 22.
  3. Peter Niederhäuser, Zwischen Reich und Region die Herren von Strättligen, Seite 48, Berner Zeitschrift für Geschichte, Jg. 75, 2013, S. 33–50.